Reisebericht Sambia – Lusaka, die Victoriafälle und ein echter Geheimtipp

Der Tourismus in Sambia ist nicht der ganz große Name in Afrika und steht klar im Schatten einiger seiner Nachbarn, vor allem Namibia und Tansania. Doch wer sich ein wenig mit dem Land beschäftigt, findet durchaus einige spannende Sachen. So hatten wir einen unserer schönsten Glamping-Aufenthalte in Afrika in Sambia am Sambesi-Fluss (inkl. Safari) und auch die Victoriafälle in Sambia sind durchaus als Mini-Geheimtipp im Vergleich zu seinem größeren Nachbarn (im Sinne der Victoria Falls) Simbabwe einzustufen. Dies sind nur einige der Gründe, warum Ihr Sambia nicht auslassen solltet und weshalb dieser Reisebericht Sambia für Euch interessant sein könnte, in dem wir ausführlich von unseren Eindrücken und Erfahrungen unserer kleinen Sambia-Rundreise berichten.

Reisezeitraum: März 2023
Geschrieben: November 2023
Veröffentlicht: Februar 2024

>> Zur Hotelbewertung über die spannendste Unterkunft in Sambia, das Village Fig River Camp
>> Zu unseren Unterkünften in Sambia
>> Alles über die Victoriafälle in Sambia & Simbabwe
>> Zu den weiteren Afrika-Reiseberichten: Gambia, Senegal, Ägypten (folgt), Kenia (folgt), Simbabwe, Mosambik, Tansania
>> Zum Artikel über die günstigsten und billigsten Safaris in Afrika
>> Zur Übersicht der Reiseberichte

Anreise nach Sambia

Der unbestritten wichtigste logistische Orientierungspunkt in Sambia ist Lusaka. Die Hauptstadt befindet sich nicht nur zentral in Sambia gelegen, sondern verfügt auch über den einzigen nennenswerten Flughafen im Land. Auch nahezu alle Fernstraßen führen durch Lusaka.

Flüge nach Sambia

Wer ausschließlich eine Sambia-Reise plant oder hier sein Afrika-Abenteuer startet, wird nicht am internationalen Flughafen von Lusaka als Aufgangspunkt vorbeikommen. Die Airline-Auswahl hier ist überschaubar, doch u.a. mit Emirates, Ethiopian Airlines, Qatar Airways und Turkish Airlines könnt Ihr Sambia ab Deutschland mit nur einem Zwischenstopp erreichen.

Günstige Flüge nach Sambia ansehen (~)

Hier könnt Ihr nach den günstigsten Flügen (~) für Euren Sambia-Urlaub suchen – ein guter Preis für Flüge nach Lusaka liegt bei 700 bis 800 Euro.

Viel spannender ist jedoch die Anreise aus den Nachbarländern Sambias. Dies kommt dann in Frage, wenn Ihr eine größere Afrika-Reise plant, denn immerhin hat Sambia gleich 8 Nachbarländer: Tansania, Malawi, Mosambik, Simbabwe, Botswana, Namibia, Angola und den Kongo.

Mit dem Zug nach Sambia

Natürlich können wir Euch nicht von allen Grenzübergängen erzählen und unsere Eindrücke schildern, doch zumindest unsere Fahrt von Tansania nach Sambia sowie der Grenzübergang von Sambia nach Simbabwe waren richtig spektakulär – die spannendsten unserer ganzen Afrika-Reise.

Nach Sambia reisten wir mit dem legendären Tazara-Train. Dieser Zug fährt in rund 48 Stunden knapp 2000 Kilometer zwischen Daressalam und Kapiri Mposhi – einer Stadt rund 3 Stunden vor den Toren Lusakas. Die Fahrt ist Zug-Nostalgie in Perfektion und war eines der größten Highlights unserer 6-monatigen Afrika-Reise. Zudem ist sie nicht nur unglaublich günstig, sondern auch – abgesehen vom ständigen Rattern und Knattern der jahrzehntealten Wagons – richtig komfortabel: mit eigener Kabine und eigenem Bett, sehr freundlichem Personal und leckerem und günstigem Essen im Bord-Restaurant.

