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Reisebericht Suriname

Reisebericht Suriname: faszinierende Reise zu Ureinwohnern und Regenwald

Es war faszinierend, es war überraschend, es war beeindruckend – meine Reise nach Suriname verdiente sich auf jeden Fall einiges an Lob. Wohl noch nie zuvor (mit Ausnahme eines Urlaubs als kleiner Wonneproppen) war ich soweit weg von jeglicher Zivilisation – und zugleich umgeben von einer einzigartigen Natur.

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>> Zum Lodge-Hopping entlang des Suriname River

Reisezeitraum: April 2014 / Dauer: 8 Tage
Geschrieben: Mai 2014
Veröffentlicht: Mai 2014

Überblick Reisebericht Suriname

  1. Reiseplanung: Boven Suriname mit Hindernissen
  2. Anreise + Einreise: Airline-Premiere mit Surinam Airways
  3. Paramaribo: Top und Flop zugleich
  4. Auf in den Dschungel: per Bus und Boot ins Nirgendwo
  5. Hotel Botopassie: Entspannungs-Oase in Perfektion
  6. Pikiseei: Ausflug zu den Ureinwohnern der Saramaccaner
  7. Kaimane: Tierbeobachtungen im Regendwald und weitere Bewohner
  8. Back to Basic: Pingpe, 10 Kilometer Wanderung und eine Nacht in der Hängematte
  9. Tapawatra Falls: das Anfang vom Ende
  10. Abrechnung: die Kosten für meinen Trip in Boven Suriname
  11. Exkurs: Essen und Trinken in Suriname
  12. Fazit: Geheimtipp für andere und hohe Messlatte für 2014

Reiseplanung: Boven Suriname mit Hindernissen

Genau diese Beschreibung trifft vor alle auf meine Tage in der Region des Suriname River (Boven Suriname) zu, in der ich im Endeffekt die meisten meiner Tage verbrachte. Doch zunächst musste auch bei dieser Reise die Planung erfolgen – und dies mit einigen Hindernissen.

Nachdem ich die Flüge gebucht hatte, wusste ich ja zunächst gar nicht so richtig etwas mit meinen 8 Tagen Suriname anzufangen. Ich hatte mir hier bewusst etwas länger Urlaub gegönnt, um diesmal nicht jeden Tag volles Programm zu haben. Auf den zweiten Blick schienen 8 Tage dann aber doch fast zu lang, da die in meinem Reiseplanungs-Post beschriebenen Varianten (Tagesausflüge rund um Paramaribo, Abstecher nach Französisch-Guyana oder geführte Tour in den Dschungel) alle ihre gewissen Nachteile hatten und aus unterschiedlichsten Gründen nur schwierig realisierbar waren.

Erst sehr kurzfristig entdeckte ich dank eines zufälligen Internet-Funds die Möglichkeit, die Region Boven Suriname (gleichbedeutend mit dem Upper Suriname River zwischen dem Ursprung und dem Brokopondo-Stausee) auch individuell zu bereisen. Trotz schwieriger Planung aufgrund der teilweise zähen E-Mail Kommunikation konnte ich mir so letztendlich zumindest die ersten zwei Nächte am Suriname River (nach einer Nacht in Paramaribo) sichern. Mehr zu dieser Planung und auch über die Unterkunfts- und Reisemöglichkeiten in Boven Suriname generell findet Ihr in meinem Artikel über das Lodge-Hopping in Suriname.

Anreise + Einreise: Airline-Premiere mit Surinam Airways

Beim Hinflug konnte ich mich bereits mental auf das kommende Besuchsland einrichten – ich flog mit der nationalen Surinam Airways von Port of Spain nach Paramaribo. Der Flug war unspektakulär, brachte aber kurz vor der Landung schon einmal Ausblicke auf diejenige Farbe, die mich in der kommenden Woche begleiten sollte: grün (und grün und grün).

Blick auf den dichten Urwald von Suriname

Neben Surinam Airways fliegt auch Caribbean Airlines und Insel Air nach Paramaribo. Caribbean Airlines nutzte ich schließlich dank vorhandener Vielflieger-Meilen für den Rückweg, ebenfalls wieder nach Port of Spain.

