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Reisebericht Peru

Reisebericht Peru – von der Hauptstadt Lima zum doppelten Höhepunkt

Premiere für mich in Südamerika! Mit Ausnahme von Guyana und Suriname war ich bisher noch nie im beliebten und hoch gelobten Kontinent unterwegs. Peru sollte nun mein Start in knapp 3 Monate Südamerika sein und mit 2 fantastischen Höhepunkten zum Ende der Tour sollte es mich auch nicht enttäuschen …

Reisezeitraum: Februar/März 2015 / 2,5 Wochen
Geschrieben: März 2015
Veröffentlicht: Juni 2015

>> Zur Übersicht der Reiseberichte
>> Zur Übersicht meiner Unterkünfte in Peru
>> Zu meinen Wandertouren in den Colca Canyon und dem Salkantay Trek
>> Zu den anderen Reiseberichten in Südamerika: Suriname, Bolivien-Nord, Bolivien-Süd, Paraguay, Argentinien und Chile
>> Zu meinem Weltreise-Round-Up / Zusammenfassung

Überblick Reisebericht Peru

  1. Reiseplanung und Anreise
  2. Lima – unspektakuläre Hauptstadt Peru’s
  3. Entlang der Küste, Teil 1: Pisco und die Islas Ballestas
  4. Entlang der Küste, Teil 2: die Wüstenoase Huacachina
  5. Arequipa, Kolonialstadt ohne Ausblick
  6. Colca Canyon – Wander-Highlight für Individualreisende
  7. Cuzco, das Tor zu Machu Picchu
  8. Der doppelte Höhepunkt: Salkantay Pass und Machu Picchu
  9. Weiterreise und Fazit

Reiseplanung und Anreise

Wie schon eingangs erwähnt, war Peru meine erste Station meiner knapp dreimonatigen Südamerika-Reise. Entsprechend reiste ich per Flugzeug aus den USA an (Jackson Hole – Dallas – Lima mit American Airlines) und kam so – wenn auch rund 2,5 Stunden verspätet – zu einer traumhaften Uhrzeit von 04:00 morgens am (sehr geschäftigen) internationalen Flughafen von Lima an. Nach ein wenig Warten ging es schließlich per Taxi zu meinem Couchsurfing-Host, sodass auch die unchristliche Uhrzeit kaum ein Problem war.

Geplant hatte ich wie so oft in den Monaten zuvor kaum etwas, sondern wollte mich vor allem vom südamerikanischen Flow treiben lassen. Machu Picchu stand natürlich auf meiner Liste, waren doch alle Reisende, die ich bisher traf, von dem Besuch restlos begeistert. Allerdings wusste ich, dass ich an einer der zahlreich angebotenen Mehrtagestouren/-wanderungen zur heiligen Inka-Stadt teilnehmen wollte. Zudem wollte ich noch einige individuelle Wanderungen unternehmen, wenn ich schon einmal in den Anden bin. Wie spektakulär diese sein sollten, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Für den Rest des Aufenthalts wollte ich mich einfach treiben lassen. Gerade meine Besuche auf den artenreichen Islas Ballestas, im semi-attraktiven Huacachina und im atemberaubenden Colca Canyon entstanden vor allem durch Empfehlungen anderer Reisende, die ich unterwegs traf, sowie auf Rat meines Hosts in Lima, der sich perfekt in Peru auskannte.

