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Flugbericht Air Berlin (Düsseldorf – Curacao)

Air Berlin macht in letzter Zeit nicht nur positive Schlagzeilen. Rekordminus, eingestellte Strecken und mieser Service sind nur einige der Attribute, die derzeit über Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft zu hören sind. Umso gespannter war ich, ob sich mein Flug mit Air Berlin nach Curacao im akzeptablen Rahmen hält …

Reisezeitraum: April 2012 + Mai 2015
Geschrieben: Mai 2012
Veröffentlicht: Mai 2012
UPDATE: Juli 2015

>> Zum Reisebericht Curacao
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>> Flugbericht Air Berlin III – in der Business Class in die Dominikanische Republik

Buchung

Die Suche nach einem passenden one-way Flug von Deutschland in die Karibik war nicht ganz einfach.
Condor als naheliegendste Option mit dem Flug nach Barbados passte mir zeitlich nicht ganz in den Kram, zumal eine Nacht im von mir schon zweimal besuchten Barbados notwendig gewesen wäre.
Ebenfalls Condor fliegt mittwochs nach San Juan, allerdings ohne einen passenden Anschlussflug nach Grenada. Airlines, die Grenada aus Europa direkt anbieten, wie British Airways oder Virgin Atlantic bieten keine vernünftigen one-way Tarife und eine Kombination über die USA wäre zu teuer und unpraktisch gewesen.

Aus diesem Grund landete ich schließlich bei Air Berlin, die seit dem Herbst 2011 die Verbindung von Düsseldorf nach Curacao anbieten. Dank eines sehr vernünftigen Preises von ca. 250,- Euro, recht angenehmen Flugzeiten am Nachmittag sowie einem passenden Liat-Flug am nächsten Abend nach Grenada, der mir einen halben Tag Sightseeing-Zeit auf Curacao erlaubte, buchte ich schließlich das Routing DUS-CUR auf der Website von Air Berlin (~). Einen eventuellen Zubringer ließ ich mir aber bewusst offen, da die konkreten Planungen für den Abflugtag noch nicht feststanden.

Die Handelskade, eine der schönsten Ansichten in Willemstad und Curacao

Ca. zwei Monate vor Abflug wollte ich dann das Rail & Fly hinzubuchen. Mein Anliegen an der Hotline wurde etwas überraschend mit einem Aufpreis von mehr als hundert Euro beantwortet (eigentlicher Preis 29,- €), da durch die Ticketumschreibung Bearbeitungsgebühren sowie die Neuberechnung des Tarifs zum tagesaktuellen Tarif erfolgt. Absoluter Schwachsinn und Geldschneiderei seitens Air Berlin! Normalerweise bin ich bei Unternehmensbewertungen ja etwas vorsichtig, doch was Air Berlin sich hier erlaubt hat, zeigt deutlich, wohin das Unternehmen in den letzten Jahren steuert – zu einer absolut kundenfeindlichen Airline, was auch andere Beispiele beweisen.

Bezüglich des Rail & Fly Tickets handelt es sich deshalb um eine völlig überflüssige Gebühr, weil
– Air Berlin in keinster Weise auf seiner Website darauf hinweist, das solch eine Zubuchung zusätzliche Gebühren kostet,
– nahezu jede andere Airline, sogar Lufthansa, Condor oder Air Transat, dies nachträglich und gebührenfrei erlaubt,
– Air Berlin hier keinerlei Kosten entstehen, da Rail & Fly einfach nur auf einen bestehenden Vorgang hinzugebucht wird und kein neuer erstellt wird.

Wie dem auch sei, auch trotz mehrmaliger Anrufe und E-Mails mit Hinweisen auf den Sachverhalt ließ sich Air Berlin nicht davon abringen, hier weit mehr als 100,- Euro zu berechnen. Da dies für ein Zugticket natürlich Unsinn ist, buchte ich letztendlich einen Sparpreis direkt bei der Deutschen Bahn für 49,- Euro + 11,50 € für die Strecke Köln – Düsseldorf.

