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Volcano Boarding vom Cerro Negro in Leon – Abfahrt vom Berg mal anders

Wenn ich schon seit 2 Jahren aufgrund meines schneetechnisch etwas suboptimalen Wohnortes (Karibik) nicht Skifahren gehen kann, muss ich mir halt Alternativen suchen. So geschehen beim Vulcano Boarding vom Cerro Negro in Leon (Nicaragua), dass zwar nicht ganz als Ersatz herhalten kann, aber dennoch richtig viel Spaß machte.

>> Zum Reisebericht León
>> Zur Hotelbewertung Bigfoot Hostel
>> Zum Reisebericht Nicaragua

Reisezeitraum: Mai 2013
Geschrieben: Mai 2013
Veröffentlicht: Juni 2013

Die Touren werden von verschiedenen Anbietern in León durchgeführt, wobei die beiden wesentlichen das Bigfoot Hostel sowie Quetzaltrekkers sind. Erstere stehen vor allem für Spaß, Action und Erlebnis, was sich auch in Gruppengröße, -zusammensetzung und der Ausrichtung der Touren bemerkbar macht. Zudem finden diese täglich statt.
Quetzaltrekkers ist etwas gesetzter, spendet die Erlöse an Hilfsprojekte in Nicaragua und stellt mehr das Naturerlebnis in den Vordergrund. Die Touren finden in der Regel dreimal wöchentlich statt.

My Travelworld Tipp
Wer Spaß, Fun und Action sucht hat mit Bigfoot den richtigen Tourenanbieter. Etwas gediegener geht es bei Quetzaltrekkers zu, deren Erlöse zudem an Hilfsprojekte gehen.

 

Eigentlich wollte ich auch bei Quetzaltrekkers buchen. Leider passten die Wochentage, an denen der Cerro Negro auf dem Programm steht, nicht mit meiner Reiseplanung überein, sodass ich dann doch bei den Partymachern von Bigfoot landete.

Gebucht hatte ich die Tour eigentlich für Samstagnachmittag, doch wetterbedingt wurde sie dann auf Sonntagmorgen verschoben. Was mir reisetechnisch eigentlich gar nicht in den Kram passte, erwies sich allerdings als echter Glücksfall, denn das Wetter war am nächsten Morgen wirklich fantastisch.

Nun aber genug der Vorrede, Sonntagmorgen um 09:00 ging es los. Die Tour war sehr gut gebucht, was dazu führte, dass auf dem LKW die Teilnehmer etwas zusammengepfercht wurden.

Fahrt zum Cerro Negro mit Bigfoot Hostel

Dies ist auch ein kleiner Nachteil von Bigfoot: die Gruppen sind hier relativ groß. Doch obwohl auch ich auf dem Rückweg mit Stehen dran war, empfand ich das als nicht so tragisch. Im Chickenbus oder bei anderen Verkehrsmitteln in Nicaragua ist Stehen schließlich auch kein Fremdwort.

Die knapp 1stündige Fahrt war ziemlich bumpy und führte über eine in Deutschland wohl als Forstweg bezeichnete Straße. Die vorbeiziehende Landschaft war nicht spektakulär, aber dennoch schön anzusehen. Landleben in Nicaragua pur!

Landleben pur in Nicaragua

An einem Mini-Besucherzentrum mussten wir dann noch die Park Fee von 5 US$ bezahlen. Von hier aus konnte ich dann schon einmal einen Blick auf unser Objekt der Begierde werfen.

Welcome Sign mit Cerro Negro im Hintergrund

Warum der Cerro Negro seinen auf deutsch lautenden Namen “schwarzer Hügel” trägt, wurde spätestens klar, als wir an dessen Fuße standen und auf die sich vor uns aufbauende schwarze Mauer blickten.

