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Reisebericht Kolumbien

Reisebericht Kolumbien – Vielfalt pur in San Cipriano, Salento und Bogota

Endlich wieder Südamerika! Nach 3 Monaten spannenden und absolut faszinierenden Monaten, vor allem in Peru und Bolivien, war ich nun wieder zurück, zumindest für eine kurze Reise – diesmal in Kolumbien. Das Land im Nordwesten des Kontinents steht für extreme Vielfalt, die von karibischen Stränden bis hin zu 6000 Meter hohen Gebirgszügen reicht. Auch wenn es diesmal nicht ganz so hoch hinaus ging, waren die Berge und die Natur generell wieder einmal traumhaft schön – wie schon in ganz Südamerika. Dazwischen mischten sich noch zwei hübsche Städt(chen) sowie einige kulinarische Highlights.

Reisezeitraum: August 2016 / 5 Tage
Geschrieben: Oktober 2016
Veröffentlicht: Oktober 2016

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>> Zu den Unterkünften in Kolumbien
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>> Zu meinen weiteren Südamerika-Reiseberichten: Peru, Bolivien (Nord), Paraguay, Bolivien (Süd), Argentinien, Chile

Überblick Reisebericht Kolumbien

  1. Anreise und Reiseplanung
  2. Mit dem Motorrad auf Schienen: die Dschungel-Enklave San Cipriano
  3. Koloniale Harmonie: das kleine Städtchen Buga
  4. Bergdorf und Kaffee-Zentrum: das beschauliche Salento
  5. Von Salento nach Bogota: 8000 Höhenmeter in 8 Stunden
  6. Abschluss in Bogota: Kolonialbauten zum Zweiten
  7. Fazit

Anreise und Reiseplanung

5 Tage standen uns lediglich zur Verfügung. Während ich bei meiner Weltreise und insbesondere während meines Südamerika-Aufenthalts nicht allzu viel von einer umfangreichen Reiseplanung hielt, sieht das bei einem Kurztrip schon anders aus, schließlich wollen die wenigen Tage effektiv genutzt werden. Aus diesem Grund buchte ich uns auch einen Gabelflug, da man somit (in der Regel) die Transporte – egal ob per öffentlichem Bus oder mit dem Mietwagen – effektiver gestalten kann und nicht zweimal die selbe Strecke fahren muss. In unserem Fall hieß das, dass wir nach Calí im Westen von Kolumbien flogen, der Rückflug jedoch von der Hauptstadt Bogota startete. Auf dem Straßenweg sind die beiden Städte rund 470 Kilometer voneinander entfernt.

Bei meiner kurzen Recherche stellten sich dann zwei Fixpunkte der Reise da. Der erste war San Cipriano, ein kleiner, verschlafener Ort, der über eine Besonderheit verfügt, die mir in über 60 Ländern noch nicht untergekommen ist und über die Ihr weiter unten im Reisebericht oder auch im separaten Artikel weiterlesen könnt. Auch wenn der knapp 200 Kilometer lange Umweg für die kurze Reisedauer recht sportlich war, wollte ich diese Kuriosität unbedingt erleben.

Zweiter Fixpunkt war die Kaffee- und Aktivzone zwischen Armenia, Perreira und Manizales inkl. dem kleinen Salento. Am Ende blieb zwar leider nur für den Kaffeepart Zeit, doch in Anbetracht der anderen Erlebnisse war das auch ok. Mit dieser Planung war auch klar, dass wir den Weg nach Bogota mit einem Nachtbus zurücklegen würden, denn bei knapp 5 Tagen 8 Stunden im Bus am Tag zu verlieren wäre einfach zu viel.

