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Reisebericht Dominica

Reisebericht Dominica: ein Wochenende voller Natur & Erlebnis

Für ein Wochenende ging es für uns nach Dominica, um in 2 Tage den noch einzigen Lebensraum der Karibenindianer zu erkunden. Dabei gab es vor allem ganz viel Grün zu sehen (vor allem Natur, Natur und nochmals Natur), aber auch einmal Alarmstufe Rot (Stichwort: Auto!).

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Reisezeitraum: November 2012
Geschrieben: November 2012
Veröffentlicht: Dezember 2012

Top-Tipps Reisebericht Dominica
- Bootsfahrt auf dem Indian River
- Besuch des Morne Trois Pitons Nationalpark

Überblick Reisebericht Dominica

  1. Anreise nach Dominica
  2. Ankunft in Dominica
  3. Carib Territory und Pagua River Valley
  4. Das Pagua Bay House
  5. Kalinago Barana Aute / Carib Indian Village
  6. Fahrt nach Roseau
  7. Schnorcheln am Champagne Beach
  8. Ti Tou Gorge im Morne Trois Nationalpark
  9. Auf dem Weg zum Sunset Bay Club
  10. Sunset Bay Club
  11. Warten auf den Ersatzreifen und Leguan-Spotting
  12. Bootsfahrt auf dem Indian River
  13. Cabrits National Park
  14. Mittagessen in Portsmouth
  15. Fahrt von Portsmouth in Richtung Flughafen
  16. Fazit

Anreise nach Dominica

Los ging es allerdings mit einem Flug mit Liat. Kein Wunder, ist doch Dominica neben den bald eingestellten Flügen mit American Eagle und den nahezu zu vernachlässigenden Verbindungen mit BVI Airways und Air Sunshine (wer kennt sie nicht?) nur mit der karibischen Airline zu erreichen, die auch für den wenig ruhmreichen Namen „Leave the Island at Any Time“ berühmt ist. Ganz so schlimm war es aber diesmal nicht, denn wir kamen ziemlich pünktlich in Dominica an.

Gebucht hatten wir dem ganzen Trip übrigens ca. 4 Wochen im Voraus bei einer Aktion von Liat, bei der es Tickets um ungefähr 30-40% reduziert gab. Schon ein vergleichbar echtes Schnäppchen bei den sonst so hohen Flugpreisen innerhalb der Karibik.

Der Flug landete wie gesagt pünktlich am Melville Hall Airport, doch das eigentliche Highlight war der Anflug auf Dominica, denn hier hatten wir bereits fantastische Blicke auf die Insel. Meine Vorfreude auf die kommenden 48 Stunden schoss spätestens in diesem Moment ins nahezu Unermessliche …

Blick auf die raue Ostküste von Dominica

Ein paar mehr Bilder von diesem Anflug sowie einen ausführlichen Bericht gibt es auch im Flugbericht Liat III.

Landkarte und Reiseroute in Dominica

Ankunft in Dominica

Nach der pünktlichen Ankunft und der schnellen Immigration gab es dann erst einmal eine kurze Pause mit dem reibungslosen Vergnügen. Unser Mietwagen war nämlich nicht da, genauso wenig wie ein Mitarbeiter der Autovermietung. Ein Anruf sowie ein anschließender Blick auf die Buchungsbestätigung brachte Klarheit. Mein lieber Mitreisender hatte das Auto statt für den 09. November für den 09. Dezember gebucht. Wenn man nicht alles selber macht … ;-)
Nach 45 Minuten Wartezeit, einer recht langen Vertragsprozedur sowie dem Beantragen und Ausfüllen der lokalen Führerscheine (30 EC$ / 12 US$) hatten wir dann schließlich mehr als eine Stunde später als geplant unser kleines Möppelchen.