Der neue Berliner Hauptbahnhof, hier die oberste Etage

Auch im Jahr 2015 landete ich wieder bei Air Berlin, wiederum auf selber Strecke, diesmal allerdings in umgekehrte Richtung. Aufgrund des besten Zeitplans-Preis-Verhältnis buchte ich mir die Strecke Curacao – Düsseldorf – Dresden – Düsseldorf. Leider ging aber diesmal im Vorhinein nicht alles glatt.

Grund war diesmal die etwas ungewöhnliche Konstellation, dass ich einen in Curacao startenden und mit einem deutschen Konto bezahlten Flug mit einer bolivianischen IP-Adresse buchte. Zugegeben, das kann schon einmal verdächtig erscheinen, sodass ich es der so genannten „Fraud Protection“ (automatischer Betrugsschutz) von Air Berlin nicht übel nehme, anzuspringen. Normal sollte dies dann mit einem Anruf geklärt sein, doch dem war leider nicht so. Während sich der erste Hotline-Mitarbeiter völlig hilf-, ahnungs- und sinnlos zeigte, bekam ich bei einem zweiten Telefonat immerhin die Auskunft, dass ich persönlich am Schalter vorstellig werden müsse. Leider war der nächste Air Berlin-Counter aber zu diesem Zeitpunkt rund 3000 Kilometer entfernt. Also einigten wir uns auf ein Treffen in Miami, welches ich später auf meiner Reise noch ansteuern sollte.

So weit, so gut, doch leider hielt Air Berlin noch ein paar weitere Überraschungen parat. Mein persönliches Erscheinen am Check-In in Miami reichte der dortigen Mitarbeiterin aus fadenscheinigen Gründen nicht aus, sodass ich nachher nochmals verschiedene Dokumente per E-Mail nachschicken musste. Mittlerweile war es bereits eine Woche vor Abflug. Dass anschließend auch die Bestätigung, dass die Buchung nun komplett in Ordnung sei, nur auf meine Nachfrage kam, war erneut arg schwacher Kundenservice seitens Air Berlin.

Hinzu kam, dass ich viermal nachhaken musste, bis endlich ein mit der Buchung verknüpfter Gutschein anerkannt und erstattet wurde. Auch hier zeigte sich wiederum, dass Air Berlin einfach zu viel und an den falschen Stellen spart. Die Service-Center der Airline sind ihren Namen jedenfalls nicht wert.

Der Check-In & das Boarding

Da ich bereits sehr zeitig am Flughafen in Düsseldorf war, ging der Check-In sehr schnell und ohne Anstehen von Statten. Warum die gute Dame mich dann allerdings nach „Fenster oder Gang“ fragte und schließlich meinen Wunsch nach einem Fensterplatz mit einem Platz in der Mittelreihe (!!), also weder Gang noch Fenster quittierte, bleibt wohl ihr Geheimnis. Glücklichweise wollte im Flugzeug eine junge Dame mit mir den Platz tauschen, da sie gerne neben Ihrer Freundin sitzen wollte, sodass ich wenigstens zu einem Gangplatz kam.

Air Berlin ist ja seit nicht einmal zwei Monaten Mitglied der Luftfahrtallianz oneworld. Dies wurde auch gleich auf einem Jet verewigt. Als ich zum Gate kam, stand sogar genau dieses eine Flugzeug mit neuer Lackierung bereit, welches uns später nach Curacao bringen sollte.

Die neue Oneworld-Lackierung an einem Flugzeug von Air Berlin

Das Boarding verlief relativ schleppend, was daran lag, dass am Gate alle Rückflugtickets kontrolliert worden. Passagiere, die keines hatten, mussten zum Schalter und entweder Ihre Weiterreise dokumentieren oder ein entsprechendes Ticket erwerben. Komischerweise wollte man mein (berechtigterweise nicht vorhandenes) Rückflugticket mit der Begründung „sie waren ja am Check-In“ nicht sehen. Äußerlich hatte ich bereits angedeutet, mein Weiterflugticket mit Liat nach Grenada herauskramen zu wollen.