Mit diesem groben Rahmen konnte die Reise nach Kolumbien also starten, Die Anreise nach Calí erfolgte mit Copa Airlines, einer Airline, die im vergangenen Jahrzehnt stark expandiert ist und mittlerweile ein umfassendes Netzwerk in Nord-, Mittel- und Südamerika aufgebaut hat. Alle Flügen führen nahezu ausschließlich über Panama, den effektiven Flughafen-Hub von Copa Airlines. Nicht nur die Struktur der extrem kurzen Wege ist hier sehr interessant (mit der Copa Airlines auch in den nächsten Jahren weiter wachsen wird), sondern auch der Anflug mit Blicken auf die pulsierende Metropole Panama City, die ich im Jahr 2013 bereits besuchte.

Ausblick auf Panama City während unseres Fluges von Santo Domingo nach Panama City moit Copa Airlines

Der Anflug auf Calí kann da nicht ganz mithalten, was aber nicht weiter schlimm war. Schließlich waren wir gespannt, was uns von hier aus in den nächsten 5 Tagen Kolumbien erwarten sollte.

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Vom Flughafen Calí kommt Ihr ganz einfach ins Zentrum. Vor dem Terminal fährt ein regulärer öffentlicher Bus (ohne gekennzeichnete Haltestelle), der Euch in ca. 20 Minuten für 6000 COP (ca. 2 Euro) direkt ins Zentrum von Calí bringt und am dortigen Busterminal endet.

Den Anfang machte ein im Ausbau bzw. Modernisierung befindlicher Flughafen. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: nahezu ganz Kolumbien befindet sich im Bau. Egal ob auf Straßen, in Städten oder eben an Flughäfen – überall wird mit riesigem Gerät und in enormem Umfang gebaut.

Mit dem Motorrad auf Schienen: die Dschungel-Enklave San Cipriano

Diese Bautätigkeiten waren auch in nahezu extremen Ausmaß auf der Straße von Calí via Lobo Guerrero nach Buenaventura zu sehen. Auf rund 50 Kilometern wird hier eine neue Trasse errichtet, die sich auch mit zahlreichen neuen Tunneln durch die Berglandschaft gräbt. Diese war im übrigen auch sehr attraktiv und abwechslungsreich. Dennoch, von dieser Fahrt blieb uns etwas anderes im Gedächtnis: heiße, mit zerlaufenem Käse gefüllte Arepas.

Arepa, eine der leckersten Snacks in Kolumbien

Ein Arepa ist ein typischer kolumbianischer Maisfladen, der pur oder mit kleiner Füllung gegessen wird. Wie es der Zufall so wollte, war dieser Arepa der beste unserer gesamten Reise, obwohl wir in den folgenden Tagen viele weitere Arepas probierten, um noch einmal dieses Geschmackserlebnis zu finden: warmer, weicher und zerlaufener Käse in einem gerade frisch vom Grill genommenen Arepa. Diesen fanden wir irgendwo in der Nähe von Dagua, bei einem von der Busgesellschaft eingelegten Stopp auf der Fahrt von Calí nach Buenaventura.

Es sollte aber nicht das letzte Highlight des Tages bleiben, schließlich waren wir auf dem Weg nach San Cipriano. Dieses 454-Seelen-Dorf hat keinen Straßenanschluss und ist lediglich per Schiene erreichbar. Problem an der Sache ist, dass auch kein Zug nach San Cipriano fährt – und genau das macht es so berühmt. Aufgrund dieser Abgeschiedenheit haben die Einwohner nämlich die so genannten Brujitas erfunden, auf Schienen fahrende Motorräder.

Die Brujitas, ein Motorrad auf Schienen, sind die einzige Fortbewegungsmethode, um nach San Cipriano zu gelangen.

Während Ihr die genaue Funktionsweise im Reisebericht San Cipriano nachlesen könnt, sei Euch die Fahrt nur wärmstens ans Herz gelegt. Mehr positives „am Arsch der Welt Gefühl“ geht nicht.

