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Icefields Parkway – mit dem Wohnmobil zwischen Banff und Jasper

Müsste ich zu Kanada meine drei spontansten Gedanken aufschreiben, würden mir die Rocky Mountains und der Icefields Parkway sofort in den Kopf schießen. Auch wenn meine Reise über diese traumhafte Panoramastraße schon ein paar Jahre her ist, steht sie für mich noch heute wie kaum eine andere Strecke in Nordamerika für ein einmaliges Naturerlebnis gepaart mit vielen spannenden Tierbeobachtungen. Was den Icefields Parkway so besonders macht und warum es sich lohnt, diesen Teil von Kanada mit einem Wohnmobil zu erkunden, könnt Ihr im folgenden Artikel entdecken.

>> Zum Wohnmobil-Bericht über Washington State
>> Zum Reisebericht Kanada aus 2017
>> Zum Yoho National Park

Reisezeitraum: Juni 2010
Geschrieben: September 2018
Veröffentlicht: Oktober 2018

Überblick Icefields Parkway

  1. Der Icefields Parkway – 230 Kilometer Panoramastraße
  2. Mit dem Wohnmobil auf dem Icefields Parkway
  3. Sehenswürdigkeiten am Icefields Parkway
  4. Das Leben am und um den Icefields Parkway
  5. Weiterreise und Fazit

Der Icefields Parkway – 230 Kilometer Panoramastraße

Der Icefields Parkway ist eine rund 230 Kilometer lange Panoramastraße im Westen Kanadas, die vor allem für eine Mietwagen-Rundreise oder eine Camper-Tour sehr beliebt ist. Das Teilstück des Highway 93 verbindet die beiden Ferienorte Lake Louise (im Banff National Park) und Jasper (im gleichnamigen Jasper National Park) miteinander und führt dabei durch die faszinierende Bergwelt der Rocky Mountains. Die Befahrung ist im Prinzip kostenlos, wobei bei Betreten der Nationalparks (und da kommt man auf dieser Strecke nicht drum herum) eine Gebühr von 9.80 CAD (ca. 6.50 Euro) pro Person pro Tag gezahlt werden muss. Empfehlenswert ist aufgrund der vielen Nationalparks in dieser Gegend aber ohnehin der Discovery Pass, gültig für 1 komplette Saison, für 67.70 CAD (ca. 44 Euro) pro Person.

Der Icefields Parkway in den Rocky Mountains von Kanada

Der Icefields Parkway ist ganzjähig geöffnet, kann aber bei heftigen Schneefällen auch temporär geschlossen werden. Die Straße ist in einem sehr guten Zustand und führt über zwei Pässe auf etwas mehr als 2000 Meter, den Bow Pass und den Sunwapta Pass. Das besondere an einer Tour entlang des Icefields Parkway, egal ob mit dem Mietwagen oder mit dem Wohnmobil, ist aber die Landschaft und die Abgeschiedenheit. Auf den 230 Kilometern befinden sich so gut wie keine Versorgungsmöglichkeiten geschweige denn Ortschaften, einzig ein paar einfache Hotels entlang der Strecke sowie das Besucherzentrum am Columbia Icefield säumen den Weg – ansonsten gilt: Natur pur!

Mit dem Wohnmobil auf dem Icefields Parkway

Genau diese Natur lässt sich kaum besser erleben, indem man sich ein Wohnmobil in Kanada mietet. Dazu stehen verschiedenste Vermieter aller Preisklassen zur Auswahl, wobei sich schon aufgrund der Versicherungen immer eine Buchung in Deutschland empfiehlt. Wir hatten damals ein Model von CanaDream und waren sehr zufrieden.

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Buchungsmöglichkeit
Wenn Ihr ebenso mit einem Wohnmobil den Icefields Parkway entlang fahren oder Euch einfach nur Euren Traum von einer Camper-Tour durch andere Gegenden in Kanada oder den USA verwirklichen wollt, könnt Ihr einmal bei CU Camper (~) vorbeischauen. Hier findet Ihr eine Auswahl aus 22 Wohnmobil-Vermietern und 37 Vermietstationen quer durch Nordamerika (davon alle wichtigen Stationen und sagenhafte 10 Vermieter nur in Kanada) und könnt ganz einfach online Preise vergleichen und buchen.

Aus meiner Sicht gibt es an einem Wohnmobil drei große Vorteile.
Zum Einen ist man uneingeschränkt mobil und kann jeden Tag spontan entscheiden, wie weit man fährt – auch wenn in Kanada wildes Campen leider nicht erlaubt ist. Aufgrund der Campground-Dichte ist man aber sehr flexibel. Vorreservierungen von Hotels o.ä. fallen also weg, auch wenn es an den Hotspots nicht schaden kann, auch mal einen Campground vor zu reservieren.