Karte von Peru mit meiner Reiseroute

Was letztendlich zu Buche stand, war eine Route von Lima entlang der Küste via Pisco und Ica ins mittelgebirgliche Arequipa, ehe es nach dem Abstecher in den Colca Canyon weiter nach Cuzco und Machu Picchu ging. Peru verließ ich schließlich über den Titicacasee und folgte somit fast dem berühmten Gringo Trail (Lima – Arequipa – Cuzco – Titicacasee und weiter ins bolivianische La Paz), der Südamerika über weite Strecken durchzieht: eine Route, die extrem stark von Backpackern und Individualreisenden frequentiert wird und daher eine enorme Anzahl an Hostels, westlichen Restaurants und Touranbietern in den einzelnen Orten bereithielt. Mag dies für die persönliche Komfortzone doch ziemlich bequem sein, geht mir die damit verbundene Unauthentizität sowie der immer wieder kehrende Touristennepp doch relativ schnell auf den Nerv, weswegen ich schließlich in Bolivien dann abseits der berühmten ausgetreten Pfade wanderte. Allerdings muss man auch sagen, dass sich gerade in Peru dieser „Gringo-Trail“ sehr anbietet – Colca Canyon, Cuzco und Machu Picchu muss man einfach gesehen haben.

My Travelworld Info-Box: in Peru kostenlos mit der Kreditkarte Bargeld abheben
Schon seit Jahren nutze ich die DKB-Kreditkarte und kann damit weltweit kostenlos Bargeld abheben. Auch in Peru funktionierte dies wieder reisbungslos, sodass ich an allen Geldautomaten im Land problemlos an die lokale Währung Soles kam. Für Reisen empfehle ich Euch solch eine Kreditkarte unbedingt. Aus diesem Anlass habe ich einen ausführlichen Artikel geschrieben, in dem ich auf die Vor- und Nachteile einzelner Kreditkarten-Anbieter eingehe – auch auf die DKB-Visa-Card.

Lima – unspektakuläre Hauptstadt Peru’s

Soviel zum Vorwort, nun wird es Zeit für meine eigentlichen Peru-Erlebnisse. Lima sollte also mein Auftakt sein und zunächst wusste ich nicht wirklich, was mich hier erwarten sollte. Reiseführer sind voll von Warnungen für die gefährliche Hauptstadt Perus (genauso wie andere Teile Südamerikas). Da es wie beschrieben meine erste Reise auf den Kontinent war, wusste ich nicht wirklich, wie ich diese Hinweise einschätzen sollte – merkte aber spätestens nach einem Tag, dass Lima ziemlich entspannt ist und mit den üblichen Vorsichtsmaßnahmen (keine Wertsachen, bei Dunkelheit einsame Gegenden meiden etc.) ebenso sicher zu bereisen ist wie Manila, Colombo oder Bangkok. Hinzu kam, dass Lima im Vergleich zu den drei genannten Städten regelrecht entspannt ist und nicht regelmäßig einem umfänglichen Verkehrskollaps erliegt, sodass die Fortbewegung in der Stadt sogar relativ human war. Mit dem neuen Metropolitano kommt man relativ schnell von A nach B und für alle nicht von diesem erst vor wenigen Jahren eröffneten Verkehrsmittel bedienten Ziele stehen Armadas von (Mini-)Bussen zur Verfügung.

My Travelworld Tipp
Mit dem Metropolitano kann man sich schnell zwischen dem Centro Historico, Miraflores, Barranco, Chorrillos und den Busterminals hin- und herbewegen. Es werden moderne und große Busse eingesetzt. Eine Fahrt kostet 2,50 Soles (ca. 0,70 Euro).

Die interessanteste Gegend von Lima dürfte wohl die historische Altstadt sein, die mit einer Vielzahl von kolonialen Gebäuden aufwartet. Um diese näher zu erkunden, nahm ich an einer der von mir hier schon oft rezensierten kostenlosen Stadtführungen (siehe London, Madrid, Hamburg) teil, die es auch hier in Lima gab. Allerdings erlebte ich zum ersten Mal eine richtig schlechte Tour, sodass ich den Stadtrundgang schließlich mehr oder weniger individuell durchführte. Dennoch, den Blick auf die schönen Gebäude der Altstadt konnte das nicht trüben.

Das Centro Historico von Perus Hauptstadt Lima

Das Centro Historico von Perus Hauptstadt Lima

Das Centro Historico von Perus Hauptstadt Lima

Das Centro Historico von Perus Hauptstadt Lima

Miraflores, den vor allem bei Reisenden aufgrund der vielen Unterkünfte und Restaurants beliebte Teil von Lima, streifte ich nur kurz. Stattdessen warf ich noch einen Blick nach Barranco, ein Kolonial- und Ausgehviertel südlich der Altstadt und bereits mit Zugang zum Meer. Ein Spaziergang hier lohnt sich definitiv und auch abends kann man sich hier gut bewegen.

