Reisebericht Costa Rica II – von Panama über Puerto Viejo und Turrialba nach San José

Costa Rica ist ein spannendes und vielfältiges Land, welches derzeit bei vielen Reisenden hoch im Kurs steht. Kein Wunder, denn Costa Rica hat in nahezu allen Regionen viel zu bieten. In meiner zweiten Reise durch Costa Rica führte es mich nun in den Osten des Landes, wo ich von Panama aus kommend zunächst die interessante Gegend rund um Puerto Viejo erkundete und anschließend in die eher unbekannten Berge von Turrialba weiterfuhr. Auch diesmal konnte Costa Rica seine volle Vielfalt ausspielen, sodass ich während dieser rund einwöchigen Tour schöne Nationalparks, spannende Küstenabschnitte, interessante Kulturen sowie zahlreiche Tierbeobachtungen erleben konnte.

Reisezeitraum: Oktober 2019 / 8 Nächte
Geschrieben: Januar 2020
Veröffentlicht: Juni 2020

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Reiseplanung Costa Rica: von Panama nach San José

Wer die Berichte hier im Blog in letzter Zeit verfolgt hat, weiß, dass ich vor Costa Rica eine wirklich beeindruckende einmonatige Reise durch Panama erleben konnte. Da es anschließend weiter nach Costa Rica gehen sollte, war nun die Frage, wie meine mögliche Route von Panama nach San José aussehen sollte. Da es im Wesentlichen nur 2 Grenzübergänge zwischen den beiden Ländern gibt und am Ende viele der Hauptrouten in Costa Ricas Hauptstadt San José münden, gibt es dafür eigentlich auch nur 2 Möglichkeiten: entlang der Pazifikküste oder entlang der Karibikküste, jeweils in Richtung Norden. An der Pazifikküste befinden sich der beliebte Manuel Antonio Nationalpark, der Corcovado-Nationalpark sowie die Küstenorte Domenica und Uva, entlang der Karibikküste die Gegend rund um Puerto Viejo sowie das südöstlich von San José gelegene Zentrum in den Bergen mit Carthago und den Vulkanen Turrialba und Irazú. Da ich ohnehin das traumhafte Bocas del Toro Archipel in Panama besuchte und somit bereits an der Karibikküste war, fiel die Wahl dann auch nicht allzu schwer, sodass ich Puerto Viejo als Ausgangspunkt für zahlreiche Erkundungen in der Umgebung nutzte und anschließend nach Turrialba fuhr, um dort noch ein wenig zu wandern und frische Bergluft zu genießen.

Einreise nach Costa Rica am Grenzübergang Sixaola

An Grenzübergängen weiß man manchmal nicht, was einen erwartet, doch Panama und Costa Rica scheinen zwei so gut entwickelte Länder zu sein, dass man hier kaum größere Überraschungen zu erwarten hat. So war der Grenzübergang von Guabito in Panama nach Sixaola auf der Seite Costa Ricas sehr einfach und geradlinig. Mit dem Bus fuhr ich in Panama von der letzten größeren Stadt Changuinola bis zur Grenze und ging dort geradewegs zum Grenzhäuschen, um mir meinen Ausreisestempel zu holen. Dies ist verpflichtend, auch wenn Euch keiner daran aufhalten würde, ohne diesen Panama zu verlassen – Probleme sind dann aber vorprogrammiert. Vom Grenzhäuschen in Panama geht es dann einmal zu Fuß rund 200 Meter über die Grenzbrücke über den Sixaola-Fluss, bis ich das Grenzhäuschen von Costa Rica erreichte. Auch hier gab es direkt den Einreisestempel ohne jegliche Fragen, wobei Ihr natürlich sicherheitshalber den Namen und Ort Eurer nächsten Unterkunft und die Länge Eures Aufenthalts wissen sowie ein Rückflugticket vorweisen solltet – quasi die Standard-Fragen bei jeder Einreise.
So schnell seid Ihr also von Panama in Costa Rica. In der Grenzstadt Sixaola findet Ihr schließlich ca. 100 Meter hinter dem Einreise-Posten den kleinen Busbahnhof, wo es Verbindungen nach Bribri, Puerto Viejo, El Limón und San José gibt.

