Wow, Tokio! Eigentlich sind wir keine Städtetouristen sondern vor allem Abenteurer und Naturliebhaber, aber Tokio (und Japan insgesamt) hat uns einfach in seinen Bann gezogen. Die Mega-Stadt mit seinen 14 Millionen Einwohnern – in der Metropolregion sind es sogar 33 Millionen – hat so enorm viel zu bieten, dass wir auch nach mehr als 1 Woche in Tokio und Umgebung das Gefühl haben, nur einen klitzekleinen Bruchteil gesehen zu haben. Dennoch konnten wir uns in unseren 10 Tagen Tokio einen guten Überblick über die Sehenswürdigkeiten verschaffen und unternahmen zudem auch zwei super spannende Abstecher in das Umland (ca. 2 Stunden von Tokio entfernt), wo wir jeweils 2 Nächte blieben. Trotzdem konnten wir nur einen Bruchteil von dem erkunden, was der Großraum Tokio für eine Reise zu bieten hat. Kommt also mit auf diesen Erfahrungsbericht im Stile eines klassischen Reiseblogs – Erzählungen, Erfahrungen und unsere persönlichen Highlights.
Reisezeitraum: October 2023
Geschrieben: Juli 2026
Veröffentlicht: August 2026
>> Zu allen anderen Reiseberichten hier auf dem Blog
>> Zum Bericht über den Chichibu National Park & dem Mitsumine-Schrein
>> Zu unseren Eindrücken vom Mt. Fuji Ausblick (Kawaguchiko-See & Fujikawaguchiko)
>> Zu den Preisen in Japan sowie Kosten für einen Japan-Urlaub (folgt)
>> Zu unseren Unterkünften in Japan (folgt)
Inhalt dieses Reise-Artikels
Anreise nach Tokio
Da wir uns zum Zeitpunkt unserer Tokio-Reise bereits seit fast 2 Jahren auf Weltreise befanden, reisten wir nicht klassisch aus Deutschland an, sondern von Las Vegas aus (via Los Angeles mit American Airlines). Unsere Ankunft erfolgte am international gesehen „kleineren“ (wobei „klein“ bei 85 Millionen Passagieren jährlich auch dezent untertrieben ist) Tokio Haneda Airport, der stadtnäher gelegen ist und rund 75% der Passagiere auf nationalen Verbindungen befördert. Der international gesehen größere Tokio Narita-Airport hat „nur“ rund 43 Millionen Passagiere jährlich, davon jedoch rund 95% auf internationalen Routen.
Kommt Ihr von Deutschland aus nach Tokio, gibt es die Möglichkeit für Direktflüge nach Tokio-Haneda und Tokio-Narita. Lufthansa fliegt aktuell nach Tokio-Haneda (von Frankfurt und München), All Nippon Airways fliegt ebenfalls von Frankfurt und München nach Tokio-Haneda. Japan Airlines fliegt von Frankfurt nach Tokio-Narita. Direktflüge sind oft nicht günstig und alles unter 1000 Euro ist im Prinzip ein Schnäppchen.

Alternativ könnt Ihr natürlich auch – so wie wir von den USA aus, bei Euch eben nur von Europa startend – Umsteigeflüge nehmen, die oft im Preis deutlich günstiger sind. Finnair via Helsinki ist eine Option, Singapore Airlines über Singapur, Thai Airways via Bangkok oder die omnipräsenten Golf-Airlines über ihre Drehkreuze im Mittleren Osten. Es lohnt sich, hier die Preise zu vergleichen, da oft Ersparnisse von mehreren hundert Euro möglich sind.

