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Busfahrten in Südamerika – ein Überblick

Vor meiner Reise nach Südamerika bestand bei mir (überwiegend) das klassische Klischee über Busfahrten. Sie sind langwierig, unangenehm und uneffektiv. In Südamerika, wo ich mit dem Bus durch Peru, Bolivien, Paraguay, Argentinien und Chile reiste, war jedoch genau das Gegenteil der Fall. Der Bus ist Fortbewegungsmittel Nr. 1, die Fahrzeuge sind sehr komfortabel, gelegentlich gibt es sogar Bordservice und die zahlreichen Nachtbusse auf dem Kontinent sind eine der effektivsten Mittel, um sich im großen Südamerika fortzubewegen.

Reisezeitraum: März-Mai 2015
Geschrieben: Mai 2015
Veröffentlicht: August 2015
UPDATE: August 2016

>> Zu den Reiseberichten über Peru, Bolivien, der Norden sowie Bolivien, der Süden, Paraguay, Argentinien, Chile und Kolumbien

Überblick Busfahrten in Südamerika

  1. Generelle Informationen zum Busfahren in Südamerika
  2. Peru
  3. Bolivien
  4. Paraguay
  5. Argentinien
  6. Argentinien/Chile
  7. Kolumbien

Generelle Informationen zum Busfahren in Südamerika

Am Busfahren in Südamerika führt kein Weg vorbei. Durch die großen Distanzen und die teuren Flüge ist der Bus Fortbewegungmittel Nr. 1, zugleich ist der Transport dank der sehr komfortablen Busse mehr als angenehm. Bevor ich auf die einzelnen Strecken eingehe, hier ein paar generelle Informationen zu den Busfahrten in Südamerika:

– Das Platzangebot ist absolut nicht zu vergleichen mit den Minivans, alten Bussen oder sonstigen Fortbewegungsmitteln in der Karibik oder in Südostasien. Selbst eine 12-Stunden-Busfahrt lässt sich in Südamerika sehr angenehm bestreiten.
– Aufgrund der großen Entfernungen sind Busfahrten von 6 oder mehr Stunden an der Tagesordnung. In meinen knapp 3 Monaten in Südamerika legte ich rund ein dutzend solcher langen Fahrten hin.
– Um nicht allzu viel Reisezeit im Bus zu verlieren, bietet sich die Benutzung von Nachtbussen sehr an. Diese sind in der Regel ebenfalls relativ komfortabel und je nach Schlafkomfort kommt man am Folgetag relativ ausgeruht am Zielort an und kann direkt in die Erkundungen starten. Im Schnitt habe ich auf den Fahrten mit dem Nachtbus durch Südamerika rund 8 Stunden Schlaf bekommen, auf den langen Fahrten sogar bis zu 10 Stunden. Die Nachtbusse waren also zum Teil für mich auch ein Mittel, um Schlaf aus den Hostelnächten nachzuholen.
– Nachtbusse gibt es in der Regel mit normalen Sitzplätzen („economico“), komfortablen Schlafsitzen, deren Rückenlehne sich deutlich zurückstellen lässt („semi-cama“) und richtigen Liegesitzen, die sich mit einer Neigung von 160 bis 180 Grad ähnlich einem Business-Class Sitz im Flugzeug nahezu zu flachen Betten umwandeln lassen („cama“ oder „suite cama“ oder „ejecutivo“).
– Die komfortabelsten Busse gibt es in Chile, Argentinien und Peru, wo hingegen in Bolivien und Paraguay die Qualität stark schwankt.
Achtet im Bus selbst auf Eure Sachen. Das gilt nicht nur für die Wertsachen, sondern auch Dinge wie Schuhe, Jacke etc. Solltet Ihr schlafen, tragt Eure Wertsachen direkt am Mann und verstaut den Rucksack zwischen Euren Beinen, am besten mit einem Bein durch die Träger.
– Wenn (wie in Bolivien, Paraguay, Argentinien, Chile und Kolumbien) keine (ausreichenden) Mahlzeiten inklusive sind, nehmt Euch einen großen Snackbeutel mit.
Bustickets gibt es je nach Busunternehmen mehrere Tage im Voraus oder lediglich 24 Stunden vor Abfahrt zu buchen. Der beste und günstigste Weg führt Euch immer in das zentrale Busterminal der jeweiligen Stadt. Bucht Ihr über Hostels, Agenturen oder Reisebüros, zahlt Ihr meistens eine ordentliche Vermittlungsprovision zusätzlich. Einige wenige Anbieter haben auch Webseiten. So gibt es zum Beispiel beim peruanischen Cruz del Sur besonders günstige Promo-Tickets im Internet (siehe unten, Detailbericht Cruz del Sur)
– Bei Eurer Buchung eines Bustickets in Südamerika solltet Ihr immer folgende Fragen stellen und mehrere Anbieter vergleichen:
> um welche Sitzart (siehe oben: economico, semi-cama oder cama) handelt es sich?
> sind Essen und Getränke im Preis enthalten und falls ja, in welcher Form?
> wieviel kostet die Busfahrt?
> handelt es sich um eine Direktfahrt (Umsteigen ist nervig und führt im Gegensatz zum Flugverkehr nicht zu günstigeren Preisen)?
> wie viele Stopps werden unterwegs gemacht (je weniger Stopps, desto geringer die Chance auf Gepäckverlust oder Diebstahl im Bus)?
> gibt es eine Toilette an Bord?
> wie lang ist die Gesamtfahrtdauer und wann ist die erwartete Ankunft am Zielort?
> ist der offerierte Preis die günstigste Kategorie oder gibt es besondere Promo-Tickets?