Wohnmobil von Canadream auf dem Whistlers Campground in Jasper

Zweiter Vorteil sind eben jene Campgrounds. Statt ständig neue Hotelzimmer zu beziehen, die irgendwann einmal austauschbar werden und immer ähnlich aussehen, kann man mitten in der Natur übernachten. Vor allem in den Nationalparks teilt man sich diese Campgrounds auch gerne mit den tierischen Mitbewohnern – was gibt es schönes als so die Natur zu genießen?

Wapiti-Hirsch auf dem Wapiti-Campground im Jasper National Park

Der dritte Vorteil ist vor allem eine Budget-Frage – diese Beurteilung kommt aber ein wenig auf die persönlichen Vorlieben an. Ich bin zum Beispiel kein Restaurant-Esser, zumal diese in Kanada schnell ins Geld gehen. Praktisch, wenn das eigene Wohnmobil dann mit einer Küche daherkommt und man selbst kochen kann. Zumal ich ein selbst zubereitetes Essen an einer schönen Aussicht stets einer beliebigen Restaurant-Mahlzeit irgendwo im Inneren vorziehen würde.

Outdoor-Frühstück auf einem Campground in Kanada

Auch am Icefields Parkway kann man diese Vorteile genießen – vor allem jene der Campgrounds. So bekamen wir zum Beispiel am Whistlers Campground in Jasper von den oben schon gezeigten Rehen Besuch. Auch das Essen in der natürlichen Umgebung war traumhaft schön. Weitere Campingplätze für Wohnmobile entlang des Icefields Parkway sind unter anderem Mosquito Creek, Columbia Icefield, Waterfowl Lakes, Rampart Creek im Banff National Park sowie Jonas Creek, Honeymoon Lake, Kerkeslin, Wabasso und Wapiti im Jasper National Park.

Sehenswürdigkeiten am Icefields Parkway

Natürlich lässt sich mit einem Camper (in diesem Fall genauso wie mit einem Mietwagen) auch immer unterwegs anhalten, was vor allem aufgrund der vielen spontanen Fotomotive sowie der zahlreichen Sehenswürdigkeiten äußerst wichtig ist. Bekannteste Sehenswürdigkeit entlang des Icefields Parkway ist das Columbia Icefield mit großem Besucherzentrum und zahlreichen angebotenen Touren – unter anderem mit dem Snow-Truck auf den Gletscher hinauf. Ob es sich dafür lohnt, einen stattlichen Dollar-Betrag nahe der Dreistelligkeit bei 2 Personen zu löhnen, bleibt jedem selbst überlassen. Gleiches gilt für den Skywalk. Wir entschieden uns daher nur zu einer kleinen Wanderung auf einem markierten Trail bis zum Beginn des Gletschers, die rund 20 Minuten dauert. So kann man direkt an die Gletscherzunge heran – und auch auf beeindruckende (und traurige) Weise lernen, wie sich der Gletscher aufgrund der Klimaerwärmung Jahr für Jahr zurückzieht.

Das Columbia Icefield des Athabasca-Gletschers am Icefields Parkway

Etwas beschaulicher und fröhlicher geht es an den Athabasca Falls zu, wo man ebenfalls eine kleine gemütliche Runde zu Fuß drehen kann – eine nette Abwechslung zum Sitzen im Wohnmobil. Hier gibt es nicht nur einen beeindruckenden Wasserfall zu sehen, sondern auch eine tiefe und pittoreske Schlucht.

Der Athabasca River entlang des Icefields Parkway

Gleiches gilt für die Sunwapta Falls, die sich von Jasper kommend rund 25 Kilometer hinter den Athabasca Falls auf dem Icefields Parkway befinden. Das angenehme an Wohnmobil-Touren durch Kanada und die USA ist immer, dass sich solche Sehenswürdigkeiten dank gut ausgebauter Parkplätze und Wege sowie sehr guter Kennzeichnung stets sehr einfach erreichen lassen – auch wenn dies natürlich ein wenig zu Lasten der Natur-Romantik geht.

Die Sunwapta Falls, ein weiterer Stopp entlang des Icefields Parkway in Kanada

Ebenso gibt es auch verschiedene gut markierte Aussichtspunkte entlang der Straße, wie hier der Stutfield Glacier Viewpoint.

Aussichtspunkt in der Nähe des Stutfield Glacier am Icefields Parkway

Ein interessanter Mix aus Wasserfall und Aussichtspunkt ist die Weeping Wall, die sich im Banff National Park befindet. Hier läuft über ein kleines Rinnsal gerade genug Wasser eine steile Felswand herunter, sodass sich eine pittoreske Ansicht ergibt.

Die Weeping Wall am Icefields Parkway zwischen Banff und Jasper

Neben Wasserfällen und Aussichtspunkten gibt es aber auch noch einige Seen, die erkundet werden wollen und tolle Fotomotive bieten, meist auch dank der entweder klaren oder blauen Farbe. Einer davon ist der Waterfowl Lake, der sich rund 60 Kilometer von Lake Louise entfernt befindet.