Vom Flughafen in die Stadt und ins Umland
Vom Flughafen Haneda/Narita nach Tokio-Stadt
Zu welchem Flughafen Ihr letztendlich fliegt, ist eher zweitranging. Zwar ist Haneda minimal schneller und günstiger (rund 6-7 USD für ein Metro-Ticket, von Tokio-Narita in die Stadt kostet es rund 9-10 USD), doch am Ende sollte das günstigere Flugticket entscheiden. So landeten wir zwar am Flughafen von Tokio-Haneda, flogen aber vom Tokio Narita-Airport wieder ab (auf die Philippinen mit Cebu Pacific).
Eure erste Wahl für den Weg vom Flughafen ins Zentrum ist definitiv die Metro bzw. der Zug, denn Taxis sind vor allem vom Flughafen Narita (ab 100 Euro) extrem teuer. Ab Haneda ist es günstiger (ca. 50 Euro), dennoch um ein Vielfaches teurer als ein Zugticket.
Vor der Orientierung in Tokio graute es mir zuerst etwas, denn solch eine Mega-Stadt zu erkunden, wenn man keinen Deut die Sprache lesen kann, ist durchaus nicht immer einfach. Doch glücklicherweise stehen alle Stationen und Richtungen auch in englischer Sprache geschrieben, sodass man sich wirklich gut zurechtfindet. Auch die unterschiedlichen Tarifsysteme sind nach einiger Zeit zu verstehen, zumindest für den lokalen Verkehr.
Kommt Ihr am Flughafen in Tokio an, egal ob Narita oder Haneda, sollte Euer erster Schritt der Kauf einer Suica-Karte sein. Diese bekommt Ihr an entsprechend gekennzeichneten Automaten zwischen Flughafen und Airport. Die Karte ist kostenlos und wiederaufladbar. Für den Start könnt Ihr sie problemlos mit 2000 JPY aufladen – es ist sehr wahrscheinlich, dass Ihr diesen Betrag aufbrauchen werdet, da in Tokio im Prinzip alles per Metro läuft.
Sobald Ihr die Tokio Suica Card (auch Suica Welcome Card genannt) habt, müsst Ihr eigentlich nur den Schildern in Richtung Tokio-Zentrum (zum Beispiel Asakusa) folgen. Die Metro bzw. der Zug (der Übergang zwischen beiden Fortbewegungsformen ist in Tokio fließend) fahren im Schnitt aller 5-10 Minuten zwischen 05:00 und Mitternacht.

Geht Ihr in Richtung Bahnsteig, haltet Ihr einfach Eure Karte an das Eingangsterminal. Der aktuelle Kontostand wird Euch stets angezeigt. Am Zielort geht Ihr ebenfalls durch die Schranke/Toren und haltet Eure Karte erneut ans Terminal. Euch wird nun der abgebuchte Betrag (je nach Distanz) sowie das verfügbare Restguthaben angezeigt.
| My Travelworld Tipp |
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| Macht Euch am besten ein Foto oder ein Screenshot vom englischsprachigen Metro-Netz in Tokio. Somit findet Ihr auch unterwegs wesentlich schneller, wo Ihr hinwollt. |
Die Preise für eine Metrofahrt im Stadtgebiet bewegen sich in der Regel zwischen 150 und 350 JPY, also rund 1-2 Euro. Angesichts des sehr zuverlässigen Metro-Systems ist dies sehr günstig.