Barranco, das hippe Stadtviertel von Lima

Barranco, das hippe Stadtviertel von Lima

Barranco, das hippe Stadtviertel von Lima

Barranco, das hippe Stadtviertel von Lima

Meine Basis für meinen Lima-Aufenthalt war der Stadtteil Chorrillos, der sich südlich von Barranco befindet. Während er gebäudetechnisch kaum etwas zu bieten hat, ist vor allem der Strand hier hochpopulär. Sehr überrascht war ich, dass dieser selbst wochentags zum Mittag und Nachmittag derart bevölkert ist, dass man vom qualitativ sehr guten Sand, aber sehr schmutzigen Wasser kaum etwas sieht. Über den bescheidenen Status eines Stadtstrand kommen die Abschnitte hier im Süden von Lima also nicht hinaus.

Einer der Stadtstrände in Perus Hauptstadt Lima im Stadtviertel Chorrillos

Einer der Stadtstrände in Perus Hauptstadt Lima im Stadtviertel Chorrillos

Nicht zuletzt bietet Chorrillos mit dem Morro Solar auch einen netten Aussichtspunkt für einen schönen Blick über Lima – oder zumindest Teile davon, denn aufgrund der allgegenwärtigen Abgase in Kombination mit der vom Pazifik hineinziehenden Meeresluft ist selbst bei wolkenlosem Himmel selten eine klare Sicht vorhanden.

Aussicht über Lima im Stadtviertel Churrillos

Einer der Stadtstrände in Perus Hauptstadt Lima im Stadtviertel Chorrillos

In Lima kam ich auch zum ersten Mal in den Genuss der peruanischen Küche. An nahezu jeder Straßenecke werden die bekannten und im ganzen Land vorhandenen „Menu el dia[s]“ angeboten. Diese bestehen immer aus einer Vorspeise (meistens Suppe) sowie einem zur Wahl stehenden Hauptgang. Je nach Angebot und Menü gibt es manchmal noch Getränk und/oder einen kleinen Nachtisch dazu. In der Regel kosten diese Menüs um die 5 bis 8 Soles, also zwischen 1,50 und 2,50 Euro.

Ein typisches Tagesmenü aus Perus Küche

Entlang der Küste, Teil 1: Pisco und die Islas Ballestas

Von Lima aus machte ich mich nun also auf den Weg, Peru zu erkunden. Erster Stopp sollte das maritime Pisco sein. Bekannt ist der Name vor allem aufgrund des gleichnamigen Nationalgetränks Pisco Sour, welches nach der Stadt benannt wurde. Visuell bestimmend sind aber vor allem die Folgen des verheerenden Erdbebens aus dem Jahr 2007, welches eine Stärke von 8,0 erreichte. Zwar wurde viel wieder aufgebaut, sodass das Zentrum in neuem Glanze erstrahlt, doch sichtbar sind die Schäden vor allem in den umliegenden Straßenzügen, sodass Pisco in diesen Ecken doch recht trostlos wirkt.

Pisco, ein kleines Städtchen an der Küste von Peru

Doch es geht auch anders – die Innenstadt von Pisco kann sich durchaus sehen lassen.

Pisco, ein kleines Städtchen an der Küste von Peru

Mein Hauptaugenmerk in Pisco waren aber weder die Erdbebenschäden noch die schönen Gebäude der Stadt, sondern die rund 10 Kilometer entfernt liegenden Islas Ballestas. Die Inseln beherbergen eine Menge verschiedener Tierarten – u.a. Delfine, Seelöwen, Pelikane, Pinguine oder Robben. Diese konnten wir alle während einer geführten Bootstour sichten, die zugleich auch die einzige Möglichkeit ist, die Islas Ballestas zu sehen. Aufgrund Ihres Artenreichtums und der einfachen Erreichbarkeit werden sie auch „Galapagos für Arme“ genannt.