Soviel zu meinen generellen Hinweisen. Nun aber zu meinen konkreten Strecken, den genutzten Busunternehmen und meinen Erfahrungen. Berücksichtigt habe ich alle Fahrten in Südamerika von mindestens 6 Stunden.

Peru

Von Ica nach Arequipa mit Cruz del Sur (Nachtbus)

Cruz del Sur gehört zu den etabliertesten und besten Busgesellschaften in Peru. Das Unternehmen fährt u.a. nach Chiclayo, Huaraz, Lima, Cuzco, Huancayo oder Puno und bietet ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis.
Meine Fahrt von Ica nach Arequipa (ca. 11 Stunden) war mit Ausnahme von Myanmar (Yangon-Bagan) meine erste Nachtbusfahrt überhaupt.
Der Bus von Cruz del Sur war sehr modern und neben bequemen Sitzen auch mit WC, kleiner Bordküche, (nicht funktionierendem) Wi-Fi und Steckdose ausgestattet. Lediglich der geringe Sitzabstand störte ein wenig, wenn der Vordermann seinen Sitz komplett zurückstellte, doch dafür war aufgrund der starken Neigung der Schlafkomfort exzellent. Im Preis inklusive waren auch ein Getränk und ein Dinner, ähnlich dem im Flugzeug. Auch Decke und Kissen wurden bereitgestellt. Der Clou war ein persönlicher Touchscreen im Vordersitz, mit dem man ein stundenlanges Entertainment-Programm (TV, Radio, Filme, Spiele etc.) bedienen konnte. Insgesamt ist Cruz del Sur absolut empfehlenswert und sollte bei einem akzeptablen Preis immer erste Wahl sein, da auch viele andere Reisende von dieser Gesellschaft geschwärmt haben. Es lohnt sich auch ein Blick auf die Website von Cruz del Sur (~) zu werfen, da hier zum Teil spezielle Schnäppchentickets angeboten werden.

Für einen Semi-Cama Sitz bezahlte ich für die Strecke Ica – Arequipa 82 Soles (ca. 23 Euro), gebucht über ein Reisebüro in Huacachina, ca. 8 Kilometer von Ica entfernt. Entgegen der angegebenen Zeit kamen wir 1,5 Stunden zu spät in Arequipa an.