Wollt Ihr nicht mit der Metro fahren oder seid Ihr es generell gewohnt, dass Euch jemand vom Flughafen abholt, bietet sich ein vorgebuchter Flughafen-Transfer an. Hier findet Ihr eine Auswahl guter Flughafen-Taxis, sowohl für Haneda als auch für Narita (~), wobei man sagen muss, dass Taxis in Japan generell recht teuer sind.
Mehr zu den Transportkosten findet Ihr auch hier im Artikel, wo ich der Frage nachgehe, ob Tokio teuer ist (Artikel folgt).
Mit dem Mietwagen vom Flughafen ins Umland
Anders sehen die Möglichkeiten aus, wenn Ihr gar nicht in die Stadt, sondern vor allem das Umland erkunden wollt. Zwar ist auch dies mit dem ÖPNV möglich, wie Ihr weiter unten im Reisebericht Tokio lesen könnt (u.a. fuhren wir mit Zug und Bus nach Fujikawaguchiko sowie in den Chichibu National Park), doch flexibler seit Ihr definitiv mit einem Mietwagen. Mietwagen in Tokio könnt Ihr bereits ab 30 Euro buchen .
Entscheidet Ihr Euch für einen Mietwagen, ist jedoch ein Fakt besonders wichtig.
In Japan ist eine japanische Übersetzung Eures deutschen Führerscheins Pflicht. Der internationale Führerschein reicht NICHT.
Das Problem hierbei: die offizielle Website des japanischen Automobilclubs (JAF) zur Beantragung einer japanischen Übersetzung ist nicht aus dem Ausland erreichbar, sondern nur aus Japan. Schön doof! Zudem wurden die JAF-Büros in Japan für den Besucherverkehr geschlossen. Aus diesem Grund seid Ihr hier – es sei denn Ihr versucht es über japanische VPNs – auf Drittanbieter angewiesen.
Eine lokale deutschsprachige Agentur für die Führerschein-Übersetzung ist One Click Japan (~) (mit Sitz in Japan). Das wirklich sympathische Kleinunternehmen bietet Euch die komplette Abwicklung vor Eurer Urlaubsreise an, sodass Ihr die japanische Übersetzung des Führerscheins bereits vor Eurer Reise organisieren und abschließen könnt. Die japanische Übersetzung erhaltet Ihr dann per Selbstdruck bei Anreise im japanischen Supermarkt (7-Eleven & Co.), Hotelzustellung oder Versand nach Deutschland. Ihr zahlt den offiziellen JAF-Preis + eine Service-Gebühr.
Fahrt Ihr schließlich mit Eurem Mietwagen in Japan, benötigt Ihr stets die folgenden 3 Dokumente:
– Euren deutschen Führerschein
– Die offizielle japanische Übersetzung
– Euren Reisepass zu Identifikationszwecken.
Die Übersetzung ist anschließend für mehrere Japan-Reisen gültig, insofern Ihr weiterhin den selben deutschen Führerschein nutzt.“
Die gleichen Regelungen gelten übrigens auch für Schweizer, die nach Japan reisen möchten. Nur für Österreicher reicht ein normaler internationaler Führerschein ohne japanische Übersetzung.
Unterkunft in Tokio
Insgesamt hatten wir während unserer Japan-Reise 4 verschiedene Unterkünfte – alle im Großraum Tokio. Zwei davon mehr oder weniger im Zentrum und zwei davon rund 2 Stunden außerhalb von Tokio (in Fujikawaguchiko nahe dem Kawaguchi-See zur Beobachtung des Mount Fuji sowie in Mitsuminegushi im Chichibu Tama-Kai National Park).
Wichtigstes Kriterium bei der Wahl der Unterkunft in Tokio ist meines Erachtens eine Metro-Station in der Nähe – somit seid Ihr immer schnell an nahezu jedem Ort. Ein strikt definiertes Zentrum gibt es in Tokio unseren Erfahrungen nach nicht, vielmehr sind es viele kleinere lokale Zentren, die Ihr erkunden könnt. Im Zweifel seid Ihr aber rund um Asakusa, der Ginza-Metro-Station, dem Tokio Tower oder den beiden großen Bahnhöfen Shinjuku und Shibuya gut aufgehoben – an all diesen Punkten befinden sich jeweils zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Zudem sind dies auch Knotenpunkte für den öffentlichen Nahverkehr in und um Tokio.

Als zusätzliches Kriterium diente uns natürlich auch noch der Preisfaktor, denn Japan ist deutlich teurer als die typischen Weltreise-Länder, zum Beispiel jene in Zentralamerika, Südamerika, Ostafrika oder Südostasien (auch wenn Japan letztendlich günstiger war als gedacht). Immerhin schafften wir es, alle 4 genannten Unterkünfte in Japan für unter 50 USD pro Nacht pro Zimmer zu buchen – und das, obwohl alles wirklich schöne Unterkünfte mit Charakter und Flair waren, oft in Top-Lage, oft im japanischen Stil. Seid Ihr ebenfalls mit einem etwas geringeren Budget unterwegs, sei Euch daher empfohlen, Eure Unterkünfte in Tokio auf jeden Fall vorzubuchen. Auch wenn die Buchungsplattform Agoda (~) in Asien relativ stark ist, buchten wir letztendlich alle 4 Hotels und Gästehäuser bei Booking.com (~), da es hier einfach die beste Auswahl und die besten Preise gab.
Unterkünfte in Japan buchen (~)
Unsere erste Unterkunft, das unspektakuläre Juyoh Hotel (allerdings machten wir hier erstklassige Erfahrungen in den lokalen Restaurants der Umgebung) war rund 10 Minuten zu Fuß vom Bahnhof Minami-Senju und 20 Minuten zur Asakusa-Gegend und dem dortigen Asakusa-Schrein (siehe Details weiter unten) – einer der Haupt-Sehenswürdigkeiten von Tokio – entfernt, die zweite Unterkunft, das wunderbar moderne Wise Owl River Hostel, rund 5 Minuten von der Metro-Station Honjo-Azumabashi und rund 15 Minuten von der lebhaften Asakusa-Gegend mit seinen zahlreichen Restaurants und Verkaufsständen. Mehr zum einzigartigen Essen von Japan findet Ihr auch weiter unten hier im Reisebericht Tokio.