Unser Mietwagen während unserer Reise nach Dominica

Carib Territory und Pagua River Valley

Unser Plan für den Nachmittag war es eigentlich das Kalinago Barana Aute zu besuchen, welches bis 17:00 geöffnet hatte. Durch die verspätete Mietwagen-Übernahme war dieser Plan allerdings arg ins Wanken geraten, da wir erst 16:30 vom Flughafen loskamen. Um ziemlich genau um 5 waren wir schließlich am Carib Indian Village (dem touristischen Synonym für Kalinago Barana Aute) und durften uns gerade noch anhören, dass nun prinzipiell alles geschlossen war. Da uns die Führung angepriesen wurde, vertagten wir den Besuch dann auf den kommenden Morgen.

Unser Besuch im Kalinago Barana Aute, dem Carib Indian Village von Dominica

Also ging es für uns zunächst den recht steilen Berg wieder hoch (Busse dürften hier keine Chance haben), um anschließend den Weg zum Dörfchen Marigot zurückzufahren. Unterwegs hielten wir noch spontan an einem Aussichtspunkt

Aussichtspunkt in der Nähe von Marigot

Da wir bis zu unserer gewollten Ankunft im für diese Nacht gebuchten Pagua Bay House noch etwas Zeit hatten und zudem noch etwas Tageslicht vorhanden war, machten wir noch einen Abstecher auf die zur Zeit im Bau befindliche Straße zwischen Marigot und Roseau. Hier wechselten sich sehr abrupt die perfekt planierten Straßenstücke mit den noch im Bau befindlichen Abschnitten auf Schotterpiste ab. Lohnenswert hier war aber definitiv die Aussicht entlang der Strecke.

Traumhafter Blick in das Pagua Valley von Dominica

Auf dem Rückweg hielten wir schließlich erst einmal an einem Mini-Dorf-Supermarkt, deckten uns mit Wasser ein und tranken schließlich auch unser erstes Kubuli – das Nationalbier von Dominica.

Kubuli, das Nationalgetränk und -bier in Dominica

Irgendwie drängte sich uns auch noch ein ziemlich undeutlich redender Einheimischer auf, der gerne ein Stück mitgenommen werden wollte. Sein Ziel erreichte er dann auch und stieg mit spitzenscharfer Machete (Standard in der Karibik) bei uns auf der Rücksitzbank ein. Schon ein komisches Gefühl … ;-)

Das Pagua Bay House

Nach diesem kleinen Abstecher ins Pagua Valley sowie dem Absetzen des “blinden Passagiers” machten wir uns auf zu unserem gebuchten Hotel, dem Pagua Bay House. Von Süden aus kommend ist es recht einfach zu finden, von Norden aus fährt man wahrscheinlich erst einmal daran vorbei.

Die Einfahrt zum Pagua Bay House an der Ostküste von Dominica

Das Hotel an sich ist ein echtes Schmuckstück und war wahrlich eine gute Wahl für die erste Nacht in Dominica. Angefangen von den sehr individuell eingerichteten Cottages über den persönlichen Charme der Besitzer Alicia und Rick bis hin zum angenehmen Restaurant – das Pagua Bay House ist wirklich eine gute Adresse.

Inneneinrichtung der Oceanfront Cabanas im Pagua Bay House

Das Highlight für mich war hier jedoch der Pool. Nicht nur, dass dieser einem Infinity-Pool ähnelte und so das ganz besondere Gefühl schaffte, nein, überragend war vor allem der Meerblick über die gesamte Pagua Bay.

Der Fast-Infinity-Pool im Pagua Bay House in Marigot, Dominica

Es versteht sich von selbst, dass es in Dominica kaum bessere Plätze gibt, um ein gekühltes Kubuli zu genießen.

Nach dieser ganzkörperlichen Erfrischung – sowohl von außen (Pool) als auch von innen (Bier) – widmeten wir uns schließlich dem Abendbrot im Pagua Bay House. Auch dieses konnte mit dem guten Niveau der Unterkunft mithalten. Bei mir gab es u.a. eine sehr leckere Shrimp-Gemüsepfanne.

Dinner im Pagua Bay House, Marigot, Dominica

Nur die Atmosphäre war noch ein wenig verbesserungswürdig, denn als einzige Gäste speist es sich dann noch nicht ganz so überragend, auch wenn dafür natürlich das Restaurant nichts kann. Prinzipiell sind die Voraussetzungen hier aber für einen gemütlichen Abend sehr gut.