Gesamtnote Cruz del Sur: 9 von 10 Punkten

Busfahrt mit Cruz del Sur in Peru von Ica nach Arequipa

Von Arequipa nach Cuzco mit Tepsa (Nachtbus)

Auch meine zweite längere Busfahrt in Peru legte ich per Nachtbus zurück. Diesmal wählte ich Tepsa, die mir vorher empfohlen wurden und den gleichen Preis wie Cruz del Sur anboten.

Der Bus konnte in Sachen Modernität nicht ganz mit Cruz del Sur mithalten, war aber dennoch absolut komfortabel und deutlich besser als alles, was mich später in Bolivien erwarten sollte. Besonders toll waren die Sitze, die sich nahezu zu einem flachen Bett zurückklappen ließen und von keiner anderen Busgesellschaft in Südamerika in Sachen Neigungswinkel überboten wurden. Ein Dinner wurde ebenso gereicht wie ein kleiner Frühstücks-Snack sowie Decke und Kissen. Wie schon bei Cruz del Sur gab es auch hier bei Tepsa (nicht funktionierendes) WiFi und Steckdose an Bord. Als Entertainment wurde ein Film auf den On-Board-Monitoren gezeigt. Tepsa kann ich genauso wie Cruz del Sur nur wärmstens empfehlen.

Für einen Cama Sitz bezahlte ich für die Strecke Arequipa – Cuzco 75 Soles (ca. 20 Euro), gebucht über die Internetseite busportal.pe (~) am Tag der Abreise. Entgegen der angegebenen Zeit kamen wir 1 Stunde zu spät in Cuzco an.

Gesamtnote Tepsa: 9,5 von 10 Punkten

Nachtbus-Fahrt mit Tepsa von Arequipa nach Cuzco

Von Cuzco nach La Paz mit Trans Salvador (Nachtbus)

In Richtung Bolivien ging es nun mit Trans Salvador, einer Busgesellschaft, mit der ich keinerlei Erfahrungen (Cruz del Sur und Tepsa fahren La Paz nicht an) hatte. Auch Empfehlungen von anderen Reisenden waren rar, sodass ich beim Vergleichen der Anbieter auf mein Bauchgefühl hörte.

Trans Salvador war die erste meiner genutzten Busgesellschaften, die mit einer 2+1 Bestuhlung unterwegs war, sprich besonders in der Sitzbreite war hier enorm viel Platz. Leider waren keine Mahlzeiten inklusive, wobei ich ausreichend Snacks dabei hatte. Am Grenzübergang von Desaguadero gibt es ansonsten auch die Möglichkeit, Empanadas, Früchte, Suppen und Sandwiches zu kaufen. Den Grenzübergang von Peru nach Bolivien habe ich hier näher beschrieben.

Leider gab es bis auf den tollen Cama-Sitz kaum positives zu berichten. Der Bus war relativ alt, Steckdosen, Decken und Kissen waren bei allen Busfahrten durch Südamerika ohnehin nur bei Cruz del Sur und Tepsa vorhanden und zu allem Überfluss regnete es in den alten Bus auch noch herein, sodass an mehreren Stellen des Busses Wasser auf die Sitze tropfte – auch bei mir.

Für einen Cama Sitz bezahlte ich für die Strecke Cuzco – La Paz 90 Soles (ca. 26 Euro), gebucht direkt am Busterminal in Cuzco am Tag der Abreise. Entgegen der angegebenen Zeit kamen wir 1,5 Stunden zu spät in La Paz an.

Gesamtnote Trans Salvador: 7 von 10 Punkten

Busfahrt in Südamerika mit Trans Salvador von Cuzco nach La Paz

Bolivien

Auch Bolivien bereiste ich ausgiebig mit dem Bus. Generell gab es hier niemals Getränke oder Mahlzeiten, ebenso wenig wie Decken, Kissen, Steckdosen oder WiFi. Ein Ticket besteht also im Gegensatz zu Peru nur aus der reinen Busfahrt.