Vor dem Besteigen des Flugzeugs lag schließlich im Fingerflugsteig eine Auswahl an Zeitungen bereit. Hierzu zählten u.a. die Welt, die FAZ, Guter Rat, die Financial Times und auch einige holländische Zeitungen, denn geschätzt waren ungefähr 30% Deutsche, 40% Holländer und 25% Bewohner der Niederländischen Antillen (+5% „Sonstige“) an Bord.

Der Flug

Beim Betreten des Flugzeugs zeigte sich, dass das Interieur ebenso neu war, wie die Lackierung der Maschine. Die Ausstattung war sehr modern, die Sitze wirkten neu und für jeden Passagier stand ein eigener Bildschirm mit persönlichem Entertainment-Programm (Spiele, Radio, TV, Filme, Dokus, Infos etc.) zur Verfügung – nicht gerade selbstverständlich bei Air Berlin.

Werbung (~)

Auch bei meinen weiteren Flügen in den Jahren 2013 und 2015 gab es jeweils ein persönliches Entertainment-System im Vordersitz, was mit einer großen Auswahl an Musik, Filmen, Serien, Spielen und mehr durchaus kurzweilig ist. Auch Kopfhörer gibt es gratis dazu, ebenso wie die auf der Langstrecke obligatorischen Decke und Kissen.

Sitz in der Economy Class von Air Berlin auf dem Flug von Berlin-Tegel nach Miami

Wie schon oben beschrieben, war ein Gangplatz mein kleines Reich für die nächsten reichlich 10 Stunden. Der Sitzabstand dürfte sich im Rahmen der normalerweise üblichen 80cm bewegt haben. Etwas verspätet, auch aufgrund des langen Boarding und der nahezu 100%igen Auslastung, hoben wir schließlich gen Karibik ab.

Der Flug an sich verlief ohne besondere Vorkommnisse. Etwas happig fand ich den Verkauf der Kopfhörer für satte 5,- Euro (die mittlerweile, seit mindestens 2013, kostenfrei sind). Kissen und Decke waren dem hingegen an jedem Platz bereits vor dem Flug vorhanden – bei anderen Airlines nicht immer üblich.

Trotz verspätetem Start erfolgte die Landung in Curacao sehr pünktlich. Die Immigration dauerte ein wenig, aber nicht zu lang, sodass man dennoch vor seinem Koffer am Gepäckband stand.
Pech hat man in Curacao lediglich, wenn kurz nach einem JumboJet der KLM am Flughafen ankommt. So erging es mir bei meiner Ankunft mit InselAir im Mai 2015,was eine Wartezeit bei der Immigration von rund 45 Minuten zur Folge hatte.

Der Service (Essen und Getränke)

Prinzipiell war das Service-Niveau auf diesem Flug mit Air Berlin in Ordnung, ohne besonders zu überzeugen. Ich habe sowohl schon besser geschulte Flugbegleiterinnen als auch unfreundlichere gesehen. Ich persönlich fand den Umgang mit nicht deutschsprachigen Gästen eher unprofessionell.

Nach dem Start und nach Erreichen der berühmten Reiseflughöhe gab es die erste Getränkerunde mit alkoholfreien Getränken. Während des Essens war dann auch ein Glas Wein oder ein Bier inklusive. Auch hier hat sich Air Berlin in der Zwischenzeit geändert. So gab es auf meinen Flügen 2013 und 2015 die komplette Barauswahl (und das während des gesamten Fluges) inkl. Bier, Wein, Gin, Wodka und meinem obligatorischen Flugzeug-Baileys.

Apropos Essen, für viele ja eines der Reizthemen im Flugzeug. Entweder weil es nicht schmeckt, weil es zu wenig ist oder weil es generell doof ist. :-)
Auch Air Berlin konnte dieses Klischee nicht unbedingt entkräften. Immerhin gab es – ganz im Gegensatz zum Konkurrenten Condor – zwei Gerichte zur Auswahl. Wer errät was, erhält 10 virtuelle Punkte, mit denen er nichts anfangen kann. (Antwort: „Chicken or Pasta!“)

Das Mittagessen auf dem Flug mit Air Berlin von Düsseldorf nach Curacao

Ich entschied mich für den Gummiadler, welcher mit Gnocchi gereicht wurde. Als Beilagen gab es einen Mini-Salat und einen faden Kuchen. Maximal naja!

