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Reisebericht Nador

Reisebericht Nador: zu Fuß über die Grenze und plötzlich ganz viel Zeit

Wer an Marokko denkt, kommt in der Regel an Casablanca, Marrakesch und Fez nicht vorbei. Aber Nador? Im Nordosten des Landes befindet sich diese touristisch sehr unbedeutende Stadt, die für uns nur Übernachtungsstation für den Rückflug am nächsten Morgen war. Aber irgendwie mussten wir auch noch den Tag davor rumbekommen – gar nicht so einfach!

Reisezeitraum: September 2013 / 1 Nacht
Geschrieben: Oktober 2013
Veröffentlicht: Oktober 2013

>> Zum Reisebericht Andalusien
>> Zum Reisebericht Melilla
>> Zum Reisebericht Fez (2011)
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Überblick Reisebericht Nador

  1. Zu Fuß über die Grenze von Melilla nach Beni Ansar
  2. Ankunft in Nador
  3. Stadtrundgang durch Nador
  4. Auf Restaurantsuche in Nador
  5. Fahrt zum Flughafen und Fazit

Zu Fuß über die Grenze von Melilla nach Beni Ansar

Im Prinzip ist es eine direkt Fortsetzung des Reiseberichts Melilla. Wer ihn nicht gelesen hat, hier in zwei Sätzen die Kurzform. In einer spanischen Enklave namens Melilla übernachteten wir und gingen anschließend zu Fuß über die Grenze nach Marokko. Etwas überraschend stellte sich die Geschichte etwas chaotisch da, doch letztendlich hatten wir unseren Stempel im Pass.

Der Grenzübergang zwischen Spanien und Marokko, zwischen Melilla und Beni Ansar

Nun standen wir also da – in Beni Ansar. Wir sind gewissermaßen innerhalb von nur 15 Minuten von der spanischen Ordnung über das grenzüberschreitende Chaos in die marokkanische Hektik hineingewandert. Bürgersteige gab es plötzlich keine mehr, Gebäude und Autos wirkten nun 35 Jahre älter als vorher noch in Spanien und aus einigen Ecken stachen gewöhnungsbedürftige Gerüche in Richtung Riechorgan.

Ok, das ist halt marokkanisches „Landleben“ – klassische Touristen dürften hier auch nur äußerst selten einen Fuß auf den Boden setzen. Nächstes Problem: Geld. Normal hole ich mir im Ankunftsland immer am Geldautomaten Landeswährung – damit lässt sich überall immer am besten bezahlen. Allerdings: in Beni Ansar gab es keinen ATM. Also musste ich tatsächlich meine noch verbliebenen Euros bei Western Union in Dirham umtauschen, denn auch diese konnten mit einer Kreditkarte nichts anfangen.

Eigentlich wollten wir ja anschließend mit dem mehrmals täglich, aber dennoch sehr unregelmäßig verkehrenden Zug die kurze Strecke nach Nador zurücklegen. Meiner Reisepartnerin zuliebe, der der etwas unorthodoxe Grenzübergang doch aufs Gemüt geschlagen hatte, verzichteten wir lieber darauf und nahmen ein Taxi nach Nador, welches uns 100 Dirham (ca. 10 €) kostete.

Der Boulevard de la Corniche in Nador

Ankunft in Nador

Nach maximal 15 Minuten Fahrt kamen wir auch schon in Nador an. Der erste Eindruck war in Ordnung. Das Leben auf den Straßen war gar nicht mal so orientalisch, sondern ziemlich aufgeräumt, und die vielen kleinen roten Petit Taxis erinnerten uns an unser Taxi-Desaster damals in Fez.

Stadtbild von Nador

Bevor es an weitere Eindrücke ging, checkten wir aber erst einmal in unserem gebuchten Hotel ein. Wie schon in Melilla stellte sich die Auswahl fast von selbst auf – es gab nämlich genau ein online buchbares Hotel. Ein weiteres Hotel, bei dem ich anrief, war ausgebucht (Rif Hotel) und der Rezeptionist des Hotel Barcelona in Al Araoui konnte lediglich spanisch (kein englisch, kein französisch) und war ebenso nur telefonisch erreichbar. Davon abgesehen, war uns ob der zeitigen Ankunft in Nador die Lage im Stadtzentrum ohnehin ganz recht, sodass wir letztendlich das La Giralda Hotel online buchten.

Unser Doppelzimmer im La Giralda in Nador, Marokko

Insgesamt war es eine ordentliche Unterkunft. Sicher war das Hotel schon deutlich in die Jahre gekommen und definitiv kein High-Class-Hotel. Allerdings reichte es für eine Nacht und war – wenn man nicht gerade pikfeine westeuropäische Standards anlegt – sauber und angenehm. Mehr dazu findet Ihr auch in der Hotelbewertung über das La Giralda.

Stadtrundgang durch Nador

Nach kurzer Ausruhpause im Hotel – Zeit war ja ob der frühen Ankunft am Mittag genug vorhanden – ging es dann auf zur Erkundung von Nador. Gut, Erkundung ist eigentlich zu viel gesagt, denn Sehenswürdigkeiten gab es im Prinzip keine, geschweige denn einen schönen Park oder eine historische Medina. Nador ist eben einfach eine klassische marokkanische Stadt. Gut, versuchen wir es trotzdem mal mit einigem Sehenswerten …

Entlang von lebendigen Straßen und unzähligen Händlern bahnten wir uns zunächst den Weg in Richtung Meer. Meer ist schließlich immer schön – zumindest nachdem wir den im Bau befindlichen Teil der Küstenstraße verlassen haben (für ein neues 4-Sterne-Hotel wird scheinbar extra ein Strand „gebaut“) und zur Promenade gelangten.