Internet in Japan und Tokio
Da wir – wie Euch als treuen Leser von My Travelworld vielleicht bekannt ist – oft unterwegs arbeiten, besorgen wir uns in der Regel in jedem Land auch eine SIM-Karte. Diese sind in Japan jedoch nicht so super günstig (meist 25-30 USD für relativ wenige GB) und waren am Flughafen nochmal ein bisschen teurer. Zudem fanden wir auch in der Umgebung unserer ersten Unterkunft nicht direkt einen Telekommunikationsanbieter. Da wir ziemlich schnell merkten, dass es an nahezu jeder Metro-Station sowie in vielen Läden freies Internet gab und auch unsere Unterkünfte in und um Tokio stets einwandfreies und schnelles Internet zur Verfügung hatten, kamen wir letztendlich auch super gut ohne eine SIM-Karte in Japan aus.
Allerdings würden wir Euch als Backup auf jeden Fall eine eSIM für Japan empfehlen. Diese sind mittlerweile sehr günstig und ideal, wenn Ihr auch unterwegs online sein wollt.
Unsere Erfahrungen in Tokio
Soviel zur Organisation und Vorabplanung unserer Tokio-Reise – ich hoffe, dass hierbei für jeden Japan-Neuling einige hilfreiche Reisetipps dabei waren. Nun möchte ich konkret auf unsere Erlebnisse und Entdeckungen in Tokio eingehen.
In Tokio verbrachten wir insgesamt 2×3 Nächte, wobei wir es – wie immer auf unseren Reisen – relativ ruhig angingen ließen.
Kostenfreie Stadtführung in Tokio
Wie (fast) immer einer unserer ersten Anlaufpunkte in einem neuen Land war eine Free Walking Tour, die es mittlerweile in so vielen Städten gibt. Zuletzt waren wir in Skopje (Nordmazedonien) und in Maputo (Mosambik) bei einer derartigen kostenlosen Stadtführung unterwegs, diesmal also eine Free Walking Tour in Tokio. Entgegen den beiden letztgenannten Beispielen war die Tour in Tokio mit „Localized Tokio“ leider nicht der unbedingte Renner, da unser Guide doch recht trocken seinen Stiefel heruntererzählte. Auch war die Free Walking Tour in Tokio relativ kurz und hatte nur wenig Spektakuläres oder Erinnernswertes zu bieten.

Wir waren auf der klassischen Free Walking Tour Tokio unterwegs, die am Akihabara-Bahnhof startet und am Ueno Park endet. Letzterer ist vor allem für die umwerfende Farbentracht während der Kirschblüte bekannt, die jedes Jahr im Frühling stattfindet und weite Teile Japans rosa färbt.

| My Travelworld Tipp |
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| Die beste Metro-Station für diese Gegend ist Akihabara. |
Rund um den Ueno Park
Immerhin konnten wir sowohl während der kostenlosen Stadtführung Tokio als auch anschließend auf eigene Faust die ersten Erfahrungen der interessanten Religionsvielfalt Japans sammeln. So besuchten wir u.a. den Kanda Myojin, ein beliebter Schrein für Zukunftswünsche, als auch den Ueno Tosho-gu, ein besonders schön im Ueno Park gelegener Shinto-Schrein.


Direkt daneben befindet sich auch die wunderschöne fünfstückige Pagode des Kan’ei-ji Tempels.

| My Travelworld Tipp |
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| Die beste Metro-Station für diese Gegend ist Ueno. |
Night Market Ameyoko / Okachimachi
Ein großer Vorteil der Stadtführung war, dass wir während der Tour eher zufällig auch den Markt nördlich der Metro-Station Okachimachi passierten – eine lebendige Gegend, die allerlei Street Food und Marktstände bietet. Vor allem abends verwandelt sich diese Zone in einen lebhaften Night Market wie aus dem Bilderbuch – genauso wie man sich Asien vorstellt, wobei das klassische Bild eher auf Südostasien zutrifft.

Es war somit fast selbstverständlich, dass wir am Abend hier zum Ameyoko zurückkehrten und uns am Street Food in Japan probierten. Zwar war unsere Wahl hier nicht ganz optimal und inkludierte ungewollt viele frittierte Sachen, doch die Auswahl hier war so riesig, dass jeder etwas leckeres finden sollte. Denn, wie Ihr weiter unten im Reisebericht Tokio nachlesen könnt, das Essen in Japan ist unglaublich lecker – und günstig.