Auch die Einreise in Suriname war verhältnismäßig einfach, wenn man bedenkt, dass man bis vor einigen Jahren noch ein Botschafts-Visum benötigte. Auch aus diesem Grund sollte man die aktuellen Einreisehinweise des Auswärtigen Amtes bei einem Besuch in Suriname einmal genauer lesen, schließlich können sich die Bedingungen jederzeit wieder ändern. Derzeit reicht für den Aufenthalt allerdings eine so genannte Tourist Card, die es direkt am internationalen Johan Adolf Pengel Airport von Paramaribo gibt und 20 € kostet. Mit dieser Karte (+ selbstverständlich Reisepass), die für eine einmalige Einreise in Suriname gültig ist (wer also zwischendurch nach Guyana oder Französisch-Guyana weiterreise, benötigt eine Neue), ist schließlich ein Aufenthalt von bis zu 90 Tagen möglich.

Paramaribo: Top und Flop zugleich

Dank später Ankunft verbrachte ich meine erste Nacht direkt in Paramaribo. Hier wählte ich das saubere, zentrale und günstige Twenty4 Guesthouse – trotz fehlender Mehrbettzimmer eine klassische Backpacker-Unterkunft, da es einfach die beste Budget-Option der Stadt ist.

Das Guesthouse Twenty4 in Paramaribo - Außenansicht des Hostel

My Travelworld Tipp
Der internationale Flughafen befindet sich mehr als 40 Kilometer außerhalb des Stadtzentrums – mindestens eine Stunde + x Transferzeit einplanen.

 

Während ich am Tag darauf mich direkt in Richtung Suriname River verabschiedete, hatte ich am Ende noch einmal Zeit, Paramaribo genauer zu erkunden. Die Zwischenüberschrift mag hier etwas verwirren, doch es kommt eben darauf an, in welches Verhältnis man die Stadt setzt.

Top ist Paramaribo auf jeden Fall, wenn man es mit dem (von mir im Vorjahr besuchten) benachbarten Georgetown in Guyana sowie sicher auch dem als langweilig und teuer beschriebenen Cayenne in Französisch-Guyana vergleicht. Paramaribo besitzt eine sehr schöne und zum Unesco-Weltkulturerbe gehörige Altstadt, die ich bei einem Stadtrundgang näher erkundet habe.

Die Waterkant in Paramaribo gehört zum Unesco-Weltkulturerbe

Viele alte Gebäude machen das Stadtbild von Paramaribo aus

Die St. Peter und Paul Kathedrale in Paramaribo

Flop ist Paramaribo für diejenigen, die es als richtige Stadtbesichtigung sehen. Dafür hat Surinames Hauptstadt einfach zu wenig zu bieten und ist dann doch mehr Mittel zum Zweck als riesiger Wohlfühlmagnet. In maximal einen Tag hat man einen guten Eindruck von Paramaribo bekommen und kann dies höchstens noch mit einigen Ausflügen ins Umland strecken.

Blick auf den Suriname River vom Fort Zeelandia aus

Dennoch ist Paramaribo ein guter, nützlicher (Busverbindungen!), günstiger (Unterkünfte!) und sicherer Ausgangspunkt, um das restliche Suriname zu erkunden.

Auf in den Dschungel: per Bus und Boot ins Nirgendwo

Von Paramaribo aus sollte schließlich mein Dschungel-Abenteuer beginnen. Grob hatte ich mich im vorhinein informiert und mir zumindest einmal den ganzen Tag Zeit genommen, schließlich lief die Reise nach Botopasi auf mindestens 3 Stunden Busfahrt und 3 Stunden Bootsfahrt hinaus.

Nur so viel: es passte alles. Auch wenn sich zunächst ein halbes dutzend Busfahrer auf mich stürzte, der schließlich auserwählte bei seiner Fahrt dann erst einmal 5 Privatstops machte und ich letztendlich als einziger Tourist mit nur 3 weiteren Einheimischen für 2.5 Stunden im Boot saß – ich kam am Nachmittag in meinem Hotel Botopassie an, was ich vorgebucht hatte. Mehr zur Anreise und der kompletten „Organisation“ (wenn man es denn so nennen kann) in meinem separaten Bericht über die Fahrt von Paramaribo nach Botopasi.