Reisen mit dem Bus durch Costa Rica

Mit dem Bus durch Costa Rica

Generell ist das Reisen mit dem Bus durch Costa Rica ebenso wie auch die Einreise sehr einfach und problemlos möglich. Während ich bei meiner letzten Costa Rica-Reise ein Jahr zuvor mit dem Mietwagen unterwegs war, da wir zu dritt auf Tour waren, bewegte ich mich diesmal mit dem Bus fort.
Die Busbahnhöfe haben oft die Zeiten und Ziele an großen Tafeln stehen, die Tickets kauft man in der Regel im Voraus. Die Preise sind human und erlauben auch problemlos ein spontanes Kaufen. Während meiner Woche in Costa Rica nahm ich die folgenden Busse:
Puerto Viejo – Sixaola: ca. 2000 CRC (ca. 3 Euro), 1.5 Stunden
Puerto Viejo – Bribri: 840 CRC (ca. 1.30 Euro), 30 Minuten
Puerto Viejo – Cahuita: 835 CRC (ca. 1.30 Euro), 30 Minuten
Puerto Viejo – Siquierres (ich musste allerdings bis nach San José bezahlen, alternativ hätte ich sonst eine Verbindung mit Umsteigen und vielen Halten zwischendurch wählen müssen): 6015 CRC (ca. 9 Euro), ca. 3 Stunden
Siquierres – Turrialba: 1300 CRC (ca. 2 Euro), 1 Stunde
Turrialba – San Antonio: 465 CRC (ca. 0.60 Euro), 30 Minuten
Turrialba – Guayabo: 500 CRC (ca. 0.70 Euro), 1 Stunde
Turrialba – San José: 1545 CRC (ca. 2.50 Euro), 2 Stunden
San José – Alajuela: 545 CRC (ca. 0.80 Euro), 1 Stunde

Puerto Limon und seine spannende Umgebung

Mein Ziel war also Puerto Limon, wo ich den Großteil meiner Zeit in Costa Rica verbringen wollte, um so ein wenig zu arbeiten und die spannende Umgebung zu entdecken. Der Ort ist sehr klein und besteht nur aus ein paar Querstraßen, sodass man alles schnell erkunden kann. Es hat einen überaus großen Supermarkt, Bäckerei, Obststände, Banken, verschiedenste Geschäfte und zahlreiche Ausflugsanbieter, sodass man hier bestens versorgt ist. Auch Unterkünfte gibt es viele, wobei viele davon auch etwas außerhalb liegen, wo man dann wiederum ein Fahrrad oder Roller mieten müsste, um mobil zu sein, da gerade der Bus in Richtung Süden (Manzanilla und Uva) doch nur selten fährt und es auch sonst nicht viele praktikable Fortbewegungsmöglichkeiten gibt (Motorrad-Taxis oder Rikschas sind sehr selten). Auch aus diesem Grund entschied ich mich mit dem Pagalu Hostel für eine Unterkunft direkt im Ortskern.

Der beliebte Ort Puerto Viejo an der Karibikküste von Costa Rica

Der Strand von Puerto Viejo ist eher nicht der Rede wert. Zwar mag der schwarze Sand für Freunde derartiger Strände recht attraktiv sein, doch die direkt nebenher führende Hauptstraße zerstört jegliche Idylle. Dafür ist aber der kleine meerseitige Abschnitt von Puerto Viejo perfekt geeignet, um den Sonnenuntergang zu beobachten – auch wenn man hier eher an der Ostküste denn an der Westküste ist.

Sonnenuntergang in Puerto Viejo

Ausflug von Puerto Viejo in den Cahuita National Park

Dafür hat Puerto Viejo einige spannende Ausflugsziele in der Umgebung zu bieten, darunter den Cahuita Nationalpark, die wohl beliebteste Sehenswürdigkeit hier im Südosten von Costa Rica. Diese Popularität kann ich dabei auch gut nachvollziehen, denn es gibt im Park eine Auswahl an angelegten Wegen, die jeden den Park in seinem Tempo und mit seiner gewünschten Distanz erkunden lässt. Hinzu kommt, dass entgegen den sonstigen Gewohnheiten in Costa Rica, wo fast immer 10 USD Eintritt fällig werden, hier kein Eintritt verlangt wird – eine Seltenheit.

