Mitsumine-Schrein – Wandern im Chichibu National Park

Japan steckt voller bekannter Sehenswürdigkeiten – der Mitsumine-Schrein sowie der Chichibu National Park gehören in der Regel nicht dazu. Warum sich dennoch eine Reise in diese Region lohnt, vor allem wenn Ihr auf der Suche nach einem spannenden und untouristischen Ausflugsziel ab Tokio seid (ideal auch für ein Wochenende bzw. 2-3 Tage), zeige ich Euch in diesem Artikel. Nur so viel vornweg: einen spannende Bergwelt und tolle Ausblicke erwarten Euch, ebenso wie ein breites Netz an Wanderwegen.

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Infos zum Chichibu National Park

Der Chichibu National Park, mit vollem Namen Chichibu Tama Kai National Park, befindet sich im Westen von Tokio und vereinigt Teile der Präfekturen Tokio, Saitama, Yamanashi und Nagano. Zudem bildet er das Bindeglied zwischen der Gegend rund um den Kawaguchiko-See mit seinen spektakulären Ausblicken auf den Mount Fuji sowie der Gegend rund um Chichibu und Tagasaki, auch wenn der Nationalpark nicht mit Bus oder Zug durchquert werden kann (es gibt schlichtweg keine Verbindungen) und daher der Umweg über Tokio notwendig ist. Zudem gibt es zwar verschiedene Eingänge in den Chichibu Nationalpark, jedoch sind die unterschiedlichen Regionen nicht miteinander verbunden, sodass einige der Attraktionen beispielsweise besser ab Yamanashi, andere ab Tokio und andere wiederum ab Saitama zu erkunden sind. Der höchste Berg im Chichibu Tama Kai National Park ist der Mount Kita-Okusenjo (auch Kitaokusenjo-dake geschrieben) mit 2601 Metern, was schon zeigt, wie schnell man ab Tokio in richtig hohe Bergregionen kommt.

Unsere Anreise & Übernachtung im Chichibu National Park

Wir kamen überhaupt erst auf den Chichibu National Park, weil ich dort mit dem Nishiki Guesthouse (~) ein gemütliches Gästehaus in traditioneller Art und Weise, aber dennoch in toller Lage und mit wunderschönen Ausblicken fand. Unsere Erfahrungen im Gästehaus könnt Ihr hier im Artikel über unsere Unterkünfte in Japan nachlesen, aber es war definitiv erlebnisreich – wenn auch nicht immer wie erwartet.

Traditionelles japanisches Zimmer mit Tatami-Matten im Guest House Nishiki, Chichibu.

Wie oben schon erwähnt, ist die Anreise ab verschiedenen Regionen in Japan möglich. Nach Mitsuminegushi geht es mit öffentlichen Verkehrsmitteln aber ausschließlich ab Tokio, sodass wir den Zug nach Seibu-Chichibu nahmen und von dort dann weiter mit dem lokalen Zug bis nach Mitsuminegushi reisten. Die Preise hierfür findet Ihr in meinem Artikel über die Kosten für unsere Japan-Reise.

Wanderung zum Mitsumine-Schrein

Ausgangspunkt für unsere Wanderung zum Mitsumine-Schrein war das spannende Nishiki Guesthouse (~). Kommt Ihr mit dem Auto oder mit dem Bus aus Tokio bzw. Seibu-Chichibu, könnt Ihr jedoch auch bis nach Owa fahren. Hier startet schließlich der gut auffindbare und generell auch gut ausgeschilderte Weg zum Mitsumine-Schrein, der einer alten traditionellen Route für Pilgerer folgt.

Rote Brücke umgeben von Herbstfarben auf dem Weg zum Mitsumine-Schrein.

Insgesamt sind es von Owa zum Mitsumine-Schrein 4 Kilometer, vom Nishiki Guesthouse rund 8 Kilometer. Die 4 Kilometer sind ein recht sportlicher Anstieg mit rund 700 Höhenmetern auf einem jedoch sehr schön zu laufenden Weg. Mit halbwegs ordentlicher körperlicher Fitness sollte man diese Tour hinbekommen. Wollt Ihr weitere Details, könnt Ihr Euch hier unseren kompletten GPX-Trail im Chichibu Tama Kai National Park downloaden.

GPX-File unserer Karte im Chichibu National Park zum Mitsumine-Schrein

Als Belohnung gibt es schon auf dem Weg einige spannende Sehenswürdigkeiten. Weit unten wartet eine verlassene Seilbahn-Station, von der allerdings nur noch das Fundament zu erkennen ist. Mittig bietet sich ein kleiner unspektakulärer Wasserfall in einer allerdings umso schöneren Szenerie.

Seijo-Wasserfall neben einer Brücke auf dem Pilgerweg zum Mitsumine-Schrein.

Weiter oben, nach insgesamt rund 700 Höhenmeter, ist das Ziel schließlich greifbar – der Mitsumine-Schrein. Vorher wartet noch eine Aussicht von einer Art Pagode, die über das gesamte Tal reicht – inkl. dem Ausgangspunkt, von dem diese Wanderung im Chichibu National Park startete.

Bergpfad mit Aussicht auf den Chichibu-Tama-Kai-Nationalpark.

