Lac Rosé – der Rosa-See (Lac Retba) des Senegals mit mehr Salz als im Toten Meer

Die Überschrift nennt bereits die zwei wichtigsten und spannendsten Eigenschaften des Lac Retba, bzw. des Lac Rosé (= rosa See), wie er umgangssprachlich genannt wird. Zum einen hat der Lac Retba eine extrem charakteristische Farbe, der er seine Popularität verdankt, zum anderen besitzt er einen höheren Salzgehalt als das Tote Meer, was wiederum für ein ganz spezielles Gefühl sorgt. Und rund um den See gibt es auch noch einiges zu erleben …

Reisezeitraum: November 2019
Geschrieben: Dezember 2019
Veröffentlicht: Oktober 2020

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Zugegeben, zunächst wusste ich gar nicht, ob sich die Tour zum Lac Rosé überhaupt lohnt. Rund 1.5-2 Stunden waren es von meiner Unterkunft in Yoff (im Norden von Dakar) mit öffentlichen Bussen, wer direkt aus dem Zentrum von Dakar kommt, muss ggf. mit Stau noch etwas mehr einplanen. Zudem hatte ich oft gelesen, dass der See gar nicht so richtig pink sein soll und es doch eher eine typische Touristen-Attraktion ist.

Doch weit gefehlt! Zum einen gibt es im Senegal meines Erachtens so gut wie keine klassischen Touristen-Attraktionen, denn es hat einfach gar nicht so viele Besucher, als dass irgendein Spot hier besonders überlaufen sein könnte. Eventuell stellt die Gegend rund um Saly mit seinen Resorts eine Ausnahme dar, aber selbst hier nahm ich kaum weitere Touristen bei meinen Erkundungstouren wahr. Auch am Lac Rosé konnte ich dies bestätigen. Zwar gab es ein gutes Dutzend an typischen Souvenir-Verkäufern-Händlern, aber Besucher hatte es insgesamt ebenso nur ein Dutzend.

Der Lac Rosé nahe Dakar, ein rosa See als Top-Sehenswürdigkeit im Senegal

Zu meiner weiteren Überraschung – und das war die weitaus Größere – war der See wirklich rosarot, und zwar so richtig! Die Farbe war richtig cool und ich traute meinen Augen kaum, solch eine satte Färbung zu sehen. Diese wird durch bestimmte Algen und Bakterien hervorgerufen, die mit dem Wasser reagieren.

Der Lac Rosé nahe Dakar, ein rosa See als Top-Sehenswürdigkeit im Senegal

Der weitere spannende Punkt des Lac Retba ist, dass der Salzgehalt hier 20% höher ist als im ja eigentlich schon extrem salzreichen Toten Meer. Damit ist er einer der salzreichsten Seen weltweit. Aus diesem Grund gleicht der Lac Rosé einer einzigen Auftriebswelle, denn sobald man sich ins Wasser fallen lässt, wird man sofort nach oben gedrückt. Ich empfehle Euch unbedingt ein Bad im See zu nehmen, denn das Gefühl ist schon echt kurios. Wahrscheinlich ist es eine Vorstufe davon, wie man sich schwerelos fühlen würde, denn irgendeine Emotion fehlt im Gehirn, wenn man im Wasser ohne jegliche Kraft plötzlich oben treibt.

Der Lac Rosé nahe Dakar, ein rosa See als Top-Sehenswürdigkeit im Senegal

Übrigens empfehle ich Euch – so der offizielle O-Ton vor Ort – maximal 10 Minuten im Wasser zu bleiben, nicht mit dem Gesicht in Kontakt mit dem Wasser zu kommen und Euch nachher gründlich abzuduschen. Der Salzgehalt des Sees ist so stak, dass es ansonsten die Haut angreifen würde. Neben einem kleinen Restaurant am Hauptbesuchspunkt des Sees, steht eine kleine Quelle sowie ein Eimer zur Verfügung, auch wenn die Einheimischen dafür ein kleines Trinkgeld haben wollen.