Der Tazara-Zug von Daressalam in Tansania nach Kapiri Mposhi in Sambia

Mehr zu dieser spektakulären Zugfahrt findet Ihr hier im Artikel über den Tazara-Zug von Tansania nach Sambia.

Kompletter Erfahrungsbericht zur Tazara-Reise

Über die Victoriafälle nach Sambia

Der wohl berühmteste Grenzübergang in Sambia ist jener an den Victoria Falls. Hier könnt Ihr über die spektakuläre Victoria Falls Bridge von und nach Sambia laufen – mit atemberaubenden Ausblicken.

Ausblick von der Brücke an den Victoria Falls

Der Grenzübergang hier an den Victoria Falls bietet sich besonders an, da Ihr an beiden Seiten wichtige touristische Zentren vorfinden könnt: Livingstone in Sambia und Victoria Falls in Simbabwe. Somit lässt sich eine Rundreise in Sambia ideal mit Simbabwe kombinieren. Weitere Informationen zu unseren Erfahrungen an den Victoriafällen findet Ihr in diesem verlinkten Artikel sowie weiter unten hier im Reisebericht Sambia.

Der Grenzübergang beider Länder ist sehr einfach passierbar und gerade für afrikanische Verhältnisse wirklich unkompliziert – wobei wir generell nie negative Erfahrungen diesbezüglich machten, wie Ihr in meinen separaten Artikeln über die Kenia/Tansania-Grenze in Namanga, die Tansania/Sambia-Grenze in Nakonde und Tunduma, die Sambia/Simbabwe-Grenze in Victoria Falls und die Simbabwe/Mosambik-Grenze in Mutare bzw. Machipanda nachlesen könnt.

Visa für Sambia

Apropos Grenze, bei der Einreise nach Sambia erlebten wir gleich eine sehr positive Überraschung, denn nur wenige Monate vor unserem Besuch schaffte Sambia die Visa-on-Arrival Gebühren für viele Länder ab, sodass deutsche Staatsbürger nun ohne Visa und im Prinzip auch ohne Visa-on-Arrival nach Sambia reisen können.

Unterkünfte in Sambia

Tourismus in Sambia ist durchaus vorhanden, doch er ist bei weitem nicht so populär wie zum Beispiel in Tansania, Kenia oder Namibia. Auch aus diesem Grund gibt es Unterkünfte in Sambia nicht unbedingt wie Sand am Meer, sodass eine Vorbuchung Sinn macht – mit Ausnahme vielleicht von Livingston, wo man auch durch die eine oder andere Straße laufen und bei verschiedenen Hotels und Gästehäusern nach Zimmern fragen kann.

Für unsere Sambia-Reise fanden wir bei den Unterkünften einen guten Mix und übernachteten in Lusaka in einem gut gepflegten Hostel mit vielen anderen Afrika-Reisenden zum Austauschen, am Zambezi River im spektakulären Glamping des Village Fig River Camp (mehr dazu weiter unten im Reisebericht Sambia) und in Livingston an den Victoriafällen in einem kleinen einfachen Hotel in zentraler Lage.

Im Schnitt zahlten wir rund 30 USD pro Nacht für ein Zimmer, nur das Glamping am Lower Zambezi war mit 50 USD etwas teurer, dafür aber natürlich auch ein echtes Erlebnis.

Zur Übersicht unserer Unterkünfte in Sambia

Das beeindruckende Safari-Camp am Lower Zambezi River, das Village Fig River Camp in Sambia

Unsere Eindrücke und Erfahrungen in Lusaka

Nach unserer spektakulären Zugfahrt starten wir unsere Sambia-Rundreise in Lusaka, auch wenn wir zunächst noch vom Endpunkt des Tazara-Trains in Kapiri Mposhi nach Lusaka eine ungemein unbequeme und nervige Busfahrt von rund 4 Stunden hinter uns bringen mussten.