Der Waterfowl Lake am Icefields Parkway im Westen von Kanada

Auch der Bow Lake ist nicht zu verachten. Wie Ihr seht, kann es übrigens auch im Juni noch sehr winterlich sein.

Der Bow Lake im Banff National Park

Mein absolutes Highlight bei den Seen sowie auf dem Icefields Parkway insgesamt war jedoch der Peyto Lake. Die blaue Farbe dieses Sees war schon nahezu unnatürlich und der Aussichtspunkt tat sein übriges, dass man bei dieser spektakulären Kulisse einfach nur staunen musste.

Die wohl spannendste Attraktion am Icefields Parkway: der Peyto Lake

Der Peyto Lake beeindruckte mich dermaßen, dass es noch heute das Portraitbild meiner My Travelworld Facebook-Page (~) schmückt.

Das Leben am und um den Icefields Parkway

Nur die genannten Sehenswürdigkeiten würden aber noch nicht den speziellen Reiz des Icefields Parkway ausmachen, denn es fehlt noch die Attraktion schlechthin dieser einzigartigen Panoramastraße: seine Bewohner. Damit meine ich nicht etwa jene der (nicht vorhandenen) Ortschaften entlang des Weges, sondern die Tiere, die hier in diesem überwiegend unter Nationalpark-Schutz gestellten Gebiet leben. Während man einige davon natürlich auf den kleinen Wanderungen zu den Wasserfällen und Seen der Rocky Mountains treffen kann, ist es beeindruckend, welche Aussichten auf die Tierwelt auch rein von der Straße aus möglich sind. Wenn es etwas zu sehen gibt, kündigt sich dies meistens immer durch einen so genannten “Bear Jam” an, also quasi einen durch Bären verursachten Stau, weil nahezu jedes Fahrzeug anhält und Fotos machen möchte.

Freiheit mit dem Wohnmobil oder dem Mietwagen am Icefields Parkway in Kanada

Bekommt man dann einen Schwarzbären vor die Linse, ist dies natürlich ein großes Highlight der Kanada-Reise – oft kann man diese direkt aus dem Wohnmobil fotografieren.

Ein Bär in den Rocky Mountains von Kanada

Aber natürlich gibt es nicht nur die in Kanada berühmten Bären zu sehen, sondern auch jede Menge Hirsche, Schafe oder Kojoten.

Ein Reh im Jasper National Park entlang des Icefields Parkway

Dass diese nahezu überall auftauchen können, macht die Fahrt entlang des Icefields Parkway so besonders.

Weiterreise und Fazit

Natürlich ist der Icefields Parkway nur ein Teil einer umfangreichen Reise mit dem Wohnmobil durch den Westen von Kanada. 2 bis 3 Wochen sollte man hier mindestens einplanen. Von Jasper führt die Reise meist weiter via Wells Grey Provincial Park in Richtung Clearwater sowie zum Okanagan Valley mit Kamloops und Kelowna. In die andere Richtung lohnt sich auf jeden Fall ein Zwischenstopp in Lake Louise, für mich einer der majestätischsten Seen von Kanada, wenn auch sehr touristisch. Von dort aus geht es dann weiter in Richtung Banff National Park (unbedingt auf dem Weg am Johnston Canyon halten) oder vorbei an den historisch und architektonisch interessanten Spiral-Tunnel in den Yoho National Park.

Egal welche Route man durch Alberta und British Columbia nimmt, der Icefields Parkway ist eigentlich Pflicht. Die Kulisse ist spektakulär, die Tierwelt zahlreich und das Fahren auf der unbewohnten Panoramastraße ein absolut unbeschreibliches Fahrerlebnis. Wer dazu noch mit einem Wohnmobil in Kanada unterwegs ist, kann nach einem abwechslungsreichen Tag in der Natur auch direkt in der grünen Umgebung nächtigen, denn näher als an den zahlreichen Campgrounds kann man den Rocky Mountains nicht sein.

Wer also ein nächstes Road-Trip Abenteuer sucht, sollte den Westen von Kanada für eine Camper-Tour unbedingt in die sehr enge Auswahl ziehen.

Seid Ihr bereits den Icefields Parkway entlang gefahren? Wenn ja, was hat Euch dort besonders gefallen? Oder welches ist Eure Traum-Panoramastraße aus dieser Welt? Lasst mir einen Kommentar da.

Oder habt Ihr Fragen zur Reise mit einem Wohnmobil in Kanada oder den USA allgemein? Seid Ihr Euch unsicher, ob diese Reiseform etwas für Euch ist? Schreibt es mir und ich kann Euch gerne mit meinen langjährigen Erfahrungen weiterhelfen.

Dieser Artikel wurde unterstützt durch CU Camper (~) . Vielen Dank dafür! Der Reisebericht spiegelt (wie jeder Artikel hier bei My Travelworld) ausschließlich meine eigene subjektive Meinung wieder.

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


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