Von La Paz nach Rurrenabaque mit Yunguena (Nachtbus)

Meine erste längere Fahrt in Bolivien führte mich von La Paz nach Rurrenabaque, mit 18 Stunden meine bis dato längste Busfahrt – und das für gerade einmal ca. 400 Kilometer. Ein Teil davon ging auch auf der legendären Death Road entlang, da scheinbar die Umgehungsstraße teilweise gesperrt war. Action war beim Anblick der Abgründe am Reifen von mehr als 1000 Metern also garantiert – mehr dazu auch im Reisebericht Bolivien I.

Als Busgesellschaft wurde mir von meinem Hostel in La Paz die Flota Yunguena empfohlen, die die Fahrt nach Rurrenabaque täglich um 12:00 vom Villa Fatima Terminal startet. Der Bus war alt und nicht gerade schön, in Anbetracht der stundenlangen Schotter-, Stein- und Schlammpiste aber sicher besser geeignet als ein moderner Cama-Bus.
Die Sitze waren dann auch akzeptabel und boten mir gute neun Stunden Schlaf, bis wir schließlich morgens um 05:00 in Rurrenabaque ankamen. In Calvani wurde gegen 18:30 ein ca. halbstündiger Dinner-Stop eingelegt.

Für einen Semi-Cama Sitz bei Yunguena bezahlte ich für die Strecke La Paz – Rurrenabaque 100 Bolivianos (ca. 13 Euro), gebucht über das Bash & Crash Party Hostel einen Tag vor der Abreise. Der eigentliche Preis des Bustickets betrug lediglich 70 Bolivianos (ca. 9 Euro für 18 Stunden (!) ), der Rest ging also als Provision an das Hostel. Entgegen der angegebenen Zeit kamen wir 1 Stunde früher in Rurrenabaque an.

Gesamtnote Yunguena: 8 von 10 Punkten

Die Death Road (Straße des Todes) von La Paz nach Rurrenabaque

Von Rurrenabaque nach San Ignacio de Moxos mit San Borja Syndicato

Eigentlich wollte ich von Rurrenabaque nach Trinidad ebenfalls wieder mit einem Nachtbus fahren. Doch nach zwei Stornierungen in Folge (die Zufahrtsstraßen waren durch Erdrutsche blockiert, sodass keine Busse in Rurrenabaque ankamen) wich ich auf Minivans aus, die die Strecke Rurrenabaque – San Borja – San Ignacio de Moxos – Trinidad in drei Teilstücken bedienen. Ich fuhr daher mit San Borja Syndicato zunächst von Rurrenabque nach San Borja und von San Borja weiter nach San Ignacio de Moxos.

Auch wenn ein Minivan zunächst einmal komfortabler klingt als ein klassischer Bus – er war es nicht. Der Sitzkomfort war aufgrund der Enge deutlich geringer, jeder Stein auf der überwiegend nicht asphaltierten Piste wurde mangels Federung doppelt übertragen und der Dreck der Staubpiste bahnte sich auch durch alle Ecken und Enden des Fahrzeugs seinen Weg. Hinzu kam, dass der Minivan mit 6 Personen rund 50% teurer ist als der Bus auf vergleichbarer Strecke.

Die nervigste Tatsache war allerdings, dass San Borja Syndicato wie auch die anderen Minivan-Anbieter keine festen Abfahrtszeiten haben, sondern einfach starten, wenn alle Plätze belegt sind. Aus diesem Grund musste ich sowohl in Rurrenabaque als auch in San Borja rund 1,5 Stunden warten, bis wir uns schließlich einmal in Bewegung setzten. Diese Art der Fortbewegung würde ich daher nicht empfehlen, weswegen ich für das dritte Teilstück am nächsten Tag auch auf das Trampen umgestiegen bin.

Für einen Sitz im Minivan bezahlte ich für die Strecke Rurrenabaque – San Borja – San Ignacio de Moxos 160 Bolivianos (ca. 21 Euro), gebucht direkt am Minivan-Terminal der jeweiligen Orte am Tag der Abreise.

