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Reisebericht Grenada II

Reisebericht Grenada II: mit dem Fahrrad um die Insel

Wer mir vor ein paar Monaten gesagt hätte, ich würde bald mal um die 100 Kilometer radeln und dabei fast 2000 Höhenmeter klettern, den hätte ich wohl für ziemlich verrückt erklärt, schließlich lag meine letzte Fahrradtour bereits Jahre zurück. Doch dann kam die spontane Idee unserer Tour entlang der Westküste (ich berichtete), wodurch ich irgendwie Blut geleckt hatte. Die Idee einer Inselumrundung von Grenada per Fahrrad war dann nur noch Formsache und wurde somit vor rund 2 Wochen in die Tat umgesetzt.

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Reisezeitraum: März 2013 / 2,5 Tage
Geschrieben: März 2013
Veröffentlicht: April 2013

Top-Tipps Reisebericht Grenada II
– Levara Beach, ein Paradies von Grenada
– Sonnenuntergang an der Westküste
– Restaurant der Cabier Ocean Lodge

Überblick Reisebericht Grenada II

  1. Die Planung
  2. Freitag: von Grand Anse nach Gouyave
  3. Ankunft in Gouyave
  4. Fish Friday in Gouyave
  5. Samstags-Etappe Teil 1: von Gouyave nach Sauteurs
  6. Samstags-Etappe Teil 2: von Sauteurs nach Crochu
  7. Übernachtung in der Cabier Ocean Lodge
  8. Letzte Etappe: von Crochu nach Hog Island
  9. Fazit

Die Planung

Wie schon einige Wochen zuvor bei unserer Tour entlang der Westküste bis nach Victoria mieteten wir uns die Fahrräder wieder bei Adventure Tours Grenada (~). Diesmal starteten wir allerdings bereits am Freitagnachmittag und teilten unsere Tour in 3 Etappen auf:
– Freitag von Grand Anse via St. George’s und Concord nach Gouyave (ca. 25 Kilometer)
– Samstag von Gouyave via Victoria, Sauteurs, Levara und Grenville nach Crochu (ca. 50 Kilometer)
– Sonntag von Crochu via Westerhall zurück nach Grand Anse (ca. 25 Kilometer)

Diese Aufteilung erwies sich im Nachhinein auch als sehr gut, sowohl von den Etappenlängen als auch den Übernachtungspunkten her.

Unsere Route für die Inselumrundung von Grenada per Fahrrad

Freitag: von Grand Anse nach Gouyave

(Fast) Pünktlich am Freitagnachmittag um 16:00 ging es los. Die Strecke nach Gouyave war uns ja bereits von unserer letzten Fahrradtour bekannt, sodass wir diese recht entspannt und nicht zu schnell entlang radelten. Auch die Anstiege bewältigten wir ziemlich gut, sodass wir kurz vor Gouyave noch die Gelegenheit hatten, uns eine kleine Verschnaufpause zu gönnen. Mit der Palmiste Bay erwischten wir hier eine sehr schöne Bucht, die mich dank sich ankündigendem Sonnenuntergang zu einer kleinen Foto-Session verleitete.

Die schöne Palmiste Bay in Grenada kurz vor Gouyave

Die schöne Palmiste Bay in Grenada kurz vor Gouyave beim Sonnenuntergang

Die schöne Palmiste Bay in Grenada kurz vor Gouyavekurz vorm Sonnenuntergang

Wer noch weitere Eindrücke von dieser Etappe sehen möchte, findet zusätzliche Bilder im Bericht über die Fahrradtour entlang der Westküste von vor einigen Wochen.

Ankunft in Gouyave

In Gouyave angekommen, suchten wir erst einmal unsere gebuchte Unterkunft auf, um unsere Fahrräder abzustellen und schnell mal unter die Dusche zu springen – Fahrradfahren bei 30 Grad produziert schließlich auch eine nicht unerhebliche Menge an Schweiß.

Im Vorhinein hatten wir uns hierzu Willies Court Apartments herausgesucht, eine sehr günstige Apartmentanlage direkt in Gouyave. Diese war auch völlig ausreichend für unsere Zwecke, schließlich suchten wir lediglich eine preiswerte Unterkunft, in der wer wir uns ordentlich ausschlafen konnten und eine gute Ausgangsposition für den Fish Friday hatten.