Einen ausführlichen Bericht über dieses kleine Hotel gibt es auch in der Hotelbewertung über das Pagua Bay House.

Kalinago Barana Aute / Carib Indian Village

Am nächsten Morgen – nach einem ausgiebigen Frühstück im Pagua Bay House – ging es dann als erstes direkt wieder zum Carib Indian Village, schließlich wollten wir uns dieses unbedingt anschauen – mit Führung. Ausführlich habe ich diese hier im Artikel Kalinago Barana Aute beschrieben.

Unser Besuch im Kalinago Barana Aute, dem Carib Indian Village von Dominica

Nur kurz so viel: Hier im Carib Indian Village geht es vor allem um die alten Karibenindianer, die Kalinago, die hier ihr letztes Siedlungsgebiet haben. Während der Kreuzzüge der Europäer in den vergangenen Jahrhundert wurden diese nämlich alle von ihren Inseln vertrieben und ausgerottet. Nur hier in Dominica wurde den Kalinago schließlich ein eigenes Carib Territory eingerichtet, in dem sie nun relativ ungestört leben können.
Der Besuch im Carib Indian Village war sehr interessant, wenn gleich vor allem die kleine Ausstellung die meisten Informationen geboten hat. Die Führung an sich war eher mäßig, die Ausblicke auf dem Rundgang dafür umso netter.

Unser Besuch im Kalinago Barana Aute, dem Carib Indian Village von Dominica

Fahrt nach Roseau

Anschließend folgten wir der Ostküste in Richtung Süden. Der Abschnitt zwischen Marigot und Castle Bruce windet sich durch kleine Dörfer mit ihrem typischen Karibik-Flair. Danach geht es durch das Landesinnere, bei dem noch stärker dieses unglaublich satte Grün von Dominica umringt von den durchaus hohen Bergen deutlich wird – eine landschaftlich sehr reizvolle Fahrt.

Typische Straße in Dominica mit ganz viel Vegetation links und rechts

Auf dem Weg in Richtung Roseau verpassten wir leider aus bisher noch unerfindlichen Gründen die Einfahrt zum Emerald Pool, den wir uns eigentlich als nächstes ansehen wollten. Dies ist eine der bekanntesten Attraktionen von Dominica – sicher aber nicht die beste. Dafür sorgen schon allein die Kreuzfahrtladungen, die hier in der Saison abgeladen werden – meistens das No-Go gerade für so ursprüngliche Inseln wie Dominica (oder zum Beispiel Grenada).

Daher kamen wir schließlich nach rund einer Stunde in der kleinen Hauptstadt Roseau an. Außer dem täglichen hustle and bustle, vor allem samstags, gibt es hier – zumindest im Vergleich zur atemberaubenden Natur – nicht allzu viel zu sehen. (Ausnahmen gibt es natürlich)

Kurzer Blick in das Zentrum der Inselhauptstadt Roseau

Wir nutzten den kleinen Stopp vor allem, um einen kleinen Snack zum Lunch abzugreifen. Wie immer in kleinen karibischen Städten gibt es hier an Straßenständen oder lokalen Restaurants ausreichend Auswahl für kleines Geld. Gerade mal 6 EC$ (ca. 1,60 €) zahlten wir für ein bisschen Chicken mit Macaroni Pie – das ist selbst für karibische Verhältnisse richtig günstig.

Ganz nebenbei gab es von der „Waterfront“ auch noch einen netten Ausblick auf den kompletten Süden von Dominica – Champagne Bay, Soufrière Bay und Scotts Head.

Ausblick von Roseau auf Scotts Head und Champagne Beach

Schnorcheln am Champagne Beach

Apropos Champagne Bay, dies war auch unser nächstes Ziel, denn hier am gleichnamigen Beach gibt es einen der besten Schnorchelplätze der Insel – so das Urteil meines sehr schnorchelerfahrenen Mitreisenden. Der Zugang ist auch von der Straße aus nicht zu verfehlen.