Der Cahuita Nationalpark an der Karibik-Küste von Costa Rica

Doch nicht nur aufgrund des kostenlosen Eintritts lohnt sich ein Besuch im Cahuita National Park, denn es gibt hier wirklich viel zu sehen – neben einer schönen Landschaft sind das insbesondere eine große Anzahl an Tieren. Unter anderem konnte ich ein Faultier, Kapuzineraffen, einen Krabbenwaschbär, Ameiven (nein, keine Ameisen – Ameiven gehören zu einer mittelamerikanische Echsenart), Leguane, Schmetterlinge, Baumkrebse, Fregattenvögel sowie eine Art Eichhörnchen erspähen. Dies ist für solch einen Park eine ordentliche Ausbeute.

Ein Kapuzineraffe im Cahuita Nationalpark in Costa Rica

Ein Krabbenwaschbär im Cahuita Nationalpark in Costa Rica

Eine zentralamerikanische Ameive im Cahuita Nationalpark in Costa Rica

Hinzu kamen die interessanten Wege im Cahuita National Park, die durch die verschiedenen Vegetationszonen im Park führten. Entlang der Küste, durch Mangrovenwälder, parallel zum Strand sowie durch den dichten Regenwald – eine beeindruckende Vielfalt für solch einen kleinen Park, den man locker an einem Tag erlaufen kann.

Strand an der Karibik-Küste im Cahuita Nationalpark in Costa Rica

Ausflug mit dem Fahrrad von Puerto Viejo entlang der Karibikküste

Während sich der Cahuita National Park im Norden von Puerto Viejo befindet, gibt es auch in Richtung Süden einige Dinge zu erkunden. Typischerweise nimmt man sich hierfür ein Fahrrad in einem der unzähligen Fahrradverleihe von Puerto Viejo (ab 2000 CRC (ca. 3 Euro) pro Tag) und fährt die mäßig befahrene Hauptstraße in Richtung Manzanilla. Die Strecke ist nicht schwierig zu befahren und führt an einigen Stränden vorbei, u.a. dem beliebten Surfer-Strand Playa Cocles, der rund 3 Kilometer von Puerto Viejo entfernt und deutlich attraktiver als der oben erwähnte „Dorfstrand“ ist.

Der Playa Cocles in der Nähe von Puerto Viejo

Ansonsten muss man sich auf dieser Strecke gen Süden die attraktiven Punkte aber ein wenig suchen, denn die richtigen Highlights fehlen. Vielmehr ist mehr der Weg das Ziel und so gibt es den einen oder anderen netten Spot zu entdecken.

Das gemütliche Puerto Viejo im Südosten von Costa Rica

Der Playa Grande von Uva an der Karibik-Küste von Costa Rica

Das Ende der Straße befindet sich schließlich in Manzanilla, wo man den Manzanilla National Park besuchen kann – eine interessante Option für alle, die hier noch tiefer in die Natur eintauchen wollen. Da mich jedoch der in Costa Rica in der Regensaison fast obligatorische kräftige Nachmittagsschauer erwartete, fuhr ich wieder zurück in Richtung Puerto Viejo, um dann dennoch völlig durchgeweicht zu werden. ;-)

Ausflug in das Land der Bribri

Meine dritte Tour von Puerto Viejo führte mich nach Bribri, einer eher unbeachteten Region rund eine halbe Stunde entfernt. Hier leben nach wie vor die „Ureinwohner“ der Bribri-Kultur, weswegen die größte Stadt in dieser Gegend auch Bribri heißt.