Außenansicht unserer Unterkunft in Gouyave: Willies Court Apartments

Fish Friday in Gouyave

Genau dieser war es, weswegen wir auch unsere Tour in diese Richtung gelegt haben – schließlich ist der Fish Friday in Gouyave immer wieder eine nette Abwechslung. Am Abend begaben wir uns somit auch direkt ins Geschehen, dass aus einigen Ständen besteht, welche frisch zubereitete Fischgerichte (u.a. Lobster, Fish Kebap, gebackener Fisch), Getränke und Souvenirs anbieten. Zudem gibt es immer eine musikalische Live-Darbietung, meist in Richtung Trommeln oder Steelpan, sowie jede Menge gute Laune.

Der Fish Friday in Gouyave

Auch wir genossen die gute Atmosphäre beim Fish Friday, tranken das ein oder andere Bier und trafen u.a. auch altbekannte Gesichter vom Crayfish Bay Organic Estate wieder, unserer Unterkunft von der letzten Fahrradtour. Nachdem gegen halb elf sich das Areal langsam leerte und die Stände ihre Pforten schlossen, begaben wir uns dann in den aktiveren Teil des Abends und gingen in zwei Local-Discos, in denen wir sofort ein echter „Lichtblick“ waren. Nachdem wir zu Verstehen gaben, dass wir nicht auf der Suche nach käuflichen Frauen sind, verlebten wir hier noch stimmungsvolle Stunden mit dem ein oder anderen Rum & Coke, die einfach immer wieder lecker sind. :-)

Samstags-Etappe Teil 1: von Gouyave nach Sauteurs

Damit war dann aber auch genug der Feierei, denn am nächsten Morgen sollte es ernst werden. Nach einer sehr geruhsamen Nacht in Willies Court Apartments stiegen wir gegen 11:00 auf unsere Drahtesel. Vorher suchten wir uns noch etwas zum Frühstücken, kauften Wasser und begaben uns auf die nahezu aussichtslose Mission, in einem Einheimischen-Dorf wie Gouyave Sonnenmilch (die wir zu Hause vergessen hatten), zu finden. Dank tollkühner Suche und einem agentenmäßigen Spürsinn konnten wir aber tatsächlich etwas auftreiben – auch wenn es eigentlich Baby-Sonnenmilch mit Lichtschutzfaktor 50 war. :-D

Damit konnte es aber dann endlich losgehen und bis zum kleinen Örtchen Duquesne kamen wir auch sehr gut voran. Schon auf den ersten Kilometern zeigte sich, was uns landschaftlich heute erwarten würde.

Traumhaftes Wetter für die Fahrradtour um die Insel

Ab Duquesne wählten wir dann die verkehrsärmere Variante via Prospect und Mt. Alexander. Diese Strecke war insofern sehr schön zu fahren, als das wirklich absolut kein Auto unser Fahrradvergnügen störte. Dafür mussten wir aber auch kräftig arbeiten. Eine Steigung mit ordentlich Schmackes ließ uns mehr denn reichlich ins Schwitzen kommen, mehr als 100 Höhenmeter waren innerhalb eines Kilometers zu überwinden. Auch anschließend ging es ziemlich stark bergauf und bergab. Die Steigungen waren sogar so stark, dass wir auf dem Weg nach unten schieben mussten – ansonsten wären wir Kopf über nach vorn gekippt.

Schwierige Anstiege und Abfahrten, wie hier am Mount Alexander

Als Belohnung für diese doch sehr anstregende Teiletappe gab es auf der Abfahrt nach Sauteurs dann einen wundervollen Blick auf Ronde Island, Caile Island, Carriacou und Union Island.

Kurz vor Sauteurs ein Blick auf die Grenadinen - traumhafte Karibik

In Sauteurs angekommen, klopfte dann erst einmal der Hunger an die Magenwand. Nach dem schönen Ausblick auf die Grenadinen konnten wir mit der Wahl des Lokals für meinen Geschmack einen noch beeindruckenderen Ausblick erspähen. Wo kann man schon bei solch einem Panorama Mittag essen?