Der Cerro Negro, schwarzer Vulkan zum Volcano Boarding nahe Leon

Der Gedanken hier dann gleich mit einem Stück Holz im wahrsten Sinne des Wortes herunterzu“brett“ern, konnte einem schon einmal ein bisschen Respekt einflößen. Doch zunächst konnte ich mich ja mit der bevorstehenden Wanderung ablenken. Diese war in Anbetracht des eindrucksvollen Vulkans, der übrigens letztmals Anfang des 20. Jahrhunderts ausgebrochen war, aber weiterhin aktiv ist, relativ human. Durch eine sehr starke Brise während des kompletten Aufstiegs kam trotz brüllender Sonne und 30 Grad nicht wirklich das Gefühl auf, man werde gleich vor Hitze im Erdboden zerfließen. Einzig Wasser sollte man sich genug mitnehmen, denn durch Wind + Anstrengung + trockener Luft war zumindest mein Durst enorm.

Wanderung auf den Cerro Negro - das Volcano Boarding wartet

Ungefähr auf der Hälfte der Strecke folgte dann der spektakulärste Aussichtspunkt. Sowohl auf die weiten Ebenen von Nicaragua als auch in das Innere des noch aktiven Cerro Negro’s hatten wir einen beeindruckenden Ausblick.

Tolle Ausblicke vom Cerro Negro, einem Vulkan nähe Leon

Tolle Ausblicke vom Cerro Negro, einem Vulkan nähe Leon

Hierbei konnte man auch wundervoll sehen, bis zu welchem Punkt die Lava beim letzten Ausbruch geflossen ist: der Übergang zwischen schwarzem Gestein und grüner Natur ist deutlich zu erkennen.

Tolle Ausblicke vom Cerro Negro, einem Vulkan nähe Leon

Am Startpunkt des Volcano Boarding angekommen, konnten wir dann zunächst einmal die etwas lästigen, aber dennoch tragbaren Bretter ablegen und unternahmen noch einen kurzen Fußweg zum eigentlichen Gipfel. Während die Zeit nochmals für Gruppen- und Einzelfotos (wie gesagt, Bigfoot legt großen Wert auf das Gruppenevent und den Spaßfaktor) genutzt wurde und der Ausblick ähnlich dem vorherigen war, war hier, gewissermaßen am Kraterrand, eindrucksvoll zu sehen, wie aktiv denn der Vulkan noch ist.

Krater des Cerro Negro in Nicaragua

Dazu musste man lediglich den oben liegenden Sand wegschieben (1 cm reichte schon) und zum Vorschein kommt dampfendes und zum Verbrennen heißes Gestein. Anfassen war möglich, aber wirklich nur für wenige Sekunden – sehr beeindruckend.

Glühendes Gestein auf dem Cerro Negro

Nach diesem geologischen Highlight ging es aber nun an die eigentliche Action: das Vulcano Boarding – schließlich wollten wir ja nicht umsonst unsere Bretter mit hochgeschleppt haben. Beim Anblick des Gefälles fühlte ich mich aber zunächst einmal genau so, als wenn ich als totaler Skianfänger an die Kante einer schwarzen Piste gesetzt worden wäre.

Die Piste des Volcano Boarding mit Bigfoot Hostel

Zum Glück gab es dann aber eine ausführliche Einweisung von unserem Guide, der die Technik und dabei u.a. auch das Beschleunigen und Bremsen beim Volcano Boarding erläuterte. Zum Schutze des eigenen Körpers zog sich jeder dann auch seinen orangenen Overall an.

Volcano Boarding vom Cerro Negro mit Bigfoot Hostel

Dann konnte es endlich losgehen. Nachdem jemand gefunden war, der die Nr. 1 sein durfte (oder musste), nahm die Action seinen Lauf. Die meisten starteten am Anfang erst einmal zaghaft, um nicht gleich mit Vollschuss den Berg herunter zu rauschen.