Vielleicht eine der schönsten Ecken der Stadt: die Promenade von Nador

Hier machten wir erst einmal kurz Pause, genossen die Sonne und die ungewöhnliche marokkanische Ruhe. Wir hatten ja schließlich Zeit, zumal wir nach dem Gang zu Fuß über die Grenze auch noch unsere Uhr eine Stunde zurückstellen konnten – Marokko ist Spanien im Sommer eine Stunde hinterher. Noch mehr Zeit also für Nador.

Am Ende der Promenade befand sich eine der lt. Stadtplan wenigen Sehenswürdigkeiten: das Mausoleum Sidi Ali.

Das Mausoleum Sidi Ali in Nador

Ja, wir sind schon fast am Siedepunkt der Nador’schen Tourismus-Highlights angekommen. Also genießt es bitte … :-)

Nachdem wir uns diese Sehenswürdigkeit sicher um die ca. 18 Sekunden anschauten, ging es wieder zurück entlang der Promenade. Hier befindet sich mit dem Cafe Le Pilotis ein kleines Restaurant in einem Leuchtturm.

Das Cafe Le Pilotis an der Promenade von Nador

Gegenüber des Leuchtturms gibt es dann auch eine der Institutionen in marokkanischen Städten. Was bei uns die Bahnhof- oder Königsstraße ist, ist hier in Marokko die Avenue Mohammed (V.).

Wie in jeder Stadt in Marokko: eine Straße mit den Namen Mohammed

Im Café selbst gingen wir dann ebenfalls einer landestypischen Tradition nach – dem Tee trinken.

Vielleicht das Nationalgetränk von Marokko: Minztee

Während dies zwar normalerweise direkt an den belebten Straßen passiert (um das geschäftige Treiben zu beobachten), hatten wir hier unsere Ruhe und einen schönen Blick aufs Meer.

Auf Restaurantsuche in Nador

Genau dieses Tee trinken ist es auch, was in nahezu jedem typischen marokkanischen Café, Restaurant und Bar bis zur Exzellenz zelebriert wird. Den ganzen Tag über sind in vielen Lokalen alle Außentische von ausnahmslos Männern belegt, die über das Leben in Marokko philosophieren und gleiches auf der Straße beobachten. Dies war in Fez schon so und nun auch hier wieder in Nador.

Nachdem wir das oben angesprochene Café (was als einzige Ausnahme keine Männerdomäne war) verließen, zurück zum Hotel gingen und ein (Nach)Mittagspäuschen (die viele Zeit wollte sinnvoll genutzt werden) einlegten, ergab sich bei der Suche nach einem Restaurant für den Abend eben jenes Problem: als Frau (nicht ich, aber immerhin meine Begleitung) war es einfach nicht üblich, sich in eines der verschiedensten Lokale zu setzen. Die Blicke der Männer bestätigten dies – wie man mir erzählte. ;-)

Da Nador dann auch dermaßen untouristisch ist, dass es keinerlei „ausländische“ Restaurants gibt, sprich Italiener, Spanier etc., entschieden wir uns schließlich aus der Not heraus für unser Hotel-Restaurant im La Giralda. Dies sollte dann zumindest „frauentechnisch“ kein Problem werden.

Zunächst war ich natürlich schon ein wenig enttäuscht, dass mir ein richtiges einheimisches Mahl in einer typischen lokalen Kneipe entgeht, zumal das Hotelrestaurant nicht unbedingt den Eindruck machte, als sei es auf Kundschaft eingestellt. Dies änderte sich jedoch schlagartig, als unsere beiden Teller kamen, die vor leckeren Sachen nur so wimmelten.

Das Abendessen im Restaurant des La Giralda in Nador

Plötzlich wechselte meine sonst eher vorhandene Abneigung gegenüber Hotel-Restaurants in wahnsinnige Jubelarien. Super Abendbrot!

Fahrt zum Flughafen und Fazit

Nach einem dann ebenfalls sehr entspannten Abend, den wir hauptsächlich mit Verdauen verbrachten (+ einer Folge Quarks & Co. via gut funktionierendem Hotel-WiFi) und einer halbwegs geruhsamen Nacht, die standardmäßig für Marokko morgens um 5 durch den Muezzin unterbrochen wurde, fuhren wir mit unserem vorbestellten Taxi für 200 Dirham zum Flughafen, der sich in Al Araoui befindet. Die Fahrt dauert ungefähr 45 Minuten, also sollte man unbedingt etwas Zeit einplanen.

Der Flughafen von Nador: der Airport Al Aroui

Hier wartete dann unser Rückflug mit Vueling auf uns. Auch im Mini-Flughafen von Nador herrschte noch einmal marokkanisches Gewusel, ehe wir halbwegs entspannt zurück in Richtung Europa abhoben. Nador konnten wir dabei als interessante Erfahrung verbuchen, die vor allem in Bezug auf die touristische Entwicklung (wir waren sicher die einzigen europäischen Touristen (die nicht ihre Familien besuchten) in Nador), die Anreise (wann kommt man schon einmal zu Fuß in ein afrikanisches Land) sowie die Anzahl an vorhandenen Sehenswürdigkeiten (tendierte gegen 0; die touristische Entwicklung muss – sofern überhaupt gewünscht – noch stattfinden) ein selten dagewesenes Extrem erreichte. Von daher war auch dies ein durchaus lehrreicher Trip, wenngleich ein Besuch in Nador für die nächsten Jahre ausreicht.

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


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