Mittagessen in Sauteurs mit fantastischem Blick auf die Bucht

Samstags-Etappe Teil 2: von Sauteurs nach Crochu

Von Sauteurs aus war es dann nur rund eine halbe Stunde Fahrt bis zu unserem nächsten kleinen Stopp, den wir uns als kleine Badepause gesetzt hatten. Dazu steuerten wir den Levara Beach an, einem versteckten und ganz im Nordosten von Grenada befindlichen Traumstrand, der eine unglaublich paradiesische Szenerie aufweist. Bei der Anfahrt hierher trafen wir aber erst einmal einen anderen Zeitgenossen, dem ich glatt den Titel „Kuh mit dem weltweit schönsten Panorama“ verlieh.

Traumhaftes Panorama am Levara Beach im Norden von Grenada

Mein Mitstreiter formte dies dann schließlich zur treffenden Bezeichnung „Kuh mit View“ um. :-)

Schon in diesem Bild deutet sich die fantastische Szenerie des Levara Beach sowie den gegenüberliegenden Inseln Sugar Loaf, Green Island und Sandy Island an. Anstatt vieler Worte lasse ich hier einfach einmal die Bilder sprechen.

Traumhaftes Panorama am Levara Beach im Norden von Grenada

Traumhaftes Panorama am Levara Beach im Norden von Grenada

Blick vom Levera Beach auf die Insel Sugar Loaf

Blick vom Levera Beach auf die Insel Sugar Loaf vor der Küste Grenadas

Noch Fragen?
Aber auch das Paradies hat übrigens seine Tücken. Wer Levara Beach einmal besuchen sollte, sollte keinesfalls auf die oben in den Bildern zu sehende gegenüber liegende Insel Sugar Loaf schwimmen, auch wenn man in 10 Minuten drüben wäre. Es gibt keine Chance, hier ohne das Betreten von Seeigeln an Land zu gehen, die komplette Küste ist davon belagert. Wer es trotzdem versucht, dürfte wie schon einige meiner Freunde anschließend im Krankenhaus zur Stachelentfernung landen.

Nach dieser wirklich traumhaften Badepause stellte Levara Beach nun den Umkehrpunkt unserer Tour dar, denn von nun an ging es nahezu ausschließlich nach Süden. Kurz hinter Levara befindet sich mit dem Bathway Beach noch ein weiterer Strand, der nach dem Grand Anse Beach der zweitlängste Strand in Grenada sein dürfte.

Der kilometerlange Bathway Beach im Norden von Grenada

Die anschließenden 25 Kilometer waren dann relativ unspektakulär. Via River Antoine, La Poterie und Grenville ging es in Richtung Crochu, wobei die Beine nun schon deutlich schwerer wurden. Gerade das Stück von Bathway nach Grenville kommt aber (ausnahmsweise) ohne großartige Steigungen aus.

Ab Grenville ging es dann mit 2 knackigen Anstiegen auf jeweils über 100 Höhenmeter noch einmal kräftig nach oben. Mit der Aussicht auf das baldige Ziel konnte ich aber die schmerzenden Oberschenkel halbwegs ignorieren, sodass wir am späten Nachmittag erschöpft in Crochu ankamen.

Übernachtung in der Cabier Ocean Lodge

Hier erwartete uns die Cabier Ocean Lodge, eine kleine Unterkunft direkt an der Atlantikküste mit deutschsprachigen Gastgebern. Richtig verdient hatten wir uns nun erst einmal den Sprung ins Meer, der dank den beiden angrenzenden Buchten problemlos möglich ist.

Blick auf den Strand direkt an der Cabier Ocean Lodge in Grenada

Die Lodge selbst ist eine wunderbare Oase zum Entspannen und Wohlfühlen. Die Zimmer, Apartments und Studios sind sehr freundlich in warmen Farben eingerichtet. Spektakulär ist zudem der Meerblick von allen Zimmern.