Ausflug zu den Islas Ballestas, den Galapagos-Inseln für Arme in Peru

Ausflug zu den Islas Ballestas, den Galapagos-Inseln für Arme in Peru

Ausflug zu den Islas Ballestas, den Galapagos-Inseln für Arme in Peru

Ausflug zu den Islas Ballestas, den Galapagos-Inseln für Arme in Peru

My Travelworld Info-Box
Die Touren zu den Islas Ballestas können sowohl in Pisco als auch im näheren Ort Paraguas gebucht werden. Ab Pisco habe ich 40 Soles (ca. 12 Euro) bezahlt, wobei noch 13 Soles (ca. 4 Euro) verschiedenste Hafengebühren hinzu kommen. Gebucht habe ich in einem kleinen Büro in Pisco am Plaza de Armas (Aprotur), welches ich aufgrund der guten Organisation sowie des informativen und unterhaltsamen Guides während der Bootstour sehr empfehlen kann. Obwohl ich sonst ja absolut kein Tour-Fan bin, war dieser Ausflug zu den Islas Ballestas aufgrund der Vielzahl an Tieren definitiv sein Geld wert.

Entlang der Küste, Teil 2: die Wüstenoase Huacachina

Zweite Station an Perus Pazifikstreifen, wenn auch schon einige Kilometer von der Küste entfernt, war die kleine Wüstenoase Huacachina. Allein ihre Lage macht sie zu einem attraktiven und besonderen Ziel.

Rings um Huacachina, dessen Dorf man innerhalb von 5 Minuten vollständig zu Fuß durchquert hat, ragen Meter hohe Sanddünen in die Höhe. Während es Hauptprogramm vieler Besucher ist, mit laut röhrenden Sandbuggys in Heerscharen durch die Dünen zu brettern, konzentrierte ich mich auf die natürliche Form der Fortbewegung und bestieg einer dieser Dünen, um schließlich einen tollen Ausblick auf die umliegende Wüste sowie Huacachina genießen zu können.

Huacachina, eine Wüstenoase nahe Ica

My Travelworld Tipp
Zwei ganz wichtige Tipps für das Besteigen der Sanddünen:
– lasst Eure Schuhe in der Unterkunft. Barfuß läuft es sich am besten und Ihr spürt den Sand viel besser.
– nehmt Euch Südamerika zum Vorbild und haltet Siesta. Sich zwischen 10:00 und 15:00 auf den Dünen herumzutreiben, grenzt an Glutofen-Besteigung – und das sage ich als jemand, dem unter 30 Grad normalerweise zu kalt ist.

Doch so schön und spektakulär die Wüste und die Dünen auch sind, so schnell verliert Huacachina seinen Reiz. Außer den Buggytouren und dem Sandboarden gibt es kaum etwas zu tun, die Unterkünfte bieten nur eine allenfalls mäßige Qualität und auch beim Essen muss man mit mindestens 100% Touristenaufschlag rechnen. Auch wenn ich die Dünen echt spannend fand – nach einigen Stunden in Huacachina wäre ich am liebsten wieder abgereist.

Arequipa, Kolonialstadt ohne Ausblick

Dies tat ich schließlich auch am nächsten Tag und setzte meine Tour in Richtung Arequipa fort. Es sollte zugleich auch meine Nachtbus-Premiere in Südamerika werden – jene Fortbewegungsform, die mich später noch fast ein dutzend mal von A nach B bringen sollte. Generell sind die Nachtbusse in Südamerika sehr komfortabel und verfügen zum Teil über inkludierten Essensservice im Bus, nahezu vollständig flache Betten und persönliches Entertainment-Programm im Vordersitz. Zu diesem Thema habe ich hier auch einen ausführlichen Artikel über das Busfahren in Südamerika geschrieben, in dem ich auf all diese Merkmale eingehe.

