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Mit dem Minibus / Sammeltaxi durch Grenada

Schon oft habe ich in meinen Artikeln über Grenada die typischen Minibusse erwähnt. Kein Wunder, denn ohne eigenes Auto ist es für mich die einzige Möglichkeit, die Insel zu erkunden und so auch die schönen Ecken Grenadas kennenzulernen. Da das Fahren mit den Sammeltaxis (die Wörter „Sammeltaxi“ und „Minibus“ nutze ich im folgenden Artikel gleichberechtigt, im Prinzip ist dasselbe gemeint.

>> Zu den 10 schönsten Stränden von Grenada
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Der typische Minibus

Zunächst einmal die Frage, wie man denn überhaupt einen Minibus erkennt. Dies ist – im Vergleich zu anderen Inseln in der Karibik – relativ einfach, denn zum einen sind die typischen Toyota Maxivans ziemlich häufig anzutreffen, zum anderen sind sie vor allem durch einen rechteckigen Aufkleber, der Nummer und Routenverlauf anzeigt, markant. Dieser befindet sich in Fahrtrichtung immer in der linken oberen Ecke. Jeder Minibus, der kein solch ein Schild an der Frontscheibe kleben hat, ist aller Voraussicht nach ein normales Taxi und damit deutlich teurer.

Ein Minibus in St. George, Grenada

Das Routen-System

Die Routen der Minibusse in Grenada sind durchnummeriert von 1 bis 9, auf der Schwesterinsel Carriacou gibt es die Linien 10 und 11. Die meist frequentierste Linie ist die Route 1, sie verkehrt zwischen Calliste, ca. 20 Gehminuten vom Flughafen entfernt, Grand Anse, dem touristischen Zentrum von Grenada sowie der Hauptstadt der Insel, St. George’s.
Der Endpunkt der Linie 1, der Busbahnhof von St. George’s, ist zugleich auch Minibus-Mittelpunkt der Insel. Von hier aus fahren alle Sammeltaxis, außer der Linie 9, sternenförmig durch die verschiedenen Teile von Grenada.
Die Linie 2 widmet sich überwiegend der Ostküste und fährt via Westerhall, La Sagesse, Crochu und den Mt. Carmel Waterfalls nach Grenville, der zweitgrößten Stadt von Grenada. Linie 3 und 4 sind für Touristen eher unbedeutend. Sie erschließen die Wohngebiete oberhalb von St. George’s wie St. Pauls, Corbeau, Morne Jaleaux oder Laborie. Die Linie 5 bedient die gesamte Westküste mit den wichtigen kleinen Städtchen Gouyave, Victoria und Sauteurs. Minibusse mit der Nummer 6 fahren ebenso wie die 2 nach Grenville, allerdings über den berühmten Grand Etang. Ab St. George’s verläuft die Route zunächst gleich mit der Nummer 7, letztere biegt dann allerdings in die Gebiete rund um Annandale und Willis ein. Auch die Nummer 8 ist eher eine Local-Route, da sie ebenfalls vornehmlich Dörfer rund um die Hauptstadt erschließt, allerdings tendenziell in nördlicher Richtung und damit zunächst auf gleicher Strecke wie die Linie 5. Last but not least haben wir die Linie 9, das einzige nicht in St. George’s startende Sammeltaxi, welches den kompletten Nordosten der Insel zwischen Grenville und Sauteurs befährt, u.a. mit Hermitage, Belair, La Poterie, Pearls, Mt. Horne oder Paradise.

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Wie oben beschrieben, sind die Linien 10 und 11 in Carriacou anssäsig. Beide starten in Hillsborough, wobei die Minibusse mit der Nummer 10 für den Norden, die mit der Nummer 11 für den Süden der Insel zuständig sind.