Schnorcheln am Champagne Reef

Der Champagne Beach ist ein reiner Steinstrand und es empfiehlt sich, bis zum Ende der Bucht zu laufen. Hier gibt es dann bereits nach den ersten Metern schöne Fische und Korallen zu sehen. Auch etwas weiter draußen – jedoch immer noch in lockerere Schwimmentfernung – erschließt sich eine fantastische Unterwasserwelt. Zumindest letzteres ließ ich mir aber nur von meinem Mitreisenden erzählen, da das mitgebrachte Schnorchel-Equipment irgendwie nicht so ganz dicht war und ich daher schneller wieder den Strand aufsuchte.

Der Champagne Beach im Süden von Dominica

Ti Tou Gorge im Morne Trois Nationalpark

Von hier „unten“ legten wir anschließend (mit dem Auto) eine richtige Klettertour hin – wir machten uns auf in den Morne Trois Pitons Nationalpark, welcher übrigens zum Unesco-Weltnaturerbe gehört. Dieser Nationalpark stellt nahezu das komplette Bergland im südlichen Dominica dar. Bereits die Fahrt nach Laudat, sozusagen das Bergdorf im Nationalpark, war landschaftlich ein absolutes Highlight. Immer wieder schoben sich die gerade im goldenen Nachmittagslicht majestätisch wirkenden Berge in unser Blickfeld.

Blick auf einen der dominierenden Berge im Morne Trois Pitons Nationalpark

Fantastischer Blick auf die Gipfel des Morne Trois National Park

Nach ordentlich Kletterei für unser kleines Gefährt waren wir schließlich „oben“ in Laudat angekommen. Unser Ziel war der Ti Tou Gorge, eine mit Wasser gefüllte Klamm, durch die man zu einem Wasserfall ausschließlich schwimmen kann. Dies wurde uns vorher quasi als Geheimtipp zu den bekannten und klassischen Trafalgar Falls oder dem Freshwater Lake empfohlen. Diese Empfehlung war schließlich auch eine richtig Gute, denn in der Tat handelte es sich hier um ein kleines Abenteuer mit ganz anderen Eindrücken, die man sonst im Gegensatz zu einem Wasserfall o.ä. auf anderen Karibik-Inseln nicht bekommt.

Ti Tou Gorge in Dominica

Ausführlich habe ich unseren Besuch hier auch im Artikel Ti Tou Gorge geschildert. Dort erfahrt Ihr auch mehr zu den Besonderheiten dieser dunklen Schlucht.

Auf dem Weg zum Sunset Bay Club

Der Rückweg von Laudat bzw. vom Ti Tou Gorge zu unserem gebuchten Hotel für diese Nacht, dem Sunset Bay Club, sollte eigentlich ziemlich schnell gehen, schließlich ging es bergab und die anschließende Straße zwischen Roseau und Portsmouth gehört zu den am besten ausgebautesten Strecken von Dominica (Dank an China, die hier gesponsort haben). Allerdings gibt es auch auf gut ausgebauten Strecken manchmal Schlaglöcher. Leider erreichte eines davon die Tiefe eines Miniatur-Eiffelturms (ca. 20 Zentimeter) und war dank Dunkelheit absolut nicht im Voraus zu sehen, sodass unserem Reifen keine andere Chance blieb, als einen auf “platt” und “pffffffft” zu machen. Der anschließende Reifenwechsel verlief dann aber nach anfänglichen Schwierigkeiten dank der Beteiligung aller (wir hatten noch 2 Einheimischen einen Ride nach Roseau gegeben) recht zügig, sodass wir mit Ersatzreifen und langsamer Fahrweise schließlich ca. eine Stunde später als geplant im Sunset Bay Club ankamen.

Sunset Bay Club

Nach dieser doch etwas aufregenden Fahrt hatten wir uns dann ein kühles Kubuli erst einmal mehr als verdient. Anschließend bezogen wir schnell unsere Zimmer und gingen danach nahtlos zum Abendessen über – das 4 Seasons Restaurant des Sunset Bay Club hält hier die passende Atmosphäre für einen lauen, geschmackvollen und getränkereichen Abend bereit – so jedenfalls unser Eindruck.