Minibus nach Atjoni in der Samaracca Street von Paramaribo

Auf dem Weg von Paramaribo nach Atjoni im Minibus

Die Langboote, die so genannten Koreals, in Atjoni

Spätestens nach den ersten Minuten per Boot auf dem Suriname River – Straßen gab es weit und breit hier keine mehr – merkte ich, in welch faszinierende Welt ich hier gerade eintauchte. Links grün, rechts grün, unter mir Wasser, über mir der Himmel und vor und hinter mir die Weite des surinamesischen Regenwalds – mehr Natur geht nicht. So war es kein Wunder, dass die fast 3-stündige Fahrt mit dem so genannten Koreal (einem einheimischen Langboot) wie im Flug verging.

Im Langboot bzw. Koreal auf Suriname River zwischen Atjoni und Botopasi

Im Langboot bzw. Koreal auf Suriname River zwischen Atjoni und Botopasi

Hotel Botopassie: Entspannungs-Oase in Perfektion

Diese faszinierende Welt setzte sich im Hotel Botopassie, welches ich im Voraus via E-Mail gebucht hatte, direkt fort. Eine sehr gepflegte und natürliche Anlage, einfache und naturnahe Bungalows, herzliche Gastgeber, ein paar Kokospalmen sowie ein traumhafter Ausblick auf den Suriname River – es braucht nicht viel (und schon gar kein Luxus), um solch eine kleine Entspannungs-Oase in zu zaubern.

Das Hotel Botopassie am Suriname River

Die Bungalows im Hotel Botopassie am Suriname River

Blick vom Suriname River auf das fantastische Hotel Botopassie

Ich denke, die Bilder sprechen für sich. Es ist wirklich selten, dass ich mich in eine Hängematte lege und einfach nichts mache – hier war es dann aber tatsächlich mal so weit. Die Kulisse dazu war einfach perfekt.

Toller Ausblick auf den Suriname River vom Hotel Botopassie

Hinzu kam, dass mir die Gastgeber des Hotel Botopassie halfen, meinen weiteren Aufenthalt zu organisieren. In meinem Artikel über das Lodge-Hopping in Suriname habe ich ein wenig über die Schwierigkeiten der Reiseplanung geschrieben – dies wurde mir durch deren Wissen vor Ort sowie einen Anruf letztendlich stark erleichtert, sodass ich meine Reise noch weiter stromaufwärts zum Pingpe River Resort (dazu später mehr) fortsetzen konnte.

Pikiseei: Ausflug zu den Ureinwohnern der Saramaccaner

Neben der einzigartigen Natur war auch ein weiterer Punkt entscheidend für meine Begeisterung von Suriname: die Ureinwohner der Saramaccaner. Diese leben in über 60 Dörfern entlang des Suriname River.

Zur Erinnerung: die gesamte Region von Boven Suriname, wo sich auch jene 60 Dörfer befinden, ist absolut nicht per Straße erreichbar. Botopasi ist zum Beispiel 50 Kilometer vom nächsten Anschluss entfernt. Das ganze Leben spielt sich also am Fluss ab – inkl. zum Beispiel dem Wäsche waschen durch die Hausfrauen.

Im Langboot bzw. Koreal auf Suriname River zwischen Atjoni und Botopasi

Vom Hotel Botopassie aus hatte ich nun die Gelegenheit, solch ein Ureinwohner Dorf zu besichtigen. Hier, im Ort Pikiseei, wurde mir eindrucksvoll gezeigt, wie solch ein Leben aussieht, was wir gemeinhin als „von vor hundert Jahren“ bezeichnen würden. Relativ primitive Holzhütten, kaum Stromanschlüsse (und Strom wenn dann ohnehin nur am Abend), handwerklich beschäftigte Männer, sich um den Haushalt kümmernde Frauen (gerade die älteren davon auch ohne Oberbekleidung), Feuerstellen, keine Straßen (nur Gehwege) sowie der Stammesälteste, der im Dorf das Sagen hat – genau so sah es in Pikiseei aus.

Blick in das Dorf Pikiseei am Suriname River - Lebensort der Saramaccaner

Blick in das Dorf Pikiseei am Suriname River - Lebensort der Saramaccaner

Ich fühlte mich wirklich wie im (vor)letzten Jahrhundert, Aber es waren tolle Eindrücke, die einem auch ins Bild rufen, dass auch diese Menschen mit ihrem (aus unserer Sicht einfachen) Leben glücklich sind – vielleicht sogar glücklicher als wir.