Hier am Ameyoko Night Market wurden wir (2 Personen) für insgesamt 8 USD mehr als satt.
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| Die beste Metro-Station für diese Gegend ist Okachimachi. |

Asakusa-Gegend
Eine Gegend, die ebenfalls unglaublich viel an Essensmöglichkeiten zu bieten hat – wenngleich eher in Restaurant-Form – sind die Straßen südlich des Asakusa-Schreins, wobei hier eher Restaurants an der Tagesordnung sind. Interessant ist, dass trotz des stark touristischen Einschlags dieser Gegend die Restaurants dennoch enorm humane Preise anbieten.
Unter anderem besuchten wir hier ein klassisches Rolling Sushi mit Laufband sowie eine der typischen Okonomiyaki und Monjayaki-Restaurants, an denen direkt am eigenen Tisch gegrillt wird. Selbst diese personalintensive und persönliche Art des Restaurant-Erlebnis war für deutlich unter 10 Euro möglich.

Natürlich könnt Ihr diese Art der Erlebnisse auch in anderen Teilen Tokios erleben, die Asakusa-Gegend soll hierfür nur als Beispiel stehen.
Doch auch tagsüber ist Asakusa unbedingt einen Besuch wert – vor allem wegen des Asakusa-Schreins. Hierbei handelt es sich um die einzige Sehenswürdigkeit in Tokio, wo wir wirklich viele Touristen gesehen haben – sowohl Japaner als auch internationale Touristen. Hier war schon arg viel los (trotz Wochentag), sodass hier nicht allzu viel von der Ruhe und Idylle, die solch ein Schrein und die danebenliegende Pagode ausstrahlen soll, übrig blieb.

Dennoch war der Anblick natürlich wunderschön, denn diese Kultur hat einfach etwas Anmutendes und Exotisches an sich. Gemeinsam mit den danebenliegenden Parkanlagen und den beeindruckenden Eingangsbögen ergeben sich wirklich tolle Motive, die man so – zumindest als Japan-Neuling – nicht gewohnt ist.

| My Travelworld Tipp |
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| Die beste Metro-Station für diese Gegend ist Asakusa. |
Tokyo Tower und Zojo-ji Tempel
Eine weitere spannende Sehenswürdigkeit in Tokio, die uns besonders gut gefiel, war der Zojo-ji Tempel, einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Tokio. Dieser ist ein bedeutender buddhistischer Tempel der Jōdo-Schule im Herzen von Tokio und wurde im 14. Jahrhundert gegründet, wenngleich seine Ursprünge bereits auf das 9. Jahrhundert zurückgehen. Er diente über Jahrhunderte als Familientempel des Tokugawa-Klan, weshalb sich dort mehrere Mausoleen der Tokugawa-Shōgune befinden. Heute ist der Tempel vor allem für seine historische Architektur, die Reihen kleiner Jizō-Statuen und den eindrucksvollen Kontrast zum benachbarten Tokyo Tower bekannt.

Interessant ist, dass dieser Tempel voll dem Buddhismus verschrieben ist. Demnach ist hier besonders das Innere des Zojo-ji Tempel interessant, in dem sich eine beeindruckende Buddha-Statue befindet.

Ebenfalls interessant ist der Kontrast, der sich beim Anblick des Zojo-ji Tempels von außen ergibt. Im Vordergrund der Jahrhunderte alte Tempel (wobei dieser zwischen 1873 und 1945 dreimal durch Brand oder Krieg zerstört wurde und anschließend wieder neu aufgebaut wurde), dahinter der funktionelle und von weither sichtbare Tokyo Tower in strahlendem Rot (welcher bei WhatsApp sogar ein eigenes Emoji besitzt) und nochmals dahinter einer der Wolkenkratzer Tokios, von denen es in Japans Hauptstadt enorm viele gibt. Ein stärkerer Kontrast in einem Foto ist wohl kaum möglich.

Auch die daneben liegende Gegend rund um Hamamatsucho ist enorm lebhaft und bietet viele Einkehrmöglichkeiten – ein weiterer Beleg, warum es in Tokio unserer Erfahrung nach kein klar definiertes Zentrum gibt.
Anschließend liefen wir noch einige hundert Meter weiter zum Takeshiba Pier und sahen eine schöne Sonnenuntergangskulisse.

| My Travelworld Tipp |
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| Die besten Metro-Stationen für diese Gegend sind Onarimon, Shibakoen oder Daimon. |
Sumida Riverside und SkyTree
Last but not least hatten wir auch noch einen schönen Spaziergang (+ zusätzlicher Jogging-Runde) entlang des Sumida River, der ebenfalls eine schöne Kulisse bietet. Hier lässt sich entspannt dem Großstadt-Treiben entfliehen und ein bisschen die Aussicht genießen.