Eher zufällig landete ich in einem kleinen Dorf (Uatsi), wo man sehr anschaulich das Leben der Bribri nachempfinden kann. Auf einer sehr interessanten Tour lernte ich die verschiedenen Pflanzen und deren Nutzung im Alltagsleben kennen. Es ist fast selbstverständlich, dass diese lt. deren Aussagen so heilend sind, dass die Bribri nie zum Arzt müssen. ;-)

Eine spannende Tour zum Kennenlernen von Land & Leute in Uatsi in der Nähe von Bribri

Ebenso gab es eine beeindruckende Demonstration, wie aus Kakaobohnen letztendlich Schokolade entsteht – und das im Rekordtempo. Vom Rösten der Kakaobohnen über das Mahlen der Rösterzeugnisse bis hin zum manuellen Pürieren zu einer cremigen und – da 100% Kakao – extrem bitteren Schokoladenmasse konnten wir dem ganzen Prozess beiwohnen. Höchst interessant, obwohl ich nun doch recht oft in Kakao verarbeitenden Ländern verkehre.

Eine spannende Tour zum Kennenlernen von Land & Leute in Uatsi in der Nähe von Bribri - die Herstellung von Schokolade

Ebenso bekam ich hier – nach mehrfachen Sichtungen des roten Erdbeerfröschlein in Panama und Costa Rica – nun erstmals auch eine Art grünen Erdbeerfrosch zu sehen, wobei dieser zwar ähnlich aussieht, aber wohl einer anderen Gattung angehört und deswegen Goldbaumsteiger heißt.

Eine spannende Tour zum Kennenlernen von Land & Leute in Uatsi in der Nähe von Bribri

Neben den Bräuchen der Bribri konnte man im Dorf auch die typischen Häuser des Volkes sehen – im Prinzip genauso, wie man sich solche naturnahen Behausungen der Ureinwohner vorstellt.

Eine spannende Tour zum Kennenlernen von Land & Leute in Uatsi in der Nähe von Bribri

Welch ein Kontrast zur wirklich entspannten Urlaubs-Atmosphäre im nur 45 Minuten entfernten Puerto Viejo.

Dies war ein toller Einblick in die Kultur der Bribri, die ich jedem nur sehr empfehlen kann. Die Touren werden an quasi jeder Ecke in Puerto Viejo angeboten. Alternativ könnt Ihr sie auch hier vorab buchen (~) – inkl. Guide, Transfers und allen Drum und Dran. Wer es wie ich selbst organisieren möchte, benötigt etwas Abenteuerdrang, Spanischkenntnisse und eine gute Orientierung.

Nebenbei besuchte ich in der Umgebung von Bribri auch noch einen Wasserfall, auch wenn dies eher unspektakulär war. Zum einen drängte sich mir ein Guide auf, der unbedingt einen kleinen Reibach mit mir machen wollte, zum anderen war es jetzt wirklich nicht der spannendste Wasserfall, den ich gesehen habe – auch nicht in Costa Rica. Wer aber in Puerto Viejo ist und gerne ein bisschen Bewegung in freier Natur mit Dschungel-Feeling sucht, kann dem Bribri-Wasserfall (manchmal auch Volio-Wasserfall genannt) durchaus einen Besuch abstatten – vor allem in Kombination mit obigem Besuch des Bribri-Dorfes. Auch bei den organisierten Touren (~) ist der Wasserfall in der Regel mit dabei.

Der Bribri-Wasserfall im Südosten von Costa Rica

Das unbekannte Turrialba

Für Wasserfälle sollte ohnehin eher meine nächste Station dienen, denn nach 5 Nächten in Puerto Viejo fuhr ich weiter in Richtung meines Endziels – San José. Auf dem Weg legte ich jedoch noch einen zweitägigen Stopp in Turrialba ein, einer Kleinstadt in den Vulkangebirgen Costa Ricas, ungefähr 2 Stunden vor den Toren San Josés. Die Stadt bietet ein frühlingshaftes Gebirgsklima mit tollen Aussichten auf die umliegenden Vulkane, vor allem den namensgebenden Turrialba-Vulkan.