Später besuchte ich in Pingpe noch ein Weiteres dieser Dörfer. Wie schon in Pikiseei wurden uns neben dem allgemeinen Bild auch die Kultur und Traditionen der Saramaccaner vermittelt. Mehr dazu auch in meinem Bericht über das Leben der Ureinwohner.

Das Dorf Pingpe, wo die Ureinwohner der Saramaccaner wohnen

Kaimane: Tierbeobachtungen im Regendwald und weitere Bewohner

Neben den Saramaccanern wird der gesamte Dschungel von Suriname, der übrigens mindestens 90% des Staatsgebiets einnimmt, auch von den verschiedensten Tierarten bewohnt. So machten wir zum Beispiel – ebenfalls vom Hotel Botopassie aus – eine Kaiman-Beobachtungstour, bei der wir die Krokodil ähnlichen Tiere bei Nacht sichteten. Mit Erfolg:

Kaiman-Beobachtung auf dem Suriname River

Auch sonst gab es im Regenwald entlang des Suriname Rivers einiges zu sehen. Auch wenn wir die ebenfalls dort lebenden Jaguare oder Affen nicht zu Gesicht bekamen, waren doch einige sehr interessante Exemplare dabei, u.a. wunderschöne Schmetterlinge, der Pfeilgiftfrosch oder eine Korallenotter.

Beeindruckende Vielfalt an Schmetterlingen im Dschungel von Suriname

Ein giftgrüner Frosch im Dschungel-Camp

Die Korallenotter im Dschungel von Suriname

Noch mehr Tiere – bisher ja relativ selten bei My Travelworld – stellen sich im kleinen Einwohnermeldeamt von Surinames Dschungel vor.

Back to Basic: Pingpe, 10 Kilometer Wanderung und eine Nacht in der Hängematte

Von Botopasi aus setzte ich schließlich meine Reise im Regenwald von Suriname fort – und drang noch weiter ins Landesinnere ein. Pingpe war das Ziel meiner abermaligen Fahrt mit dem Koreal – während der ca. 1,5-stündigen Tour erneut begleitet von einer atemberaubenden Landschaftskulisse.

Mit dem Koreal von Botopasi nach Pingpe

In diesem Ort, einem der südlichsten Ureinwohner-Dörfer entlang des Suriname River, übernachtete ich im Pingpe Jungle Resort, ebenfalls eine Eco-Lodge direkt am Fluss. Diese war sogar komplett in den Händen der Saramaccaner und sorgte so für noch mehr Volksnähe. Die Hütten waren einfach, Strom gab es zudem wie schon im Hotel Botopassie nur am Abend für ca. 5 Stunden. Doch was zählte, war das Erlebnis!

Mein Bungalow im Pingpe Jungle Resort am Suriname River

Genau dieses Erlebnis begann – wenn nicht schon in der Lodge selber – spätestens am Tag darauf bei der Back-to-Basic-Tour. Dieser über das Pingpe Jungle Resort buchbare Ausflug ist eine zweitägige Tour, bestehend aus einer 10 Kilometer langen Wanderung (one-way; 20 Km gesamt) sowie der Übernachtung in einem Basis-Camp mitten im Dschungel. Übernachtet wird in einer Hängematte, lediglich durch eine Plane vom Regen geschützt und gekocht wird über einem kleinen Feuer. Strom gibt es nicht, genauso wenig wie Sanitäreinrichtungen und andere Behausungen. Eben echtes Back-to-Basic – ähnlich den Dschungelbewohnern von früher.

Unser Back-to-Basic-Basis-Camp mitten im Dschungel von Suriname

Auch wenn die Tour sich nicht durchgängig Bestnoten verdiente, war es ein einmaliges Erlebnis. Schlafen in der Hängematte, ein Brüllaffenkonzert mitten in der Nacht, 10km Wanderung quer durch den Busch – nur die Natur und ich (+ 3 weitere Gäste + Guide). Neben dem wirklich absolut authentischen Erlebnis im Camp spotteten wir unterwegs auch einige der oben bereits gezeigten Tiere, wenn gleich uns die ganz großen Kaliber verwehrt blieben.

Achja, viel Dschungel gab es übrigens auch zu sehen – und der sah genau so aus.