Frequenzen

Am häufigsten fährt die Linie 1. Ein Minibus kommt hier werktags zwischen 7:00 und 19:00 ca. aller einer Minute (in welcher Millionen-Metropole gibt es das schon ;-) ), davor und danach etwas weniger oft. Die letzten Busse fahren meist gegen 22:00 Uhr, vereinzelt auch länger. Samstag bis zum frühen Abend ist die Frequenz der Linie 1 ebenfalls enorm hoch, Samstag Abend sowie am Sonntag dann etwas seltener, vielleicht aller 3-5 Minuten (Sonntag vormittag aufgrund des allgemeinen Kirchengangs sehr ausgedünnt).

Bei den anderen Linien sieht das Netz deutlich dünner aus. Hier kann es am Busbahnhof von St. George’s schon einmal 20 Minuten dauern, ehe ein Bus abfährt. Die Frequenz auf der Strecke selbst nimmt dann aber etwas zu, da einige Busse auch unterwegs einsetzen. Trotzdem sollte man hier etwas Zeit mitbringen. Am Abend und am Sonntag sollte man sich auf die Linien 2 bis 9 nicht unbedingt verlassen.

Auf Carriacou kann man die Sammeltaxis ebenfalls als Gelegenheitsverkehr bezeichnen. Mehr als ein dutzend Busse wird es hier für die paar tausend Einwohner nicht geben, was zu entsprechend niedrigen, schwer schätzbaren Frequenzen führt. Jedoch hat man als Einwohner oder Besucher von Carriacou ohnehin viiieeel Zeit.

Ausblick vom Seawave Restaurant auf die Hillsborough Bay und Union Island

Die Preise

Minibus fahren auf Grenada ist nicht teuer. Die günstigste Fahrt kostet 2,50 EC$ (ca. 0,70 €), die teuerste 6,50 EC$ (knapp 2 Euro). An folgende Fahrtpreise (one-way) der letzten Monate kann ich mich noch erinnern und können daher hier quasi im ersten Grenada-Minibus-Guide veröffentlicht werden (Angaben natürlich ohne Gewähr und vorbehaltlich Preisänderungen oder Nacht- / Feiertagszuschlag):

– Alle Strecken zwischen St. George’s und Grand Anse: 2,50 EC$
– St. George’s – Grenville 6 EC$
– St. George’s – Grand Etang 5 EC$
– St. George’s – Seven Sister Falls 5 EC$
– St. George’s – Gouyave 4,50 EC$
– St. George’s – Mt. Carmel 5 EC$
– St. George’s – La Sagesse 3,50 EC$
– St. George’s – Concord Falls 3,50 EC$
– St. George’s – Sauteurs 6,50 EC$
– St. George’s – Diego Piece 5,50 EC$
– St. George’s – Annandale Falls 2,50 EC$
– Grenville – Sauteurs 4,50 EC$
– Grenville – Mt. Rose 3,50 EC$
– Grenville – Mt. Carmel 2,50 EC$
– Hillsborough – Windward 3,50 EC$ (Carriacou)
– Hillsborough – Bogles 3,00 EC$ (Carriacou)
– Windward – Bogles 3,00 EC$ (Carriacou)

Wichtige Punkte per Minibus

Per Minibus lassen sich eigentlich fast alle interessanten Ziele von Grenada erreichen. Ausgangspunkt für die meisten Besucher dürfte immer die Linie 1 sein, die den Grand Anse Bereich passiert und daher von fast allen Hotels gut erreichbar ist. Von hier aus geht es zunächst zum Busterminal nach St. George’s, wo man in die anderen Linien umsteigen kann. Wenn man den genauen Punkt zum Ausstieg nicht kennt, sagt man am besten dem Busfahrer oder dem „Conductor“, wie der Geld einsammelnde Beifahrer auf der zweiten Bank genannt wird, Bescheid, wo man hinmöchte. Solange das Ziel an der Strecke liegt, wird man passend herausgelassen. So kann man zum Beispiel die romantische Bucht von La Sagesse mit der Linie 2 erreichen und hat anschließend nur noch 10 Minuten Fußweg vor sich. Die Annandale Falls sind ebenfalls ziemlich einfach mit der Linie 7 zu erreichen – 5 Minuten Fußweg von der nächsten Bushaltestelle. Nicht ganz so nah fährt der Minibus (verständlicherweise) an die Concord Falls (Linie 5) und die Seven Sister Falls (Linie 6) heran, ein Fußweg von ca. 30 bis 45 Minuten one-way ist hier notwendig, wobei dieser durch eine extrem schöne Vegetation verläuft. Wer eine der Destillerien besuchen will, kann sich entweder mit der Linie 2 zur Westerhall Rum Destillery begeben oder mit Umstieg in Grenville mit der Linie 9 zur River Antoine Rum Destillery.

