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Reisebericht Trinidad V

Reisebericht Trinidad V – Road Trip-Style durch Trinidad

Es ist schon einige Zeit her, dass ich das letzte Mal in Trinidad war, meine bisherigen 4 Besuche lagen alle zwischen 2012 und 2014. 5 Jahre später sollte es nun also erneut nach Trinidad gehen, diesmal zu zweit und zum Teil mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zum Teil mit Mietwagen. Dabei besuchten wir einige der Highlights von Trinidad, die ich bereits kannte sowie einige eher weniger bekannte Ziele und wirklich hübsche Geheimtipps. Nicht zuletzt erkundeten wir auch ausgiebig die gastronomische Vielfalt von Trinidad, die im Vergleich zu den anderen Inseln der Kleinen Antillen aufgrund der starken indischen Einflüsse die vielfältigste der östlichen Karibik sein dürfte.

Reisezeitraum: April 2019 / 3 Tage + 2 Tage
Geschrieben: Juli 2019
Veröffentlicht: August 2019

>> Zu den Reiseberichten Trinidad I (2012), II (2012), III (2013) und IV (2014)
>> Zum Asphaltsee / Pitch Lake
>> Zur Beobachtung der Lederschildkröten in Grande-Rivière
>> Zum Caroni Bird Sanctuary
>> Zur Übersicht der Reiseberichte

Überblick Reisebericht Trinidad V

  1. Reiseplanung Trinidad
  2. Der Norden mit Port of Spain, Maracas Bay, Maracas Wasserfall und Mouran
  3. Der Süden mit Schlammvulkan, Asphaltsee, Hindu-Statue und Caroni Bird Sanctuary
  4. Der Osten mit Manzanilla Beach, Toco und den Lederschildkröten in Grande-Riviere
  5. Indische Einflüsse überall: eine multi-kulturelle Insel mit dem spannendsten Essen der Karibik
  6. Fazit

Reiseplanung Trinidad

Was macht man in Trinidad, wenn man selbst schon einige Male im Land war (siehe meine Reiseberichte Trinidad I, II, III und IV), aber die Begleitung noch nicht? Genau, man sucht sich selbst einige neue Sachen heraus und besucht gemeinsam die besten der bereits bekannten Highlights. So geschehen während unseres Aufenthalts in Trinidad, der Hauptinsel vom karibischen Inselstaat Trinidad und Tobago.
Die beiden größten Highlights für mich und zudem auch Alleinstellungsmerkmal von Trinidad sind nach wie vor der einzigartige Asphaltsee, der unterirdisch mit flüssigem und natürlichem Asphalt gespeist wird, sowie die riesigen bis zu 500 Kilo (!) schweren Lederschildkröten, die jedes Jahr zwischen Februar und Juli zur Eiablage an die Nordküste von Trinidad kommen und zu den größten und beeindruckendsten ihrer Zunft zählen. Diese beiden Punkte waren während unserer insgesamt 5 Nächte also gesetzt, drum herum versuchten wir, einen Plan aus weniger bekannten Attraktionen, einigen Klassikern sowie einigen richtig coolen Foto-Stopps zu spannen – welche dies waren, lest Ihr hier in diesem Reisebericht.

In Bezug auf die Fortbewegung wollten wir uns mit Ausnahme der Lederschildkröten im weit entfernten Grande-Riviere (Mietwagen im Prinzip zwingend erforderlich) überwiegend mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegen, wobei wir spontan dann doch noch einen Tag Mietwagen hinzufügten, um den Süden von Trinidad zu erkunden. Zwar würde dies theoretisch ebenso mit ÖPNV gehen, jedoch eine enorme Zeit in Anspruch nehmen.

Wir hatten nicht unbedingt einen Plan, als wir nach Trinidad kamen, aber unter den beschriebenen Voraussetzungen kam am Ende folgende Route heraus – wobei wir 4 Nächte in Curepe (zwischen Port of Spain und dem Flughafen Piarco) sowie 1 Nacht in Grande-Riviere im Nordwesten von Trinidad übernachteten.