Abendessen im Lobster-Tempel 4 Seasons Restaurant in Dominica

Auch die Zimmer waren absolut in Ordnung. Zwar sind sie recht spartanisch eingerichtet, sind aber sehr sauber und sind vor allem trotz fehlender Klimaanlage sehr gut durchlüftet, was an den lamellenartigen Fenstern sowie der angenehmen „frischen“ Brise liegt, die so durch das Zimmer zieht.

Ein Standard-Doppelzimmer im Sunset Bay Club in Dominica

Auf jeden Fall verlebten wir hier im Sunset Bay Club einen sehr positiven Aufenthalt, sodass das Hotel für einen entspannten Karibik-Urlaub auf jeden Fall zu empfehlen ist. Die kompletten Eindrücke sowie umfangreiche Informationen finden sich in der Hotelbewertung über den Sunset Bay Club.

Warten auf den Ersatzreifen und Leguan-Spotting

Nach dem ebenfalls wieder ausgiebigen Frühstück hieß es dann zunächst Warten auf den Ersatzreifen. Aufgrund unseres kleinen Maleurs am Vorabend riefen wir schließlich die Autovermietung an, die uns fragte, ob wir mit dem Ersatzreifen weiterfahren oder einen neuen Reifen haben wollen. Aufgrund der doch etwas nicht gerade vertraulich klingenden Geräusche während der Fahrt entschieden wir uns für einen neuen Reifen, der uns dann auch wie angekündigt pünktlich (also so gar nicht karibisch) geliefert wurde. Zwischen Frühstück und Reifenwechsel hatte ich daher noch Zeit (während mein Mitreisender sich zum Schnorcheln begab), die im Sunset Bay Club sich sehr heimisch fühlenden Leguane zu beobachten. Meine „Mission“ war dabei auch durchaus erfolgreich:

Leguan in Dominica

Leguan in Dominica

Nach dem erneuten und zum Glück pünktlichen Reifenwechsel – die Formel 1-Boxencrew hätte es nicht besser machen können – machten wir uns schließlich zügig auf den Weg in Richtung Norden, schließlich hatten wir bis zum Abflug am späten Nachmittag noch viel vor. Dank gut ausgebauter Straße (diesmal ohne Schlagloch) kamen wir schnell voran und konnten auch noch das ein oder andere nette Panorama mitnehmen.

Die Westküstenstraße zwischen Roseau und Portsmouth

Bootsfahrt auf dem Indian River

Unser Ziel mit der Fahrt gen Norden war der Indian River. Dieser ist eines der weiteren landschaftlichen Highlights von Dominica.

Erster Eindruck vom Indian River mit den hochaufragenden Bergen im Hintergrund

Die Bootsfahrt startet direkt an der Straße im kleinen Städtchen Portsmouth, der ehemaligen Hauptstadt von Dominica. Von hier aus windet sich ein für karibische Verhältnisse breiter Fluss in den Urwald hinein und bot uns Ausblicke auf eine wahrhaft pittoreske Landschaft. Völlige Ruhe (Motorboote sind verboten), im Wasser umher ziehende Fische, verschiedenste Pflanzen soweit das Auge reicht und sich leicht ins Wasser biegende Palmen sorgten für echte Bilderbuch-Atmosphäre.

Typisches Bild am Indian River - hier wurde auch ein Teil von Fluch der Karibik gedreht

Hinzu kam unser sehr informativer und lustiger Guide sowie der Besuch der urigen Busch-Bar am schiffbaren Ende des Flusses, die diesen Besuch hier am Indian River zu einem echten Erlebnis machten. Auch hier findet ihr weitere Bilder und genauere Informationen im Artikel Indian River.