Sogar eine explizit ausgeschriebene Jogging-Strecke von 2 Kilometer gibt es hier, die unweit unserer zweiten Unterkunft in Tokio, dem Wise Owl River Hostel, begann.

Auch hat man von hier aus einen hervorragenden Blick auf den SkyTree, eines der höchsten Gebäude und Wahrzeichen Tokios.

| My Travelworld Tipp |
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| Die besten Metro-Stationen für diese Gegend sind Honjo-Azumabashi oder Asakusa. |
Erste Erfahrung in Tokio
Ein letztes persönliches Highlight soll im Rahmen unserer Erfahrungen in Tokio jedoch nicht fehlen: unser erstes Abendessen in einem original japanischen Restaurant in Tokio. Völlig neu in der Kultur wagten wir einen schüchternen Blick hinter einer der Schiebetüren und fanden ein kleines Lokal, welches sonst überwiegend von Einheimischen zum Mittagessen oder nach der Arbeit zum Abendessen besucht wird, die hier schnell und günstig ihre Udon-Suppe essen.
Entsprechend authentisch und urig war dieses kleine Lokal, wo wir uns typisch japanisch an einen niedrigen Tisch im Schneidersitz setzten. Mit Händen und Füßen – und einigen englisch-japanisch übersetzten Phrasen – konnten wir uns etwas vegetarisches zu Essen bestellen und bekamen zwei super leckere und große Udon-Suppen, die den Start unserer gastronomisch beeindruckenden Japan-Reise markieren sollten. Denn obwohl wir viel reisen und sonst in den meisten Ländern eher im Street Food-Bereich unterwegs sind (und auch gerne selbst kochen), waren wir in Japan ausschließlich zweimal am Tag in Restaurants essen – weil es so günstig und lecker war.

Dieses erste Restaurant war deswegen auch so bedeutend, weil es gleich am ersten Tag – nach einer Nacht am Flughafen und einem langen 12 Stunden-Flug – eine beeindruckende Demonstration japanischer Gastfreundschaft war.


Wer es auch aufsuchen möchte, findet es nahe dem Juyoh Hotel in der Straße 1 Chome-34-7 Kiyokawa unter dem Namen Tamachen.
Essen in Japan
Damit wären wir auch gleich beim Thema, was definitiv unseren kleinen Japan-Urlaub bestimmt hat: das Essen. Aufgrund des zu erwartenden höheren Preisniveaus in Japan – und der Annahme, dass Street Food hier nicht in der Form Südostasiens zu erwarten war und somit nur teure Restaurants als Option zur Verfügung stehen – hatten wir uns extra alle Unterkünfte in Japan mit Küche gebucht, sodass wir einfach ein paar Grundzutaten selbst einkaufen gehen und anschließend kochen können.

Doch genau das Gegenteil war der Fall. Wir nutzten kein einziges Mal die Gemeinschaftsküchen. Zum einen waren die Essenpreise in Japan enorm günstig, denn wir zahlten selbst in ordentlichen Sit-Down-Restaurants, in denen man in Deutschland locker 10 bis 20 Euro für ein Essen los wird, im Schnitt 5 Euro oder weniger. Selbst für ein cooles Okonomiyaki und Monjayaki-Erlebnis (ein spannendes Erlebnis in Japan), bei dem direkt am eigenen Tisch vom Chef gebraten wird, kostete uns pro Person nur 8 Euro.

Und es war nicht nur, dass das Essen für ein entwickeltes Industrieland sehr günstig war – es war auch extremst lecker. Es wird hier schon schwer, einen richtigen Superlativ zu finden, denn die Abwechslung, das Geschmackserlebnis und die Präsentation waren schon jedes Mal außergewöhnlich. Schon beim Aufstehen freuten wir uns auf das anstehende Mittag- und Abendessen und fanden stets enorm viele Optionen. Selbst im kleinsten Dorf in Japan gibt es in der Regel einen Soba-Laden, der die typischen Udon- und Soba-Speisen (typische japanische Nudelsuppen) für kleines Geld serviert. In Tokio war die Auswahl entsprechend überwältigend, sodass wir am liebsten gleich aller 200 Meter eingekehrt wären.

Im Rahmen dieses kleinen Reiseberichts Tokio müssen daher ein paar Bilder für die weiteren Eindrücke vom Essen in Japan reichen. Vielleicht kommt dann in Zukunft mal noch ein eigener Artikel hier im Reiseblog zu diesem Thema.

