Impressionen aus Marrakesch – unsere Erfahrungen aus Marokkos Königsstadt

Bei meinen bisherigen 3 Besuchen in Marokko konnte mich das Land noch nicht wirklich nachhaltig überzeugen – Marrakesch hat es nun endlich geschafft. Auch wenn die Stadt enorm touristisch ist und teilweise von Besuchern geflutet wird, hat sie sich ihren ganz besonderen Charme gewahrt und bietet ein fantastisches Erlebnis für alle Sinne – wenn man sich darauf einlässt und gleichzeitig nicht von den unzähligen Händlern und Verkäufern übers Ohr hauen lässt. Typische Basar-Atmosphäre eben, aber in einem eleganten und historischen Rahmen. Im folgenden Artikel möchte ich einige Eindrücke unseres Städte-Trips nach Marrakesch teilen und Euch an unseren Erfahrungen teilhaben lassen.

Reisezeitraum: Juni 2025
Geschrieben: Dezember 2025
Veröffentlicht: Dezember 2025

>> Zur Übersicht unserer Unterkünfte in Marokko
>> Zum Reisebericht Fez (2011)
>> Zum Reisebericht Nador (2013)

Anreise nach Marrakesch

Die Anreise nach Marrakesch ist denkbar einfach! Flüge gibt es mit allen erdenklichen Airlines aus allen Ecken Europas, ab Deutschland unter anderen aus Hamburg, Hannover, Berlin, Weeze, Hahn, Düsseldorf, Frankfurt, Köln und Stuttgart, im nahe gelegenen Ausland zudem auch ab Prag, Salzburg, Wien, Zürich, Basel, Straßburg, Luxemburg, Brüssel, Charleroi, Eindhoven und Amsterdam – und in der Regel auch richtig billig. Trotz teils mehr als 4 Stunden Flugzeit gibt es Flüge nach Marokko oft schon für 50 Euro one-way. Wir kamen mit dem Bus aus Agadir nach Marrakesch (120 Dirham, ca. 12 Euro) und flogen von Marrakesch mit Ryanair für nur rund 25 Euro weiter nach Valencia. Nach Marokko flogen wir von Genf aus für rund 60 Euro mit Easyjet.

Auch die Anreise in die Stadt selbst ist sehr einfach. Der Flughafen befindet sich nur 5 Kilometer vom Zentrum entfernt und ist sowohl mit einem Flughafenbus (Aerobus, 5 Euro pro Person, Abfahrt direkt am Terminal) als auch den öffentlichen Buslinien (von der Hauptstraße außerhalb des Flughafengeländes, 4 Dirham, ca. 0.40 Euro) bestens erreichbar. Der Busbahnhof befindet sich sogar fast direkt an der Medina und ist damit zumindest von den im westlichen Teil der Medina gelegenen Unterkünften in Marrakesch fußläufig erreichbar. Wir nahmen einfach die Buslinie 6 vom Busbahnhof zu unserer Unterkunft, dem Winazrou House, sowie die Buslinie 20 von unserer Unterkunft zum Flughafen.

Der verzierte Eingang eines historischen Gebäudes in der Medina von Marrakesch

Unterkünfte in Marrakesch

Apropos Unterkunft, 80% aller touristisch wichtigen und interessanten Unterkünfte befinden sich in der Medina, der historischen Altstadt von Marrakesch. Problem hierbei ist, dass nahezu alle „Straßen“ hier autofrei sind – klar, die würden bei den engen Gassen auch gar nicht reinpassen. Seid also darauf vorbereitet, dass Ihr von der nächstgelegenen Stadtmauer zu Eurer Unterkunft laufen müsst – das kann 1 Minute sein, das können allerdings auch 10 Minuten sein.

