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Flugbericht Air Berlin III – in der Business Class in die Dominikanische Republik

Endlich mal wieder in der Business Class fliegen! 4 Jahre musste ich auf meinen zweiten Flug „vor dem Vorhang“ warten, wobei es diesmal zum ersten Mal auf die Langstrecke ging. Entsprechend gespannt war ich auf diesen Flug mit Air Berlin nach Puerto Plata in der Dominikanischen Republik, schließlich kommt man nicht alle Tage in den Genuss eines ausführlichen Menüs und Lie-Flat-Sitzen über den Wolken. Doch auch in der Business Class läuft nicht alles rund, sodass ich trotz Verwöhnprogramm an Bord einige Kritikpunkte habe. 

Reisezeitraum: Juni 2016
Geschrieben: August 2016
Veröffentlicht: November 2016

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Buchung

Zunächst fangen wir aber mit der Buchung an, denn den Business Class Flug von Dresden via Düsseldorf nach Puerto Plata habe ich nicht regulär gebucht und bezahlt. Der Preis hierfür hätte bei ca. 1000 USD one-way gelegen. Vielmehr hatte ich eine Reihe von Topbonus-Meilen, die endlich einmal eingelöst werden wollten. Für einen one-way Flug in die Karibik werden hierfür 30.000 Meilen in der Economy Class und 45000 Meilen in der Business Class fällig. Dies an sich würde erst einmal nicht unbedingt den Einsatz von 15000 zusätzlichen Meilen für die Business Class rechtfertigen, doch müssen zu diesen Meilenwerten ja noch die Steuern hinzugerechnet werden, die bei rund 300 Euro liegen. Aus diesem Grund lohnt es sich in den meisten Fällen nicht, 30000 Topbonus-Meilen + Steuern für einen Economy Class Flug auszugeben, der im Normalfall ohnehin bloß 400 Euro kostet. Bei der Business Class, die im Verhältnis ja deutlich teurer ist, meistens sogar vierstellig, ist der Einsatz von Meilen schon eher attraktiv, denn die Steuern bleiben bis auf ein paar Euro gleich, während dessen man nur 15000 Meilen extra zahlen muss. 
Aus diesem Grund buchte ich also meinen Flug von Dresden via Düsseldorf nach Puerto Plata mit Air Berlin an der Topbonus-Hotline für 35000 Meilen und ca. 315 Euro Steuern und Gebühren. Dass das natürlich trotzdem nichts mit einem so oft beworbenen Freiflug zu tun hat und die Steuern maßlos übertrieben sowie undurchsichtig sind, steht auf einem Blatt geschrieben und werde ich hier nicht weiter behandeln. 

Check-In und Lounges

Ein Flug in der Business Class bringt natürlich auch viele Vorteile mit sich, so unter anderem ein separater Check-In Schalter, die Benutzung der Fast-Lane bei der Sicherheitskontrolle sowie der Zutritt zu den exklusiven Lounges im Flughafen. 
Nun, wer den Flughafen Dresden kennt, der weiß, dass diese Vorteile nur in bedingtem Umfang nutzbar sind. Solange nicht gerade ein Urlaubsflieger gen Süden geht, sind die Check-In Schalter ohnehin verwaist und die Sicherheitskontrolle in 5 Minuten passiert. Da ist auch die „Fast Lane“ nicht schneller. Eine Lounge gibt es zudem nicht. 

Entspanntes Treiben am Dresden International Airport

In meinem Fall konnte ich mir den Check-In aussuchen, weder am Economy- noch am Business-Schalter standen Passagiere. Leider wurde dabei meine ursprüngliche Sitzplatzreservierung geändert. Zudem erfuhr ich am Check-In, dass mein Flug mehr als eine Stunde Verspätung haben sollte. Diese Zeit hätte man wunderbar in der Lounge verbringen können, die es jedoch leider nicht gab. Während es an einem Flughafen wie Dresden verständlich ist, dass es keine separate Lounge gibt, wäre gerade bei einer Verspätung ein kleiner Verzehrgutschein oder eine anderweitige Exklusivität schön, um die Wartezeit angenehmer gestalten zu können – gerade wenn es wie hier der Auftakt zu einer Flugreise ist. 

So musste ich also bis Düsseldorf warten, um schließlich eine der Lounges nutzen zu können, auch wenn ich aufgrund der Verspätung sowie der damit sehr knapp gewordenen Umsteigezeit nicht wirklich viel Zeit hatte, das Angebot zu nutzen. Dennoch hat es für einen Blick in die Air Berlin/oneworld-Lounge und einen kleinen Snack gereicht. 

