Reisebericht Senegal – Dakar, Saly, die Casamance und eine spektakuläre Safari

Den Senegal individuell bereisen – so mein Plan für meine erste Reise ins Sub-Sahara-Afrika. Viele Fragezeichen stellten sich mir zunächst, denn was sollte mich im Senegal erwarten? Das wilde Afrika? Das schöne Paradies? Wie kommt man voran mit Rucksack und öffentlichem Nahverkehr? Sorgen hatte ich zwar keine, gespannt war ich aber allemal auf dieses neue Reise-Erlebnis, welches mich von Dakar über Saly bis nach Gambia führte und schließlich im Süden des Senegals weiter in die Casamance-Region. Letztendlich waren es besonders zwei Punkte, die mich am Senegal extrem begeisterten: die überaus freundlichen und hilfsbereiten Einwohner, die diese Reise wirklich zu etwas ganz besonderen machten, sowie die spektakulären Natur-Highlights inkl. einer Safari mit Giraffen, Rhinos und Antilopen. Welche Highlights der Senegal konkret bot, erfahrt Ihr in diesem ausführlichen Reisebericht.

Reisezeitraum: November/Dezember 2019 / 7+3 Tage
Geschrieben: Oktober 2020
Veröffentlicht: November 2020

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Reiseplanung und Anreise in den Senegal

Für eine Reise in den Senegal bietet sich nahezu immer eine Kombination mit Gambia an. Dies resultiert schon alleine aus seiner Lage, denn der Senegal umspannt das kleinste Land – mit Ausnahme eines kleinen Meeresabschnitts – komplett. Damit führt eine Reise vom Norden in den Süden des Senegals nahezu zwangsläufig durch Gambia – es sei denn, man nimmt die interessante Fähre von Dakar nach Ziguinchor oder den langen unattraktiven Weg „außen rum“ über Tambacounda. Wie Ihr aber hier im Reisebericht Gambia (folgt) lesen könnt, gibt es gar keinen Grund, Gambia auszulassen.

Zurück aber zum Senegal, der mit Dakar lediglich einen ernstzunehmenden internationalen Flughafen hat, dafür jedoch sehr modern ist und für afrikanische Verhältnisse einige ordentliche Verbindungen aufweisen kann. Von Deutschland aus könnt Ihr entweder mit Iberia über Madrid, mit TAP Portugal über Lissabon, Air France über Paris oder mit Turkish Airlines über Istanbul nach Dakar fliegen. Diese Airlines standen aufgrund der günstigsten Preise auch bei mir in der engeren Auswahl. Wer es etwas exotischer mag, kann auch mit Vueling ab Barcelona fliegen, mit Royal Air Maroc über Casablanca, mit Air Algerie über Algier oder Tunisair über Tunis. Einige davon boten ebenfalls gar nicht so schlechte Preise, wobei letztendlich bei mir Turkish Airlines aufgrund der besten Kombination aus Flugzeiten, Meilen, Service und Preis das Rennen machte. Zwar ist der Flug über Istanbul wesentlich weiter, jedoch war mir ein 7-Stunden-Flug in den Senegal über Nacht wesentlich lieber als ein 4-stündiger Flug über Madrid mit Ankunft in Dakar um 02:40 in der Nacht. Zudem bekam ich auch noch einen Stopover in Istanbul gratis dazu, über den Ihr hier mehr nachlesen könnt.

Anreise nach Dakar mit Turkish Airlines

Für einen Flug in den Senegal solltet Ihr ab Deutschland mit mindestens 400 Euro pro Person rechnen. Wie es für Eure Daten ausschaut und welches die günstigsten Preise für Euren Abflughafen sind, könnt Ihr hier nachschauen (~).