Einmal in Lusaka angekommen, konnten wir direkt die ersten Eindrücke von Sambia sammeln – und diese waren durchaus überraschend. Lusaka ist ganz im Gegensatz zu Daressalam oder Nairobi nicht diese riesige chaotische Stadt, aus der man nur schnellstmöglich wieder raus will (auch wenn Nairobi in Kenia durchaus enorm viel im Umland zu bieten hat), sondern hat nur ein kleines geschäftiges Zentrum, ist ansonsten aber relativ entspannt und gut zu erkunden – auch wenn es keine großen Sehenswürdigkeiten in Lusaka gibt.

Wir waren in der Gegend rund um die EastPark Mall untergebracht und fühlten uns hier ausgesprochen wohl. Zudem unternahmen wir den einen oder anderen Ausflug ins Grüne, vor allem in Richtung Leopard Hills und Monkey Pools.

Impressionen und Eindrücke aus der Hauptstadt von Sambia, Lusaka

Geheimtipp an der Simbabwe-Grenze: der Zambezi River

Die Ruhe in Lusaka hält aber nur so lange an, bis man sich in Richtung Busbahnhof begibt. Egal zu welcher zentralen Bus-Station (Lusaka hat mehrere, u.a. den Lumumba Bus Terminal und den Lusaka Intercity Bus Terminus) Ihr geht, hier ist Chaos und Action angesagt – deutlich mehr, als wir es in anderen Ländern Afrikas wahrnahmen.

Vor allem bei unserer Fahrt an die Grenze Simbabwes nach Chirundu benötigte es einiges an Geduld und das wirklich konsequente Abweisen jedes freundlichen „Helfers“, um die Bus-Station in Lusaka zu bewältigen. Letztendlich landeten wir in einem Langstreckenbus nach Harare, konnten aber in Chirundu aussteigen und bezahlten auch nur bis dorthin.

Bus Lusaka nach Livingston

Sobald wir jedoch im Bus saßen, konnten wir uns auf das bevorstehende Abenteuer am Lower Zambezi River freuen – auch wenn wir zu diesem Zeitpunkt nicht wussten, welch spektakuläres Erlebnis uns erwarten sollte.

Ziel war das Village Fig River Camp in der Nähe von Chiara, direkt am Sambesi-Fluss. Das neu erbaute Glamping-Camp ist wunderschön angelegt und bietet eine Ruhe und Idylle, die seinesgleichen sucht. Hinzu kommen die tollen und geräumigen Glamping-Zelte, in denen es sich extrem wohlfühlen lässt. Nicht zuletzt ist auch der unglaublich persönliche Service im Village Fig River Camp zu erwähnen, denn Security, Koch und Helfer sind im Prinzip nahezu für einen exklusiv da.

Das beeindruckende Safari-Camp am Lower Zambezi River, das Village Fig River Camp in Sambia

Und das alles für einen Preis von 50 USD pro Nacht – das war schon ein unglaubliches Safari-Camp Schnäppchen mitten in Afrika. Selbst wenn der Preis in Zukunft auf 100 USD pro Nacht steigen würde, wäre es immer noch jeden einzelnen Dollar Wert.

Das beeindruckende Glamping am Lower Zambezi River, das Village Fig River Camp in Sambia

Wir genossen hier also jede Sekunde und machten unglaublich tolle Erfahrungen auf dieser Station unserer Sambia-Reise. Hinzu kam die tolle Sambesi-Safari, die wir hier auf dem Fluss unternahmen und dabei Flusspferde und Krokodile in Hülle und Fülle beobachteten – eine der günstigsten Safaris in Afrika.

