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Der Fernbus-Vergleich Deutschland – MeinFernbus, Flixbus, Megabus, BerlinLinienBus und Eurolines

Was haben MeinFernbus, Flixbus, Megabus, BerlinLinienBus und Eurolines alle gemeinsam? Sie betreiben ein mehr oder weniger umfangreiches Busnetz in Deutschland, bieten zum Teil sehr günstige Preise und ich habe sie alle in Mai und Juni diesen Jahres genutzt und ausprobiert. Grund genug, hier einen Vergleich zwischen den einzelnen Busgesellschaften anzustellen und einige Erfahrungen zu schildern.

Reisezeitraum: Mai+Juni 2015
Geschrieben: Juli 2015
Veröffentlicht: November 2015
UPDATE: Juli 2016

>> Zu meinen beiden Artikeln zu den Fernbussen aus dem Jahr 2014: Mit MeinFernbus von Berlin nach Dresden und Mit Flixbus von Dresden nach Dortmund
>> Zu meinem Artikel über das Busfahren in Südamerika

Überblick Fernbus-Vergleich Deutschland

  1. Erfahrungen und genutzte Strecken
  2. Streckennetz
  3. Buchung und Preise
  4. Der Bus
  5. Pünktlichkeit
  6. Fazit

Erfahrungen und genutzte Strecken

Die oben genannten 5 Busgesellschaften nutzte ich auf den folgenden Strecken:

MeinFernbus: München – Chur
Flixbus: Dresden – Berlin
Megabus: München – Frankfurt und Frankfurt – München (Nachtbus)
BerlinLinienBus: Berlin – Dresden
Eurolines: Berlin – Dresden
NEU 2016 – Regiojet / Student Agency: Berlin – Dresden

Streckennetz

Von den genannten Gesellschaften haben zweifelsohne MeinFernbus und Flixbus das größte Streckennetz, zumal die beiden im letzten Jahr ohnehin fusioniert sind und nun laut einer Umfrage vom März 2015 auf einen Marktanteil im deutschen Fernbusmarkt von rund 50% kommen. Mittlerweile gibt es auch eine Vielzahl von Auslandsverbindungen, sodass Ihr mit MeinFernbus und Flixbus u.a. nach Wien, Zürich und Amsterdam oder sogar bis Mailand, Budapest und Malmö fahren könnt.

Der Zentrale Omnibusbahnhof in München mit Bussen von Flixbus und MeinFernbus

Zweitgrößter Anbieter im Bunde dürfte der BerlinLinienBus sein. Wie der Name schon sagt, ist diese Fernbus-Gesellschaft vor allem von und nach Berlin aktiv und dort besonders stark vertreten. Beliebte Strecken führen unter anderem nach Dresden, Hamburg oder Hannover. Nach wie vor werden bei BerlinLinienBus aber nur Strecken ab/bis Berlin angeboten (oder Teilstücke davon).

Ein BerlinLinienBus am ZOB in Berlin-Tegel

Megabus hat sicher das größte Streckennetz – auf weltweite Sicht. Der Busriese, der vor allem in den USA und in Großbritannien eine etablierte Größe ist und schon seit Jahren auf aggressive Preise setzt, ist gerade erst dabei, den deutschen Markt zu erobern. Derzeit gibt es daher im Wesentlichen Routen ab Berlin in Richtung Westen via Hannover, Dortmund und Köln, in Richtung Süden via Leipzig, Nürnberg und München, die Nord-Süd-Achse von Hamburg nach München sowie die Strecke München-Stuttgart-Frankfurt-Köln, die ebenso wie einige Berlin-Strecken nach Paris, Brüssel oder Amsterdam verlängert werden.

Megabus auf der Fahrt von Frankfurt nach München

Eurolines, die zum Teil auch als Deutsche Touring firmieren, dürfte die große Unbekannte in diesem Quintett sein. Das Streckennetz kann sich mit Zielen in über 25 Ländern durchaus sehen lassen und könnte sogar marktführend in Europa sein, doch preislich spielt Eurolines nicht immer in der ersten Liga mit. Dafür kann man so exotische Ziele wie Faro, Cluj-Napoca, Rostov oder Skopje mit dem Bus bereisen.

Ein Bus von Eurolines in Berlin

In noch unbekanntere Sphären stieß ich im Juni 2016 vor, als ich eine Fahrt mit Regiojet buchte, die auch unter dem Namen Student Agency firmieren. Während diese zwar ihren Schwerpunkt in Tschechien sowie der Slowakei haben, bietet Regiojet auch eine Reihe von internationalen Verbindungen an, unteranderem HamburgPrag, wo ich mit Berlin – Dresden also eine Teiletappe in Angriff nahm.