Nachtbus-Fahrt mit Tepsa von Arequipa nach Cuzco

Zurück aber zu Arequipa: die Kolonialstadt im Südwesten von Peru ist ein interessanter Zwischenstopp, die entspanntes Flair und historische Straßenzüge mögen. Die Horden von Touristen, die hier stoppen, sind nicht zu übersehen, ebenso wie die unzähligen westlich orientierten Restaurants, Bars für Backpacker oder die allgegenwärtigen Souvenirshops.

Arequipa, eine Welterbe-Stadt im Süden von Peru

Doch Arequipa hat auch wunderschöne Straßenzüge zu bieten. An nahezu jeder Ecke lassen sich interessante Kolonialhäuser erspähen und viele kleine Gassen machen einen Spaziergang zu einem abwechslungsreichen Zeitvertreib.

Arequipa, eine Welterbe-Stadt im Süden von Peru

Arequipa, eine Welterbe-Stadt im Süden von Peru

Arequipa, eine Welterbe-Stadt im Süden von Peru

Arequipa, eine Welterbe-Stadt im Süden von Peru

Aufgrund der unzähligen bunten Häuser in allen Farbrichtungen fühlte ich mich hier auch ein wenig an Granada in Nicaragua und an San Juan in Puerto Rico erinnert.

Ein weiteres Highlight von Arequipa ist eigentlich der Blick von der Stadt auf die umliegenden bis zu 6000 Meter hohen Gipfel. Leider gab sich Arequipa stets in perfektem Wolken verhangenen Grau während meiner 3 Tage Besuchszeit, sodass ich diese Sicht nicht genießen konnte.

Einen Besuch wert ist auch der Markt von Arequipa. Wie schon in Lima gab es hier unzählige Früchte und diese wie fast überall in Peru zu einem Spottpreis, wo selbst die meisten Länder in Südostasien nicht mithalten können. Schließlich ließen sich die Verkäufer in Arequipa auch noch eine bemerkenswerte Präsentationsform einfallen – solch eine Obstwand habe ich bisher noch nirgendwo gesehen.

Der bunte Markt von Arequipa mit vielen tropischen Früchten

Ansonsten bietet der Markt alles, was das touristische und lokale Herz begehrt – u.a. auch Ceviche, eines der inoffiziellen Nationalgerichte in Peru (was nicht wirklich mein Herz erobert hat).

Ceviche, eines der Nationalgerichte von Peru

Colca Canyon – Wander-Highlight für Individualreisende

Nahezu ein Pflichtausflug von Arequipa aus ist der Colca Canyon. Während er von dutzenden Anbietern zu einem sehr günstigen Preis als Komplett- und Gruppentour angeboten wird, entschied ich mich dafür, die zweittiefste Schlucht der Welt (nur übertroffen vom quasi benachbarten Cotohuasi Canyon) eigenständig zu erkunden. Schon die Busfahrt über einen mehr als 4.800 Meter hohen Pass nach Chivay und Cabanaconde, die entgegen den organisierten Touren nicht (!) bei Nacht stattfand, war die Eigeninitiative wert.

Die spektakuläre Busfahrt von Arequipa über Chivay nach Cabanaconde

Die spektakuläre Busfahrt von Arequipa über Chivay nach Cabanaconde

Der Colca Canyon selbst bedarf eigentlich kaum vieler Worte, sondern vor allem aussagekräftiger Fotos.

Aussicht von Cabanaconde auf den Colca Canyon

Spektakuläre Wanderung im Colca Canyon, die zweittiefste Schlucht in Peru und der Welt

Spektakuläre Wanderung im Colca Canyon, die zweittiefste Schlucht in Peru und der Welt

Die Tour in den Colca Canyon kann ich jedem Reisenden nur wärmstens empfehlen. Die Schlucht ist schlichtweg beeindruckend und die Wanderung, trotz der langen Ab- und Anstiege, vor allem landschaftlich äußerst attraktiv. Somit konnte ich die 2 Tage im Canyon plus An- und Abreise als absolutes Highlight meiner Peru-Reise verbuchen.