Gesamtnote San Borja Syndicato: 4 von 10 Punkten

Fahrt mit San Borja Syndicato in Bolivien von Rurrenabaque nach San Ignacio de Moxos

Von Trinidad nach Santa Cruz mit Trans Copacabana (Nachtbus)

Die Strecke von Trinidad nach Santa Cruz war der erste Teil meiner zwei Nachtbusfahrten am Stück. Auch daran seht Ihr, dass der Schlafkomfort durchaus akzeptabel ist, ansonsten hätte ich mir das nicht angetan. Zudem war die Fahrt mit Trans Copacabana, wie die Busgesellschaft diesmal hieß, eines der besten Schnäppchen, die ich machen konnte. Die 9-stündige Fahrt im Nachtbus nach Santa Cruz kostete weniger, als eine reguläre Hostelnacht in Bolivien. Trotz des Preises gab es am Bus nichts zu meckern. Nur mit einer 2+1 Bestuhlung bestückt, hatte ich in meinem Semi-Cama-Sitz ausreichend Platz, sowohl zur Seite als auch nach vorne – meine genüsslichen 8 Stunden Schlaf waren mir damit garantiert.

Für einen Semi-Cama Sitz bei Trans Copacabana bezahlte ich für die Strecke Trinidad – Santa Cruz 50 Bolivianos (ca. 7 Euro), gebucht direkt am Busterminal von Trinidad am Tag der Abreise. Entgegen der angegebenen Zeit kamen wir 1,5 Stunden später in Santa Cruz an.

Gesamtnote Trans Copacabana: 9 von 10 Punkten

Wieder einmal ein Nachtbus, diesmal von Trinidad nach Santa Cruz de la Sierra

Von Santa Cruz nach Puerto Quijarro mit Pantanal (Nachtbus)

Auf in die zweite Runde, so könnte man diese Fahrt nennen. Nach meiner Fahrt am Vortag von Trinidad nach Santa Cruz setzte ich meine Reise direkt mit der nächsten Nachtbusfahrt fort: diesmal von Santa Cruz nach Puerto Quijarro an der bolivianisch-brasilianischen Grenze. Prinzipiell war auch diese Fahrt in Ordnung – moderner Bus, halbwegs Platz am Sitz und pünktliche Ankunft. Allerdings hat die Dame am Schalter in Santa Cruz deutlich mehr versprochen: Cama-Sitz, Internet, Komfort etc.. All dies gab es dann tatsächlich nicht. Die Fahrt war dennoch machbar und dank freiem Nebensitz kam ich erneut ausgeruht in Puerto Quijarro an. Wer Pantanal für seine Reise ebenfalls wählt, sollte auf eventuelle Versprechungen aber vorsichtig reagieren.

Für einen Semi-Cama Sitz bei Pantanal bezahlte ich für die Strecke Santa Cruz – Puerto Quijarro 60 Bolivianos (ca. 8 Euro), gebucht direkt am Busterminal von Santa Cruz am Tag der Abreise. Entgegen der angegebenen Zeit kamen wir 30 Minuten früher in Puerto Quijarro an.

Gesamtnote Pantanal: 6,5 von 10 Punkten

Fahrt in Bolivien mit Pantanal von Santa Cruz nach Puerto Quijarro

Von Villamontes nach Tarija mit SAMA Autotransportes (Nachtbus)