Beobachtung der Flusspferde auf einer Safari in Sambia

Hinzu kam während dieser ganz speziellen Safari in Sambia ein Stopp auf einer der zahlreichen Inseln des Sambesi Rivers – mit einer wundervollen Aussicht auf diese atemberaubende Naturkulisse.

Fluss-Safari in Sambia auf dem Lower Zambezi River

Diesen je nach Zeitbudget zwei bis dreitägigen Abstecher (wir blieben 2 Nächte) können wir Euch für Eure Rundreise in Sambia wärmstens empfehlen. Es bietet sich entweder als Wochenendausflug von Lusaka an oder als Stopp auf dem Weg von Lusaka nach Harare.

Ausführliche Details zum Village Fig River Camp

Mehr Informationen zum Unteren Sambesi, dem Lower Zambezi National Park sowie dem Village Fig River Camp findet Ihr hier in diesem ausführlichen Artikel.

Hier könnt Ihr die aktuellen Preise & Verfügbarkeiten für das Safari Camp (~) ansehen.

Die bequemste Busfahrt Afrikas: von Lusaka nach Livingstone

Vom Village Fig River Camp am Lower Zambezi ging es für uns wieder zurück nach Lusaka, wo wir noch 3 Nächte im entspannten und empfehlenswerten Natwange Backpackers (~) blieben, ehe es für uns weiter ging in Richtung Livingston.

Hierbei stand für uns abermals die „Bewährungsprobe“ am Intercity Bus Terminus von Lusaka an – diesmal allerdings wesentlich entspannter und super bequem, da wir bereits wussten, welchen Bus und welche Busgesellschaft wir ansteuern wollten.

United Bus Company Zambia (UBZ) wurde uns für den Bus von Lusaka nach Livingston empfohlen und in der Tat handelt es sich hierbei wohl um eine der besten Busgesellschaften in Sambia. Die rund 8 Stunden verbrachten wir sehr komfortabel in einem modernen Reisebus, der mit aufmerksamen Personal, begrenzten Stops, guten Filmen und einer sauberen Toilette an Bord überzeugte – alles keine Selbstverständlichkeiten bei Fernstreckenbussen in Afrika.

Bus Lusaka nach Livingston

Wollt Ihr also auch von Lusaka nach Livingston mit dem Bus fahren, können wir Euch UBZ für Euren Sambia-Urlaub sehr empfehlen.

Die Victoriafälle in Sambia

Ziel war Livingston, Sambias Hauptort wenn es um den Tourismus an den Victoria Wasserfällen geht. Das kleine Örtchen ist durchaus gemütlich für einige Tage, denn hier gibt es Bars, kleinere Restaurant und auch das eine oder andere Lädchen. Dennoch würde ich nicht sagen, dass Livingston überaus touristisch ist. Der Tourismus in Sambia ist einfach überall recht entspannt. Zudem gibt es auch in der Umgebung bis auf die Victoria Falls jetzt nicht so unglaublich viel zu entdecken, sodass es auch nicht der klassische Ort ist, wo man 1-2 Wochen bleibt – auch wenn der Chobe Nationalpark in Botswana sowie der Mosi-oa-Tunya Nationalpark nahe Livingston mit spannenden Safaris auf Euch warten.

Auch bei den Victoria Falls, der Haupt-Sehenswürdigkeit von Sambia, merkt man, dass es generell in Sambia recht ruhig zugeht. Das Besucheraufkommen hier ist wesentlich geringer als auf der gegenüber liegenden Seite, den Victoria Falls in Simbabwe.

Der Eintritt zu den Viktoriafällen kostet in Sambia 20 USD und beinhaltet zahlreiche Wanderwege zum Oberlauf des Flusses, zu den Aussichts- und Panoramapunkten sowie in den Boiling Pot, den Unterlauf des Flusses. Gerade bei letzterem bekommt man auch ein gutes Gefühl für die Dimensionen dieser einzigartigen Schlucht, die sich nach den Viktoriafällen formt.