Mit dem Fernbus von Regiojet bzw. Student Agency von Berlin nach Dresden

Buchung und Preise

Alle meine Fahrten mit dem Bus hatten gemeinsam, dass ich die Tickets sehr günstig reservieren konnte, was generell die Attraktivität des Busmarktes unterstreicht. Für die Strecken zwischen Dresden und Berlin zahlte ich jeweils zwischen 6 und 9 Euro, für die Frankfurt-München-Relation sowohl hin als auch zurück weniger als 5 Euro und von München nach Chur 10 Euro.

Rein subjektiv macht es auf mich den Eindruck, als wenn Megabus die günstigsten Preise hat. Schon vor vielen Jahren bin ich zum Teil für nur 1 Pfund mit Megabus durch England gereist und habe auch jetzt im Buchungssystem von Megabus 1-Euro-Tickets gesehen – zum Teil für stundenlange Busfahrten. Diese natürlich überhaupt nicht kostendeckenden Preise haben natürlich etwas mit der Expansionsstrategie von Megabus zu tun, denn der Gewinn von Marktanteilen ist das logische Ziel. Doch am Beispiel England (und auch USA) zeigt sich, dass Megabus es schafft, auch nach vielen Jahren noch solche extrem günstigen Preise anbieten zu können. Tickets im einstelligen Eurobereich dürfen wir also auch in Zukunft von Megabus erwarten.

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Ebenfalls immer ein Blick für Schnäppchenjäger wert ist Flixbus und MeinFernbus. Auch wenn spätestens seit der Fusion der beiden sicher die ganz krassen Niedrigpreise vorbei sind, finden sich gerade im Rahmen von Aktionen immer wieder Tickets unter 10 Euro. Strecken wie Berlin-Dresden werden sogar durchgängig für 9 Euro oder weniger angeboten. Im Hinblick auf die besten Preise in Kombination mit dem riesigen Streckennetz sind Flixbus und MeinFernbus definitiv unschlagbar.

Ein MeinFernbus am Busbahnhof von Chur

BerlinLinienbus ist mit Sparpreisen ein wenig knausriger als die anderen Konkurrenten. Günstige Aktionstarife liegen in der Regel auf dem Niveau der normalen Internettarife der anderen Busunternehmen und sind zudem nur gelegentlich verfügbar. Die Normalpreise bei BerlinLinienbus sind demhingegen schon wieder so hoch, dass sich ein Blick zur Deutschen Bahn oder sogar den Billigfliegern lohnt.

Bei Eurolines war ich ehrlich gesagt selbst überrascht, dass ich hier ein Ticket im einstelligen Eurobereich ergattern konnte. Selbst Berlin-Dresden lag in der Regel bei 19 Euro, sodass ich Eurolines nie weiter Beachtung schenkte. Fraglich ist für mich auch, wie das Unternehmen auf zum Teil 48-stündigen Europastrecken überleben kann, deren Tickets über den Preis von Billigfliegern für selbige Strecke verkauft werden. Die Historie sowie das riesige Streckennetz scheint Eurolines aber recht zu geben. Nach umwerfenden Schnäppchen muss man hier aber wohl selten suchen.

Der Bus

Auch bei den eingesetzten Bussen gibt es einen generellen Trend zu sehr sauberen und funktionellen Bussen, aber dennoch Unterschiede zwischen den einzelnen Gesellschaften.
Auffällig war, dass Megabus mit seinen Kampfpreisen den einfachsten und wohl ältesten Bus am Start hatte – und das bei beiden Fahrten. Vor allem beim Sitzabstand und am Design wurde kräftig gespart. Besonders bei Nachtbusfahrten wie auf meiner Tour von Frankfurt nach München können die engen Sitzreihen zum Problem werden. Da Megabus derzeit aber ziemlich oft mit Belegungen von unter 50% unterwegs ist, ist eine Zweierreihe (derzeit noch) garantiert und somit auch bequemeres Sitzen.

Ganz anders dem hingegen MeinFernbus und Flixbus. Das Gemeinschaftsunternehmen machte auf mich den modernsten und bestausgerüstesten Eindruck. So waren es nicht nur die einzigen Fahrten, auf denen sich die Busfahrer vorstellten und Infos über die Strecke gaben, auch ein Snack- und Getränkeangebot war vorhanden. Auf der Strecke von München nach Mailand (via Chur) durch die wunderschönen Alpen wurde sogar ein Panoramabus (besonders große und hoch gezogene Fenster) eingesetzt, der die Fahrt durch die Landschaft noch eindrucksvoller machte.

Auf der Fahrt mit MeinFernbus von München nach Chur

Dennoch hatten auch BerlinLinienbus und Eurolines moderne Busse, wobei besonderes Eurolines mit einem persönlichen Entertainment-System im Vordersitz überraschte. Dieses spielte Musik, Videos, Serien und Fernsehen ab und zeigte auch die aktuelle Position des Busses auf der Landkarte. Da hat sich definitiv jemand die Airline-Industrie zum Vorbild genommen.