Der Mitsumine-Schrein im Chichibu National Park

Der Mitsumine-Schrein gilt als einer der schönsten Schreine rund um Tokio, vor allem aufgrund seiner Lage in den Bergen, der grünen Umgebung und der dekorativen Gestaltung inkl. mehrere Nebengebäude. Er war auch für uns der schönste Schrein unserer kleinen Japan-Reise. Der Schrein ist ein beliebtes Pilgerziel der Japaner und wird vor allem am Wochenende auch von weiter entfernten Städten angesteuert, was wir ebenso merkten, da wir unsere Wanderung am Wochenende durchführten. Westliche Touristen findet man hier demhingegen kaum.

Der Mitsumine-Schrein ist auch mit dem Auto erreichbar, weswegen hier das Besucheraufkommen schlagartig höher war. Der riesige Parkplatz war am Wochenende sogar komplett voll. Auch der Bus fährt bis hierher, sodass sich der Schrein auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden lässt. Allerdings verteilen sich die Besucherströme auf dem weitläufigen Areal sehr stark. Ein Eintritt muss nicht gezahlt werden.

Detailreiche und farbenprächtige Architektur des Hauptgebäudes am Mitsumine-Schrein.

Für das Erkunden des Mitsumine-Schrein inkl. dessen Umgebung solltet Ihr rund 30-60 Minuten einplanen. Oberhalb des Parkplatzes befindet sich auch ein tolles Bergrestaurant, die glatt auch als Alm in den Alpen durchgehen könnte. Der Ausblick von hier ist grandios und das Essen nicht minder attraktiv. Das Tagesgericht gibt es für knapp 1000 JPY – wie so oft war auch hier das Essen in Japan nicht allzu teuer.

Panoramablick auf die bewaldeten Berge von Chichibu unter einem blauen Wolkenhimmel, eingerahmt von einem Sonnenschirm auf einer Restaurantterrasse.

Wanderung zum Okumiya-Schrein

Wer (so wie wir) nach der Wanderung zum Mitsumine-Schrein noch eine kleine Extra-Runde drehen möchte (oder wer mit dem Auto nach oben gefahren ist und nun eine kleine Runde laufen möchte), kann vom Mitsumine-Schrein zum Okumiya-Schrein laufen, der sich rund 2,5 Kilometer und 200 Höhenmeter weiter entfernt befindet.

Der Weg nach oben ist überraschend abwechslungsreich und wirklich empfehlenswert, auch wenn hier sicher rund zehnmal so viele Personen unterwegs sind im Vergleich zur Wanderung von Owa zum Mitsumine-Schrein.

Großes Torii-Tor aus Holz am Beginn des Wanderwegs zum Okumiya-Schrein.

Dennoch, oben am Schrein angekommen waren wir fast alleine – und konnten einen spektakulären Ausblick auf den Chichibu Tama Kai Nationalpark sowie die Oku-Chichibu-Berge genießen.

Panoramablick vom Gipfel des Berges Myohogatake im Chichibu-Nationalpark.

Fazit

Vom Okumiya-Schrein ging es schließlich wieder zurück zum Mitsumine-Schrein, wo wir schließlich per Anhalter zurück zu unserem Gästehaus in Mitsuminegushi fuhren. Der Bus wäre auch eine Option gewesen, fuhr uns allerdings gerade vor der Nase weg.

Hinter uns lag eine wirklich schöne, spannende und abwechslungsreiche Wanderung mit vielen verschiedenen Sehenswürdigkeiten im Chichibu National Park, darunter auch viele tolle Ausblicke auf die unberührte Natur in dieser Gegend. Hinzu kam ein leckeres Essen sowie richtig gutes Wetter – besser konnte es eigentlich nicht sein, zumal weder für den Chichibu Tama Kai Nationalpark noch für die beiden Schreine Mitsumine und Okumiya Eintritt fällig wurde.

Wer den Nationalpark in dieser Gegend noch ausführlicher erkunden möchte, dem bieten sich noch unzählig viele weitere Wanderwege, teils sogar für mehrere Tage bzw. Fernwanderwege. Ein ausgiebiges Wegenetz steht hier zur Verfügung. Alternativ gibt es im Nationalpark Chichibu auch viele weitere Sehenswürdigkeiten, die dann aber von den anderen Eingängen besser erreichbar sind, zum Beispiel Nishizawa Gorge, Mitake Gorge, Shosenkyo Gorge, Mount Kinpu oder Mount Kumotori oder Mount Mitake.

Ich bin Christian, Reiseexperte, Diplom-Betriebswirt für Tourismus und Gründer des Reiseblog My Travelworld (seit 2011). Durch mehr als 10 Jahre Berufserfahrung bei Reiseveranstaltern, fast 10 Jahre Leben in der Karibik (Grenada & Dominikanische Republik) sowie über 100 bereiste Länder teile ich auf diesem Reiseblog ausschließlich persönliche Erfahrungen und unabhängige Reisetipps.
Seit 2021 reise ich als Vollzeit-Reisender und Digitaler Nomade um die Welt und berichte hier vor allem über die Schwerpunkte Karibik, Südsee, Afrika, Asien sowie Mittel- und Südamerika. Meine Reiseexpertise wurde bereits in Podcasts, Interviews und Medienbeiträgen aufgegriffen, darunter bei der weltweit bekannten "US News", bei klassischen Print-Magazin "Freundin" oder bei bekannten Off the Path Abenteuer-Podcast. My Travelworld verzeichnete seit dem Start mehr als 5 Millionen Seitenaufrufe.
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