In Bezug auf meine Reiseplanung vor Ort ließ ich mich wie so oft überraschen. Ich buchte lediglich die ersten Nächte im Norden von Dakar und wollte mich von dort treiben lassen. Fest stand nur, dass ich rund eine Woche in Gambia verbringen wollte, um Freunde dort zu treffen. Mein Weg nach Süden war also vorprogrammiert. Ebenso entschied ich mich relativ früh, für das Ende der Senegal-Reise die spannende 16-Stunden-Fähre von Ziguinchor nach Dakar zu buchen, sodass ich auf jeden Fall auch die Casamance zu sehen bekam, einen wesentlich grüneren und tropischeren Teil des Senegals im Süden des Landes. Eigentlich wollte ich im Norden noch eine Runde über St. Louis und ggf. Touba drehen, merkte aber schnell, dass dieser Plan ob des sehr langsamen und unbequemen ÖPNV im Senegal viel zu ambitioniert war und entschied mich daher für den direkten Weg von Dakar nach Gambia, mit einem sehr interessanten Zwischenstopp im lokal geprägten Teil von Saly, Saly Pordudai.

Somit reiste ich von Dakar nach Saly, von dort weiter nach Gambia, von wo aus wir wiederum einen Abstecher ins im Senegal gelegene Fathala Wildlife Reserve machten. Von Gambia aus ging es weiter gen Süden in die Casamance und von der dortigen Provinzhauptstadt Ziguinchor wieder zurück nach Dakar.

Erste Eindrücke im Senegal

Los ging es also in Dakar und das gleich so richtig. Ich bekam direkt in den ersten Stunden einige der Eigenschaften zu spüren, die mich auf meiner Reise durch den kompletten Senegal begleiten sollten. Dazu zählten u.a. die unglaubliche Hilfsbereitschaft der Senegalesen, die nicht enden wollenden Staus in den Städten sowie das enorme Preis-Leistungs-Verhältnis, was sich uns Europäern im Senegal bietet.

Zu den Staus muss ich denke ich nicht viel schreiben, außer, dass Ihr wirklich viel Zeit einplanen solltet. Schon für meinen Weg vom Flughafen in die Stadt benötigte ich rund 2.5 Stunden. Auch von meiner Unterkunft in Yoff ins Zentrum von Dakar ging regelmäßig viel Zeit verloren – sowohl im Taxi und noch viel mehr im öffentlichen Nahverkehr.

Bzgl. der Preise überraschte mich der Senegal absolut, denn in der Regel gilt Afrika als ein relativ teures Reiseziel, vor allem für Backpacker. Es fehlt oft die in Südostasien oder Lateinamerika oft vorhandene Infrastruktur für günstiges Reisen. Auf der anderen Seite muss man für Komfort und Service tief in die Tasche greifen. Zumindest für den Senegal kann ich das in Bezug auf das Backpacking nicht bestätigen, vor allem der ÖPNV sowie das Essen waren wirklich enorm günstig.

Die Sklaveninsel Ile de Goree vor den Toren von Dakar

Was mich ebenso im kompletten Senegal (und gleichermaßen auch in Gambia) begeisterte, war die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen, wobei es sich hier keineswegs um ein aufgesetztes Lächeln handelte. Vor allem wurde mir stets kompetent weitergeholfen, egal ob ich nach dem Weg fragte, nach den Zutaten für ein Gericht oder nach anderen Informationen, die für das Reisen in diesem Moment wichtig waren. Kein einziger versuchte meine Unwissenheit auch nur irgendwie auszunutzen oder sich irgendwie anderweitig einen Vorteil zu verschaffen und keiner, zumindest nicht soweit ich mich erinnern kann, antwortete mit den vor allem in Asien weit verbreiteten falschen Antworten, wenn er auf eine Frage keine Antwort wusste. Dies hat mich enorm beeindruckt und vereinfachte meine Reise durch den Senegal ungemein, sodass es wirklich einfach war, diesen individuell zu bereisen.

Dakar: die Hauptstadt des Senegal

Natürlich gab es in Dakar auch etwas zu sehen – und das sogar richtig spektakulär.