Generell lässt sich Trinidad übrigens (mit Ausnahme von Grande-Riviere) stationär erkunden, das heißt Ihr könnt Euch eine Unterkunft suchen und von dort aus sternenförmig mit Tagesausflügen die Insel erkunden. Alles zwischen Port-of-Spain und dem Flughafen Piarco eignet sich hierfür ideal als Ausgangspunkt.

Der Norden mit Port of Spain, Maracas Bay, Maracas Wasserfall und Mouran

Wir starteten also unseren Aufenthalt wie es sich gehört mit Port-of-Spain, der Hauptstadt von Trinidad, da wir hier ohnehin in Richtung Maracas Bay durchmussten. Mit dem roten Maxivan ging es fix und bequem von Curepe nach Port-of-Spain, wo sich das Busterminal direkt im Zentrum befindet. Einige Blöcke erkundeten wir und vernahmen die Hektik und das Chaos der Stadt, welches dennoch, gerade wenn man es mit meiner derzeitigen Heimat Santo Domingo in der Dominikanischen Republik vergleicht, halbwegs gesittet abläuft.

Blick auf das Leben in der Hauptstadt Port-of-Spain

My Travelworld Info-Box: ÖPNV in Trinidad
Der öffentliche Nahverkehr in Trinidad ist definitiv besser als sein Ruf. Es gibt drei Hauptverkehrsrouten, die mit Minibussen, den so genannten Maxis, bedient werden. Die rote Linie verkehrt auf einer separaten Busspur („Priority Bus Route“) in Ost-West-Richtung zwischen Port-of-Spain und Arima bzw. zum Teil bis nach Sangre Grande. Die gelben Maxivans fahren entlang der Southern Main Road zwischen Port-of-Spain und San Fernando und die grünen Maxivans zwischen Port-of-Spain und dem Nordwesten von Trinidad, u.a. Diego Martin, Petit Valley, St. James, Caranage, Chagaramas and Maraval.
Diese Hauptbuslinien werden von kleinen Sammeltaxis ergänzt, die die Nebenstraßen bedienen. Außerdem gibt es noch ein recht umfangreiches Bussystem mit größeren Bussen, die von fest gelegten Haltestellen – allerdings viel weniger häufig als die zum Teil minütlich verkehrenden Maxivans – in alle Teile Trinidads verkehren.

Wer mehr über die Hauptstadt Port-of-Spain erfahren will, schaut mal in meinem Reisebericht Port-of-Spain vorbei, da ich diese vor einigen Jahren bereits ausführlich erkundete.
Diesmal sollte sie nur eine Nebenrolle einnehmen, denn unser eigentliches Ziel war die Maracas Bay, der wohl berühmteste Strand von Trinidad und rein vom Badecharakter her auch der Schönste.

Die Maracas Bay, einer der beliebtesten Strände in Trinidad

Gerade am Wochenende ist die Maracas Bay stark frequentiert, doch dank ihrer unzähligen riesigen Palmen sowie der sanft klingenden Karibik-Musik aus den zahlreichen Bake-and Shark-Bars (eine Spezialität vor allem an der Maracas Bay, aber auch in anderen Teilen von Trinidad) hat sie definitiv ihren ganz besonderen Reiz, weswegen ich immer wieder gerne hier bin.

Die Maracas Bay, einer der beliebtesten Strände in Trinidad

My Travelworld Tipp
In der Maracas Bay gingen wir auch zum Hash der Port of Spain Hash House Harriers, eine weltweit existierende Gruppe mit immer wieder spannenden Wanderungen/Läufen/Dschungeltouren (etc.). Mittlerweile war ich bereits bei Hashes in knapp 10 Ländern und es ist immer wieder ein Erlebnis, die verschiedenen Umgebungen und Menschen kennenzulernen. Wenn Ihr wissen wollt, was Hashing ist, dann schaut doch mal in meinem Artikel über die Grenada Hash House Harriers vorbei.

