Reisebericht Ottawa – Besuch in Kanadas Hauptstadt zur falschen Zeit

Kanada ist in der Regel ein spannendes Ganzjahres-Reiseziel – im Winter geht man Skifahren, im Sommer besucht man die endlose Natur in diesem riesigen Land. Städte lassen sich zudem immer gut zwischendurch einbauen – egal ob Vancouver, Calgary, Montreal oder Toronto. Bei Ottawa erwischte ich jedoch einen Reisezeitraum, der nun wirklich nicht geeignet war – für einige Aktivitäten war es zu früh, für einige zu spät. Warum das so war und warum ich dennoch einen spannenden Aufenthalt in Ottawa hatte – lest einfach weiter.

Reisezeitraum: März 2020 / 5 Tage
Geschrieben: März 2020
Veröffentlicht: September 2020

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(Nicht die) Beste Reisezeit für Ottawa

Ottawa Anfang März – nicht gerade die typische Reisezeit. Warum das so ist, sah ich anhand zahlreicher Attraktionen, die Ottawa eigentlich ziemlich einzigartig machen. So zum Beispiel beim Eislaufen auf dem Rideaukanal, eine wichtige Wasserstraße, die den Ottawa-Fluss mit dem Ontariosee bzw. dem St.-Lorenz-Strom verbindet. Hier lässt sich im Winter dank der stets recht frostigen Temperaturen ein (wohl) interessantes Outdoor-Spektakel (mit)erleben – leider war es Anfang März bereits zu warm dafür, auch wenn alles noch tief verschneit war.

Der Rideaukanal in Ottawa

Ähnlich sieht es auch bei der Lichtershow vor Ottawas Parlament aus, die im Sommer viele Schaulustige anzieht und sogar im Winter gezeigt wird – allerdings nicht im Februar und März. Hinzu kommt, dass das Parlament von Kanadas Hauptstadt, welches normalerweise kostenlose Führungen anbietet, seit Ende Januar umgebaut wird – wahrscheinlich für die nächsten Jahre, sodass Führungen bis auf Weiteres nicht mehr möglich sind.

Blick auf das kanadische Parlament in Ottawa, der Hauptstadt Kanadas

Ein weiterer Punkt ist, dass der März gewissermaßen gerade eine Zwischenperiode ist und die Winteraktivitäten eher auf dem Rückzug sind (das rund 150 Kilometer entfernte Mont-Tremblant ist das größte Skigebiet von Ostkanada, wobei ich Euch zum Skifahren auf jeden Fall den Westen des Landes empfehle), es für Frühlingsaktivitäten aber noch deutlich zu früh (und zu kalt) ist. Also nicht wirklich etwas los in Ottawa im März, oder?

Downtown Ottawa

Mitnichten! Trotz der nicht optimalen Umstände konnte ich eine tolle Zeit in Ottawa verbringen. Obwohl es sich hierbei um die Hauptstadt handelt, ist sie wesentlich kompakter und entspannter als zum Beispiel die Finanzmetropole Toronto. Bei einer gemütlichen Runde durch die Stadt sah ich unter anderem den oben schon angesprochenen Rideau-Kanal sowie die zugehörigen Rideau-Schleusen von Ottawa. Hierbei handelt es sich um eine beeindruckende Konstruktion, die Schiffe gleich in mehreren Stufen (8 Schleusen!) nach oben oder unten befördert und dabei
ungefähr so viele Höhenmeter überwindet wie der mächtige Panamakanal.

Blick auf die Schleusen vom Rideaukanal zum Ottawa River

Das oben schon abgebildete Parlament ist ob der Bauarbeiten derzeit leider weniger sehenswert, was auch noch einige Jahre so bleiben wird. Dafür lohnt sich ein Abstecher hinter das Parlament, wo ein spektakulärer Ausblick auf den Ottawa River sowie die gegenüber liegende Seite mit der Stadt Gatineau wartet.

Traumhafter Blick auf den Ottawa River sowie das kanadische Parlament

Einzigartige Doppelstadt Ottawa-Gatineau

Apropos Gatineau – dies ist eine ganz spezielle Besonderheit von Ottawa, denn im Prinzip handelt es sich hier um eine Doppelstadt, die über zahlreiche Brücken miteinander verbunden und nur durch den Ottawa River voneinander getrennt ist. Während Ottawa englischsprachig ist und sich im Bundesstaat Ontario befindet, ist Gatineau französischsprachig und Teil des Bundesstaats Québec – eine ziemlich spannende Angelegenheit, denn wo sonst leben diese beiden Sprachen so nah beieinander?

Blick von der Stadt Gatineau auf Ottawa und den Ottawa River

Dies führt auch zu einigen Besonderheiten je nach Provinzregelungen – zum Beispiel ist Benzin auf der Ottawa-Seite deutlich günstiger, während Alkohol in Gatineau deutlich einfacher beschafft werden kann. Auch bei der Besteuerung sowie im täglichen Leben, zum Beispiel bei der Gesundheitsversorgung oder der Kinderbetreuung, gibt es deutliche Unterschiede, was interessante (und nicht immer logische) Kontraste entstehen lässt.

In Gatineau besuchten wir dann auch das Kanadische Geschichtsmuseum (Canadian Museum of History), welches einen interessanten Einblick in die lange und am Ende ja auch recht erfolgreiche Geschichte von Kanada liefert. Die Ausstellung ist sehr interaktiv gemacht und definitiv empfehlenswert. Angenehmer Nebeneffekt: in der Metropolregion Ottawa/Gatineau sind die Museen donnerstags ab 17:00 kostenfrei.

Das kanadische Museum für Geschichte in Gatineau nahe Ottawa

Raus in die Natur: Parc de la Gatineau

Und noch einen großen Vorteil hat die Seite rund um Gatineau: direkt hinter der Stadt startet der sehr weiträumige Park de la Gatineau, ein großes Naturreservat mit endlosen Seen, zahlreichen Wanderwegen und unberührter Natur – im Prinzip genauso, wie man sich Kanada vorstellt. Hier unternahmen wir eine sehr schöne Winterwanderung, wobei ich mir ebenso gut vorstellen konnte, wie traumhaft und ruhig es hier im Sommer sein muss. Das Kanu für eine ausgiebige Flusstour habe ich mir schon einmal (mental) vorreserviert. 😉

Der Lac Meech im Parc de la Gatineau

Fazit

Mit diesen spannenden Eindrücken verließ ich den Großraum Ottawa schließlich wieder und setzte meine kleine Kanada-Tour nach Montreal fort. Kanadas Hauptstadt ist sicher nicht spektakulär, bietet aber ein für meine Begriffe besonders authentisches Bild vom kanadischen (Stadt-)Leben. Die Gegend rund um den Ottawa River ist attraktiv und verzauberte mich auch im Winter. Die angrenzenden Naturparks bieten zudem beste Gelegenheit, schnell aus der Stadt ins Grüne zu fliehen. Von daher war mein Besuch in Ottawa sehr spannend, auch wenn die Voraussetzungen nicht allzu günstig waren.

Chris (My Travelworld)

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich um die 70 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Von 2015 bis 2019 habe ich in der Dominikanischen Republik gewohnt - die Karibik hat es mir sehr angetan - und habe das Land ausgiebig abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkundet. Seit einigen Monaten bin ich nun als Digitaler (Halb-)Nomade unterwegs und entdecke die Welt, wobei sich meine Home Base weiterhin in der "DomRep" befindet. Für Fragen und Feedback freue ich mich über Eure Kontakt-Aufnahme - am besten per Kommentar unter den jeweiligen Artikel, da es hier auch gleich anderen hilft.
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