Top-Sehenswürdigkeit in Dakar ist definitiv die Île de Gorée, eine ehemalige Sklaveninsel und in der heutigen Zeit eine Art Museumsinsel. Dennoch hat die Île de Gorée, die in rund 20 Minuten per Fähre von Dakar aus zu erreichen ist, auch etwas sehr Authentisches, denn einige Familien leben nach wie vor hier. Zudem ist die Insel mit seiner Ruhe und natürlichen Schönheit sowie den historischen Gebäuden das krasse Gegenstück vom hektischen, lauten und chaotischen nur 20 Minuten entfernten Dakar. Die Skyline von Dakar lässt sich von der Île de Gorée gut beobachten. Ein Ausflug zur Île de Gorée ist eigentlich ein Muss und eines der Highlights im Senegal. Details zum Besuch der Insel findet Ihr auch in meinem separaten Artikel über die Île de Gorée.

Die Sklaveninsel Ile de Goree vor den Toren von Dakar

Zweite Top-Sehenswürdigkeit in Dakar und Umgebung ist der Retba-See, besser bekannt als Lac Rosé. Der See besticht durch seine Farbgebung, die besonders rosa geprägt ist. Auch wenn die konkrete Färbung des Sees ein wenig tages- und lichtabhängig ist, bot der Lac Rosé ein großartiges Bild und eine beeindruckende Naturkulisse, die auch durch die Wüste im Hintergrund sowie die Salzberge am Rand des Sees verstärkt wurde. Auch zum Lac Rosé findet Ihr alle weiteren Informationen, die Ihr für einen Besuch benötigt, im separaten Artikel.

Der Lac Rosé nahe Dakar, ein rosa See als Top-Sehenswürdigkeit im Senegal

Neben diesen beiden Top-Attraktionen lohnt sich aber zumindest noch ein weiterer Tag in Dakar, um ein wenig Luft in der Altstadt zu schnuppern, denn das Zentrum mit seinen zahlreichen Straßenhändlern und den damit einhergehenden lokalen Produkten sowie den immer mal wieder auftauchenden historischen oder schönen Gebäude inmitten eines Chaos aus Stau und Markt ist schon sehr interessant. Schaut mal in meinem Artikel über die Impressionen von Dakar hinein und erfahrt mehr über Senegals Hauptstadt.

Hektisches Stadtleben in Dakar, der Hauptstadt im Senegal

Und noch etwas war in Dakar sehr interessant: das Klima. Aufgrund der Lage auf einer Halbinsel herrschte hier ein äußerst angenehmes Klima, was schon fast als Mikroklima bezeichnet werden kann. Tagsüber ließ es sich bei rund 26-28 Grad und einer angenehmen Meerbrise aushalten, in der Nacht fielen die Temperaturen auch gerne mal auf unter 20 Grad, sodass man zum Teil sogar eine ordentliche Bettdecke brauchte.

Saly Portudal – Idylle im untouristischen Teil des Badeorts

Ganz im Gegensatz dazu stand Saly Portudal, die nächste Station meiner Senegal-Reise. Obwohl nur 60 Kilometer südöstlich und ebenfalls am Meer gelegen, herrschte hier ein komplett anderes Klima. Trocken, staubig und bis zu 38 Grad warm – vor allem die Mittagssonne machte sich kräftig bemerkbar. Dennoch ließ es sich hier bestens aushalten, sodass ich auf meinem Weg von Dakar in Richtung Gambia in Saly Portudal einige Nächte verbrachte.

Bei Saly handelt es sich eigentlich um einen Badeort mit einigen (für Senegal-Verhältnisse) größeren Hotels, wobei sich diese eher im nördlichen Teil befinden. Der südliche Teil von Saly ist sehr lokal geprägt und geht auch direkt in die Großstadt M’bour mit ihren 200.000 Einwohnern über. Interessanterweise hat sich dieser Teil von Saly, der am ehesten mit Saly Pordudai zu bezeichnen ist, seine Ursprünglichkeit bewahrt, denn weder ist hier das Stadtleben von M’bour noch das touristische Leben von Saly Portudal angekommen. Pauschaltouristen sieht man hier nicht. Vielmehr dominiert das Flair eines verschlafenen Dörfchens direkt am Strand mit staubigen kleinen Straßen, einigen Lädchen sowie der direkte Zugang zu einem kilometerlangen Strand.