Die Air Berlin Lounge am Flughafen Düsseldorf

Die Air Berlin Lounge am Flughafen Düsseldorf

Zugegeben, das Privileg ist schon sehr nett. Statt am Gate zu hocken, kann man sich in einen exklusiven Wartebereich begeben und dort einige Snacks und Getränke zu sich nehmen. Allerdings hatte ich gerade essenstechnisch mehr erwartet. Zum Frühstück gab es lediglich eine kleine Theke mit recht unattraktiven Zutaten (und das obwohl ich eigentlich liebend gerne esse), bei der jedes mittelklassige Frühstücksbuffet im Hotel meinen Hunger stärker stimuliert. 

Die Air Berlin Lounge am Flughafen Düsseldorf

Getränkemäßig konnte man nicht meckern, wobei weder die Uhrzeit um 9:00 morgens noch meine Aufenthaltszeit von 15 Minuten großartig dazu einluden, die Selbstbedienungs-Bar mit Baileys, Absolut Vodka, Aperol, Havanna Club und vielem mehr ausgiebig zu nutzen. 

Die Air Berlin Lounge am Flughafen Düsseldorf

Ansonsten gab es eine Zeitungsauswahl, die allerdings kaum von dem vor jedem Economy-Flug mit Air Berlin angebotenen kostenlosen Lesematerial abwich, ein Mini-WC, was absolut gar nicht repräsentativ war und bei dem man sich sogar anstellen musste, sowie kostenfreies WiFi. 

Flug Dresden – Düsseldorf – Puerto Plata

Mit Air Berlin sollte es nun also in Richtung Dominikanische Republik gehen. Über die Verspätung auf dem Zubringerflug hatte ich ja bereits berichtet. Dieser erfolgte übrigens in der Economy Class, da Air Berlin auf den Flügen mit der Dash8 (Propellerflugzeug) keine Business Class anbietet. Nicht nur das, selbst für einen Economy-Flug war die Crew nicht gerade die freundlichste. Etwas muss man jedoch Air Berlin zu Gute halten: sie bieten immer noch ihr Schokoladenherz am Ende eines jeden Fluges an – nette Geste und kostet das Unternehmen so gut wie nichts. Als Frühstückssnack gab es übrigens ein Rosinenbrötchen. 

Frühstück in der Economy Class von Air Berlin auf dem Weg von Dresden nach Düsseldorf

Auch der Flug von Düsseldorf nach Puerto Plata startete verspätet, auch wenn diese später im Flugverlauf wieder aufgeholt wurde. Beim Boarding wendet Air Berlin scheinbar auch Ryanair-Methoden an: es wird bereits geboardet, obwohl das Flugzeug noch gar nicht fertig ist. So darf man dann recht sinnlos im Flingerflugsteig herumstehen. Da nutzt auch das Priority Boarding nichts. 

Anstehen für den Flug mit Air Berlin von Düsseldorf nach Puerto Plata

Während es nach dem Start sofort in die Wolken ging und somit der Ausblick aus dem Fenster nicht wirklich etwas wert war, konnte sich der Anflug auf Puerto Plata sehen lassen und gab schöne Aussichten auf die Nordküste der Dominikanischen Republik frei. 

Traumhafte Aussichten auf die Nordküste der Dominikanischen Republik beim Anflug auf Puerto Plata

Traumhafte Aussichten auf die Nordküste der Dominikanischen Republik beim Anflug auf Puerto Plata

Die spannendste Frage während des Fluges war ja aber nun, wie ich denn die Business Class von Air Berlin erlebte. 

Die Business Class von Air Berlin

Nach dem oben beschriebenem nervigen Warten vor dem Einsteigen durfte ich dann endlich mein kleines Reich für die nächsten ca. 10 Stunden in Augenschein nehmen. Der erste Eindruck war definitiv sehr fein: großzügiges Platzangebot, eigener Stauraum für das Handgepäck, das Getränke- und Essensmenü schon wartend sowie scheinbar endlose Beinfreiheit. 

Mein Sitz in der Business Class von Air Berlin auf dem Flug von Düsseldorf nach Puerto Plata

Mein Sitz in der Business Class von Air Berlin auf dem Flug von Düsseldorf nach Puerto Plata

Von der Chef-Purserin der Business Class kam zudem gleich die nette Begrüßung sowie die Frage nach dem Willkommensgetränk. Mit einem Champagner und weiteren Welcome Cocktails sollte also der Flug starten. 