Kurz vor Ende des Fluges gab es dann noch eine kalte Mahlzeit: Bulette mit Kartoffelsalat, Käse sowie ein besser schmeckender Schokoladenkuchen. Aber auch das war insgesamt nicht mehr als klassisches Charter-Niveau. Zwischen den beiden „Hauptmahlzeiten“ gab es im Übrigen noch eine Portion Kekse.

Das kalte Abendessen auf dem Flug mit Air Berlin von Düsseldorf nach Curacao

Die Getränkerunden beschränkten sich überwiegend auf vor und nach dem Essen. Zwischendurch machten sich die Flugbegleiterinnen eher rar, etwas zu Trinken gab es dann nur auf Nachfrage in der Galley.

Während sich bei den Getränken wie geschrieben einiges getan hat, kann das Essen weiterhin nicht mit höheren Luftmahlzeit-Ansprüchen mithalten, wenngleich mein Asia-Hühnchen mit Reis auf meinem Flug im Jahr 2015 von Curacao nach Düsseldorf durchaus schmackhaft war. Auch das Frühstück mit zwei Brötchen, Salami, Käse, Früchten und Joghurt hätte schlechter ausfallen können und fand durchaus meinen Gefallen.

Mein Abendessen auf dem Flug mit Air Berlin von Curacao nach Düsseldorf

Mein Frühstück auf dem Flug mit Air Berlin von Curacao nach Düsseldorf

Fazit

Insgesamt war dieser Flug mit Air Berlin in Ordnung, wobei man stark zwischen dem Service am Boden und dem Flug an sich unterscheiden muss. Gleiches Fazit gilt für meine neuerlichen Erfahrungen im Jahr 2015, zu denen ich das folgende Fazit aus dem Jahr 2012 fast 1:1 unterschreiben und wiederholen kann.
Im Vorfeld machte sich Air Berlin mit Unflexibilität und Unprofessionalität einen richtigen Namen, während dann beim Flug ein an sich gutes Produkt abzuliefern. Die Kabine war sehr neu, modern und recht komfortabel, wenn gleich der Platz, gerade bei zurückgestellter Vorderlehne doch sehr eng war. Das Essen bewegte sich im eher unterdurchschnittlichen Rahmen, während Air Berlin beim Service an Bord durchaus punktete. Insgesamt war es aber, gerade für den Preis, ein angenehmer Flug. Bedenken muss man allerdings, dass Air Berlin auf anderen Langstrecken deutlich mehr verlangt und dann das Fazit schlechter ausfallen würde, da zwar beim Produkt ein deutlicher Unterschied zwischen Air Berlin und anderen etablierten Carriern wie Lufthansa o.ä. (zu deren Gunsten) besteht, dieser aber beim Preis absolut nicht festzustellen ist. Von daher meine Empfehlung für einen Flug mit Air Berlin – so lange der Preis stimmt.

Über etwas kann ich mich allerdings nicht beschweren: beide Flüge hatten einen Tag Aufenthalt in Curacao zur Folge. Nicht die schlechteste Option, eine Karibikinsel quasi im Vorbeigehen zu Erkunden. Was es beide Male zu sehen gab, lest Ihr im Reisebericht Curacao.

> Zur Website von Air Berlin (~)

Was sagt Ihr zu Air Berlin? Lieblings-Airlines oder Albtraum-Carrier? Sagts mir in den Kommentaren …

Wem dieser Flugbericht gefallen hat und zukünftig keine der Hotelbewertungen, Reisetipps und Tripreports verpassen möchte, liked am besten direkt hier den Facebook-Kanal (~) von My Travelworld – immer mit den neuesten Informationen über alle Reisen.

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


2 Responses to Flugbericht Air Berlin (Düsseldorf – Curacao)

  1. Petra van Hasz

    Deinen Bericht über den Air Berlin-Flug von Düsseldorf nach Cuarao und umgekehrt fand ich sehr informativ.

    Vielen Dank
    Petra

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