Cabrits National Park

Wer schon einmal den Indian River besucht, für den liegt der Cabrits Nationalpark auch nicht weit entfernt. So auch für uns, sodass wir fix die 5 Minuten auf die Halbinsel hinüberfuhren. Der Cabrits National Park besteht im Wesentlichen aus tropischer Vegetation auf der Halbinsel, einem geschützten Küstengebiet sowie einer sehr artenreichen Unterwasserwelt. Aber auch kulturell gibt es hier etwas zu sehen, denn auf der Halbinsel befindet sich ebenfalls das historische Fort Shirley.

An letzterem ging es auch für uns los, denn hier befindet sich der Eingang zum Cabrits National Park. Zunächst geht es einen kurzen ansteigenden Weg hinauf, ehe man sich am besagten Fort Shirley befindet.

Blick auf das Fort Shirley im Cabrits National Park

Fort Shirley wurde vor allem im 18. Jahrhundert – wen wundert es – zu Verteidigungszwecken der ehemaligen Hauptstadt Portsmouth genutzt. Heute kann man von hier aus einen wunderschönen Blick über die Prince Rupert Bay genießen.

Toller Blick auf die Portsmouth Bay vom Fort Shirley im Cabrits National Park

Vom Fort Shirley hat man schließlich die Qual der Wahl, welchen Trail man gehen möchte, insofern man sich auch für den natürlichen Teil der Cabrits-Halbinsel interessiert. Im wesentlichen handelt es sich hier um den East sowie um den West Cabrits Trail. Natürlich kann man auch beide laufen (jeweils ca. 25 Minuten one-way), aufgrund unseres begrenzten Zeitbudgets und des herannahenden Abflugs entschieden wir uns dann jedoch nur für den East Cabrits Trail. Dieser verlief durch Wald, Büsche und über Stock und Stein und endete schließlich an einer Aussicht über die Douglas Bay.

Blick auf die Douglas Bay im Norden des Cabrits National Park

Nach diesem kleinen Ausflug machten wir uns nun wieder zurück in Richtung Auto. Der Cabrits Nationalpark war nett, aber nicht wirklich imposant – weder von der natürlichen, noch von der kulturellen Seite her.

Mittagessen in Portsmouth

Nach Indian River und Cabrits National Park hatten wir uns nun etwas zu Essen verdient. Wie immer gibt es auch in Portsmouth ordentlich viele Kneipchen, wobei hier neben dem typischen lokalen Food auch viel amerikanisches Essen angeboten wird, da sich ja direkt neben Portsmouth die Ross University aus den USA befindet. Wir entschieden uns dennoch für etwas richtig Einheimisches und erlebten auch hier noch einmal unser ganz besonderes Dominica.

Mittagessen in der ehemaligen Hauptstadt von Dominica, Portsmouth

In genau oben abgebildeten „Restaurant“ fragten wir nach einem Mittagessen und bekamen als Antwort, dass in 10 Minuten etwas da sei. Mit einem Bierchen setzten wir uns derweil nach draußen und beobachteten das mehr als interessante Dorfleben. Nach tatsächlich rund 15 Minuten kamen dann zwei Frauen mit jeweils einem Topf von gegenüber und brachten das gerade fertig gekochte Essen in das (nochmals in Anführungszeichen) „Restaurant“. So spartanisch dies alles wirkte, desto besser schmeckte es am Ende aber.

Leckeres karibisches Mittagessen: Pork Stew mit Rice and Peas

Hier wurde mal wieder echte karibische Reinkultur gezeigt. Noch dazu wurde man in der Dorfkneipe überhaupt nicht schief angeschaut, auch wenn man die Locals vielleicht gerade beim Domino-Spielen und Sport gucken beobachtete. Quasi on top gab es noch einen netten Ausblick auf die Küste sowie den gerade besuchten Cabrits National Park.

Blick aus einer Bar in Portsmouth auf den Cabrits National Park

Fahrt von Portsmouth in Richtung Flughafen

Nach dem eindrucksvollen und leckeren Mittagessen war es nun Zeit, dass wir uns in Richtung Flughafen begaben, schließlich sollte in 2,5 Stunden bereits unser Flug starten, wobei noch ca. 60 Minuten Fahrt vor uns lagen. Zwar fuhren wir durchaus zügig die Strecke entlang, ohne jedoch die Schönheiten der landschaftlich wirklich reizvollen Umgebung zu übersehen. Wie schon das ganze Wochenende, zeigte sich auch während dieser Fahrt wieder die unglaubliche Palmenquantität, die Dominica besitzt.