Der Wüstenort Saly Portudal im Westen des Senegals

Der Wüstenort Saly Portudal im Westen des Senegals

Auch aus diesen Gründen machte es Spaß, Saly zu entdecken und hier einige Tage zu bleiben, zumal es auch außerhalb einiges zu unternehmen gibt. Wer möchte, kann zum Beispiel einen Ausflug gen Süden nach Joal-Fadiouth mit der aus Muschelschalen aufgeschütteten Île de Fadiouth unternehmen. Alternativ, und hierfür entschied ich mich, wartet im Norden von Saly die Laguna de la Somone, eine spannende Lagune mit Mangroven ähnlichen Feuchtgebieten mitten in der Wüste des Senegals. Die Lagune ist unter anderem Heimat eines sehr schönen Strandes, einigen Beach Bars und bietet zudem auch die Möglichkeit, eine Tour mit dem Kajak zu unternehmen. Hierbei gibt es eine interessante Vegetation sowie einige Vogelarten zu beobachten.

Spannender Ausflug zur Laguna Somone nahe dem Ferienort Saly Portudal

Spannender Ausflug zur Laguna Somone nahe dem Ferienort Saly Portudal

Spannender Ausflug zur Laguna Somone nahe dem Ferienort Saly Portudal

Spannender Ausflug zur Laguna Somone nahe dem Ferienort Saly Portudal

Sowohl Joal-Fadiouth als auch die Laguna Somone lassen sich gut mit den lokalen Verkehrsmitteln von Saly aus erreichen.

Wer in Saly nur entspannen möchte, findet hierzu am langen Strand der Einheimischen beste Gelegenheit. Dieser ist nahezu endlos lang und wirklich schön.

Der Strand im Ferinoert Saly Portudal

Sonnenuntergang im Westen des Senegals am Strand von Saly

Von Saly im Senegal nach Banjul in Gambia

Von Saly bzw. M’bour nahm ich schließlich ein Sept-Place bis zur senegambischen Grenze bei Karang. Ganz in dessen Nähe befindet sich auch das Fathala Wildlife Reserve, zudem ich im nächsten Abschnitt berichte.

Das Sept-Place, das typische lokale Verkehrsmittel im Senegal, eine Art Station Wagon mit dritter Sitzbank, fuhr mich direkt bis zur Grenze, wo der Übertritt nach Gambia sehr einfach und problemlos verläuft. Von hier aus geht es weiter bis zum Gambia-Fluss, wo man mit einer Fähre schließlich nach Banjul übersetzt.

Die Fahrt im Sept-Place war durchaus nicht uninteressant und landschaftlich reizvoll. Zudem zeigte sich auch hier wieder die Hilfsbereitschaft der Senegalesen, als ich aufgrund meiner Größe vom hinteren, unbequemen Sitz des Sept-Place in den komfortabelsten Sitz, dem Beifahrersitz, des nachfolgenden Fahrzeugs verfrachtet wurde, weil sie meinten, ich passe hinten nicht rein.

Das Busterminal von Mbour im Westen des Senegals

Fahrt von Kaolack nach Karang an der Grenze zu Gambia

Zudem führte die Fahrt auch durch Kaolack, was als das Erdnuss-Zentrum des Senegals angesehen werden kann. Nüsse gehören zu einem der wichtigsten Exportprodukte des Senegals und können an nahezu jeder Straßenecke günstig erworben werden.