Auch wir übernachteten außerhalb der Medina, aber eher, weil uns dort die Unterkünfte besser gefielen. Auch die Kasbeh-Gegend ist wunderschön historisch und eine tolle Alternative zur Medina. Mehr zu den Unterkünften erfahrt Ihr hier im Hotel-Artikel über Marokko. Interessant für eine Unterbringung in Kasbeh ist zum Beispiel die Arabian Riad Marrakech (~) oder die Riad Inaka (~) sowie die Riad Palais Calipau Riad (~). Die letztgenannte ist ein wenig hochwertiger, allerdings dennoch erschwinglich, die anderen beiden sind im mittleren Preis- und Komfortsegment angesiedelt. Beachtet, dass gerade bei den traditionellen Riads die Zimmer aufgrund der historischen Bauweise relativ klein sind. So war es auch bei unserer Unterkunft in Marrakesch.

Ein heller Innenhof mit einem blauen Geländer und Türen in einem traditionellen Haus in Marrakesch

Die Top-Sehenswürdigkeit in Marrakesch: der Souk

Und was gibt es nun in Marrekesch zu sehen? Sehenswürdigkeit Nr. 1 (und im Prinzip auch Nummer 2, 3, 4 und 5 … 😉 ) ist ganz klar die Medina von Marrakesch, das historische Zentrum mit den vielen engen Gassen, riesigen Souks (den Märkten von Marrakesch) und ganz viel orientalisch-arabischem Flair.

Eine Wand voller bunter Keramikteller in einem der Souks von Marrakesch

Interessanterweise – und vielleicht war es das, was mich an Marrakesch im Vergleich zu meinen bisherigen Marokko-Erfahrungen in Nador und Fez so begeisterte – geht hier alles recht geordnet zu. In meiner Erinnerung war das beispielsweise 14 Jahre zuvor bei meiner ersten Marokko-Reise im Jahr 2011 (siehe Reisebericht Fez) nicht der Fall – hier habe ich die ganze Medina richtig wuselig, staubig und chaotisch in Erinnerung. Natürlich ist auch die Medina von Marrakesch nicht unbedingt ein Kurort, aber die sehr pittoresken Ansichten der bunten und oft sehr fotogen angeordneten Waren überwiegen definitiv.

Mehrere Säcke mit farbigen Gewürzen in einem Marktstand in der Medina

Genau diese Ansichten, kombiniert mit den historischen Häusern und engen Gassen, gaben wirklich ein schönes Bild ab, welches sich nach jeder Ecke änderte. Genau deswegen war es für uns so spannend, die Medina von Marrakesch auf unserer Reise zu erkunden, zumal es verschiedene Teile in der Medina gibt. Beispielsweise gibt es einige Straßenzüge mit den üblichen Obst-, Gemüse- und Lebensmittelverkaufsständen, eine Handwerker-Gegend (wo u.a. sehr viel Eisen und Kuhleder verarbeitet wird), die klassischen Souvenirstraßen, Gewürzgassen oder jene Gegenden, wo es überwiegend Kleidung zu kaufen gibt.

Ein schmaler Gang, einer der vielen Gänge in der Medina von Marrakesch, voller Farben und Details

Hier war es für uns fast ein wenig schade, dass wir als Weltreisende und Digitale Nomaden kein Haus besitzen. Zu gerne hätten wir neben Gewürzen & Co. uns in den Läden mit Keramik, Dekoration, Einrichtungsgegenständen und Geschirr eingedeckt. Es gibt hier wirklich tolle Schätze und Geheimtipps zu entdecken, sowohl mit klassischen arabischen Designs für eine Wohnung (~) als auch mit richtig exotischen Noten. Wer sich so eine kleine exotische Welt in seinem eigenen Haus schaffen will, ist hier genau richtig – vor allem, wenn Ihr im Voraus plant, etwas mehr zu kaufen und somit sowohl einen Koffer zusätzlich mitbringt als auch diesen im Voraus bei der Airline anmeldet – Übergepäck zahlen wird sonst teuer.