Volcano Boarding vom Cerro Negro mit Bigfoot Hostel

Als fünfter der rund 40 Personen umfassenden Gruppe war ich bereits an der Reihe. Auch ich begann erst einmal langsam, schließlich war ich mehr für den Spaß denn für den Geschwindigkeitsrekord hier. Dieser liegt übrigens bei 90 Kilometern pro Stunde – der beste aus unserer Gruppe schaffte bemerkenswerte und sehr rasant aussehende 74 km/h.

Wie oben schon angedeutet, hatte ich ja doch ein wenig Respekt, schließlich hatte die Piste ein Gefälle von bis zu 45%. Nach rund einem Drittel merkte ich dann aber, dass sich dies doch ganz gut fahren ließ und beschleunigte ein wenig. Letztendlich kam ich leider doch nur auf 25 km/h, bei einer erneuten Tour wäre sicher etwas mehr drin. Trotzdem hat die Abfahrt ein Heidenspaß gemacht und wäre, wenn es einen Lift gäbe, definitiv wiederholungsfähig.

Unter angekommen, befreite ich mich erst einmal von dem Gestein, was sich während der Fahrt überall an mich geheftet hatte. Der Overall glich nun eher einem grau-orangenen Farbgemisch und im Gesicht ließ sich eine deutliche Abstufung zwischen dem von der Schutzbrille bedeckten Teil und dem Rest erkennen.

Anschließend konnte ich den anderen Teilnehmer unserer Gruppe dann aus der Zielperspektive zuschauen, wie sie den Cerro Negro herunterrauschten.

Volcano Boarding vom Cerro Negro mit Bigfoot Hostel

Volcano Boarding vom Cerro Negro mit Bigfoot Hostel

Als dann auch der Letzte sich mit dem grauen Schleier dekoriert hatte, wurde alle Volcano Boards wieder auf den Truck geladen. Als Erfrischung und Stärkung gab es dann ein kostenloses Bier sowie einen „Volcano Cookie“. Der Genuss beider sehr willkommenen Nahrungsmittel war jedoch mehr als schwierig, da ich nun einen der Stehplätze hatte und die Piste gerade im ersten Teil extrem holprig war. Zwar konnte ich das komplette Bier in die vorgesehene Öffnung meines Körpers befördern, andere schafften dies jedoch nicht so gut und verteilten so eine gratis Bierdusche für die anderen. ;-)

Nach wiederum einer Stunde Fahrt sowie einem dann insgesamt 6stündigen Ausflug kamen wir wieder im Bigfoot Hostel an. Geschafft, aber um tolle Natureindrücke sowie einem einzigartigen Action-Erlebnis gab es noch einen gratis Mojito vom Hostel. Nach dem (schnellen) Genuss von diesem schnappte ich mir dann schnell eine Dusche – selten tat Wasser so gut.

Damit war ein wunderschöner Ausflug zu Ende, den ich nicht so eindrucksvoll erwartet hätte. Ein bisschen skeptisch war ich aufgrund des zu erwartenden Transports in einem eigentlich zu kleinen Truck und der zum Teil vorhergehenden schlechten Bewertungen im Internet bzgl. der Sicherheit. Doch, alles war gut und eigentlich sogar viel besser. Die Fahrt war ein typischer bumpy ride außerhalb der Komfortzone, aber innerhalb des Adventure-Erlebnisses. Die beiden Guides machten die Wanderung hoch zum Cerro Negro sehr unterhaltsam und das Boarding war schließlich Spaß pur, auch dank einer guten Sicherheitseinweisung. Hinzu kamen noch die tollen Ausblicke auf León, die umliegende Region, die erloschene Vulkanasche und in den Krater hinein. All das waren die Komponenten für einen einzigartigen Ausflug, den ich nur jedem weiterempfehlen kann.

Seid Ihr schon einmal einen Vulkan heruntergefahren? Oder habt Ihr etwas ähnliches Verrücktes gemacht? Erzählt es mir in den Kommentaren!

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


One Response to Volcano Boarding vom Cerro Negro in Leon – Abfahrt vom Berg mal anders

  1. Manuela

    Wie genial, ich bin dabei ;-)

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