Innenansicht des Busses von Eurolines

Fast schon Standard ist mittlerweile das kostenfreie WiFi im Bus, wobei die Funktionalität immer noch sehr eingeschränkt ist. Mit Glück kann man mal eine Stunde lang E-Mails abrufen oder auf Facebook nachschauen, doch ein regelmäßiges Arbeiten oder Surfen war nach wie vor bei keinem Busanbieter möglich.

Einen kleinen Minuspunkt handelte sich noch BerlinLinienBus ein, die für ein aufgegebenes Stück im Gepäckraum einen Euro verlangten. Ob dies ein offizieller Preis war oder nur das (in Südamerika übliche) Trinkgeld für den Busfahrer/Gepäckobmann, weiß ich allerdings nicht.

Ganz besonders überrascht war ich beim tschechischen Vertreter Regiojet / Student Agency. Hier gab es nicht nur einen super modernen Bus mit persönlichem Entertainmentprogramm im Vordersitz, sondern sogar Live-TV, was es mir ermöglichte, im Bus live die Fußball-Europmeisterschaft mitzuverfolgen. Zudem gab es ein elektronisches Snack- und Getränkemenü, Kopfhörer und weitere kleine Annehmlichkeiten.

Pünktlichkeit

Im Großen und Ganzen gab es an der Pünktlichkeit nicht viel zu meckern – wenn man eine gewisse Toleranzgrenze hat und außerplanmäßige Einflüsse nicht dem Busunternehmen zuschiebt. So fuhr zwar mein Bus von München nach Chur planmäßig um 09:00 ab, kam jedoch mit einer Stunde Verspätung am Ziel an. Grund waren die ungewöhnlich scharfen Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Österreich sowie Österreich und der Schweiz aufgrund des zeitgleich stattfindenden G7-Gipfels im anliegenden Ellmau. Auch meine MeinFernbus-/Flixbus-Fahrt von Dresden nach Berlin war um rund 20 Minuten verspätet – aufgrund einer Baustelle und dem damit verbundenen Stau. Bereits zu spät am Abfahrtsort kam lediglich der BerlinLinienBus an, der diese Verspätung von rund 15 Minuten schließlich auch bis nach Dresden mitnahm. Bei der Nachtbusfahrt mit Megabus von München nach Frankfurt kam mir die um 30 Minuten zeitigere Ankunft sogar überhaupt nicht gelegen – damit war nämlich auch meine Nachtruhe 30 Minuten schneller beendet.

Ein klassischer Bus von MeinFernbus und Flixbus

Eine Ausnahme hierzu stellte Regiojet / Student Agency dar. Auf der kurzen Strecke von Berlin nach Dresden handelten wir uns rund 2 Stunden Verspätung ein – zusätzlich zur bereits um mehr als eine Stunde verspäteten Abfahrt in Berlin. Ein Teilgrund der Verspätung war zwar ein Stau sowie die darauf folgende (scheinbar vorbildlich eingehaltene) Lenkpause für den Fahrer, doch beim anschließenden Fahrerwechsel zeigte sich, dass bei diesem Fernbus-Unternehmen auch einige Probleme hausgemacht sind, denn der Ersatzfahrer ließ ein wenig auf sich warten. Bei insgesamt dann 3,5 Stunden Verspätung konnte auch der oben bereits erwähnte tolle und moderne Bus nur noch wenig helfen.

Fazit

Keine Frage, der Fernbusmarkt in Deutschland boomt. Bei den angebotenen Produkten ist dies auch kein Wunder. Günstige Preise (zum Teil echte Mega-Schnäppchen), ordentliche Busprodukte, überwiegend Pünktlichkeit und ein sehr ausgedehntes Streckennetz machen die Fernbusse in Deutschland zu einem klaren Konkurrenzprodukt zu Deutscher Bahn, Billigfliegern und Mitfahrgelegenheiten. Zum Teil ermöglichen sie sogar Fahrten und Ausflüge, die man sonst vielleicht gar nicht unternommen hätte. Dabei ist es eigentlich auch egal, ob man MeinFernbus, Flixbus, Eurolines, BerlinLinienBus oder Megabus wählt – mit allen Unternehmen kommt man sicher und mehr oder weniger komfortabel ans Ziel. Dabei ist mein persönlicher Preiskönig definitiv Megabus (auch aufgrund der vergangenen Erfahrungen in Großbritannien), den Titel für das beste Preis-Leistungsverhältnis kann aus persönlicher Sicht MeinFernbus/Flixbus für sich beanspruchen. Gerade letzteren traue ich auch zu, sich in Zukunft im umkämpften Fernbusmarkt definitiv durchsetzen zu können.

Jetzt seid Ihr dran! Was sind Eure Erfahrungen mit den Fernbussen in Deutschland? Wer schneidet bei Euch im Vergleich am Besten ab? Erzählt mir und anderen Lesern von Euren Fernbus-Erlebnissen.

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


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