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Lederschildkrötenbeobachtung in Trinidad

Schon länger stand dieses Ereignis auf meiner touristischen Wunschliste und nun war es endlich soweit: wir konnten die Lederschildkröten bei ihrer Eiablage an den Stränden vor der Nordküste von Trinidad beobachten. Dabei ist es vor allem beeindruckend zu sehen, wie sich die halbtönnigen Kolosse an Land schieben und dort mit ihren Flossen im Sand graben.

>> Zum Reisebericht Trinidad
>> Zur Hotelbewertung Mt. Plaisir Estate

Reisezeitraum: Juni 2012
Geschrieben: Juni 2012
Veröffentlicht: Juli 2012

Für unsere nächtliche Tour – die Schildkröten kommen nur bei Dunkelheit an Land – suchten wir uns die bekannteste der Brutstrände in Trinidad heraus: Grande Riviere an der Nordküste des Zwei-Insel-Staates. Die Fahrtzeit von Port of Spain ist mit mindestens drei Stunden ziemlich lang, zumal mit heran nahendem Ziel die Straße immer kurviger und enger wird. Ein rechtzeitiges Losfahren, sodass man noch im Hellen in Grande Riviere ankommt, können wir daher nur empfehlen.

Was? Beobachtung der Lederschildkröten
Wo? Grand-Rivière, Nordküste von Trinidad
Geöffnet? Saison von März bis August, Führungen dann täglich ab Einbruch der Dunkelheit
Preis? 90TT$ (ca. 10 €) für Permit und Führung
Dauer? ca. 1-2 Stunden
Bewertung 10/10

 

Da wir auch die Nacht über in Grande Riviere blieben, checkten wir zunächst in unserem gebuchten Hotel, dem Mt. Plaisir Estate, ein. Dieses kleine und individuelle Resort mit rund einem dutzend Zimmern befindet sich direkt am Strand, wo die Lederschildkröten nachts an Land kommen und eignet sich daher perfekt als Ausgangsbasis für diese Form der Tierbeobachtung.

Das Mt. Plaisir Estate Hotel direkt am Strand von Grande Riviere

Wie gut die Lage in Bezug auf die Lederschildkröten war, zeigte sich schließlich am Abend. Nach dem Abendessen im Restaurant des Mt. Plaisir Estate, welches etwas näher in der Hotelbewertung beschrieben ist, wollten wir mal vorsichtig schauen, ob denn am Strand schon etwas zu sehen ist. Während unseres Essens sind schon einige Gruppen an uns vorbeigelaufen, die sich auf den Weg zur Schildkrötenbeobachtung gemacht hatten. Schon nach wenigen Minuten wurden wir von einem Strandwächter abgefangen und nach unserem Permit gefragt, was wir noch nicht hatten. Also hieß es umkehren in Richtung Hotel. Fast direkt vor dem Komplex, wo sich die Zimmer des Mt. Plaisir Estate befinden, sah ich im Augenwinkel trotz ziemlicher Dunkelheit nur eine kurze Bewegung. Bei genauerem Hinsehen merkten wir, dass wir gerade unsere erste 2 Meter lange Lederschildkröte sahen – und fast drüber gefallen wären. Sie beackerte fleißig den Sand unter ihr und machte ordentlich Betrieb – eine beeindruckende Begegnung. Ein paar Minuten schauten wir hier begeistert zu, ehe uns erneut der Strandwächter vertrieb.

Dies war schon einmal die erste tolle Begegnung und machte definitiv Lust auf mehr. Aus diesem Grund holten wir uns schnell im Besucherzentrum unser Permit – beziehungsweise wollten wir das schnell tun, denn die Angestellten dort hatten die karibische Ruhe quasi inhaliert. Insgesamt dauerte es fast eine dreiviertel Stunde, ehe wir unsere Tickets (ca. 10 € pro Person) bekamen und die Tour startete – eine ziemlich lange Zeit, dafür dass es bei Beginn der Führung bereits kurz vor 23:00 Uhr war.