Die lange Version dieser beeindruckenden Tage und viele Tipps zum Nachmachen – wer ebenfalls die Schlucht in Eigenregie besuchen möchte – findet Ihr in meinem Do-It-Yourself-Artikel über den Colca Canyon.

Cuzco, das Tor zu Machu Picchu

Vom Colca Canyon kehrte ich schließlich nach Arequipa zurück und nahm von dort aus abermals einen Nachtbus – diesmal nach Cuzco. Die Touristenstadt Nr. 1 in Peru befindet sich am Beginn des Heiligen Tales, was letzten Endes mit Machu Picchu abschließt. Je nach Sichtweise mag man dies auch andersherum formulieren, denn während Machu Picchu auf ca. 2.400 Meter liegt, befindet sich Cuzco auf stattlichen 3.400 Metern – und mit den umliegenden Hügeln sogar noch höher.

Cuzco, Inka- und Welterbestadt in den Anden von Peru

My Travelworld Info-Box: Höhenanpassung
Aufgrund der stattlichen Höhe von Cuzco solltet Ihr vermeiden, direkt von der Küste aus in die Stadt im Heiligen Tal zu fahren (und natürlich ebenso nicht fliegen). Die Gefahr, dass Ihr dies nicht vertragt, sind relativ hoch. Nutzt stattdessen das rund 2.100 Meter hohe Arequipa als Zwischenstopp und akklimatisiert Euch ordentlich. Generell gilt in der Höhe: langsam Laufen, viel Schlafen, wenig Alkohol, viel Wasser und bei ungewöhnlichen Beschwerden sofort einen Arzt aufsuchen oder auf niedrigere Orte ausweichen.

Cuzco selbst ist ähnlich wie Arequipa sehr attraktiv für einen Stadtrundgang und gerade im Vergleich zu anderen südamerikanischen Städten ein echtes Highlight. Dennoch kann man zu Arequipa keinen Vergleich ziehen, denn Cuzco bietet viel mehr historische und zum Teil unrestaurierte Bausubstanz und dank der Hügellage bessere Ausblicke.

Cuzco, Inka- und Welterbestadt in den Anden von Peru

Cuzco, Inka- und Welterbestadt in den Anden von Peru

Cuzco, Inka- und Welterbestadt in den Anden von Peru

Ähneln tun sich beide Städte dann doch wiederum in der touristischen Ausrichtung, wobei Cuzco noch einen Zacken schärfer ist als Arequipa. Es bedarf schon ein wenig Suche, ein lokales Restaurant mit einem „Menu el dia“ zum „einheimischen“ Preis zu finden und auf dem Markt von Cuzco wird man ohne Verhandeln selbst bei Obst, Gemüse und Brot nach Strich und Faden beschissen. Gerade letzteres ist immer ein besonders schlechter Indikator, wenn der Touristenboom selbst die sonst so netten Marktfrauen erreicht hat und in jedem „Gringo“ nur ein wandelnder Geldautomat gesehen wird, den es gilt, bestmöglich auszunehmen.

Cuzco, Inka- und Welterbestadt in den Anden von Peru

Überraschend wenig – zumindest in meinen Fall und denen aller anderen Reisenden, die ich traf – wird bei den unzähligen Touren geschummelt, die in Cuzco an jeder Ecke angeboten werden. Von ganz normalen Ein- und Mehrtagestouren nach Machu Picchu, was knapp 100 Kilometer entfernt ist, über die berühmten Wandertouren entlang des Inka Trails oder des Salkantay Pass bis hin zu kreativen Kombinationstouren wird hier alles angeboten, was sich an den Touristen verkaufen lässt. Ein paar Hinweise zur Tourbuchung findet Ihr auch hier und warum mein Hostel in Cuzco es zu meiner Lieblings-Unterkunft in Peru geschafft hat in diesem Artikel.