Auf dem Weg von Cordoba nach San Cipriano

Auch San Cipriano an sich ist sehr interessant und lohnt mindestens eine Nacht, besser sogar zwei. Es befindet sich mitten im tropischen Dschungel Kolumbiens, entsprechend grün und unberührt ist die Natur. Auf einer Wander- und/oder Rivertubing-Tour lässt sich dies am besten erkunden.

Das kleine Dörfchen San Cipriano im Westen von Kolumbien

Ansonsten besteht San Cipriano aus nicht viel mehr als ein paar Homecooking-Restaurants, kleinen Pensionen und eine Hand voll Tante-Emma-Läden. Dennoch, aufgrund der super ruhigen Atmosphäre und des idyllischen Flusses nebenan lässt es sich super bei einem Bier und kolumbianischem Essen entspannen.

Leckerer Fisch in San Cipriano

Nach rund 24 Stunden in San Cipriano traten wir dann die Weiterreise an – allerdings nicht ohne Hindernisse. Während die Rückfahrt mit den Brujitas noch problemlos und abermals erlebnisreich war, gab es zurück auf der Straße das Problem, wie wir denn von hier wegkommen sollten. Es hielt nämlich keiner an – weder die vielen vorbei fahrenden Busse noch die unzähligen schweren Trucks, die auf der Straße von Buenaventura nach Lobo Guerrero die Szenerie dominierten.

Koloniale Harmonie und spezielle Gastronomie: das kleine Städtchen Buga

Aus diesem Grund mussten wir auf unserem Weg nach Buga die kleine Ochsentour wählen – sprich, mehrmaliges Umsteigen in kleineren Dörfern. Auch Trampen half da nicht weiter – es war das erste Mal, dass ich damit in einem Land nicht erfolgreich war. Letztendlich kamen wir daher erst deutlich später als geplant in Buga an, einer kleinen Kolonialstadt rund 70 Kilometer nördlich von Calí. Pünktlich zum Abendessen waren wir jedoch da und konnten damit ein weiteres Stück kolumbianische Küche kennenlernen, auch wenn es ein recht schweres und traditionelles Essen war.

Ein typisches Abendessen in Kolumbien

Ebenfalls in Buga befindet sich eine Craft-Bier-Brauerei, gerade in Kolumbien nicht alltäglich. Die Holy Water Brewery, übrigens zugehörig zum Buga Hostel, in dem wir übernachteten, produziert verschiedene Bierkreationen wie Mango-Bier, ein Ingwer-Honig-Bier oder ein kolumbianisches Hefeweizen. Schmeckt definitiv interessant, es lohnt sich mal reinzuschauen.

Leckeres Craft-Beer in der Holy Water Ale Brauerei in Buga

Auch am Tage setzte sich unsere kleine kulinarische Spezialreise durch Buga fort. Zunächst fanden wir an einem kleinen mobilen Wagen leckersten Guanabana-Saft. Wer die Frucht nicht kennt: sie hat einen sehr tropischen Geschmack und heißt auf deutsch Sauersack oder Stachelannemone.

Leckerer Guanabana-Saft in Buga nördlich von Cali

Weiter ging es dann gleich in einen kleinen Laden, der uns zufällig über den Weg lief und eine Art gebackene Frischkäse-Bällchen („Almojabanas“) produziert – das Stück für 300 COP, umgerechnet 10 Cent. Aufgefallen ist uns dieser Mini-Shop in der Carrera 16 eigentlich nur, weil die Leute anstanden und man die Backstube von außen sehen konnte – da muss es etwas besonderes geben.

Kuriose, aber spannende gebackene Frischkäsebällchen

Neben den zum Teil kuriosen kulinarischen Spezialitäten gibt es in Buga übrigens auch ein paar nette Sehenswürdigkeiten bzw. vor allem hübsche kleine Straßenzüge zum Durchschlendern. Neben der zentralen und dominierenden Basilica del Señor de los Milagros sind das im Wesentlichen viele kleine Kolonialhäuser, die schöne Fotomotive abgeben. Es war ein wenig wie in der Zona Colonial in Santo Domingo, nur alles ein Stückchen gemächlicher.