Blick vom Zambezi River auf die Victoria Falls Brücke auf der Seite Sambias

Natürlich sind die Victoria Falls in Sambia ein Pflichtprogramm, wenn ihr Livingston besucht. Die Ausblicke sind absolut spektakulär und die Kraft der Natur überwältigend. Die Gischt, die hier nach oben steigt, ist mehr als alles, was man sich vorstellen kann – zumindest wenn man vorher noch nicht an den Niagarafällen oder den Iguazu-Wasserfällen war. Zudem ist sind die Viktoriafälle in Sambia deutlich günstiger als jene in Simbabwe, wo Ihr mittlerweile sportliche 50 USD löhnen müsst.

Der beeindruckendste Wasserfall in Sambia: die Victoriafälle in Livingston

Unsere kompletten Eindrücke und Erfahrungen zu den Victoria Falls findet Ihr hier im Artikel, ebenso, wie Ihr am besten von Livingston zu den Victoria Falls kommt.

Oberlauf des Flusses an den Victoria Falls, Sambia

An den Victoria Falls gibt es auch eine Reihe verschiedenster Aktivitäten, sodass man problemlos mehrere Tage in Livingston füllen kann.
Hier im ausführlichen Reiseblog-Bericht zu den Victoria Falls habe ich Euch die spannendsten Aktivitäten, Touren und Abenteuer zusammengefasst – im folgenden Widget findet Ihr ebenfalls eine Auswahl.

Seid Ihr auf extrem schmalem Budget unterwegs und reist ohnehin nach Simbabwe weiter, könnt Ihr rein theoretisch auch den Besuch des offiziellen Teils der Victoria Fälle weglassen, denn bei der Grenzüberquerung von Livingston nach Victoria Falls überquert Ihr zu Fuß und völlig kostenlos die Victoria Falls Bridge, von der aus Ihr den vielleicht spektakulärsten Blick auf die Viktoriafälle genießen könnt – teils deutlich besser als von den offiziellen Besuchspunkten in Sambia und Simbabwe.

Ausblick von der Victoria Falls Bridge auf die Viktoriafälle

Mehr Informationen zur Victoria Falls Bridge und zum Grenzübergang Victoria Falls findet Ihr hier im Artikel, inkl. den Dokumenten und Visa, die Ihr für Sambia und Simbabwe benötigt.

Für uns war die Grenzüberquerung hier sehr einfach, sodass wir unsere Sambia-Reise mit diesem spektakulären Ausblick abschließen und neue Abenteuer in Simbabwe in Angriff nehmen konnten.

Der Busbahnhof in Lusaka mit Bussen nach Bulawayo und Harare

Weitere Reiseziele in Sambia

Mit diesen 3 Stationen – Lusaka, Livingston und der Lower Zambezi National Park – war unsere kleine Rundreise in Sambia beendet, doch das bedeutet nicht, dass wir im Land bereits alles gesehen haben. Es gibt noch weitaus mehr Reiseziele in Sambia, die während dieses Aufenthalts logistisch oder zeitlich einfach nicht zu machen waren und die wir uns für unseren nächste Reise aufheben. Um Euch im Rahmen dieses Sambia-Reiseberichts jedoch noch einige weitere Ideen zu geben, möchte ich einige dieser Reiseziele gerne hier noch kurz erwähnen.

Das vielleicht spannendste off-the-beaten-track Reiseziel in Sambia ist der South Luangwa National Park. Hier kann man die vielfältigsten und umfangreichsten Safaris in Sambia erleben und zudem unglaublich nahe in die Natur eintauchen.

Die Logistik für den South Luangwa National Park ist jedoch nicht ganz einfach. Ab Lusaka braucht man mit dem eigenen Fahrzeug rund 8-9 Stunden, mit dem öffentlichen Bus ist es innerhalb eines Tages eigentlich nicht zu schaffen. Natürlich sind Fly-In Safaris machbar, doch diese sind entsprechend teuer.