Typisch für Dominica: Palmen soweit das Auge reicht ...

VIele Palmen auf dem Weg zum Melville Hall Airport in Dominica

In der Nähe der Ortschaft Calibishie folgte dann ebenso noch einmal eine attraktive Aussicht auf die schroffe Atlantikküste der Insel.

Blick über die Küste von Calibishie

Und last but not least fanden wir am Ende unserer Tour sogar noch einen richtig schönen Sandstrand (Woodford Hill Beach), der in dieser Form für Domninica doch sehr selten ist.

Der Woodford Hill Beach an der Ostküste von Dominica

Ob Schwimmen hier allerdings zu empfehlen ist oder eher starke Strömungen vorherrschen, sollte man vor der Benutzung sowie dem anschließenden Baden gehen noch herausfinden.

Fazit

Mit dieser nochmals sehr abwechslungsreichen und interessanten Fahrt endete schließlich unsere Tour durch Dominica. Der anschließende Flug mit Liat zurück in Richtung Grenada verlief unspektakulär.
Die letzte Stunde in Dominica zeigte nochmals die Natur der Insel in ihren unglaublich vielfältigen Facetten und war sozusagen ein Spiegelbild des gesamten Wochenendes, was auf jeden Fall mehr als erlebnisreich war. Die enorme Vorfreude auf diesen Trip war also völlig berechtigt. Auch wenn alles richtig klasse war, würde ich als Highlight die Fahrt zum Ti Tou Gorge inkl. dem Besuch des selbigen sowie die Bootstour auf dem Indian River herausstellen. Sollte Dominica nochmals auf meiner Reiseliste stehen, dürfte auf jeden Fall der diesmal aus Zeitgründen zum Opfer gefallene Ganztages-Hike zum Boiling Lake auf dem Programm stehen, der von vielen als Königsdisziplin der Insel angesehen wird. Aber auch ohne diesen war es ein rundherum gelungenes Wochenende, was ich hoffentlich mit diesem Reisebericht ein wenig übermitteln konnte.

Wer zukünftig keinen der Reiseberichte, Hotelbewertungen und Tipps zu Ausflugszielen verpassen möchte, liked am besten direkt hier den Facebook-Kanal (~) von My Travelworld – immer mit den neuesten Informationen über alle Reisen.

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, mache ich mich nun auf, die anderen Teile der Welt zu erkunden, vor allem Europa, Asien und Amerika. Wo ich mich auf meiner Weltreise gerade befinde und welche Reisen geplant sind, siehst du immer oben links auf dieser Seite. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite.


2 Responses to Reisebericht Dominica

  1. Martina Graf

    Herr Jannasch, Sie werden wohl der Herr Jannasch von “Karibik.com” sein – soeben las ich Ihren Reisebericht Dominica, weil ich ja am Planen für die Ausflüge auf der Insel bin. Habe bei Karibikreisen das Island-Hopping gebucht und freue mich sehr. In Dominica haben wir kein Auto, wir werden Taxi (und/oder guides) dort nehmen. DANKE für Ihren aufschlussreichen Bericht, wir werden diese Plätze besuchen. Ist wirklich sehr übersichtlich und schön gemacht. Hoffentlich haben wir auch so gutes Wetter…. alles Gute und liebe Grüße aus dem herbstlich goldenen Tirol. Martina Graf

    • Chris (My Travelworld)

      Hallo Frau Graf,

      so siehts aus, genau der bin ich. :-)
      Freut mich sehr, wenn der Bericht bei der Planung hilft. Das Wetter war in der Tat traumhaft, aber so ist es prinzipiell bis auf wenige Ausnahmen das ganze Jahr über. Da bin ich also sehr optimistisch.

      Viel Spaß noch beim Weiterplanen und Vorfreunde genießen!

      LG

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