Übrigens, das Selbstkochen hatte sich nicht nur durch die verhältnismäßig günstigen Essenspreise erledigt, sondern auch durch die im Vergleich dazu relativ hohen Supermarktpreise. Vor allem Zutaten zum Kochen waren nicht günstig, fertiges semi-frisches Essen dem hingegen sehr preiswert. Es wird einem also leicht gemacht, die kulinarische Vielfalt in Japan zu genießen.

Tages- oder Mehrtagesausflüge ab Tokio
Wie schon oben im Reisebericht gesagt, verbrachten wir insgesamt 10 Nächte im Großraum Tokio – doch nur einen Teil davon übernachteten wir tatsächlich in der Stadt an sich. Wer sich für einen Tokio-Urlaub entscheidet, hat auch eine riesige Auswahl an Zielen für Tages- oder Mehrtagesausflüge, darunter Hakone, Yokohama, den Mt. Fuji, Akigawa Valley, Takao oder Chichibu – und definitiv noch einige mehr. Wir entschieden uns für jeweils 2 Nächte am Kawaguchi-See, der für den Blick auf den Mt. Fuji berühmt ist, sowie 2 Nächte im Chichibu-Tama-Kai-Nationalpark in der Nähe von Mitsuminegushi.
Mt. Fuji-Blick am Kawaguchikosee (Fujikawaguchiko)
Das kleine Städtchen Kawaguchiko sowie das danebenliegende Dörfchen Fujikawaguchiko sind rund 2 Stunden von Tokio entfernt. Wer wenig Zeit hat, kann dies als Tagesausflug während einer Tokio-Reise angehen, doch es empfiehlt sich schon mindestens eine Übernachtung, um die Gegend etwas genießen zu können und vor allem auch die Chancen drastisch zu erhöhen, jenen Blick des Mt. Fuji zu sehen, weswegen die meisten Besucher überhaupt erst zu diesem Ort reisen. Genau diesen hier:

Entscheidet Ihr Euch für einen Tagesausflug, findet Ihr hier interessante Ausflüge ab Tokio in die Mt. Fuji-Gegend für 1 Tag (~).
Wir blieben jedoch gleich 2 Nächte in der Gegend am schönen See.
Der Blick auf den Mount Fuji ist definitiv das dominierende Thema hier in Fujikawaguchiko. Besonders bei einer Runde um den See – entweder etwas länger zu Fuß oder idealerweise mit dem Fahrrad, welches in vielen Gasthäusern ausgeliehen werden kann – kann der Mount Fuji von verschiedenen Perspektiven aus bewundert werden. Auch wenn der Kawaguchiko-See von Bergen umgeben ist, ist die Straße rund um den See flach, sodass dies auch für nicht geübte Radfahrer kein Problem darstellt.

Bei der Seerunde solltet Ihr Euch vor allem den Oishi Park am Nordufer des Sees nicht entgehen lassen. Von hier habt Ihr, auch dank der verschiedenfarbigen Vegetation, den fotogensten Ausblick auf Japans berühmtesten Berg.

Doch es gibt noch einen Aussichtspunkt, der richtig spektakulär ist – und auch entsprechend populär und sehr gut besucht: die Chureito Pagode im Arakura Sengen Park. Von hier aus könnt Ihr den vielleicht berühmesten Ausblick auf den Mount Fuji nachempfinden – jener mit der roten Pagode und den rosagefärbten Kirschbäumen, wobei letzteres nur wenige Wochen im März oder April möglich ist. Doch auch ohne Kirschblüte ist der Ausblick von der Chureito Pagode auf Japans Mt. Fuji spektakulär, sodass sich schon (fast) alleine deswegen ein Tagesausflug ab Tokio nach Kawaguchiko lohnt.

Mehr Informationen und Bilder dieser schönen Landschaft findet Ihr auch im separaten Artikel über Kawaguchiko. Dort findet Ihr auch weitere Informationen zur Anreise nach Fujikawaguchiko, die am einfachsten und günstigsten per Bus ab Tokyo Station und Tokyo-Shibuya möglich ist.
Chichibu-Tama-Kai-Nationalpark und Mitsuminegushi
Der zweite Abstecher ab Tokio führte uns in den Chichibu-Tama-Kai-Nationalpark nach Mitsuminegushi. Leider mussten wir wieder bis nach Tokio zurück, da es zwar eine Verbindungsstraße von Kawaguchiko nach Chichibu via Kōshū gibt, diese aber leider nicht vom öffentlichen Nahverkehr bedient wird – und Trampen in Japan war uns dann doch zu ungewiss, vor allem da wir überhaupt nicht wussten, wie befahren die Straße 140 letztlich überhaupt ist.
Doch der Umweg lohnte sich, denn rund um Mitsuminegushi fanden wir eine richtig tolle und unberührte Natur- und Bergkulisse – und zudem noch ein sehr nettes und gemütliches (+ günstiges) typisch japanisches Gästehaus (das Guesthouse Nishiki (~), mehr dazu in der Übersicht über die Unterkünfte in Japan), in dem wir übernachteten und auch äußerst lecker beköstigt wurden.