Die wichtige Basilika im kleinen Buga

Die historische Altstadt von Buga, einer Kleinstadt im zentralen Kolumbien

Die historische Altstadt von Buga, einer Kleinstadt im zentralen Kolumbien

Die historische Altstadt von Buga, einer Kleinstadt im zentralen Kolumbien

Bergdorf und Kaffee-Zentrum: das beschauliche Salento

Von den städtischen Eindrücken aus Buga sollte es anschließend wieder in die Natur hinausgehen. Salento war unser Ziel, ein gemütliches Dorf in der Kaffeezone von Kolumbien und zugleich auf knapp 2000 Metern Höhe in der Zentralkordillere des Landes gelegen. Entsprechend mussten da zumindest für abends schon einmal die warmen Sachen aus dem Rucksack geholt werden.

Salento ist in der Regel ein kleines, verschlafenes Nest mit einem überschaubaren Tourismus. Das Zentrum, welches sich auf einem Bergplateau befindet, hat man in ca. 10 Minuten locker durchquert. Mittelpunkt ist die Carrera 5, eine kleine Fußgängerzone mit vielen gemütlichen Bars, kleinen Lädchen und einladenden Cafés. Normalerweise geht hier alles sehr gemächlich zu, wenn man Salento nicht gerade wie wir (ungewollt) an einem regionalen Feiertag besucht.

Salento, ein kleines Bergdorf in der Zentralkordillere von Kolumbien

Salento, ein kleines Bergdorf in der Zentralkordillere von Kolumbien

Salento, ein kleines Bergdorf in der Zentralkordillere von Kolumbien

Auch der Mirador, quasi das Wahrzeichen der Stadt, war aus diesem Grund mit Besuchern überflutet. Ganz so schlimm war dies aber nicht, denn die Aussichten waren aufgrund des bescheidenen Wetters ohnehin nicht so prickelnd.

Ausblick vom Aussichtspunkt oberhalb von Salento

Ausblick vom Aussichtspunkt oberhalb von Salento

Neben dem eigentlich malerischen Ort gibt es zwei Highlights in der Umgebung von Salento. Dies ist zum Einen das Wander-, Berg- und Palmengebiet rund um das Valle de Cocora, wofür es bei uns leider zeitlich nicht reichte, zum Anderen die Kaffeeplantagen in den Feldern der umliegenden Gebirgs- und Hügellandschaft. Um mehr darüber zu erfahren, besuchten wir die Kaffeefarm Finca El Ocaso, rund 4 Kilometer von Salento entfernt. Schon der Fußweg dorthin war sehr spannend, da wir immer wieder Blicke auf die grüne Umgebung werfen konnten.

Weg von Salento zur Kaffeefarm Finca El Ocaso

Die Kaffee-Tour auf der Finca El Ocaso war schließlich nicht weniger spannend und übertraf unsere Erwartungen deutlich. Es handelte sich hierbei nämlich nicht nur um irgendwelches Marketing-Gedöns einer Kaffeefarm, die Ihr eigenes Produkt promoten möchte, sondern um eine profunde Führung rund um den Kaffee vom Anbau über die Röstung bis hin zum Verkauf. Dabei konnten wir nicht nur selber Kaffee pflücken und diesen später durch die „Kaffeemühle“ drücken, sondern erfuhren auch, welche weiteren Pflanzen für den Kaffeeanbau notwendig sind, welche Schädlinge und Gefahren es gibt, wie die Kaffeebohnen geröstet, gesiebt und sortiert werden und welcher Kaffee schließlich in Kolumbien bleibt und welcher exportiert wird. Natürlich durfte am Ende auch die Anleitung zur richtigen Kaffeezubereitung sowie eine Kaffee-Verkostung nicht fehlen.