Nach kurzer Einweisung über Do’s and Dont’s (kein Blitzlicht beim Fotografieren, keine Taschenlampen) ging es nun wieder (erlaubterweise) zurück an den Strand, wo wir während der nächsten ca. 1,5 Stunden rund ein knappes dutzend verschiedene Lederschildkröten beobachten konnten.
Dabei wurde von unserem Guide über alle Belange rund um diese faszinierenden Wesen informiert, von den simplen Fakten über deren Lebensraum, die Fortpflanzung inkl. der Eiablage am Strand bis hin zu den Gefährdungen für die Lederschildkröten, im Wesentlichen durch den Menschen (Fischerei, Meeresmüll).

Leider konnte diese Führung nicht mehr ganz die Faszination unseres ersten Eindrucks überbringen. Dazu trugen vor allem die doch etwas nervigen Kinder (sorry, nix gegen Kiddies, aber die waren einfach ein bisschen zu aufgeregt ob dieser einmaligen Tiere ;-) ) und einige Klischee-Touristen (selbe Erklärung, siehe Kinder) in unserer Gruppe bei, zum anderen auch das mir nicht wirklich sympatische Auftretens unseres Guides. Nicht zuletzt war es mittlerweile auch weit über Mitternacht, was nach der kurzen Nacht zuvor (mehr im Port of Spain) dann doch auch recht spät war. ;-) Zum Glück hatten wir es ja nicht weit bis in unsere Betten …

Trotzdem klingelte bei uns nach 4 Stunden schon wieder der Wecker – und das um 05:00 Uhr. Grund war, dass wir die Schildkröten doch auch noch einmal bei etwas Tageslicht sehen wollten. Zur Aufstehzeit brach gerade die Morgendämmerung an, sodass wir uns schnell auf zum Strand machten – schließlich verschwinden die Lederschildkröten bei Helligkeit so schnell als geht ins Wasser. Nach dem riesigen Spektakel in der Nacht zuvor war nun nur noch ein Tier am ganzen Strand zu sehen – aber besser als nichts. Es war schon beeindruckend, diesen nun fast vollständig verlassenen Strand zu beobachten, wo wenige Stunden zuvor noch übermäßig Betrieb war, sowohl mit Menschen als auch mit Schildkröten. Nach weiteren 5 Minuten warten konnten wir dann auch endlich ein Foto dieser so faszinierende Reptilien schießen. Somit war sie nun endlich im Kasten – the one and only Leatherback Turtle.

Eine der riesigen Lederschildkröten am Strand von Grande Riviere

Ein außergewöhnliches Spektakel - die Eiablage der Lederschildkröten in Trinidad

Nebenbei konnten wir auch noch den sich anbahnenden Sonnenaufgang beobachten, auch wenn wir vor dem vollständigen Aufgehen der Sonne schon wieder in unseren Betten verschwunden waren, um zumindest noch zwei bis drei Stunden Schlaf zu erhaschen.

Sonnenaufgang am Strand von Grande Riviere

Damit war unser Lederschildkröten-Abenteuer nun endgültig beendet, denn nachdem sich das letzte Riesentier ins Meer verzogen hatte, erinnerte nichts mehr an die Action der vergangenen Stunden. Der Strand in Grand Riviere fristete nun wieder sein Allerweltsdasein und wartet auf die nächste Dunkelheit, wo erneut dutzende oder in der absoluten Hochsaison auch hunderte Tiere wieder an Land gehen, um Ihre Eier zu vergraben. Dieses Ereignis findet logischerweise nur während der Brutsaison statt, die ungefähr von März bis August dauert.

Für uns war es das erhoffte Riesenereignis und es war definitiv jeden Trinidad-Dollar wert, dies gesehen zu haben. Vor allem die Größe dieser Kolosse ist beeindruckend, noch dazu wenn Sie sich mühevoll aus oder in das Wasser schieben. Die Führung hat nicht unbedingt meinen Geschmack getroffen, was diesem einmaligen Erlebnis aber keinen Abbruch tun soll. Wer innerhalb der oben genannten Brutsaison in der Karibik bzw. in der Nähe von Trinidad ist, sollte hier unbedingt einen Abstecher erwägen, zumal die Insel an sich ebenso wie die Hauptstadt Port of Spain allein schon eine Reise wert ist, wie auch dieser Reisebericht über Trinidad zeigt.

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


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