Der Chichibu-Tama-Kai-Nationalpark ist ein echtes Wanderparadies in Japan und nur 2 bis 2.5 Stunden mit dem Zug von Tokio entfernt – mit dem lokalen Zug wohlgemerkt, sodass man nicht die teuren Shinkansen-Tickets bezahlen muss. Für die Strecke von Tokios Ikebukuro-Station bis nach Mitsuminegushi zahlten wir lediglich rund 1300 Yen, was weniger als 10 Euro sind. Zum Vergleich: 2 Stunden Shinkansen in Japan können locker mehr als 50 Euro kosten.
Eine der Haupt-Sehenswürdigkeiten im Chichibu-Tama-Kai-Nationalpark ist der Mitsumine-Schrein, der vor allem am Wochenende von vielen Tagesausflüglern besucht wird. Die Aussicht von hier ist traumhaft, doch noch viel besser ist sie vom Okumiya-Schrein (auf knapp 1300 Meter der höchste Punkt unserer Wanderung), rund 2.5 Kilometer vom Mitsumine-Schrein entfernt.

Genau dieser Okumiya-Schrein war auch das Ziel unserer Wanderung vom Nishiki-Gästehaus (Unterkunfts-Preise hier ansehen (~) ), welche wir hier durch traumhaft unberührte Natur unternahmen. Vom Gästehaus gibt es sogar spezielle und selbst angefertigte Wanderkarten für die Umgebung gestellt. Erst ging es über rund 700 Höhenmeter zum Mitsumine-Schrein hinauf, ehe wir noch den Okumiya-Schrein mit weiteren rund 200 Höhenmetern erklommen. Diese Tour war traumhaft schön und wirklich eine Top-Wanderung in der Umgebung von Tokio. Mehr dazu findet Ihr auch im separaten Artikel über den Mitsumine-Schrein im Chichibu-Tama-Kai-Nationalpark.


Fazit
Mit diesem Programm, bestehend aus spannenden Erfahrungen in Tokio und wundervollen Eindrücken aus der Natur, besonders am Kawaguchiko-See mit Blick auf den Mount Fuji sowie im Chichibu-Tama-Kai-Nationalpark, füllten wir tatsächlich unsere 10 Tage, die super schnell vorbeigingen. Zuerst wussten wir tatsächlich nicht so richtig, was uns in Japan erwarten sollte, da es nicht nur unser erstes gemeinsames Land in Asien sein sollte (Jordanien einmal ausgenommen), sondern auch mein erster Besuch in Asien abseits der typischen Backpacking-Länder in Südostasien.
Letzten Endes war Japan – beziehungsweise in unserem Fall nur der Großraum von Tokio – ein absoluter Traum und obwohl unsere Reise ja problemlos weitergeht (es folgten die Philippinen, Hongkong und Malaysia, speziell der Borneo-Teil des Landes) und nicht etwa unser Urlaub vorbei war, waren wir schon ein klein wenig traurig, schon wieder weiter zu müssen, denn das Land, die Kultur, die Vielfalt und vor allem das Essen hatten es uns enorm angetan. Letzteres war ohne Zweifel das Highlight unserer Japan-Reise, denn wir hätten uns am liebsten 24 Stunden durch all die Leckereien und (günstigen) Angebote in Tokio gefuttert. Diesen Plan werden wir auf jeden Fall bei einem zweiten Japan-Urlaub fortsetzen …
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Ich bin Christian, Reiseexperte, Diplom-Betriebswirt für Tourismus und Gründer des Reiseblog My Travelworld (seit 2011). Durch mehr als 10 Jahre Berufserfahrung bei Reiseveranstaltern, fast 10 Jahre Leben in der Karibik (Grenada & Dominikanische Republik) sowie über 100 bereiste Länder teile ich auf diesem Reiseblog ausschließlich persönliche Erfahrungen und unabhängige Reisetipps.
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