Besuch und Führung auf der Kaffeefarm Finca El Ocaso in der Nähe von Salento

Besuch und Führung auf der Kaffeefarm Finca El Ocaso in der Nähe von Salento

Besuch und Führung auf der Kaffeefarm Finca El Ocaso in der Nähe von Salento

Besuch und Führung auf der Kaffeefarm Finca El Ocaso in der Nähe von Salento

Besuch und Führung auf der Kaffeefarm Finca El Ocaso in der Nähe von Salento

Alles in allem war das eine richtig coole und lehrreiche Tour, bei der wir viel zum Thema Kaffee gelernt haben – und das auf sehr anschauliche Art und Weise. Jedem Besucher von Salento können wir die Coffee Tour auf der Finca El Ocaso daher nur sehr empfehlen.

My Travelworld Tipp
Der Besuch auf der Finca El Ocaso kann optimal mit dem Rückweg über Boquia verbunden werden. So läuft man überwiegend nur bergab. Von Boquia aus fahren schließlich Busse in rund 15 Minuten zurück nach Salento.

Während sich der Großteil der Besucher wieder auf direktem Rückweg in Richtung Salento begab, nahmen wir noch einen Umweg über Boquia, den auf der Straße von Armenia nach Salento unterhalb des Bergdorfes gelegenen Ort. Der Weg dorthin führt nicht nur gemütlich an einem Flusslauf entlang, in Bequia warten schließlich richtige Straßenleckereien zum Verzehr. So gab es hier nicht nur Arepas und andere Grillspeisen, sondern die wohl bisher leckersten Maiskolbens meines (Reise-)Lebens.

Leckeres kolumbianisches Street Food nahe Salento

Übrigens wird in Kolumbien an fast jeder Ecke gegrillt. Das ist auch der Unterschied zum Straßenessen der Dominikanischen Republik. Während dieses oft gekocht oder gebraten ist und nur so im Öl schwimmt, sind die reinen Zutaten in Kolumbien nicht unbedingt gesünder – doch da es auf dem Grill liegt, fällt das Öl weg und es schmeckt gleich viel leckerer und leichter.

Wer noch andere geschmacklich spannende Sachen sucht, findet in Salento viele weitere kleine Schätze. Dazu gehören u.a. leckere Passionsfrucht-Desserts, frisch gegrillte Arepas oder ein Sandwich, welches zum Preis von 10000 COP (ca. 3 Euro) fast einen Meter lang ist (und zwei Leute satt macht).

Leckeres kolumbianisches Street Food in Salento

My Travelworld Tipp
Die „Meter-Sandwiches“ gibt es in einem kleinen Lokal in der Calle 6 nahe der Carrera 5.

Übrigens gibt es in Salento auch ein veganes Restaurant (Calle 6 zwischen Carrera 3 und 5) sowie ein kleines Gästehaus mit sehr leckerer vegetarischer Küche (Carrera 2 zwischen Calle 6 und 7).

Von Salento nach Bogota: 8000 Höhenmeter in 8 Stunden

Nach einer Nacht mussten wir leider bereits wieder Salento verlassen. Um nicht allzu viel Zeit zu verlieren, verbrachten wir jedoch den Tag noch im Ort und auf besagter Kaffeefarm, um anschließend mit dem Nachtbus in Richtung Bogota aufzubrechen. Da ich bereits während meiner Weltreise vor allem in Südamerika oft mit Nachtbussen reiste, war dies eigentlich unproblematisch, jedoch hatten wir die Rechnung ohne zwei Faktoren gemacht.

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Wer von Salento nach Bogota möchte, fährt zunächst für 4.200 COP (ca. 1,50 €) von Salento nach Armenia, der nächstgrößeren Stadt. Von hier fahren verschiedene Busgesellschaften direkt nach Bogota, aufgrund der vielen Anbieter ergibt das sicher einen 15 Minuten-Takt. Die Fahrt dauert 6 bis 7 Stunden und kostet 50.000 COP (ca. 16 Euro).