Der Dschungel von Suriname während unserer Back-to-Basic-Tour

Der Dschungel von Suriname während unserer Back-to-Basic-Tour

Tapawatra Falls: das Anfang vom Ende

Direkt nach der Back-to-Basic-Tour ging es zum nächsten Highlight – den Tapawatra Falls. Sie sind eine der größen Stromschnellen, die so genannten Sulas, im Verlauf des Suriname Rivers. Zwar kommen die Koreals hier aufgrund der Strömung nicht weiter, dafür lässt sich aber in den zum Teil von Steinen geschützten Stromschnellen umso besser baden und die abermals fantastische Szenerie genießen.

Die Taprawatra Falls, ein schöner Ausflug vom Pingpe Jungle Resort

Die Tapawatra Falls waren zugleich auch der südliche Wendepunkt meiner Reise. Hier war ich nun bereits rund 85 Kilometer von der nächsten Straßenanbindung entfernt, zudem waren es nur noch rund 444 Kilometer (entspricht rund 4 Breitengraden) bis zum Äquator – mehr „Zivilisations-Abstinenz“ geht kaum.

Auf der Rückfahrt von den Fällen konnte ich nochmals die sattgrüne Natur genießen, gerade jetzt am Nachmittag noch besser durch die untergehende Sonne in Szene gesetzt.

Beeindruckende Fahrten auf dem Suriname River

Rückfahrt war auch zugleich das Stichwort, denn nach diesem letzten Erlebnis ging es anschließend wieder zurück in Richtung Paramaribo. Trotz stromabwärtiger Fahrt waren es erneut rund 3 Stunden Bootstour – 3 Stunden, in denen ich die letzten Eindrücke dieser absolut unberührten, absolut natürlichen und absolut beeindruckenden Region aufsaugen konnte. 3 Stunden, in denen ich nochmals nach links und rechts blickte und neben den so netten Ureinwohnern und den vereinzelten Dörfern nur den dichten, mächtigen Regenwald sah.

Beeindruckende Fahrten auf dem Suriname River

3 Stunden, nach deren Ablauf ich wieder in der Zivilisation (zumindest ein Stück weit) angekommen war.

Rückkehr in die Zivilisation von Suriname: das Regionalzentrum Atjoni

Abrechnung: die Kosten für meinen Trip in Boven Suriname

Nach weiteren 3 Stunden Busfahrt war ich nun also wieder zurück in Paramaribo – und damit irgendwie auch zurück in dieser fast surrealen Welt im richtigen Leben. Zeit also, um auch wieder auf die rationalen Dinge zu blicken – das liebe Geld.

Was mich neben all der Faszination für die Suriname River Region ebenfalls beeindruckt hat, ist die Möglichkeit, genau diese Gegend individuell und günstig zu bereisen. Für die reine Planung und Organisation habe ich ein paar Hinweise und Tipps im Lodge-Hopping-Artikel zusammen getragen.

Bezüglich des Geldes war es wirklich überraschend, wie günstig doch alles war. Ureinwohner besuchen und per Expedition den dichten Dschungel kennenlernen ist sicher in einigen Ländern der Erde möglich, doch meist nur in teuren geführten Touren oder per Gruppenreise – und nicht zum Backpacker-Budget wie in Suriname. Die Übernachtungen kosteten mich im Schnitt 30 bis 35 Euro inkl. Vollpension (!) (und das als Einzelreisender), die mehrstündigen Bootsfahrten zwischen 10 und 20 Euro. Auch halbtägige Ausflüge waren mit rund 10 bis 25 Euro sehr human bepreist, zumal die teuerste Tour sogar extra nur für mich durchgeführt wurde – und das mit 2 Guides. Essenstechnisch musste ich aufgrund der in den Lodges inkludierten Vollpension lediglich in Paramaribo Nahrung käuflich erwerben, die hier auf einem günstigen deutschen Niveau lag.

Aufgrund des insgesamt überraschend sehr günstigen Preisniveaus – vor allem in Boven Suriname entlang des Suriname River – hatte ich erstmalig überhaupt nach meinen Reisen noch eine (relativ) beträchtliche Menge Bargeld übrig. Rund 350 Surinam-Dollar (ca. 80 €) werden seitdem in Grenada gehütet – vielleicht wachsen sie ja ob des feucht-tropischen Klimas noch an. ;-)

Exkurs: Essen und Trinken in Suriname

Apropos Nahrung: natürlich gab es auch etwas zu Essen in Suriname. Gerade in den Lodges sogar reichlich. Ein klassisches surinamisches Nationalgericht kam mir dabei zwar nicht unter, doch eines wurde ziemlich deutlich: gerade im Dschungel sollte man der Kombination aus Reis, Hühnchen und grünem Gemüse nicht gerade abgeneigt sein, sonst hat man einen ziemlich schweren Stand.

