Essen und Trinken im Senegal – die kulinarische Seite von Westafrika

Ich erwartete kulinarisch nicht viel vor meiner Reise in den Senegal, denn die westafrikanischen Länder galten zumindest bei mir nicht unbedingt als Kulinarik-Hotspots. Ich stellte mich daher als Vegetarier auf viel Reis ein, vor allem, da die trockenen Gebiete Afrikas auch nicht unbedingt für eine Vielzahl an Früchten und Gemüsen bekannt sind. Doch weit gefehlt: das Essen im Senegal begeisterte mich absolut. Sehr herzhafte und leckere Speisen, vor allem stark gewürzt, pikante Soßen, zum Teil auf Erdnussbasis sowie zahlreicher frischer Fisch prägten mein Bild der senegalesischen Küche – und das alles auf Streetfood-Basis. Hinzu kamen noch einige richtig exotische Säfte und Früchte und fertig war der spannende gastronomische Mix, den der Senegal zu bieten hatte. Was genau es zu erschmecken und genießen gab, lest Ihr im folgenden Artikel.

Reisezeitraum: November/Dezember 2019 / 7+3 Tage
Geschrieben: September 2020
Veröffentlicht: November 2020

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Preisniveau im Senegal

Wer in den Senegal reist, sollte unbedingt die zahlreichen Straßenstände sowie die kleinen lokalen Restaurants ausprobieren. Es sieht gewiss nicht immer allzu hygienisch aus, aber das kann man in Entwicklungsländern ohnehin nicht erwarten – und wer weiß, wie es hinter den verschlossenen Türen eines von außen hin schöneren Restaurants aussieht. Zudem gilt generell: dort wo die Einheimischen essen, kann man sich auch im Senegal hinzusetzen und problemlos essen.

Hinzu kommt, dass das Essen im Senegal spottbillig ist. Für ein Mittag zahlte ich im Schnitt zwischen 500 und 1000 CFA, das entspricht zwischen 0.80 € und 1.50 €. Auch ein Abendessen bewegt sich in lokalen Etablissements in ähnlichen Gefilden, wenngleich es in Restaurants, wo man gemütlich sitzen kann, natürlich etwas teurer ist. Ein großes belegtes Baguette zum Frühstück gab es in der Regel für 200 bis 600 CFA, also für deutlich weniger als 1 Euro.

Frühstück im Senegal

Bleiben wir gleich beim Frühstück, denn hier überraschte mich der Senegal am meisten. Auch wenn ich mit meinen mittlerweile mehr als 9 Jahren im Ausland sicher nicht mehr allzu viele deutsche Vorlieben mein Eigen nenne, freue ich mich jedes Mal, wenn es irgendwo frisches und knackiges Brot gibt. Wer erwartet dies schon im Senegal?

Ein typisches Baguette im Senegal zum Frühstück

Umso überraschter war ich, als ich zum Frühstück eine Vielzahl an Straßenständen fand, die knusprige Baguettes mit äußerst leckeren Füllungen frisch zubereiteten, u.a. mit gebratenen Zwiebeln, Erbsenbrei, Eiern sowie einer leckeren Gemüsepaste (und natürlich auch Fleisch wer mag). Diese Kombination war richtig herzhaft und in Kombination mit den knackigen Baguettes, deren Tradition wahrscheinlich noch aus den Kolonialzeiten Frankreichs stammen, ein enorm leckerer Start in den Tag. Da es sich hierbei auch um so etwas wie das National-Frühstück im Senegal handelt, konnte man diese riesigen Baguettes auch überall im Land bekommen, egal ob in der Hauptstadt oder irgendwo in einem entlegenen Dorf.

Übrigens ist es Standard, dass die Baguettes in altes Zeitungspapier eingewickelt werden – überall im Senegal.

Mittagessen und Nationalgerichte im Senegal

Während man auch um die Mittagszeit noch an vielen Stellen diese frischen Baguettes bekommen kann, begab ich mich dann eher in die lokalen Imbisse und „Restaurants“ und probierte mich durch die warmen Speisen des Senegals. Wie in vielen ärmeren Ländern ist auch hier im Senegal Reis ein essenzieller und nahezu täglicher Bestandteil eines warmen Essens. Überraschend war hier für mich jedoch, dass dieser zum einen sehr oft mit Fisch serviert wird, was wiederum mit der Geschichte des Senegals als Fischerei-Nation zusammenhängt. Zum anderen ist der Reis auch oft gewürzt und angebraten, sodass es weit mehr ist, als „langweiliger weißer Reis“.

Als Nationalgericht des Senegals gilt daher auch das Thi bou dien (alternativ auch „Thiboudienne“ geschrieben), was aus der senegalesischen Stammessprache Wolof übersetzt eben auch „Reis mit Fisch“ bedeutet. Der Fisch wird hierbei oft mit oder neben einer Zwiebel-Kräutersoße serviert. Hinzu kommen einige senegalesische Gemüsearten, die zum Teil sehr unbekannt, aber alle (bis auf ein Bittergemüse) sehr schmackhaft waren.

Ein typisches Mittagessen im Senegal mit dem Thiboudienne

Ein Thiboudienne findet man in nahezu jedem Straßenrestaurant. Da es jedoch stets etwas verschieden zubereitet wird, hat man auch nach mehrmaligem Essen nicht das Gefühl, dass es langweilig wird. Zudem ist der Reis wie oben geschrieben oft lecker gewürzt, sodass auch hier Abwechslung besteht.