Panoramablick vom Balkon von einem der Zimmer

Ein weiteres Highlight ist zudem das Restaurant des Hotels, wo wir auch am Abend aßen. Chef Bruno kocht hier eine Kombination aus kreolischer und französischer Küche, die ich definitiv als mehr als gelungen bezeichnen möchte. Das Essen war richtig richtig klasse, zudem gab es einen extrem leckeren Cocktail. Mehr dazu, zur Menüfolge und auch zur Unterkunft allgemein findet Ihr in der Hotelbewertung über die Cabier Ocean Lodge.

Eines der besten Restaurants in Grenada

Letzte Etappe: von Crochu nach Hog Island

Am Sonntag standen nun die letzten 25 Kilometer auf dem Programm. Nach dem wir in der Cabier Ocean Lodge bei strahlendem Sonnenschein und einer angenehmen Meerbrise noch ein wenig in der Hängematte relaxten (was gibt es schöneres?) bestiegen wir gegen 12:00 den Sattel und arbeiteten uns erst einmal zur Hauptstraße zurück, denn diese befindet sich auf rund 120 Höhenmeter, während Cabier ja direkt am Meer liegt. Auf dem Weg durch den Parish St. Davids ging es dann noch das ein oder andere Mal ziemlich stark bergauf oder bergab – im Gegensatz zum Vortag konnten wir diesmal aber dank der relativ guten Straßen die Abfahrten ziemlich gut genießen.

Unser Ziel für heute war Hog Island, wo wir quasi das erfolgreiche Ende unserer Fahrradtour einläuten wollten. Es liegt nur rund 4 Kilometer von unserem Apartment entfernt, sodass wir auf Hog Island durchaus schon einmal das Finish „feiern“ konnten. Die Anreise hierher war aber etwas abenteuerlich (99% aller Besucher kommen per Boot). Zunächst befuhren wir eine für Grenada-Verhältnisse hochmoderne Brücke, die allerdings keinen Straßenzugang besitzt und demnach nicht genutzt wird, anschließend gingen wir eine komplette Runde über Hog Island, ehe wir die kleine Strandbar erreichten.

Unbenutzte Brücke nach Hog Island

Dafür entschädigte der Ausblick für die Strapazen.

Blick von Hog Island auf die Jachten vor der Küste von Grenada

Die Bar auf Hog Island selbst war dann gar nicht mal so der Bringer, was aber auch ein wenig an meiner Erwartung lag. Erfrischend war das kühle Carib sowie das lauwarme Meer allemal.

Den Rückweg von Hog Island traten wir dann allerdings per Boot (Wassertaxi) an, den zum Einen hatten wir keine Lust, nochmal das ganze Gebüsch zu durchqueren (was ohnehin nur mehr zu Fuß denn per Fahrrad möglich war), zum anderen gesellte sich auch noch ein Platten zu uns, der ziemlich schwer zu reparieren war. Die restlichen 4 Kilometer waren daher eine Mischung aus schieben, fahren und laufen.

Fazit

Damit hatten wir unsere Inselumrundung tatsächlich geschafft. Rund 100 Kilometer lagen hinter uns, zudem sind wir rund 2000 Höhenmeter geklettert – beides gar nicht mal so offensichtlich bei solch einer kleinen Insel wie Grenada. Es war defintiv die richtige Entscheidung, dieses Vorhaben anzugehen und in die Tat umzusetzen. Landschaftlich passierten wir viele Höhepunkte, die wir mit dem Fahrrad dank der niedrigen Geschwindigkeit viel intensiver erleben konnten, wobei vor allem die Ausblicke auf die Küste sowie der Levara Beach herausstachen. Sportlich war es gerade für mich als nahezu ungeübter Radfahrer eine echte Herausforderung, die wir aber gut gemeistert haben, auch dank der guten Etappenplanung. Erstaunlicherweise hielt sich diesmal im Vergleich zur letzten Tour auch der Muskelkater in Grenzen. Und last but not least hatten wir mit dem Fish Friday und den beiden Unterkünften auch ein optimales Rahmenprogramm – Karibik-Herz was willst du mehr?

Wem dieser Reisebericht gefallen hat und zukünftig keine der Hotelbewertungen, Reisetipps und Tripreports verpassen möchte, liked am besten direkt hier den Facebook-Kanal (~) von My Travelworld – immer mit den neuesten Informationen über alle Reisen.

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


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