Du weißt, dass du eine ziemlich harte Tour hinter dir hast, wenn du am Ankunftsort bei Nennung deiner vorherigen Station nur bemitleidenswert angeschaut wirst. So war es bei uns im Hostel in Tarija, als wir sagten, dass wir aus Villamontes angereist sind.
Und unsere Gesprächsparter hatten Recht. Die Fahrt von Villamontes nach Tarija gleicht in der Tat einem nächtlichen Spießrutenlauf aus Schlaglöchern, Schotterpiste und komplett unasphaltierter Straße. Diese Eigenschaften sagen eigentlich alles aus, denn bei solchen Bedingungen kann der beste Bus der Welt auch nur bedingt weiterhelfen. Dass wir diesen ohnehin nicht hatten, sei einmal dahin gestellt, denn auch SAMA Autotransportes hat sich keinesfalls um den Titel „modernster Bus“ beworben. Semi-Cama- und Cama-Sitze gab es – wie bei allen anderen Gesellschaften auf dieser Strecke – gleich einmal gar nicht, sodass wir mit einem normalen Sitz in einem recht alten Bus Vorlieb nehmen mussten. Erneut war dank freiem Nebenplatz das Platzangebot aber sehr erträglich. Ganz und gar nicht dergleichen war jedoch die Nacht, denn aufgrund der beschriebenen Bedingungen war dies meine einzige Nachtbusfahrt nach der ich wirklich ordentlich Schlaf benötigt habe. Mit der Ankunft um 04:00 am Busterminal von Tarija konnten wir dies gleich in die Tat umsetzen und immerhin rund 2,5 Stunden ohne Wackeln und Schlaglöcher am Terminal ruhen.

Für einen Sitz bei SAMA Autotransportes bezahlte ich für die Strecke Villamontes – Tarija 60 Bolivianos (ca. 8 Euro), gebucht direkt am Busterminal von Villamontes am Tag der Abreise. Die Ankunft in Tarija erfolgte pünktlich.

Gesamtnote SAMA Autotransportes: 5 von 10 Punkten

Von Tarija nach Sucre mit AndesBus (Nachtbus)

Kaum zu glauben, dass die Fahrt nach Sucre meine letzte Nachtbusfahrt in Bolivien werden sollte – ich hatte mich doch so daran gewöhnt. :-)
Diesmal startete ich mit AndesBus in das nächtliche Vergnügen und hatte erneut das Glück eines freien Nebenplatzes. Der Bus der Gesellschaft war halbwegs modern und die Semi-Cama-Sitze in einer 2+2 Bestuhlung für einen guten Schlaf gerade so ausreichend. Aufgewacht bin ich eigentlich nur bei einer der Pausen sowie als sich meine Ohren mit Druckausgleich zu Wort gemeldet hatten – die Strecke führt hinauf auf knackige 4.000 Höhenmeter, auch wenn Sucre selbst nur bei rund 2.800 Meter liegt. Als Ausnahme in Bolivien gab es sogar einen Mini-Snack in Form eines kleinen Küchleins. Entertainment wurde in Form eines sprichwörtlich lächerlichen bolivianischen Filmes geboten.

Für einen Sitz bei AndesBus bezahlte ich für die Strecke Tarija – Sucre 90 Bolivianos (ca. 12 Euro), gebucht direkt am Busterminal von Tarija am Tag der Abreise. Die Ankunft in Sucre erfolgte pünktlich.

Gesamtnote AndesBus: 8 von 10 Punkten

Fahrt in Bolivien mit AndesBus von Tarija nach Sucre

Paraguay

Von Concepcion nach Filadelfia mit NASA Golondrina (Nachtbus)

Auch in Paraguay stand eine Fahrt mit dem Nachtbus auf dem Programm. Von Concepcion sollte mich die Gesellschaft NASA Golondrina nach Filadelfia führen, dem Zentrum der Mennoniten in Paraguay. Auswahl verschiedener Unternehmen gab es dabei nicht, sodass ich auf NASA angewiesen war.
Die Fahrt nach Filadelfia war gewiss kein Ruhmesstück meiner Busfahrten durch Südamerika. Der Bus war alt und klapprig, durch die Kabine zog es wie Hechtsuppe und die tiefen Schlaglöcher auf Paraguays Straßen taten ihr übrigens dazu, mich regelmäßig aus dem dämmernden Halbschlaf zu reißen. Immerhin hatte ich dank nur rund 40% Besetzung ausreichend Platz, diesen mehr oder weniger zu genießen – da störte auch der nicht wirklich zum Schlafen geeignete Sitz nur wenig. Die Ankunft am arg trostlosen Terminal von Filadelfia war schließlich gegen 04:30 – nicht unbedingt eine Traumzeit, aber bestens geeignet, um jenen Halbschlaf aus dem Bus auch am Terminal fortzusetzen, um irgendwann das Morgengrauen erblicken zu können.