Ebenfalls hier im Norden rund um das Ballungsgebiet von Port-of-Spain, Tunapuna und Arima erkundeten wir mit dem Maracas Wasserfall (nicht (oder nur sehr schwierig) von der Maracas Bay aus zu erreichen, sondern via Tunapuna), den höchsten Wasserfall von Trinidad. Auch wenn er aufgrund des überwiegend fehlenden Wassers am Ende der Regenzeit eher nur einem Rinnsal glich, war die reine Größe schon spektakulär und die kleine Wanderung von rund 1.5 Kilometer one-way eine nette Abwechslung. Dennoch würde ich empfehlen, den Maracas Waterfall eher in der Regenzeit zu besuchen.

Der Maracas Bay Waterfall, der höchste Wasserfall auf Trinidad

Ebenso machten wir einen Abstecher zum nur unweit (ca. 15 Minuten Autofahrt vom Maracas Waterfall Trailhead) gelegenen Morang Waterfall. Kurzer Weg, hübscher Bambuswald und ein kleiner gemütlicher Wasserfall-Pool ganz für uns allein.

Der kleine aber hübsche Morang-Wasserfall im Norden von Trinidad

Tierisches in der unberührten Natur von Trinidad

Der Norden bzw. Nordwesten war mit 2 Tagen und den Besuchen von Port-of-Spain, Maracas Bay und den Wasserfällen also abgehakt, zumindest soweit es unser Zeitbudget zuließ. Gerne wären wir zum Beispiel noch in Richtung Chaguaramas gefahren und hätten dort den Chaguaramas Board Walk, die Bamboo Cathedral oder die Edith Falls erkundet – sicher alles keine Non-Plus-Ultras, aber nette und versteckte Ziele allemal, um Trinidad noch besser kennenzulernen.

Der Süden mit Schlammvulkan, Asphaltsee, Hindu-Statue und Caroni Bird Sanctuary

Doch es sollte nun der Süden folgen und um hier etwas schneller voranzukommen und vor allem mehrere Ziele an einem Tag zu besuchen, mieteten wir uns kurzerhand noch ein Auto – dank überall verfügbarem Internet und guter Vergleichsportale geht dies heutzutage ja auch nur 1-2 Tage im Voraus.

Über den Urian Butler Highway, der schnell und effektiv in Richtung Süden führt, machten wir uns zuerst auf zu einem Schlammvulkan, dem Dignity Mud Volcano. Hiervon besitzt Trinidad aufgrund seiner geologischen Besonderheiten – die sicher auch zur Existenz des Asphaltsees führen – einige, wobei wir wohl leider den falschen Schlammvulkan (jenen bei Debe) erwischten. Zwar konnte man eine Art Mini-Vulkankegel wahrnehmen, doch es hätte auch sein können, dass hier einfach jemand einen Haufen Erde abgeladen hat.

Dignity Mud Volcano, ein Schlammvulkan im Süden von Trinidad

Wie ich später erfuhr, besuchten wir scheinbar den falschen Schlammvulkan, denn der L’Eau Michel Mud Volcano bei Penal soll viel interessanter sein – hier kann man zum Beispiel auch im Schlamm baden.

Einen Vorteil hatte das Ganze wenigstens, wir reisten nach 10 Minuten weiter und konnten so pünktlich den Asphaltsee, den La Brea Pitch Lake, erreichen. In einer eher grauen Umgebung befindet sich dieses Naturphänomen – einzigartig auf dieser Welt – wobei man manchmal noch von ein oder zwei weiteren Seen dieser Art liest. Dennoch, der Asphaltsee ist und bleibt ein absolutes Must-Do in Trinidad, denn über einen See voll mit Asphalt zu laufen, aus dem täglich mehrere hundert Kilo herausgebaggert werden und der immer wieder aus dem Erdinneren Nachschub liefert, ist definitiv einzigartig. Die Führungen mit den einheimischen Guides sind interessant und liefern einige spannende Details über dieses Naturphänomen.