Ein typisches Mittagessen im Senegal mit dem Thiboudienne

Weitere typische Gerichte des Senegals sind Domoda, Yassa und Benachin, wobei ich die meisten davon eher später in der gambischen Küche fand. Diese basieren auf verschiedenen Soßen und Reis und werden dann mit Fisch, Rind oder Hühnchen serviert.

Viel mehr fand ich im Senegal noch das super leckere Thieré, welches statt auf Reis auf gebratenem Couscous basiert. In Kombination mit den würzigen Soßen und Ragouts ergibt sich so ein richtig tolles Geschmackserlebnis.

Im Grunde genommen könnt Ihr beim Mittagessen nicht viel falsch machen. Setzt Euch einfach in ein lokales Restaurant und fragt nach den Tagesgerichten. Wichtig ist, dass Ihr Euch den Namen merkt, damit Ihr es später erneut bestellen könnt – oder eben vermeidet, sollte es Euch nicht geschmeckt haben. Alternativ könnt Ihr mit einem Thiboudienne nur wenig falsch machen.

Riz Wolof ist eine typische Art, Reis im Senegal zuzubereiten

Typisch und saulecker ist im Senegal auch der Riz Wolof, also der Reis nach alter Stammesart. Es handelt sich hierbei um einen gebratenen Reis, lecker gewürzt und schon an sich ein Essen wert. Oft ist er aber Bestandteil von den oben genannten Gerichten.

Abendessen im Senegal

Zum Abendessen ist die Auswahl an Restaurants nicht mehr allzu groß, vor allem die omnipräsenten Straßenimbisse machen dann zu, sodass die Wahl eher auf etwas gemütlichere Restaurants fällt, wo man auch mal etwas länger sitzen kann. Die Speisen hier sind zum Teil dieselben wie zum Mittag, zum Teil auch etwas mehr dem internationalen Geschmack angepasst, zum Beispiel Sandwiches oder Pommes.

Das Abendessen ist auch eine gute Möglichkeit, einmal Shrimps auszuprobieren. Während ich hier sonst eher vorsichtig bin, weil diese oft von weither importiert werden, gehören Shrimps im Senegal tatsächlich zum lokalen Essen, denn Sie kommen ähnlich wie der Fisch in natürlicher Form in den Gewässern des Landes vor. Aus diesem Grund sind Shrimps zum Teil auch nur wenig teurer als Hühnchen oder Fisch.

Frischer Fisch direkt am Strand von Yoff in Dakar, Senegal

Ein Abendessen im Senegal ist in der Regel ab 3000 CFA zu haben, also rund 5 Euro.

Früchte im Senegal

Obwohl es im Senegal in weiten Teilen sehr trocken ist, gab es eine überraschend große Vielfalt an Früchten, wobei ein großer Teil hier sicher aus dem Süden kommt, der bereits deutlich grüner und wasserreicher ist.

Auffälligste „Frucht“ war aber eine, die auch mit Trockenheit sehr gut zurechtkommt: die Wassermelone. Diese gab es im Senegal an wirklich allen Ecken und Enden und sind auch bei den Einheimischen sehr beliebt.

Wassermelonen sind eine der wichtigsten Früchte im Senegal

Ansonsten fanden sich auch einige der üblichen Tropenfrüchte wie Bananen und Mangos, aber auch einige Exoten, die ich häufiger als Saft probierte. Einer der verbreitetsten Säfte im Senegal ist der Bissap, eine Art Holunderblütensaft. Auch der „Tita“-Saft, der auch in Gambia erhältlich war, war sehr lecker, auch wenn ich bis heute nicht weiß, welche Frucht diesem zugrunde liegt. Wie so oft sind die meisten Säfte leider stark gezuckert, sodass es sich lohnt, zuzuschlagen, wenn die Säfte frisch (und damit ohne Zucker) zubereitet werden.

Nicht zu vergessen sind auch die Erdnüsse, die es im Senegal wie Sand in der Wüste gibt und an jeder Ecke sehr günstig angeboten werden. Kein Wunder, werden sie doch hier im Land nahezu massenweise angebaut.

Erdnüsse sind ein im Senegal überall verbreitetes und angebautes Produkt

Wart Ihr bereits im Senegal und konntet Euch auch durch die lokale Küche probieren? Was waren Eure Eindrücke? Oder habt Ihr in anderen Ländern Afrikas ähnliche Beobachtungen wie ich im Senegal gemacht? Lasst mir gerne Euren Kommentar da.

Chris (My Travelworld)

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich um die 70 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Von 2015 bis 2019 habe ich in der Dominikanischen Republik gewohnt - die Karibik hat es mir sehr angetan - und habe das Land ausgiebig abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkundet. Seit einigen Monaten bin ich nun als Digitaler (Halb-)Nomade unterwegs und entdecke die Welt, wobei sich meine Home Base weiterhin in der "DomRep" befindet. Für Fragen und Feedback freue ich mich über Eure Kontakt-Aufnahme - am besten per Kommentar unter den jeweiligen Artikel, da es hier auch gleich anderen hilft.
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