Das Fathala Wildlife Reserve – beeindruckende Safari zum Schnäppchenpreis

In Gambia verbrachte ich schließlich eine Woche, jedoch nicht, ohne noch einmal in den nördlichen Teil des Senegals zurückzukehren. Wie schon angedeutet, befindet sich nämlich kurz vor der gambischen Grenze das Fathala Wildlife Reserve, wo man besonders günstig eine Safari unternehmen kann. Für rund 40 Euro pro Person sahen wir während einer Privattour unter anderem Antilopen, Giraffen, Zebras und ein Rhinozeros – keine schlechte Ausbeute für diese Preiskategorie und sicher eine der günstigsten Safaris in Afrika.

Spektakuläre Tierbeobachtungen im Fathala Wildlife Reserve im Senegal

Dabei ist hier gar kein Trick dabei, denn das Fathala Wildlife Reservat ist in der Tat so günstig. Pro Person zahlt man ca. 30 Euro, zudem kommen noch einmal rund 45 Euro pro Gruppe für einen 4×4 des Parks inkl. Guide hinzu und schon geht es los auf Safari. Wer mit dem eigenen geländegängigen Fahrzeug kommt, muss nicht einmal den Safari-Truck des Parks bieten und spart so noch einmal zusätzlich Geld.

Das Fathala Wildlife Reserve ist damit ein echtes Highlight in Senegal und ein Geheimtipp für eine günstige Safari in Afrika. Wer also vom Senegal nach Gambia reist oder auch nur in Gambia Urlaub macht (die Erreichbarkeit ab Gambia ist verhältnismäßig einfach), sollte eine Safari unbedingt einplanen und kann sogar auch im Park übernachten (~).

Beeindruckende und günstige Safari im Fathala Wildlife Reserve im Senegal

Mehr über die Safari findet Ihr in meinem ausführlichen Review über das Fathala Wildlife Reserve.

Die Casamance-Region – ein komplett anderer Senegal

Nach einer Woche in Gambia, die Ihr hier in meinem separaten Reisebericht nachlesen könnt (folgt), ging es also wieder zurück in den Senegal, diesmal in den südlichen Teil des Landes, der auch Casamance genannt wird. Die Region war lange Zeit Schauplatz eines Banden- und Milizenkrieges, ist aber seit einigen Jahren sicher zu bereisen. Der Grenzübergang von Gambia in den Senegal war wiederum problemlos möglich, sodass ich nach rund 3 Stunden landschaftlich sehr reizvoller Fahrt auf senegalesischer Seite in der Casamance-Hauptstadt Ziguinchor ankam.

Der Busbahnhof in Seleti an der Grenze von Senegal zu Gambia

Fahrt von Seleti an der Grenze zu Gambia nach Ziguinchor

Fahrt von Seleti an der Grenze zu Gambia nach Ziguinchor

Ziguinchor war der einzige Teil des Senegals, der mich nicht begeistern konnte, was aber nicht an der Casamance-Region an sich liegt, denn prinzipiell ist diese sehr interessant. Die Religion unterscheidet sich zum Teil, es hat andere Kulturen und die Landschaft ist deutlich grüner als im wüstenähnlich geprägten Norden des Senegals. Mögliche Ausflüge führen entweder in abgelegene Dörfer, an die Strände rund um Cap Skirring oder auf die Ile de Carabane. Zudem ist Ziguinchor auch Sprungbrett für Fahrten nach Guinea-Bissau und Guinea.

Für all diese spannenden Ziele fehlte mir jedoch die Zeit, weswegen ich mich die 1.5 Tage überwiegend in der Stadt aufhielt. Mein Bild vom schon etwas rauen Ziguinchor wurde hier wahrscheinlich etwas negativ geprägt, da ich zum einen eine maximal mäßige Unterkunft erwischte, zum anderen auf dem Markt von jemanden verfolgt wurde, der sicher mir nichts Gutes wollte. Zum Glück sind im Senegal Taxis allgegenwärtig, sodass ich die Situation schnell entschärfen konnte und mit dem Taxifahrer einfach ein paar Ecken weiterfuhr (und meinen Marktbesuch eine Stunde später fortsetzte 😉 ). Dies war allerdings die Ausnahme während der kompletten 3 Wochen in Senegal und Gambia, wo ich mich stets absolut sicher fühlte, auch zu Fuß in eher entlegenen Gegenden.