Der Asphaltsee, eine der spannendsten Sehenswürdigkeiten in Trinidad

Der Asphaltsee, eine der spannendsten Sehenswürdigkeiten in Trinidad

Bei meinem mittlerweile dritten Besuch sah ich den Asphaltsee zudem auch das erste Mal in Flammen und mächtig dampfend, was zu einer nahezu mystischen Atmosphäre beitrug. Aufgrund der Hitze hatte sich 2 Tage zuvor die schwefelhaltige Luft entzündet (ich hoffe, ich habe mir die biologische Erklärung richtig gemerkt) und zu einem Flammenmeer auf dem La Brea Pitch Lake geführt. Mittlerweile waren nur noch die Rauchwolken und einige kleine lodernde Feuer zu sehen – beeindruckend war es dennoch (oder gerade deswegen).

Der Asphaltsee, eine der spannendsten Sehenswürdigkeiten in Trinidad

Nach Schlammvulkan und Asphaltsee im äußersten Süden setzten wir unseren Road Trip auf Trinidad fort und fuhren wieder ein Stück in Richtung Port-of-Spain, um uns auf ca. halber Strecke eine weitere für mich neue Sehenswürdigkeit sowie Besonderheit der Insel anzusehen: die Hanuman-Statue. Dabei handelt es sich um die größte Hindu-Statue in der Karibik (und wohl auch die größte Statue des Gottes Hanuman in der westlichen Hemisphäre) und zugleich einen wichtigen Ausdruck der Hindu-Kultur in Trinidad. Zugleich dient es auch als Meditations- und Yoga-Zentrum sowie natürlich als Location für religiöse Anlässe. Neben der wirklich großen Yoga-Statue war auch das Sri-Dattatreya Yoga-Zentrum ein paar genauere Blicke wert, vor allem, da es sich auch hier um etwas völlig einzigartiges in der Karibik handelt.

Die Hanuman-Statue, die größte Hindu-Statue in der Karibik

Das Sri Dattatreya Yoga Zentrum in Trinidad

Das Sri Dattatreya Yoga Zentrum in Trinidad

Doch damit sollte es noch nicht genug sein, denn nur rund 15 Fahrminuten von der Hanuman-Statue entfernt befindet sich das Caroni Bird Sanctuary. Hierbei handelt es sich um ein besonderes Naturschutzgebiet bestehend aus Mangroven und einem Feuchtgebiet, welche ideale Brutmöglichkeiten für den roten Scarlett-Ibis bietet, den Caroni Bird. Diese fliegen tagsüber immer auf Nahrungssuche, um schließlich abends kurz vor Sonnenuntergang in Ihre Heimat zurückzukehren. Genau dieses Schauspiel, wenn tausende der wirklich knallroten Vögel in das Schutzgebiet zurückkehren, kann man auf geführten Bootstouren beobachten und so die beeindruckende Vielzahl dieser auffälligen Ibisse kennenlernen.

Vogelbeobachtung der Scarlett-Ibisse im Caroni Bird Sanctuary

Vogelbeobachtung der Scarlett-Ibisse im Caroni Bird Sanctuary

Wer mehr über das Caroni Bird Sanctuary wissen möchte, kann auch in meinen Bericht aus dem Jahr 2012 hineinschauen – die Touren und Informationen haben sich seitdem so gut wie nicht verändert.

Der Osten mit Manzanilla Beach, Toco und den Lederschildkröten in Grande-Riviere

Nach dem Norden und dem Süden sollte es nun also noch in den Osten sowie den Nordosten gehen – eine Region, wo ob der langwierigen Straßen und der dünner werdenden Besiedlung ein Mietwagen Pflicht ist.

Unser Ziel war Grande-Riviere im abgelegenen Nordwesten von Trinidad – jener Ort, den die riesigen Lederschildkröten jedes Jahr besuchen. Doch auch hier legten wir in Road-Trip-Manier noch einige Stopps zuvor ein, u.a. am unberührten Manzanilla Beach an der Ostküste von Trinidad. Zugegeben, strandtechnisch erwartet einen hier absolut nichts Besonderes und definitiv kein Karibik-Highlight – wahrscheinlich könnte hier sogar die Ostsee mithalten, vor allem, wenn man die Algenplage berücksichtigt, die seit mittlerweile rund 2-3 Jahren viele Ostküsten im karibischen und amerikanischen Raum mal mehr oder mal weniger stark im Griff hat. Viel beeindruckender, lohnenswerter und absolut Instagram-tauglich war dem hingegen der unglaublich ausgedehnte Palmenhain, durch den die einzige Straße weit und breit kerzengerade hindurch führte – eine ganz besondere Fahrt über mehrere Kilometer.