Das Hotel Botopassie am Suriname River

Zugegeben, trotz der mangelhaften Abwechslung hat es immer richtig lecker geschmeckt, was vor allem daran liegt, dass in den Dschungel-Lodges entlang des Suriname River von den Einheimischen gekocht wird. Da steckt also Liebe und viele Hausrezepte drin. Hinzu kamen die vielen interessanten Gemüsesorten, deren Namen ich überwiegend vergessen habe, die aber alle selbst angebaut wurden. Im Grunde genommen handelte es sich also schon um eine Art Nationalgericht, zumal auch Reis in Suriname geerntet wird.

In Bezug auf Getränke verhält sich Suriname nicht anders als die nördlich liegenden Karibik-Staaten: Bier und Rum. Vor allem das rote Parbo-Bier ist nahezu omnipräsent, fast jeder kleine Shop ist damit ausgestattet – auch äußerlich. Selbst ganze Gebäude sind dem Bier gewidmet.

Parbo, das Nationalbier von Suriname

Interessant übrigens, dass das Bier fast nur in 1-Liter-Flaschen verkauft wird – das genaue Gegenstück zu meinen gewohnten 285ml-Carib-Flaschen aus Grenada.

Auch etwas Rum wird in Suriname hergestellt, der jedoch nicht wirklich mit dem leckeren karibischen Rum mithalten kann. Immerhin bietet der Borgoe wie das Parbo-Bier aber schöne Kontrastmöglichkeiten bei der Öffentlichkeits-Gestaltung, wie dieses Bus-Wartehäuschen in Paramaribo zeigt.

Interessante Haltestelle, die für den in Suriname destillierten Rum wirbt

Fazit: Geheimtipp für andere und hohe Messlatte für 2014

Was bleibt, sind beeindruckende Erinnerungen an ein touristisch völlig unbekanntes Land. Außerhalb von Holland ist Suriname (eine ehemalige niederländische Kolonie) kaum ein Begriff – ein meines Erachtens völlig unberechtigter Zustand. Die Region rund um den Suriname River ist eine Schatztruhe unserer Erde, bepackt mit ganz viel Natur, Tradition und Gastfreundschaft und seit Jahren versehen mit einer besonderen Schleife, sodass auch die Authenzität gewahrt werden konnte. Hinzu kommt der preisliche Aspekt, der solch eine Abenteuer-Expedition selbst für Individualreisende erschwinglich macht. Alles in allem also ein echter Geheimtipp auf der touristischen Landkarte.

Für mich persönlich war es ein imponierender Auftakt in das Reisejahr 2014, der die Messlatte enorm hoch gelegt hat. Selten habe ich mich einer Region so hingezogen gefühlt wie Boven Suriname. Zwar bin ich mir angesichts meines umfangreichen Reiseplans für dieses Jahr sicher, dass ähnliche oder gleichwertige Erlebnisse folgen werden, dennoch werde ich aber immer wieder gerne an diesen einzigartigen Urlaub in Suriname zurückdenken. Aus diesem Grund kann ich diesen Reisebericht eigentlich nicht besser beenden, also mit folgendem Foto aus der Altstadt von Paramaribo.

Fazit meiner Reise nach Suriname: i love Suriname

Wem dieser Reisebericht gefallen hat und zukünftig keine der Hotelbewertungen, Reisetipps und Tripreports verpassen möchte, liked am besten direkt hier den Facebook-Kanal (~) von My Travelworld – immer mit den neuesten Informationen über alle Reisen.

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


12 Responses to Reisebericht Suriname

  1. Fiona

    Hallo,
    Wie sieht es in Suriname mit der Mitnahme von Kameras aus? Gehen Spiegelreflexkameras wegen der hohen Luftfeuchtigkeit kaputt oder kann man diese ohne Probleme mitnehmen?

    Viele Grüße

    • Chris (My Travelworld)

      Hallo Fiona,
      danke für deinen Kommentar. Leider bin ich kein Kamera-Experte, sodass ich dir keine genaue Antwort geben kann. Jedoch ist die Luftfeuchte in Suriname ähnlich hoch wie in anderen tropischen Ländern, sodass für die Kamera die selben Hinweise gelten wie für andere Regionen dieser Breitengrade.
      LG, Chris

  2. Annette

    Hallo Chris,
    hast du in Surinam auch alleinreisende jung Frauen getroffen?.
    Würde mich über diene Einschätzng zu diesem Thema freuen.