Wer es dennoch den South Luangwa National Park individuell und auf eigene Faust entdecken möchte, kann dies am besten in Kombination mit Malawi planen und nimmt dann als Ausgangspunkt Chipata. Entsprechende Unterkünfte im South Luangwa National Park finden sich dann hier (~) relativ einfach, auch das Preisniveau ist in der Regel in Ordnung.

Auch der Kafue National Park ist ein weiteres spannendes Reiseziel in Sambia. Dieser befindet sich ganz grob auf halbem Weg zwischen Lusaka und Livingston, ist allerdings nur bedingt praktisch mit beiden Reisezielen zu kombinieren. Safaris sind hier ebenfalls möglich. Letztendlich entschieden wir uns aber gegen Kafue, weil es in der Regenzeit dann doch zu viele Hindernisse und ggf. unpassierbare Straßen gab. Wer für den Kafue National Park jedoch einen Kontakt sucht, dem kann ich die Nahubwe Safari Lodge (nahubwesafarilodge (at) gmail (dot) com) sehr empfehlen. Hier hatte ich eine sehr gute, zielführende und ehrliche Kommunikation mit fairen Preisen und letztendlich auch der sehr hilfreichen Empfehlung, dass eben die Regenzeit ein wenig schwieriger ist.

Nicht zuletzt gibt es in Sambia auch enorm viele und spannende Wasserfälle – zusätzlich zu den Victoria Falls. Diese befinden sich vor allem im Norden des Landes und sind daher extrem weit von Lusaka und Livingston entfernt. Gerne hätten wir hier einige erkundet, doch der Norden Sambias ließ sich mit dem Tazara-Train nur schwer kombinieren, zumindest wenn man die gesamte Strecke fahren möchte. Vielmehr bietet sich der Norden Sambias in Kombination mit Malawi sowie dem Westen Tansanias an, hier vor allem mit der Reise entlang des Tanganjikasees.

Exkurs: Essen in Sambia

Wie bereits in einigen anderen Reiseberichten hier bei My Travelworld, möchte ich auch hier in diesem Reisebericht Sambia einige Erfahrungen zum Essen teilen – und diese sind nahezu zum ersten Mal in einem Land negativ, mit Ausnahme vielleicht von Timor-Leste, wo die Verpflegung aufgrund von Armut, fehlender Landwirtschaft und mangelnder Importe auch ziemlich extrem war.

Hier beim Essen in Sambia mögen die eben beschriebenen Gründe von Timor-Leste nicht unbedingt zutreffen, aber einfach und gerade für uns Vegetarier/Pescetarier (obwohl wir eigentlich auch Fisch essen) schwierig war es trotzdem. Der Grund war, dass jegliches Straßenessen im Prinzip aus den selben Zutaten bestand:
– Nshima (in Kenia und Tansania Ugali genannt), eine nach nichts schmeckende Masse aus Mehl und Wasser, die erst durch eine gute Soße richtig lecker wird
– grünes spinatartiges Gemüse, was selbst uns als Vegetarier, die eigentlich viel „Grünzeug“ essen, zu bitter war und nahezu ungenießbar schmeckte
– Fleisch mit Soße in den verschiedensten Formen

Fisch oder andere Gemüsearten, ebenso wie Reis, war meistens Fehlanzeige. Einzig in Lusaka ließ sich ab und an mal ein Stück Fisch finden, aber auch das war oft trocken und nicht wirklich lecker.

Typisches Essen in Sambia - Nshima mit Gemüse und Fisch

Aus diesem Grund gab es für uns beim Straßenessen in Sambia wirklich nichts zu holen – ähnlich wie in Simbabwe, wo sich das gleiche Bild bot. Selbst mit niedrigstem Anspruch (in der Regel tun es für uns auch Reis, Bohnen und Salat oder andere einfache Alternativen wenn es in einem Land sehr fleischlastig zugeht) ließ sich nichts Sinnvolles zusammenstellen. Nshima und das Bittergemüse in Kombination war einfach keine Option.