Der wunderschöne Manzanilla Beach im Osten von Trinidad - nicht zum Baden, aber zum Fotografieren

Von hier aus machten wir uns auf den Weg in Richtung Toco, die Nordostspitze von Trinidad. Der Weg hierher ist langsam und kurvig und obwohl Trinidad wirtschaftlich gar nicht so schlecht da steht, sind die Straße zum Teil eng und löchrig. Dennoch lohnt sich die Fahrt, denn erstens steht das Ziel Grande-Riviere am Ende und zweitens ist auch der Weg dorthin landschaftlich sehr reizvoll.

In Salybia auf dem Weg nach Grande-Riviere

In Toco machten wir schließlich noch einen Abstecher zum dortigen Leuchtturm. Während dieser seine besten Jahre hinter sich hat und wenig einladend ist, lohnt sich ein kurzer Stopp dennoch, denn es führt ein ganz kurzer Weg hin zur Nordost-Spitze der Insel – mit einer frischen Meerbrise, tosenden Wellen und einem Blick bis zur Schwesterinsel Tobago.

In Toco auf dem Weg nach Grande-Riviere

Nun sollte es endlich zum großen Finale unserer Trinidad-Reise kommen, denn Grande-Riviere mit seinen beeindruckenden Lederschildkröten wartete auf uns. Vorher fanden wir jedoch noch einen traumhaften Spot für den obligatorischen Sonnenuntergang, wo wir mit dem ebenso obligatorischen Carib-Bier einen nahezu surreal fantastischen Tagesabschluss erlebten – auch, weil wir dieses Fleckchen Erde in diesem Moment ganz für uns allein hatten.

Eine der schönsten Sonnenuntergänge in der Karibik im Nordosten von Trinidad

Eine der schönsten Sonnenuntergänge in der Karibik im Nordosten von Trinidad

In Grande-Riviere schließlich suchten wir uns kurzerhand eine günstige Bleibe für 1 Nacht und starteten schließlich zur geführten Beobachtung der Riesen-Lederschildkröten. Diese bis zu einer halben Tonne schweren und gigantischen Tiere mühen sich in der Saison nahezu jede Nacht zahlreich an diesen Strand, um dann in einer recht anstrengenden Arbeit mit ihren Flossen ein tiefes Loch in den Sand zu graben und dort ihre Eier abzulegen, aus denen schließlich einige Wochen später der Nachwuchs schlüpft. Der ganze Prozess ist beeindruckend anzuschauen, ebenso wie die Tiere an sich. Wenn solch ein „500 Kilo-Vieh“ am dunklen Strand auf einmal vor einem liegt, kann man schon einmal kurz in Ehrfurcht erstarren.

Beobachtung der Lederschildkröten im Norden von Trinidad, in Grande-Riviere

Es ist ein riesiges Natur-Spektakel in der Nacht, wo am nächsten Morgen der Strand ausschaut, als wäre hier nie etwas passiert – absolut empfehlenswert.

Der Strand von Grande-Riviere bei Tag

Wer auch hier mehr erfahren möchte, kann ebenfalls gerne meinen ausführlichen Bericht über die Leder-Schildkröten-Beobachtung aus dem Jahr 2013 lesen. Auch hier hat sich in der Zwischenzeit wenig geändert, zumal ich den Artikel mit den wichtigsten Informationen aktualisiert habe.