Aperitif in der Business Class bei Air Berlin

Der Blick auf das Essens- und Getränkemenü sollte ebenfalls einen abwechslungsreichen Flug versprechen. Als Flüssignahrung wurden drei Weine (rot, rosé, weiß) aus der SansiBar auf Sylt angeboten, dazu gab es verschiedene Champagner-Cocktails sowie ein gutes Spirituosen-Sortiment. Die Speisekarte bestand aus einem dreigängigen Hauptmenü mit einer Vorspeisenselektion, vier Hauptgerichten zur Auswahl sowie einem süßen Nachtisch mit Käseplatte. Besonders der Lachs des Hauptgerichts hatte es mir angetan und war extrem lecker. 

Aperitif in der Business Class bei Air Berlin

Vorspeise in der Business Class auf der Langstrecke mit Air Berlin

Hauptspeise in der Business Class auf der Langstrecke mit Air Berlin

Nachspeise in der Business Class auf der Langstrecke mit Air Berlin

Natürlich war auch die Präsentation auf Porzellan sowie mit Tischdecke sehr angenehm. Dies hebt solch ein Flugzeugessen allein schon auf ein anderes Niveau. Auch der Brotkorb mit ständig frischen Brötchen ist eine sehr nette Annehmlichkeit, ebenso wie die während des gesamten Fluges zur Verfügung stehenden Snacks. 

Als zweites Essen vor der Landung gab es noch einmal eine kalte Mahlzeit. Diese war jetzt nicht unbedingt der Reißer, aber immerhin besser als das bekannte Economy-Gericht. 

Snack in der Business Class auf der Langstrecke mit Air Berlin

Nach dem Essen und diversen Getränken aus der Bar war es an der Zeit, den Business Class Sitz von Air Berlin als Bett auszuprobieren, denn im Sitz sind zahlreiche Funktionen eingebaut. Während ich die Massagefunktionen als eher unangenehm empfand, gibt es auch eine Reihe von Knöpfen, um den Sitz zurückzulehnen oder komplett in ein Bett zu verwandeln. 

Mein Sitz in der Business Class von Air Berlin auf dem Flug von Düsseldorf nach Puerto Plata

Natürlich war das „sich betten“ inklusive einer schönen Decke über den Wolken ein überragendes Gefühl. Leider hielt dies nicht allzu lange an, denn schon nach einiger Zeit merkte ich, dass die rund 1,80 Meter, die das Bett maß, für mich viel zu kurz sind. Während dies normalerweise kein Problem ist und ich einfach die Füße über das Ende hinausstrecke oder die Beine anwinkele, ging dies hier leider aufgrund des begrenzten Platzangebotes sowie der Sitzkonstruktion nicht. Besonders die Enge im Kniebereich machten den Schlaf nicht so erholsam wie erhofft. 

Fazit

Das war schon ein recht großer Wermutstropfen, denn unter anderem wegen eines bequemen Betts über den Wolken zahlt man ja soviel Geld. Auch die angesprochenen Probleme in Bezug auf Lounge, Verspätung und Boarding trugen nicht unbedingt zu einem reibungslosen Business Class-Erlebnis bei. Keine Frage, die Vorteile sowie die dadurch gewonnene Exklusivität beim Fliegen sind nicht von der Hand zu weisen und vor allem die Mahlzeiten schon ein kleiner Gaumenschmaus. Wenn ich jedoch für einen Return-Flug, egal ob in die Dominikanische Republik oder zu anderen Langstrecken-Destinationen, 2000 Euro oder mehr zahle, erwarte ich ein rundum reibungsloses Produkt. Dies konnte Air Berlin mit seiner Business Class hier nicht bieten, weshalb ich bei meiner schon lange vorherrschenden Meinung bleibe, dass für mich die Economy Class aufgrund des Preis-Leistungsverhältnis ausreicht und die Business Class zum Normalpreis überteuert ist. Lohnen tut sie sich nur, wenn man einen Flug „vor dem Vorhang“ mit Hilfe eines Error Fares, eines Upgrades oder mit Meilen realisieren kann. Insofern dies möglich ist, würde ich jederzeit wieder solch einen Flug buchen, da es doch eine willkommene Abwechslung zur Economy Class ist.

Was sind Eure Meinungen zur Business Class von Air Berlin? Seid Ihr sie schon einmal geflogen? Oder überlegt Ihr, zu buchen und habt eventuell noch Fragen? Lasst mir auf jeden Fall einen Kommentar da.

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


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