Zu unserem großen Glück war Sambia (im Vergleich zu Tansania beispielsweise) jedoch mit sehr guten Supermärkten ausgestattet, die stets über eine Deli-Theke verfügten. Vor allem die Shoprite-Supermärkte hatten oft ein großes Angebot an frischen Mahlzeiten, darunter Reis, Kartoffeln, Fisch, verschiedene Salate, Sandwiches und vieles mehr – und dies zu wirklich günstigen Preisen, was bei derartigen Deli-Theken ja nicht unbedingt selbstverständlich ist.

Aus diesem Grund fanden wir unser Essen in Sambia oft im Shoprite – und das war in der Regel auch relativ lecker. Nicht ideal, weil es nicht die typische Essenskultur widerspiegelt, aber eine gute Lösung, denn irgendwie muss man sich ja auf Reisen ernähren.

Karte von Sambia

Fazit

Sambia war für uns eher eine Durchgangsstation auf dem Weg von Kenia und Tansania in Richtung Süden gen Mosambik. Trotzdem konnten wir hier einige spannende Highlights einsammeln, u.a. die spektakuläre Erfahrung rund um den Lower Zambezi National Park und das Village Fig River Camp sowie natürlich die Victoriafälle in Livingston. Auch Lusaka war gar nicht mal so schlecht und vor allem als kleiner Transitpunkt für ein paar Tage interessant.

Es gibt mit Ausnahme der Victoria Wasserfälle sicher nicht die ganz großen Sehenswürdigkeiten in Sambia, doch die Nationalparks sind allemal interessant – und vor allem weitaus weniger touristisch und teils deutlich günstiger als im benachbarten Tansania, wenngleich auch schwerer zu erreichen.

Für uns ging es anschließend nach Simbabwe weiter, zu dessen Reise Ihr unsere Erfahrungen hier im Reisebericht Simbabwe nachlesen könnt.

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich um die 70 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Von 2015 bis 2019 habe ich in der Dominikanischen Republik gewohnt - die Karibik hat es mir sehr angetan - und habe das Land ausgiebig abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkundet. Seit einigen Monaten bin ich nun als Digitaler (Halb-)Nomade unterwegs und entdecke die Welt, wobei sich meine Home Base weiterhin in der "DomRep" befindet. Für Fragen und Feedback freue ich mich über Eure Kontakt-Aufnahme - am besten per Kommentar unter den jeweiligen Artikel, da es hier auch gleich anderen hilft.
Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite.
Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen:
1. Persönliche Reiseberatung und individuelles Coaching
2. Spar-Tipps & Gutscheine für Eure Hotelbuchungen
3. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben
4. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat
5. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps
Vergesst auch nicht, Euch hier für meinen Newsletter einzutragen.

2 KOMMENTARE

  1. Hallo Chris, Danke für deinen spannenden Eindrücke zu Sambia, das vermutlich kaum jemand auf der Afrika-Reisekarte hat. Das Essensthema hatte ich erwartet und gerade in Ländern, die ggf. noch nicht vollends touristisch erschlossen sind, ist das Angebot begrenzt. Du hast das beste daraus gemacht. Ein Vorteil sind mit Sicherheit die günstigen und gleichzeitig „leeren“ Nationalparks. Das lohnt sich bestimmt.

    • Hallo Christina,
      ja, Sambia war essenstechnisch schon speziell, aber am Ende war ja alles gut. Eine Reise nach Sambia lohnt sich auf jeden Fall und wie du sagst, die Nationalparks sind hier noch sehr leer und unentdeckt.
      LG, Chris

HINTERLASSE EINEN KOMMENTAR

Bitte einen Kommentar eingeben
Bitte Name eintragen