Zum Einen wurde während unseres Besuchs wie schon erwähnt ein regionaler Feiertag in Kolumbien begangen, sodass Salento quasi mit Touristen überquoll. Wir hatten damit gerechnet, dass die Busse daher voll sein werden würden und es zu Wartezeiten kommen kann. Als wir jedoch im Terminal von Armenia ankamen, stellten wir uns auf das Schlimmste ein. Es war einfach übervoll und die Schlangen an nahezu allen Schaltern schier endlos.

Das überfüllte Busterminal von Armenia

Mit Glück kamen wir dennoch innerhalb von 20 Minuten an unser Ticket und wähnten uns schon gemütlich in unserem Bussessel durch die Nacht kurven. Dies war nach rund einer halben Stunde auch der Fall, jedoch muss das Wort „kurven“ hier wörtlich genommen werden. Die Strecke von Armenia nach Bogota via Ibagué war derartig bergig und entsprechend serpentinenreich, dass an Schlafen kaum zu denken war. Das Profil zeigt sich auch schon anhand der Höhenangaben. Wir starteten in Armenia auf rund 1400 Höhenmeter, kletterten anschließend auf einen Gebirgspass auf 3300 Meter, um direkt anschließend knackige 3000 Höhenmeter ins Tal herunterzugleiten. Doch damit nicht genug, schließlich liegt Bogota auf 2600 Metern, sodass auf der letzten Etappe nochmals mehr als 2000 Höhenmeter überwunden werden mussten.
Die Straße wäre tagsüber aufgrund der Gebirgszüge, Täler, Schluchten und Hochplateaus sicher interessant gewesen, in der Nacht war sie einfach extrem ungemütlich. Wer diese Fahrt also ebenfalls angeht, sollte lieber eine Fahrt bei Tageslicht vorziehen.

Abschluss in Bogota: Kolonialbauten zum Zweiten

Entsprechend gerädert kamen wir an – und das nachts um 3 am bitterkalten Busterminal von Bogota. Eigentlich wollten wir erst ein paar Stunden später in Bogota ankommen, hatten aber aufgrund der vollen Busse keine andere Wahl. Aus diesem Grund hatten wir auch keine Ho(s)telreservierung.
Normalerweise stören mich Nächte oder lange Aufenthalte an Bus- oder Flugterminals überhaupt nicht, aber hier in Bogota war es schon etwas grenzwertig. Vor allem die Kombination aus Müdigkeit und Kälte (und dazu noch eine quengelnde Freundin ;-) ) war sehr unangenehm. Warme Räume waren Fehlanzeige, ebenso wie WiFi oder gemütliche Sitzbänke. Auch eine Unterkunft direkt am Terminal gab es nicht. Wir hatten also die Wahl blind mit einem Taxi in die Nacht von Bogota hineinzufahren oder am Terminal auszuharren. Wir entschieden uns für Letzteres.

Nachts um 3 im Busterminal von Bogota

Immerhin, der anschließende Besuch der Hauptstadt Kolumbiens entschädigte für die unangenehmen Stunden der Nacht. Wir ließen uns vom Taxi (14.000 COP / ca. 5 Euro vom Busterminal nach La Candelaria) in der Altstadt absetzen und sahen sofort den kolonialen Charme von Bogota. Was wir in Buga einige Tage zuvor noch im Miniaturformat sahen, konnten wir nun in voller Größe in La Candelaría, wie das historische Zentrum genannt wird, bewundern.

Die historische Altstadt von Bogota - La Candelaria

Die historische Altstadt von Bogota - La Candelaria

Die historische Altstadt von Bogota - La Candelaria

Die historische Altstadt von Bogota - La Candelaria

Die historische Altstadt von Bogota - La Candelaria

Dabei lohnt es sich vor allem, wahllos durch die kleinen Straßen zu schlendern. Noch dazu bietet Bogota auch ein großes Repertoire an Street-Art-Gemälden, sodass man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann und ein Rundgang richtig spannend und abwechslungsreich ist.