Blick auf den Vulkan Turrialba von der gleichnamigen Stadt

Wer unverbrauchte Wege abseits der in Costa Rica doch mittlerweile oft auftretenden Touristenmassen sucht und offen für eher kleine Highlights denn der großen Top-Attraktionen ist, findet hier in Turrialba auf jeden Fall einen großen Abenteuer-Spielplatz.

Die Wasserfälle rund um Turrialba – Catarata La Muralla und Catarata Las Trillizas

Eines dieser zahlreichen Ziele rund um Turrialba sind die Wasserfälle La Muralla und Las Trillizas – umgeben von einer ruhigen, idyllischen und wirklich schönen Berglandschaft, die auch ein wenig an die Alpen bzw. das Alpenvorland erinnerte.

Die Berge im Hochland von Costa Rica bei Turrialba

Hier begab ich mich auf Wanderschaft und nahm mir die beiden genannten Wasserfälle als Ziel. Beide befinden sich in unmittelbarer Umgebung und sind daher gut zu kombinieren. Der Eintritt beträgt jeweils 2000 CRC, also ca. 3 Euro.

Der Catarata La Muralla befindet sich in einem tief eingeschnittenen Tal und erfordert – da der Weg oben beginnt – einen kurzen, aber sehr knackigen Abstieg (und anschließend Aufstieg). Die Kulisse ist imposant, da in diesem tiefen Talkessel eine ganz eigene Vegetation herrscht und das starke Rauschen des Wasserfalls wirklich nahezu alle anderen Umwelteinflüsse überstimmt.

Der Wasserfall Catarata La Muralla in der Nähe von Turrialba

Auch für den Catarata Las Trillizas geht es zunächst nach unten, allerdings etwas gemächlicher, da hier ein Weg über Treppen angelegt wurde. Spannend ist hier, dass es sich gleich um drei Wasserfälle handelt – einen Doppel-Wasserfalle sowie einen etwas versteckten Wasserfall aus einem anderen Flusslauf nur 100 Meter weiter, die nur wenige Meter weiter zusammenfließen und sich schließlich für den obigen Catarata La Muralla vereinen.

Der Wasserfall Catarata Las Trillizas in der Nähe von Turrialba

Ausgrabungsstätte Guayabo

Eine ganz andere Art von Attraktion, die sonst im sehr Nationalpark dominierten Costa Rica völlig selten ist, ist die Ausgrabungsstätte Guayabo. Diese befindet sich mit dem Bus ebenfalls nur eine knappe Stunde von Turrialba entfernt und in der gleichen Gegend wie die beiden beschriebenen Wasserfälle.
Guayabo war früher eine präkolumbianische Stadt, wahrscheinlich von 1000 v.Chr. bis ins Jahr 1400 n.Chr, also beeindruckende zwei Jahrtausende lang. Das Besondere an Guayabo sind die zahlreichen infrastrukturellen Hinterlassenschaften, die ausgegraben wurden, und für diese Zeitrechnung als sehr fortschrittlich galten. Hierzu zählen unter anderem gepflasterte Straßen und Dämme, Aquädukte, Zisternen, Treppen, Hügel, Felszeichnungen, Monolithe, Grabmäler und Skulpturen.

Das Monumento Nacional Guayabo in der Nähe von Turrialba, eine bedeutende Ausgrabungsstätte in Costa Rica

Heute ist Guayabo ein interessantes Ziel, was sich gut in 1-2 Stunden besuchen lässt und auch für Backpacker bzw. Reisende ohne Mietwagen gut erreichbar ist, da ein Bus direkt von Turrialba aus startet. Der Eintritt kostet 2900 CRC (ca. 5 Euro) und vor Ort können optional auch englischsprachige Führer genommen werden.