Die River Antoine Rum Destillery zwischen Grenville und Sauteurs

Zum Flughafen von Grenada, dem Maurice Bishop International Airport, geht es übrigens nur bedingt per Sammeltaxi. Die offizielle Linie 1 endet ca. 20 Gehminuten vor dem Flughafen. Jeder Minibus fährt einen aber gerne zum Flughafen – für dann 10EC$ statt 2.50EC$. Auf dem Rückweg kann man nur hoffen, dass zufällig gerade ein Bus gefahren kommt. Alternativ kann man den Weg auf sich nehmen oder eines der offiziellen Taxis für ca. 40EC$ (pro Fahrzeug) nehmen.

Übrigens fahren die Sammeltaxis auch gerne zu jedem anderem Ziel, was außerhalb der offiziellen Route liegt. Dies kostet dann extra, ist aber bei einer Person deutlich günstiger als ein offizielles Taxi. Wer aber zum Beispiel zu viert unterwegs ist und sich vom Minibus extra an einem bestimmten Punkt absetzen lässt, sollte vorher auch den Preis eines richtigen Taxis prüfen.

Das Minibus-Gefühl

Wie in vielen Ländern mit Minibussen und Sammeltaxis, hält man auch in Grenada einfach den Arm heraus, um eines der Fahrzeuge anzuhalten und einzusteigen. Anschließend beginnt die Fahrt, die entspannt, kommunikativ, beengt, kurvenreich, waghalsig, langatmig oder peppig zu gleich sein.

Ein typischer Minibus im Einsatz in Grenada

Erste wichtige Komponente ist die Musik. Hier sind die grenadinischen Minibussen immer an vorderster Front, denn meist werden die aktuellen Soca-, Reaggae- oder Calypso-Songs hier ziemlich laut durch den Wagen geschmettert. Es ist immer wieder fasznierend zu beobachten, wie bei dieser Lautstärke die Einheimischen noch telefonieren können.

Zweites wichtiges Kriterium ist das Platzangebot. Ein typisches Sammeltaxi besteht normalerweise aus 15 Sitzen. Manchmal hat man den Minibus dann ganz für sich allein, in anderen Fällen wiederum ist er mit 10-15 Mitfahrern gefüllt. Spannend wird es aber erst, wenn der Bus eigentlich schon gerappelt voll wird, auf einmal aber noch 5 Personen einsteigen sollen. Jeder normale Europäer denkt sich, dass diese kommenden Passagiere wohl den nächsten Bus nehmen müssen, doch in Grenada passt alles rein. Zusammenrücken, sich an den Nachbarn quetschen und schon geht es weiter. Engster Körperkontakt garantiert!

Last but not least ist als Nr. 3 auch der Fahrstil des Drivers von entscheidender Bedeutung. Die meisten fahren zügig, einige wenige eher gemächlich karibisch und die, die es ganz spannend machen wollen, fahren einfach nur rasend schnell und manchmal halsbrecherich. Dies dann noch in Kombination mit den kurvigen Küstenstraßen oder der Grand Etang Road, die innerhalb von weniger als 15 Meilen von 0 auf 700 Meter führt und anschließend wieder hinab, gibt dann einen ganz großen Spaß.

Die Krönung ist dann, wenn das zweite Kriterium des Platzangebots mit mehr als 20 Personen „überausgefüllt“ wird und zudem noch ein rasanter Fahrstil mit einer nennen wir es abwechslungsreichen und kurvigen Straße zusammentriftt. In diesem Fall hat man das echte Minibus-Feeling, wo schon die Anfahrt ein Erlebnis für sich ist (so zum Beispiel bei meinem Ausflug nach Grenville).