Street-Art in der historischen Altstadt von Bogota - La Candelaria

Street-Art in der historischen Altstadt von Bogota - La Candelaria

Street-Art in der historischen Altstadt von Bogota - La Candelaria

Street-Art in der historischen Altstadt von Bogota - La Candelaria

Street-Art in der historischen Altstadt von Bogota - La Candelaria

Von den vermeintlichen Sehenswürdigkeiten sahen wir daher gar nicht allzu viel. Ein Pflicht-Abstecher ist sicher der Plaza de Bolivar, an dem sich die Primada-Kathedrale, der Nationalkongress sowie der Justizpalast befinden. So richtig pittoresk ist der Platz aber nicht, dafür aber vor allem grau.

Der Plaza del Bolivar im Zentrum von Kolumbiens Hauptstadt Bogota

Die Fußgängerzonen im Zentrum von Bogota bieten allerhand Geschäfte und Imbisse zum schmökern und probieren, dafür aber überhaupt keine architektonische Attraktivität. Vielmehr fühlte ich mich beim Spazieren durch diese recht belebten Straßen an die Innenstädte von Duisburg oder Essen erinnert, die vor allem mit Ihrer Biederkeit glänzen.

Die Fußgängerzone im Zentrum von Kolumbiens Hauptstadt Bogota

Viel mehr lohnt sich da sicher ein Ausflug zum Hausberg Montserrate, der mit einer Gondelbahn fast direkt ab dem Zentrum erreichbar ist. Zwar fuhren wir nicht auf den Berg hinauf, fanden aber dafür in der Straße Carrera 1 ein anderes schönes Plätzchen mit einer traumhaften Aussicht auf Bogota.

Toller Ausblick auf das Zentrum von Bogota

Fazit

Dieses Panorama über Kolumbiens Hauptstadt war ein toller Abschluss dieser kurzen, aber abwechslungsreichen Reise. Nach einem weiteren kleinen kolumbianischen Mittagsmahl für erneut extrem günstige 15000 COP / 2 Personen (ca. 5 Euro) machten wir uns per öffentlichem Personennahverkehr, der in Bogota übrigens sehr gut ausgebaut ist, zurück in Richtung Flughafen.

Damit ging ein Kurz-Trip zu Ende, der vor allem durch spannende Erlebnisse wie die Fahrt nach San Cipriano, das dortige River Tubing oder den Besuch auf der Kaffeefarm geprägt wurde, ebenso wie durch abwechslungsreiches Essen, welches für lateinamerikanische Verhältnisse gut war, jedoch nicht an meinen bisherigen Favoriten Peru herankommt. Ebenso auffällig war das sehr günstige Preisniveau in Kolumbien, welches ungefähr auf dem niedrigen Level von Bolivien liegen dürfte. Gerade wenn man aus einem Land wie der Dominikanischen Republik kommt, welches entwicklungstechnisch grob auf dem selben Stand wie Kolumbien ist, dafür aber deutlich teurer, überrascht das schon sehr. Natürlich war dies zugleich auch ein angenehmer Nebeneffekt, sodass ich Kolumbien nicht nur in die Reihe sehr empfehlenswerter Länder einordnen kann, sondern auch in jene, die mit sehr schmalem Budget bestens bereisbar sind.

Da dies lediglich ein sehr kurzer Aufenthalt war, Kolumbien jedoch riesig groß ist, kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass ich wiederkommen werde. Schließlich gibt es in diesem Land noch so viel mehr zu entdecken – der Anfang hat jedenfalls Lust darauf gemacht.

Kolumbien – was denkt Ihr darüber? Schon einmal da gewesen? Wollt Ihr hin? Was sind Eure Tipps oder Wünsche? Schreibt es mir in die Kommentare!

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About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


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