Mit dem Greyhound-Bus durch Kanada

Nach dutzenden Besuchen in Kanada und den USA konnte ich bei meinem neuerlichen Besuch eine Premiere feiern: zum ersten Mal war ich mit dem Bus in Kanada unterwegs. Während ich mich sonst immer mit dem Mietwagen fortbewegte, sollte es diesmal der Bus sein, um Toronto, Ottawa und Montreal zu besuchen – auch für mich Neuland und das, obwohl der Greyhound-Bus in Nordamerika ja durchaus weit verbreitet ist.

Reisezeitraum: März 2020
Geschrieben: März 2020
Veröffentlicht: September 2020

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>>Zum Reisebericht Kanada II (Städte-Trip nach Toronto, Ottawa und Montreal)
>> Zu den Impressionen aus Toronto, Ottawa und Montreal

Buchung und Preise bei Greyhound

Zunächst einmal funktionierten das Busfahren sowie die Buchung der Tickets ähnlich wie in Deutschland. Statt Flixbus gibt es in Kanada eben Greyhound als Marktführer und einige weitere Konkurrenten existieren ebenso: Coach Canada, Megabus, Intercar und weitere regionale Anbieter. Megabus kennt Ihr eventuell noch aus Europa von zahlreichen 1 €-Aktionen, die das Unternehmen gerne promotet hat und auch in Nordamerika ab und zu anbietet. Bei meiner kurzen Vorausbuchungsfrist von 2-3 Tagen war Megabus aber preislich genauso teuer wie die anderen Anbieter. Da Ottawa zudem nahezu nur von Greyhound angefahren wird, legte ich meine beiden Strecken TorontoOttawa und OttawaMontreal eben mit Greyhound zurück.

Die Website von Greyhound (~) ist intuitiv und einfach bedienbar. Es gibt spezielle Online-Tarife sowie die Standard-Tarife, wobei die Differenz beträchtlich sein kann. Generell ist das Busfahren in Kanada kein günstiges Vergnügen, weswegen es eben auch eher ein Nischenprodukt ist und sich die meisten Reisenden für einen Urlaub mit dem Mietwagen oder mit dem Wohnmobil entscheiden. Die Fahrt von Toronto nach Ottawa (ca. 400 Kilometer, 5 Stunden) kostet im regulären Tarif rund 80 CAD (ca. 55 Euro), wobei ich bei Buchung 2 Tage im Voraus online nur 50 CAD (ca. 35 Euro) bezahlte, eine ordentliche Ersparnis. Auf der Strecke von Ottawa nach Montreal (ca. 150 Kilometer, 2.5 Stunden) hingegen war der Unterschied kaum spürbar, denn auf der Website von Greyhound waren 2 Tage vor Abreise Tickets für rund 35 CAD (ca. 23 Euro) zu haben, während der reguläre Tarif, den ich schließlich auch am Schalter im Busbahnhof 15 Minuten vor Abfahrt kaufte, bei 40 CAD (ca. 27 Euro) lag.

Ein Busticket mit Greyhound in Kanada für die Fahrt von Ottawa nach Montreal

Die Busbahnhöfe in Kanada

Die Abfahrt erfolgt in der Regel in den jeweiligen Busbahnhöfen der Stadt. Diesen merkt man ihr Alter an und sind nicht mit heutigen Flughäfen, Eisenbahnhöfen oder auch den neuen Busbahnhöfen in Deutschland vergleichbar. Gerade in Toronto und Ottawa ist es schon eher ungemütlich, wobei es – im Gegensatz zu manch anderer Großstadt in Deutschland – immerhin einen überdachten, sicheren und beheizten Busbahnhof gibt.

Das Greyhound Bus-Terminal in Ottawa

Das Central Bus Terminal von Montreal ist dem hingegen etwas moderner und einladender. Zudem waren alle Busbahnhöfe recht zentral gelegen und in Gehentfernung (i.d.R. ca. 15 Minuten) zur jeweiligen Downtown.

Die Greyhound-Busse

Auch bei den eingesetzten Bussen von Greyhound variiert der Standard stark. Auf meiner Fahrt von Toronto nach Ottawa, der deutlich längeren Strecke mit rund 5 Stunden, kam ein etwas neuerer Bus mit Steckdosen, WiFi (leider nur 100 MB kostenlos) und Entertainment-System via Streaming zum Einsatz. Auf der Strecke nach Montreal, die nur 2.5 Stunden dauerte, gab es überhaupt nichts davon – der Bus hatte sicher schon ein paar Jahrzehnte hinter sich.

Der Greyhound-Bus von Ottawa nach Montreal

Ein Manko war definitiv die Pünktlichkeit von Greyhound. Auf dem Weg nach Ottawa häuften wir aufgrund starken Verkehrs in Toronto (der aber nicht einmal die Rush Hour umfasste) ca. 75 Minuten Verspätung an, die wir im späteren Verlauf auf 45 Minuten reduzieren konnten. Auf dem Weg nach Montreal starteten wir bereits 15 Minuten später und fuhren dann auf der Fahrt trotz freier Strecke nochmals 15 Minuten zusätzliche Verspätung ein, sodass wir bei einer eigentlich kurzen Fahrtdauer von nur 2.5 Stunden ca. 30 Minuten später in Montreal ankamen. Hier scheint also deutlicher Bedarf bei der Fahrplan-Optimierung zu bestehen.

Fazit

Trotz der Verspätung waren es insgesamt ordentliche Fahrten mit Greyhound. Sicher merkt man dem kompletten System sein Alter an und gerade in Anbetracht der hohen Preise dürfte demnächst schon mal etwas in die Infrastruktur investiert werden, denn das Preis-Leistungsverhältnis ist schon eher schlecht. Vor allem bei den Bussen sind viele Entwicklungsländer Kanada qualitätsmäßig meilenweit voraus. Allerdings muss man auch dankbar sein, dass es rein von den Verbindungen her überhaupt solch ein gutes Busnetz gibt (für Toronto – Ottawa gab es rund 8 Fahrten am Tag, Ottawa – Montreal wurde stündlich bedient), denn der Zug, der ViaRail, ist in Kanada noch viel teurer (auch hier bieten Online-Tickets Sparmöglichkeiten). Zudem ist es in einem Flächenland, in dem es selbstverständlich ist, mit seinem eigenen Auto von A nach B zu fahren, nicht unbedingt zu erwarten, dass es dann auch noch ein gut frequentiertes Busnetz gibt. Von daher nehmen wir die Nachteile in Bezug auf Qualität und Ausstattung einfach mal hin und freuen uns zumindest über diese Möglichkeiten, die es gibt, Kanada mit dem Bus zu erkunden. Nur an der Pünktlichkeit sollte definitiv gearbeitet werden, denn dies ist etwas, was auch in einem Land wie Kanada mit guter Organisation ohne viel Geldeinsatz (und damit noch höheren Preisen) machbar ist.

Chris (My Travelworld)

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich um die 70 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Von 2015 bis 2019 habe ich in der Dominikanischen Republik gewohnt - die Karibik hat es mir sehr angetan - und habe das Land ausgiebig abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkundet. Seit einigen Monaten bin ich nun als Digitaler (Halb-)Nomade unterwegs und entdecke die Welt, wobei sich meine Home Base weiterhin in der "DomRep" befindet. Für Fragen und Feedback freue ich mich über Eure Kontakt-Aufnahme - am besten per Kommentar unter den jeweiligen Artikel, da es hier auch gleich anderen hilft.
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