Das Monumento Nacional Guayabo in der Nähe von Turrialba, eine bedeutende Ausgrabungsstätte in Costa Rica

Ein Blick in die Gastronomie: endlich wieder Casados

Was mich bei meiner letzten Costa Rica-Reise im gastronomischen Bereich stark beeindruckt hatte, war die wirklich allgegenwärtige Liebe zum Casado. Beim Casado handelt es sich um das costaricanische Nationalgericht, was aber mehr eine Art des Essens und der Zusammenstellung ist denn ein fixes Essen, denn Casados gibt es mit Fisch, mit allerlei Fleischarten oder auch als komplett vegetarische Option. Das Besondere dabei ist, dass die Casados – entgegen anderen lateinamerikanischen Nationalgerichten oder Tagesmenüs, dem „Plato del Dia“ – wirklich liebevoll präpariert und präsentiert sind, sodass es immer wieder ein Genuss ist, auf das tägliche Casado zu warten und schließlich die stets sehr lecker zubereiteten Speisen auch zu essen.

Casado, das Nationalgericht von Costa Rica

So war es auch diesmal in Puerto Viejo und Turrialba, wo ich allerlei leckere Casados genießen konnte und mich schon jeden Tag auf das neue Mittagessen freute.

Casado, das Nationalgericht von Costa Rica

Fazit und ein Vergleich zu Panama

Von Turrialba aus nahm ich schließlich den Bus nach San José und stieg dort nach Alajuela um, der Kleinstadt direkt in der Nähe des internationalen Flughafens.
Meine Woche in Costa Rica konnte ich mit einigen spannenden Entdeckungen garnieren, auch wenn sie gefühlt nicht ganz mit der Woche im Jahr zuvor mithalten konnte, als wir u.a. den Tenorio Nationalpark, den Rincon de la Vieja Nationalpark und die Nicoya-Halbinsel besuchten. Dies mag aber auch damit zusammenhängen, dass ich diesmal nach einem wirklich spektakulären und außergewöhnlichen Monat in Panama das Land bereiste, sodass es Costa Rica wirklich schwer hatte. Dies soll aber keinesfalls heißen, dass die hier vorgestellten Ziele rund um Puerto Viejo und Turrialba nicht besuchenswert seien.

Interessant war der direkte Vergleich zu Panama, denn gefühlt konnte uns Panama etwas mehr vom Hocker hauen als Costa Rica, wobei sich beide hier aber auf einem sehr hohen (=attraktiven) Niveau befinden. Richtig in Fakten fassen lässt sich das nicht, denn es basiert eher auf der Wahrnehmung im subjektiven Bereich. Das Preis-Leistungs-Verhältnis in Panama ist aber definitiv besser, was sich sowohl bei Unterkünften als auch bei Touren bemerkbar macht.

Eine Kombination der beiden Länder ist aber dennoch eine sehr interessante Option, zumal einige Airlines – darunter Lufthansa – sowohl Panama-Stadt als auch San José anfliegen. Beide Länder haben ihre Gemeinsamkeiten, aber auch ihre Unterschiede und jeweils ihre besonderen Highlights.

Die hier von mir bereiste Region rund um Puerto Viejo sowie die Vulkane bei Turrialba waren jedenfalls sehr interessant. Ob es besser ist als entlang der Pazifikküste kann ich (noch) nicht beurteilen, doch die Entdeckungen in Bribri, der Cahuita National Park sowie die Wasserfälle rund um Turrialba inkl. der Ausgrabungsstätte Guayabo waren auf jeden Fall die Reise wert.

Chris (My Travelworld)

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich um die 70 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Von 2015 bis 2019 habe ich in der Dominikanischen Republik gewohnt - die Karibik hat es mir sehr angetan - und habe das Land ausgiebig abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkundet. Seit einigen Monaten bin ich nun als Digitaler (Halb-)Nomade unterwegs und entdecke die Welt, wobei sich meine Home Base weiterhin in der "DomRep" befindet. Für Fragen und Feedback freue ich mich über Eure Kontakt-Aufnahme - am besten per Kommentar unter den jeweiligen Artikel, da es hier auch gleich anderen hilft.
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2 KOMMENTARE

  1. Ganz wunderbarer Bericht! Da bekomme ich auch Lust auf eine Mietwagenrundreise durch Costa Rica. Eigentlich stand es schon so semi-fest auf unserer Reiseliste, aber durch Corona ist alles komplizierter geworden, solange schlage ich mich hier mit Berichten durch und hole mir Appetit.

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