Für einen Sitz bei NASA Golondrina bezahlte ich für die Strecke Concepcion – Filadelfia 90.000 Guarani (ca. 18 Euro), gebucht direkt am Busterminal von Concepcion am Tag der Abreise. Entgegen der angegebenen Zeit kamen wir 30 Minuten früher in Filadelfia an.

Gesamtnote NASA Golomina: 6 von 10 Punkten

Argentinien

Von Salta nach Mendoza mit AndesMar (Nachtbus)

Darf ich vorstellen: die längste aller meiner Busfahrten in Südamerika. Ganze 19,5 Stunden war ich von Salta nach Mendoza unterwegs, was allerdings auch gleich einmal stattliche 1.400 (!) Kilometer beinhaltete.
Meine Wahl fiel auf AndesMar, da ich hier noch ein Promo-Ticket ergattern konnte. Was mit umgerechnet 45 € im Vergleich zu Peru und Bolivien nach reinem Wucher klingt, ist in Argentinien fast ein Schnäppchen, denn Bustickets sind hier generell sehr teuer und stellen im Prinzip den Hauptteil des Reisebudgets dar.
Der Komfort ist dabei, vor allem im Bereich der Zusatzleistungen, deutlich höher als in Bolivien, auch wenn ich vom Sitz bei diesen Preisverhältnissen eher enttäuscht war. Zwar handelte es sich um einen Semi-Cama-Sitz, doch in Sachen Platzangebot und Gemütlichkeit konnte er nicht mit Trans Copacabana, Tepsa oder Cruz del Sur mithalten. Dafür gab es aber immerhin Snacks zum Abendessen, Frühstück und Mittag sowie Getränke während der Fahrt. Auf Nachfrage wurde sogar der Film mit englischen Untertiteln eingestellt.
Immerhin: bei einer 19-stündigen Busfahrt auf die Minute pünktlich anzukommen, klappt wohl auch nur im in Sachen Busverkehr spitzenmäßig agierenden Argentinien.

Für einen Semi-Cama-Sitz bei AndesMar bezahlte ich für die Strecke Salta – Mendoza 596 Pesos (ca. 45 Euro), gebucht direkt am Busterminal von Salta einen Tag vor Abreise. Die Ankunft in Mendoza erfolgte pünktlich.

Gesamtnote AndesMar: 8 von 10 Punkten

Busfahrt in Argentinien mit Andesmar von Salta nach Mendoza

Argentinien/Chile

Von Mendoza nach Valparaiso mit CATA Internacional

Obwohl es in Südamerika bereits mein 6. Grenzübertritt war, stellte diese Tour erst meine zweite Grenzüberquerung mit dem Bus dar. Für die landschaftlich sehr reizvolle Strecke von Mendoza nach Santiago bzw. Valparaiso wählte ich dabei CATA Internacional, wobei andere Busgesellschaften zu nahezu identischen Preisen und Zeiten fuhren.
Bustechnisch gab es auch diesmal den argentinischen Standard-Komfort, sprich Semi-Casa-Sitz mit akzeptablem, aber nicht berauschendem Platzangebot, Snack, Kaffee und Tee, Film und Bordtoilette. Spannender war da schon der Blick nach draußen, der mir letztmalig die für mich so eindrucksvollen Anden vor der Nase zeigte.
Ein Graus war der Grenzübergang, denn Chile nimmt es mit den Kontrollen ziemlich genau. Zudem verlassen nahezu alle Chile ansteuernden Busse Mendoza zwischen 08:30 und 10:30, sodass sich am Grenzübergang entsprechend alles staut – eine saftige Wartezeit von 2 Stunden + 1 Stunde Grenzprozedur war die Folge. Da soll sich noch einmal einer über die USA beschweren …

Für einen Semi-Cama-Sitz bei CATA Internacional bezahlte ich für die Strecke Mendoza – Valparaiso 376 Pesos (ca. 29 Euro), gebucht direkt am Busterminal von Mendoza am Tag der Abreise. Die Ankunft in Valparaiso erfolgte pünktlich.