Viele kleine Tajines aus Ton, dicht an dicht auf einem Marktstand in Marrakesch

Interessanterweise halten sich die Händler mit anquatschen etc. ziemlich zurück – auch das trug zu unseren positiven Erfahrungen in Marrakesch bei. Klar, wer bei seinem Stadtrundgang anhält und bei einem Produkt Interesse zeigt, der wird schließlich schnell in Preisverhandlungen verwickelt. Aber dieses zum Beispiel wie in Ägypten oft sehr penetrante Ansprechen an ausnahmslos jedem Stand gibt es hier in Marrakesch in dieser Form nicht.

Ein belebter Marktgang in der Medina, mit Menschen zwischen bunten Stoffen und Waren

Die Preise in Marrakesch

Hinzu kommt, dass auch die Preise überwiegend sehr moderat sind – zumindest wenn man weiß, wie man gut Verhandeln kann. Seid einfach nicht verlegen, beim Verhandeln auch mal eine Ablehnung zu erhalten. Wenn Euch der Verkäufer gehen lässt, weil ihm der Preis zu niedrig war, dann wisst Ihr, dass er wirklich zu niedrig war. Entsprechend könnt Ihr beim nächsten Verkäufer einfach 10 oder 20 Dirham mehr ansetzen.

Große Behälter mit Gewürzen und Getreide auf dem Boden eines traditionellen Marktes

Apropos Preise, überrascht waren wir auch über die teils riesigen Preisunterschiede beim Essen. Vor Marrakesch verbrachten wir 4 Tage in Anza, einem kleinen lokalen Dorf in der Nähe von Agadir mit überwiegend einheimischen Preisen. Tajine und Couscous für 30-50 Dirham (ca. 3 bis 5 Euro), das war die gängige Preisklasse in Anza. Umso erstaunter waren wir, dass in Marrakesch die beiden Klassiker der marokkanischen Küche oft erst ab 70 oder 90 Dirham starteten – schoben es dann aber auf den starken Tourismus in Marrakesch. Vor allem in der Medina gibt es viele Lokale mit ausschließlich dreistelligen Preisen.

Mehrere liebevoll angerichtete marokkanische Gerichte auf einem Tisch, frisch serviert

Aber, auch hier wiederum gibt es Ausnahmen, denn beispielsweise fanden wir am absolut zentralen Place Jemaa el Fna, dem überlaufenen und zentralen Platz schlechthin in Marrakesch, ein gutes Restaurant zum Sitzen mit absolut günstigen Preisen (auf Google Maps unter dem Namen „Toubkal“ zu finden): 3 Euro (30 Dirham) für eine große und leckere Portion Couscous, 3 Euro für eine Gemüse-Tagine (die beiden klassischen Marokko-Gerichte), 1 Euro für eine Suppe, etc.
Das waren wirklich enorm günstige Preise.

Ein Tisch mit traditionellen marokkanischen Speisen in Tontöpfen, bereit zum Teilen

Weitere Infos zu Marrakesch

Seid Ihr einmal hier am Jemaa el Fna-Platz, der zugleich auch den Haupteingang in das Gassen-Labyrinth darstellt, könnt Ihr Euch auch gleich noch das einzigartige Treiben am Abend anschauen. Bei Dunkelheit verwandelt sich der Platz in eine einzigartige Konglomeration von Straßenkünstlern, Tänzern und Musikern. Wenn es eine gelebte Szene von 1001 Nacht gibt, dann ist es definitiv hier.

Die Medina von Marrakesch bei Nacht, mit Lichtern und Blick über die Stadt

Was gibt es sonst noch in Marrakesch? Nicht viel – zumindest nicht viel, mit dem wir dienen und unsere Erfahrungen teilen können. Wir beschränkten uns während unseres kurzen Aufenthalts wie gesagt auf die Medina sowie Kasbeh und genossen einfach in vollen Zügen die orientalische Atmosphäre und das leckere Essen. Sicher gibt es noch weitere Sehenswürdigkeiten in Marrakesch, die wir dann aber bei der nächsten Reise vielleicht etwas genauer betrachten würden.