    LG, Annette

    • Chris (My Travelworld)

      Hallo Annette,

      ich war nur kurz in Suriname und habe daher generell wenige andere Reisende getroffen. Im Suriname River bin ich durch Zufall auf eine 4-köpfige Reisegruppe gestoßen, die sich erst vor Ort eine Agentur für einen Dschungel-Trip gesucht hat. Dies wäre eventuell eine Option, mit der man allein hinreisen kann, vor Ort aber dennoch mit anderen unterwegs ist. Prinzipiell spricht aber nichts dagegen, Suriname als Frau alleine zu bereisen, wenn man die üblichen Sicherheitshinweise beachtet.

      LG, Chris

  3. Saskia

    Hallo Chris,

    hast du zufällig eine Empfehlung für einen privaten Reiseguide?
    Wollen im November nach Suriname reisen und würden gerne einen Guide buchen.

    LG Saskia

    • Chris (My Travelworld)

      Hallo Saskia,
      danke für deinen Kommentar. Eine Empfehlung für einen privaten Guide habe ich nicht, aber ich kann dir einen deutschen Reiseveranstalter empfehlen, der gute Kontakte nach Suriname hat und Euch sicher etwas empfehlen oder zusammenstellen kann. Bei Interesse schreibe mir gerne eine E-Mail oder hier per Kommentar. Ich vermittle dann gerne.
      LG, Christian

  4. Konstantin Klein

    Vielen Herzlichen Dank für deinen Bericht,
    habe alles nach deinem Erzählung nacherlebt TOP 100 Punkte

  5. Batana

    Hallo Chris, einfach stark, deine Seite. Hab für mich als „Solist“ die 3 Guyanas angedacht, jedoch bei den Preisen von den diversen Anbietern ist mir die Lust vergangen. Hab mich dann ins tiefe Internet begeben und gleich einmal deine Seite gefunden. Jetzt weiß ich, auf welche Art ich Surinam und Guyana besuchen werde, Fr.Guyana lass ich erstmals aus.
    Danke für die super Hinweise in deinen Berichten. Nur eine Entscheidung ist noch offen: soll ich Anfang November fliegen oder im April?
    LG aus Österreich

    • Chris (My Travelworld)

      Hallo Batana,
      besten Dank für das Lob. In Bezug auf die Reisezeit kann ich dir leider nicht weiterhelfen, ich selbst war ja im April da und konnte mich absolut nicht beschweren. Aber auch der November soll eine sehr gute Reisezeit für Suriname sein. Letztendlich weiß man es mit dem Wetter aber ohnehin nie, von daher würde ich einfach die Zeit nehmen, die dir am besten passt.
      LG, Chris

  6. Conny

    Hallo Chris,
    das ist ein toller Bericht über Suriname. Ich habe ihn schon vor meiner Reise gelesen, konnte deine Faszination aber erst so richtig nach meiner Tour durch Suriname verstehen. Es ist wirklich ein beeindruckend kleines Land. Ich habe Natur pur noch nie so faszinierend laut erlebt.
    Ich war in Palumeu und Awarradam, und beide Orte waren fantastisch.
    Für alle die nicht alleine unterwegs sein wollen oder eine geplante Tour machen möchten, kann ich nur die Reiseagentur Mats&Tours (mets@sr.net) empfehlen. Fragt nach dem Tour Guide Elton (spricht seht gut englisch). Bei einer Tour mit ihm erfahrt ihr sehr viel über das Land, die Natur und die Menschen die dort leben. Er liebt sein Land und seinen Job und die Tage mit ihm werden zu einem unvergesslichen Erlebnis. Versprochen!

    • Chris (My Travelworld)

      Hallo Conny,

      danke für die netten Worte. Ja, Suriname ist schon ein spezielles Pflaster, dessen Faszination nur schwer zu beschreiben ist. Es freut mich natürlich sehr, dass es dir dort ebenso gut gefallen hat und danke für den Tipp bzgl. Guide – vielleicht kann es einer der Leser hier ja mal gebrauchen.

      LG, Chris

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