Der belebte Markt von Ziguinchor

Nichtsdestotrotz nutzte ich den beeindruckend großen Markt von Ziguinchor, um mich mit einheimischen Souvenirs für die Rückreise einzudecken. Besonders Seifen und alle Arten von Nüssen fanden den Weg in mein Gepäck.

Mit der Aline Sitoé Diatta Fähre von Ziguinchor nach Dakar

Doch ich besuchte Ziguinchor nicht ohne Grund, denn ich hatte mir für den Abschluss noch ein echtes Highlight aufgehoben: die rund 16 Stunden dauernde Inlands-Fähre im Senegal von Ziguinchor nach Dakar. Diese verbindet die beiden Teile Senegals miteinander, ohne Gambia zu durchqueren und ohne den langen Umweg über Tambacounda zu nehmen.

Diese Fährverbindung hatte mich schon während meiner Reiseplanung angelächelt. Mit rund 30 Euro für ein Bett in einer 8er-Kabine ist sie auch richtig günstig, zumal die Qualität und Organisation auf der Aline Sitoé Diatta absolut top sind.

Die Fähre Aline Sitoe Diatta im Hafen von Dakar

Wer sich bei diesem Abschnitt Berichte über rustikale und gefährliche Zustände auf afrikanischen Fähren erhofft, wird enttäuscht werden. Schon im Vorfeld las ich die sehr positiven Kritiken und kann diese absolut bestätigen. Die Fähre zwischen Dakar und Ziguinchor ist die wohl bequemste und komfortabelste Möglichkeit, den Norden und den Süden Senegals miteinander zu verbinden. Wer Infos zu Preisen, Buchung und dem Fährplan sowie meinen genauen Eindrücken der Fährfahrt sucht, findet diese hier im separaten Bericht über die Aline Sitoé Diatta.

Fazit

So kam es, dass ich meinen Aufenthalt im Senegal mit einer tollen Fährfahrt auf dem westafrikanischen Atlantik abschließen konnte. Der Stopp auf der Ile de Carabane sowie die Blicke auf das senegalesische und gambische Festland machten richtig Lust, die Reise irgendwann einmal genau an dieser Stelle fortzusetzen und Afrika weiter in Richtung Guinea-Bissau und Guinea zu erkunden.

Der Senegal hat mich absolut positiv überrascht, vor allem, was die Einfachheit des Reisens angeht – hier hätte ich mit wesentlich mehr Widerständen gerechnet. Natürlich würde ich das Land nicht unbedingt Backpacker-Anfängern empfehlen, aber wer bereits etwas Erfahrung mit Individualreisen hat und zumindest die Grundzüge des Französischen beherrscht, wird im Senegal seine helle Freude haben. Vor allem dank der exzellenten Hilfe der Einheimischen fand ich mich überall bestens zurecht. Auch von der Sicherheit her braucht man im Senegal absolut keine Bedenken zu haben. Das Land zählt zu den eher gemäßigten und gefestigten Vertretern des Kontinents, in vielerlei Hinsicht.

Highlights für mich waren die Île de Gorée, der Lac Rosé sowie das Fathala Wildlife Reserve. Auch Saly war ein sehr netter Zwischenstopp und die Fährfahrt zurück nach Dakar setzte dieser Senegal-Reise die perfekte Krone auf.

Chris (My Travelworld)

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich um die 70 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Von 2015 bis 2019 habe ich in der Dominikanischen Republik gewohnt - die Karibik hat es mir sehr angetan - und habe das Land ausgiebig abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkundet. Seit einigen Monaten bin ich nun als Digitaler (Halb-)Nomade unterwegs und entdecke die Welt, wobei sich meine Home Base weiterhin in der "DomRep" befindet. Für Fragen und Feedback freue ich mich über Eure Kontakt-Aufnahme - am besten per Kommentar unter den jeweiligen Artikel, da es hier auch gleich anderen hilft.
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