Gesamtnote CATA Internacional: 8 von 10 Punkten

Busfahrt in Südamerika mit CATA International von Mendoza nach Valparaiso

Kolumbien

Von Armenia nach Bogota mit Expreso Palmira (Nachtbus)

Nach meinen Reisen durch Peru, Bolivien, Paraguay, Argentinien und Chile war ich nach etwas mehr als einjähriger Abstinenz wieder mit dem Bus in Südamerika unterwegs, diesmal in Kolumbien. Die einzig längere Busfahrt führte uns dabei in rund 7 Stunden von Armenia in der kolumbianischen Kaffeezone in die Hauptstadt Bogotá. Was eigentlich als Nachtbusfahrt gedacht war, hätten wir lieber am Tag gemacht, denn die Strecke wand sich von 1600 Meter hinauf auf 3400 Meter, anschließend hinab auf 400 Meter und am Ende wieder hoch auf 2600 Meter. Wie das kurventechnisch aussieht, könnt Ihr Euch vorstellen. Es war somit mehr ein ständiges aus dem Sitz rutschen statt gemütlich schlafen, wobei das Unternehmen dafür nichts kann. Der Bus von Expreso Palmira entsprach den gängigen Standards, wobei es keine Extras wie WiFi, Getränke, Essen oder einen besonders großzügigen Schlafsitz gab. Unangenehm war lediglich die Ankunftszeit im bitterkalten Busterminal von Bogotá um 3 Uhr nachts, doch auch dafür konnte Expreso Palmira nichts. Letztendlich konnten wir froh sein, an einem kolumbianischen Feiertag überhaupt einen Sitz ergattert zu haben.

Für einen Sitz bei Expreso Palmira bezahlte ich für die Strecke Armenia – Bogota 50.000 kolumbianische Peso (ca. 15 Euro), gebucht direkt am Busterminal von Armenia am Tag der Abreise. Entgegen der angegebenen Zeit kamen wir 30 Minuten früher in Bogota an.

Gesamtnote Expreso Palmira: 6 von 10 Punkten

Mit dem Nachtbus von Expreso Palmira in Kolumbien von Armenia nach Bogota

Ihr wollt auch die Meinung anderer Reiseblogger über das Busfahren in Südamerika lesen? Dann schaut zum Beispiel einmal bei Jörg vom Backpacker Blog vorbei, der Euch 14 Dinge zusammengetragen hat, die er beim Busfahren in Südamerika gelernt hat.

Was sind Eure Erfahrungen mit dem Busfahren in Südamerika? Konntet Ihr Euch auch so komfortabel fortbewegen? Und mit welchen Gesellschaften seid Ihr gefahren und könnt sie vielleicht empfehlen – oder auch nicht? Lasst mir einen Kommentar dar, sodass wir diese Sammlung über das Busfahren in Südamerika noch erweitern können?

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About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


2 Responses to Busfahrten in Südamerika – ein Überblick

  1. Kai Behrmann

    Hallo Christian, erstmal Kompliment zu deinem Blog! Ich habe sechs Jahre in Argentinien gelebt und liebe daher ganz besonders Südamerika. Deine Artikel sind wirklich gut – besonders auch dieser, über das Busfahren. Mit dieser Art des Reisens, die zudem sehr günstig ist, kann man wirklich tief eintauchen in das jeweilige Land. In Ergänzung zu deinen Tipps ist vielleicht folgendes Podcast-Interview für deine Leser interessant, in dem es auch um das Theme Linienbus in Lateinamerika geht:

    http://gatesieben.de/podcast/mit-dem-linienbus-durch-suedamerika-meike-haagmans/

    Weiterhin viel Erfolg mit deinem Blog und viel Spaß beim Reisen!

    Beste Grüße, Kai

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