Der doppelte Höhepunkt: Salkantay Pass und Machu Picchu

Unter all den angebotenen Touren in Cuzco entschied ich mich schließlich für den Salkantay Trek. Diese 5-Tages-Wanderung nähert sich dem berühmten Machu Picchu zu Fuß auf etwas mehr als 70 Kilometer, ehe es schließlich am letzten Tag zur heiligen Inka-Stadt hinaufgeht.

Weiß man bei solchen Touren vorher nie so wirklich, woran man ist, stellte sich meine Wahl in Nachhinein als absoluter Glücksgriff heraus. Die Gruppenzusammensetzung war ideal und die Leistung (Guide, Verpflegung, Equipment) des Veranstalters („KB Adventure Tours“) für den Preis nahezu herausragend. Die spektakuläre Landschaft während unseres Salkantay Treks tat Ihr übrigens dazu, dass die 5 Tage an sich schon ein Highlight und so ein würdiger Abschluss von Peru waren.

Traumhafte Landschaften während des Salkantay Trek nach Machu Picchu

Der höchste Punkt während des Salkantay Trek - der Salkantay Pass auf 4.630 Meter

Traumhafte Landschaften während des Salkantay Trek nach Machu Picchu

Der Weg von Santa Theresa nach Hidroelectrica auf dem Weg nach Machu Picchu

Doch es stand ja auch noch Machu Picchu auf dem Programm, welches sich unter sehr schweren Voraussetzungen (der wettertechnisch wohl schlimmste Tag meiner Weltreise + viele Touristen + horrende Preis) ebenfalls bestens in meinem Gedächtnis verankerte und so das i-Tüpfelchen auf den Salkantay Trek setzte.

Machu Picchu, die berühmteste Sehenswürdigkeit von Peru

Machu Picchu, die berühmteste Sehenswürdigkeit von Peru

Da ich diese beeindruckenden 5 Tage nicht in wenigen Sätzen abhandeln kann, gibt es hierzu ebenfalls einen separaten Bericht. In diesem Artikel über den Salkantay Trek findet Ihr alle Informationen zur Anbieterauswahl für eine der Touren, die schönsten Eindrücke von bis zu 4.630 Metern sowie ausführliche Tipps und Infos zu Machu Picchu.

Weiterreise und Fazit

Nach famosen Tagen auf Salkantay und Machu Picchu zurück in Cuzco, schwang ich mich schließlich abermals in einen Nachtbus und fuhr weiter nach La Paz. Den Titicacasee besuchte ich später von Bolivien aus und einen Abstecher in das Amazonasbecken, der mir während der Reise in den Sinn kam, unternahm ich ebenfalls vom Nachbarland und nicht ins peruanische Puerto Maldonado.

So kam es schließlich, dass ich in Peru eigentlich hauptsächlich auf dem Gringo-Trail wanderte und im Prinzip die Hauptattraktionen mitnahm. Lima und Pisco waren daher die einzigen Orte, die etwas weniger touristisch waren, gemeinsam mit der Schlucht des Colca Canyon, wo dann doch nicht allzu viele Personen die mehr als 1000 Höhenmeter hinunter und wieder nach oben wandern.

Dennoch waren es spannende 2,5 Wochen, die mich vor allem in Sachen Anden mehr als beeindruckten. Die Fahrt nach Chivay, der Colca Canyon und der Salkantay Trek waren alles Gebirgs-Highlights, die ich in dieser Form bisher noch nie gesehen hatte – und es sollte später in Bolivien noch spektakulärer werden. Auch die Islas Ballestas wussten zu gefallen, während Lima, Huacachina und Arequipa maximal ein nettes Beiprogramm waren – immerhin gerade in diesen Gegenden mit einigen sehr sympathischen Peruanern.

Letztendlich war es aber ein sehr vielversprechender Auftakt für Südamerika und machte definitiv Lust auf mehr, was in der Folge mit Bolivien, Paraguay, Argentinien und Chile auch anstehen sollte.

Was war Euer Highlight in Peru? Oder steht Eure Reise noch bevor und Ihr habt Fragen? Ich freue mich auf Eure Kommentare.

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About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


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