Indische Einflüsse überall: eine multi-kulturelle Insel mit dem spannendsten Essen der Karibik

Neben all diesen wirklich spannenden und zum Teil einzigartigen Sehenswürdigkeiten gibt es aber auch noch etwas ganz Spezielles in Trinidad: die kulturelle Vielfalt sowie der ethnologische Mix. Entgegen der anderen Inseln auf den Kleinen Antillen wie Grenada, St. Lucia, Dominica oder Antigua, wo mindestens 85% der Bewohner Wurzeln afrikanischer Sklaven haben, hat Trinidad einen extrem großen Anteil an Einwohnern mit indischer Abstammung. Rund 35 Prozent aller Trinis haben Wurzeln asiatischen Ursprungs und nur rund 35 Prozent sind afrikanischer Abstammung. Dies spiegelt sich sowohl in der Kultur als auch im Erscheinungsbild des ganzen Landes wieder, denn neben den religiösen Sehenswürdigkeiten wie der oben beschriebenen Hindu-Statue oder dem von mir bereits 2012 besuchten Wasser-Tempel sind auch an vielen normalen Wohnhäusern hinduistische Merkmale zu sehen.

Starke hinduistische Einflüsse im ganzen Land von Trinidad

Noch viel mehr spiegelt sich dieser Ethno-Mix in der Küche Trinidads wieder, denn die Insel hat die wohl abwechslungsreichste Küche in der gesamten Karibik. Neben dem klassischen West Indies Food wie Fisch, BBQ Chicken, Macaronie Pie, Reis & Peas oder Callaloo gibt es vor allem eine sehr spannende Auswahl an indisch-beeinflussten Speisen. Die zwei bekanntesten Vertreter hierfür sind die Doubles sowie der Roti.
Während es sich beim Roti um eine Art Riesen-Burrito aus Kichererbsen-Mehl mit verschiedenenartigen Füllungen handelt, sind Doubles kleine frittierte Teigfladen, die mit einem meist sehr würzigen Mix aus Kichererbsenbrei und -soße gefüllt werden. Beides isst man mit der Hand und lässt sich deswegen nicht unbedingt elegant essen, aber es schmeckt verdammt lecker und ist definitiv ein Grund, Trinidad einen Besuch abzustatten, wenn Asien bzw. der indische Sub-Kontinent gerade nicht in der Nähe sind.

Ein leckerer Roti, eine der typischen Speisen von Trinidad

Doubles, vielleicht das leckerste Essen in Trinidad

Dazu kommen noch viele weitere Snacks und Spezialitäten, die alle irgendwo einen indischen Einfluss haben und oft Curry und/oder Kichererbsen ihr eigen nennen. Einige Vertreter hiervon sind unter anderem Saheena, Baiganee, Pie, Pholourie oder Kachori. Selbstverständlich probierten wir uns hier munter durch die Street Food Küche Trinidads.

Typisches Trini Street Food im Süden von Trinidad

Fazit

Ihr merkt es, Trinidad hat definitiv ein Alleinstellungsmerkmal in der östlichen Karibik. Die Insel ganz im Süden der Kleinen Antillen vereint verschiedene Einflüsse aus der ganzen Welt und hat zudem noch spannende Sehenswürdigkeiten mit einigen Alleinstellungsmerkmalen zu bieten. Während der Asphaltsee und die Lederschildkröten eher bekannte Attraktionen und absolute Must-Do’s sind, überraschte mich diesmal vor allem der absolut pittoreske Manzanilla Beach mit seinem endlosen Palmenhain sowie eigentlich auch die Vielfalt, die die Insel zu bieten hat – denn auch abseits der Haupt-Sehenswürdigkeiten gibt es viel zu sehen. Das für Karibik-Verhältnisse abwechslungsreiche Essen ist dann das i-Tüpfelchen einer Insel, welche meiner Meinung nach sehr oft unterschätzt wird – wohl weil hier in Trinidad statt Postkarten-Idylle am Strand eher ein echtes karibisches Abenteuer wartet.

Wer noch mehr Impressionen von Trinidad benötigt, kann sich folgenden Blogpost von Stephanie aus Trinidad (~) anschauen, der auch mir beim Finden von neuen spannenden Orten sehr geholfen hat. Er bietet viele Inspirationen, was man auf der Insel noch besuchen kann, ohne das Reisebudget zu sehr zu sprengen.

Ward Ihr bereits auf Trinidad? Was sind Eure Highlights auf der Insel und habt Ihr vielleicht sogar noch den einen oder anderen Geheimtipp?

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


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