My Travelworld Info-Box: Anreise von Dakar zum Lac Rosé
Wie auch in meinem Artikel über Dakar beschrieben, kann man sich zwar extrem günstig und sicher mit dem Bus fortbewegen, aber durchsichtig ist das System nicht – zumindest habe ich es trotz einiger Busfahrten in Dakar nicht verstanden. Aus diesem Grund würde ich Euch empfehlen, per Taxi zum Lac Rosé zu reisen, zumal die Fahrt mit dem Bus auch nicht die kürzeste ist.
Wollt Ihr es dennoch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln versuchen, lasst Euch von Eurer Unterkunft die Routen und Nummern beschreiben. Ich nam zunächst den Bus 69 von Yoff bis nach Keur Massam, der gefühlt alle Vororte von Dakar abklapperte. Von Keur Massam aus fand ich schließlich recht schnell den Bus 73, der bis zum Lac Rosé fährt. Auf dem Rückweg wiederum fuhr ein Shuttle-Bus (die No. 311) vom Lac Rosé direkt bis zur Autobahn Dakar-Thies. Von hier aus nahm ich schließlich ein Taxi für den Rest des Rückwegs. Auf jeden Fall solltet Ihr für den Weg mit dem öffentlichen Bus zum Lac Rosé ein wenig Französisch können, sonst ist der Schwierigkeitsgrad ungleich höher.
Wer nicht erst aus Dakar anreisen möchte bzw. etwas länger am Lac Rosé verweilen will, kann sich auch hier ein Hotel buchen, denn es gibt einige sehr ansprechende Unterkünfte direkt am See (~), auch mit Seeblick.

Doch auch neben dem See bzw. am Ufer gibt es einiges zu erleben! Zum einen befindet sich direkt hinter dem Parkplatz eine kleine Düne bzw. Wüste, die auch zum Kamelreiten genutzt wird. Das Reiten muss jetzt nicht unbedingt sein, aber das Fotomotiv der Wüste, mit oder ohne Kamel, ist schon nicht ganz schlecht.

Eine kleine Wüste direkt hinter dem Lac Rosé, der eigentlich Lac Retba heißt

Zudem könnt Ihr am Südufer entlangschlendern und zu den riesigen Salzbergen laufen, die rund 10 Gehminuten entfernt sind. Aus dem See wird nämlich ständig Salz entnommen, verpackt und exportiert. Die Mengen sind beeindruckend – vielleicht ist davon auch schon einmal etwas Salz auf Eurem Küchentisch gelandet!

Am Lac Rose wird auch Salz abgebaut

Ebenso passiert Ihr auf diesen Weg eine kleine Erinnerungsstätte der Rallye Paris-Dakar. Ihr erinnert Euch, die frühere Wüstenrally, die jedes Jahr von Europa durch die Sahara getobt ist und schließlich im Senegal endete? Genau hier am Lac Rosé endete eine Etappe, was den Ort auch für Motorsport-Fans nicht ganz uninteressant macht.

Am Lac Retba bzw. Lac Rose endete einst auch die Rallye Paris-Dakar

Ihr seht also, der Besuch am Lac Rosé lohnt sich absolut. Besonders die Farbe sowie das spezielle Gefühl beim Baden hat mich sehr beeindruckt und für die etwas beschwerliche Anreise definitiv entschädigt. Seid Ihr in Dakar, plant Euch also unbedingt einen Tag für den Lac Rosé ein oder übernachtet gleich in der Nähe, wenn Euch der Großstadt-Trubel von Senegals Hauptstadt zu viel ist. Interessant und empfehlenswert ist ein Besuch allemal.

Chris (My Travelworld)

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich um die 70 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Von 2015 bis 2019 habe ich in der Dominikanischen Republik gewohnt - die Karibik hat es mir sehr angetan - und habe das Land ausgiebig abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkundet. Seit einigen Monaten bin ich nun als Digitaler (Halb-)Nomade unterwegs und entdecke die Welt, wobei sich meine Home Base weiterhin in der "DomRep" befindet. Für Fragen und Feedback freue ich mich über Eure Kontakt-Aufnahme - am besten per Kommentar unter den jeweiligen Artikel, da es hier auch gleich anderen hilft.
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