Was wir definitiv auch beim nächsten Mal machen werden, ist richtig auf den Märkten zuzuschlagen – denn gerade im Bereich Gewürze, Dürfte, natürliche Zutaten, Keramik oder andere Haushaltsgegenstände gibt es hier schon richtig spannende Dinge. Da wir aber weder Platz im Gepäck hatten noch eine Wohnung bzw. ein Haus besitzen, bleibt es für den Moment bei den tollen Erinnerungen, die wir aus Marrakesch mitnehmen – bis zur nächsten Marokko-Reise.

Wer einige Ausflüge ab Marrakesch sucht (die sich aufgrund ihrer Distanz allerdings auch als eigene Station mit Übernachtung im Rahmen eines Marokko-Urlaubs anbieten), kann sich zudem auch näher mit den folgenden Zielen beschäftigen:

  • Agafay-Wüste: Wüstenlandschaft mit Kamelen und Sternenhimmel-Erlebnissen (ca. 45 Minuten entfernt)
  • Ourika-Tal & Atlasgebirge: Hochgebirgstal mit Berberdörfern, Wasserfällen und Natur (ca. 1 Stunde entfernt)
  • Ouzoud-Wasserfälle: spannende, mehrstufige Wasserfälle; beliebtes Ausflugsziel (ca. 3 Stunden Fahrt entfernt)
  • Aït Benhaddou: UNESCO-geschützte Lehmdorf-Festung und berühmter Film-Drehort (ca. 3 Stunden entfernt)

Unsere Top-Tipps für Marrakesch

Zusammengefasst möchte ich Euch hier noch einmal unsere Top-Tipps für Marrakesch auflisten:

  • Unterkunft am besten in Kasbeh oder in der Medina buchen – falls Medina, beachtet bitte, dass nicht alle Unterkünfte in Marrakesch sich an einer per Fahrzeug zugänglichen Straße befinden und ihr daher zum Teil bis zu 15 Minuten mit Euren Koffern laufen müsst
  • Sich durch den Souk treiben lassen und einfach die Atmosphäre genießen
  • Wer an einem beliebigen Shop oder Marktstand etwas kauft, sollte immer scharf verhandeln und auch keine Angst vor einem „Nein“ haben
  • Wer auf den Märkten in Marrakesch etwas kaufen möchte, sollte schon vorher sein Gepäck entsprechend richtig organisieren. Entweder auf dem Hinflug viel Platz im Koffer lassen oder auf dem Rückflug im Vorhinein einen extra Koffer anmelden.
  • Für eine Reise nach Marrakesch kann man locker 4-5 Tage einplanen, mit Ausflügen auch eine Woche. Mindestens 1-2 Tage für das Zentrum inkl. Souk sowie den Sehenswürdigkeiten in der Medina (Jemaa el-Fna, Medersa Ben Youssef, El Badi-Palast oder Saadier-Gräber), einen Tag für die weiteren Sehenswürdigkeiten in der Stadt (zum Beispiel Menara-Gärten, Palmeraie oder die Koutubiyya-Moschee) sowie mindestens einen Tag für Ausflüge ins Umland (siehe Vorschläge oben).

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von wohnen.de veröffentlicht. Vielen Dank dafür! Der Reisebericht spiegelt (wie jeder Artikel hier bei My Travelworld) ausschließlich meine eigene subjektive Meinung wieder.

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Ich habe nicht nur Tourismus studiert und mehr als 10 Jahre bei Reiseveranstaltern gearbeitet (gerne helfe ich Euch bei Eurer Reiseplanung), sondern auch knapp 10 Jahre in der Karibik gewohnt (Grenada & Dominikanische Republik) und bereits mehr als 90 Länder bereist.
Aktuell bin ich als Digitaler Nomade unterwegs und entdecke die Welt, wobei ich die Karibik weiterhin regelmäßig besuche. Mehr über mich findet Ihr hier, ebenso wie einige Links zu meinen Experten-Beiträgen auf anderen Websites oder in Podcasts.
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