Tipps & Tricks

Nun, das meiste hierzu ist eigentlich gesagt. Wichtig ist, dass man sich auf die Situation einlässt und auch bei etwas überfüllten Bussen, einer vielleicht zu lauten Musik oder einer etwas verrückten Fahrweise die Situation entspannt sieht.
Gut zu wissen ist, dass man sich auf jeden voll verlassen kann, beispielsweise bei der Bezahlung (in der Regel während der Fahrt oder nachher, manchmal auch vorher): selbst wenn man mit einem 100 EC$ Schein bezahlt, bekommt man immer das komplette Wechselgeld zurück und es werden einem auch als „Touri“ oder „Weißer“ nie höhere Preise als der offizielle Tarif genannt.
Einen besten Sitzplatz gibt es im Übrigen nicht. Je nachdem, wie voll es wird, kann es auf allen Plätzen etwas enger oder gedrängter werden. Eine Ausnahme stelle die allererste Bank direkt neben dem Fahrer dar, wo stets maximal zwei Leute sitzen. Der Mittelsitz ist hier allerdings aufgrund mangelnder Beinfreiheit sowie fehlenden Haltemöglichkeiten vor allem für kurvige Strecken auch nicht unbedingt zu empfehlen.

Alles in allem ist das Minibusfahren in Grenada eine tolle Möglichkeit, günstig die Insel zu entdecken und zudem auch eines der wichtigsten Kapitel der Einheimischen kennenzulernen, denn das Sammeltaxi als tägliches Transportmittel stellt für die meisten ein Stück Alltag dar.

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


2 Responses to Mit dem Minibus / Sammeltaxi durch Grenada

  1. Kristof

    Hallo Chris,

    deine Beschreibung von Grenada und dem Busfahren ist wirklich gut.
    Nun möchte ich mit meiner Familie eine Reise in die Karibik unternehmen und auch Grenada erkunden. Wir würden gerne mit dem Sammeltaxi fahren und z.B. die Annandale Falls besichtigen. Wir haben einen 3 jährigen Sohn dabei und ich weiß nicht, ob der Weg zum Concord Fall zu weit für ihn ist. Wie lange läuft man von der Haltestelle dorthin(30 Minuten)?
    Kann ich die Busfahrt auch mit US-Dollar bezahlen? Wenn nicht, wo kann man am besten Geld tauschen (muss keine Bank sein)?
    Vielen Dank im Voraus für deine Rückmeldung. Und weiterhin viel Spaß und Erfolg bei deinen Abenteuern. Eine beneidenswerte Art zu leben, aber auch nicht immer ganz leicht;).
    Beste Grüße aus dem nasskalten Deutschland,
    Kristof

    • Chris (My Travelworld)

      Hallo Kristof,

      von der „Bushaltestelle“ (bzw. vom Drop-Off-Point, Bushaltestellen gibt es in Grenada nicht) zu den Concord Falls sind es rund 1 Stunde Fußweg zum unteren Wasserfall und 1,5 Stunden zum Oberen. Du kannst natürlich auch ein Taxi nehmen und dich direkt bis zum unteren Wasserfall fahren lassen.

      Bei den Annandale Falls fährt der Minibus quasi direkt am Wasserfall vorbei, da müsstet Ihr also nicht weit laufen.

      Die Busse und Taxis könnt Ihr mit USD zahlen, dann aber bitte 1- und 5 USD-Scheine dabei haben. Besser macht es sich aber mit der Landeswährung Ostkaribischer Dollar. Die bekommt Ihr am besten am Geldautomaten mit Kreditkarte oder Ihr wechselt Geld in einem Hotel (schlechter Kurs) oder einer Bank (besserer Kurs).

      Viel Spaß schon einmal auf meiner Paradies-Insel Grenada. ;-)
      LG, Chris

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