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Reisebericht Guadeloupe

Reisebericht Guadeloupe – die lebhafte und kontrastreiche französische Karibik

Nachdem ich nahezu die kompletten Kleinen Antillen in den vergangenen Jahren bereits bereist hatte, fehlt noch die französische Karibik. In Guadeloupe verbrachte ich dabei die meiste Zeit und dies war auch absolut gerechtfertigt, denn das Übersee-Department von Frankreich ist so vielfältig wie kaum ein anderes Land in der östlichen Karibik. Dies liegt nicht nur an der Hauptinsel Guadeloupe selbst, die mit Basse-Terre und Grande-Terre schon zwei komplett unterschiedliche Inselteile bietet – flach und besiedelt im Vergleich zu bergig und natürlich – sondern mit seinen vorgelagerten Inseln, allen voran Marie-Galante und Les Saintes, auch zahlreiche weitere und ebenso komplett unterschiedliche Optionen bietet. Es gibt also viel zu erleben auf Guadeloupe – was genau, das lest Ihr in diesem ausführlichen Reisebericht.

Reisezeitraum: Mai 2019 / 9 Tage
Geschrieben: August 2019
Veröffentlicht: November 2019

>> Zu den Reiseberichten von den benachbarten Inseln Marie-Galante (2019), Dominica (2012), Martinique (2019) und St. Lucia (2012)
>> Zu den Unterkünften auf Guadeloupe
>> Zur Übersicht der Reiseberichte

Überblick Reisebericht Guadeloupe

  1. Reiseplanung Guadeloupe: Anreise und Unterkünfte
  2. Fortbewegung auf Guadeloupe: Mietwagen und Fähren<
  3. Grand-Terre: Guadeloupe für Sonnenanbeter und Wassersport-Fans
    1. Ein bisschen Natur im Osten von Guadeloupe
    2. Die Strände von Grande-Terre
    3. Rum und Zuckerrohr soweit das Auge reicht
  4. Basse-Terre: Guadeloupe für Wanderer, Abenteurer und Wasserfall-Fans
    1. Wasserfälle als große Attraktion: die Chutes du Charbet
    2. Die Route du Traversée im Zentrum von Basse-Terre
    3. Die spannende Westküste von Basse-Terre
  5. Leben, Essen und Tanzen auf Guadeloupe
  6. Marie-Galante: die ruhigste und entwickeltste aller Karibik-Inseln
  7. Weitere Optionen für Eure Reise nach Guadeloupe
  8. Fazit

Reiseplanung Guadeloupe: Anreise und Unterkünfte

Guadeloupe eignet sich vor allem für Karibik-Einsteiger, die etwas mehr sehen wollen, als nur Strand und Hotel, dennoch aber nicht auf europäischen Komfort und die entsprechende Infrastruktur verzichten wollen. Aus diesem Grund ist die Reiseplanung für Guadeloupe eigentlich nicht allzu schwer, wenngleich es natürlich ein paar Dinge zu beachten gibt.

Gerade bei Karibik-Inseln erfolgt die Anreise üblicherweise per Flugzeug, so natürlich auch bei Guadeloupe. Als französisches Übersee-Department verfügt die Insel genau so wie Martinique über exzellente Flugverbindungen ab Frankreich, je nach Saison zwischen 3 und 7 Flügen täglich (!) ab dem gerade für Westdeutsche nicht so weit entfernten Paris – Air France, Level Airlines, Air Caraíbes und Corsair fliegen die Strecke regelmäßig und das schon ab 300 € return (inkl. Steuern)! Wer lieber ab deutschen Flughäfen fliegt, kann entsprechend bei Air France nach aktuellen Angeboten schauen.

Natürlich sind auch regionale Flüge ab anderen Inseln möglich, die jedoch in der Regel sehr teuer sind. Eine andere Möglichkeit ist es, Guadeloupe in ein Inselhüpfen-Programm einzubauen und ab Dominica, Martinique oder St. Lucia per Fähre anzureisen. Mehr zu den Fährverbindungen findet Ihr auch weiter unten in diesem Reisebericht sowie in meinem separaten Artikel über die Fähren von Express des Iles.

Wer seine komplette Reise nach Guadeloupe im Voraus plant, sollte bei der Wahl der Unterkunft die richtige Entscheidung treffen – nicht unbedingt in Bezug auf die Qualität, denn da gibt es alle Preis- und Niveau-Klassen, sondern in Bezug auf die Lage. Guadeloupe ist nämlich zu groß, um es von einem Standpunkt aus zu erkunden – zumindest würde man in diesem Fall viel Zeit auf der Straße verbringen. Daher ist es besser, sich entweder eine Unterkunft auf Grande-Terre (dem östlichen Inselteil) für ein paar Tage und eine auf Basse-Terre (dem westlichen Inselteil) für den Rest der Zeit zu suchen oder man richtet die Wahl des Standortes nach den eigenen Interessen: eine Unterkunft auf Grande-Terre für Badeurlauber, Aktivurlauber suchen sich eher eine Bleibe auf Basse-Terre.

Da ich einen kompletten Eindruck von Guadeloupe bekommen wollte, entschied ich mich, meinen Aufenthalt entsprechend aufzuteilen. So blieb ich 1 Nacht in der Hauptstadt Point-a-Pitre (nur als Aufenthalt zwischen 2 Fährfahrten), 2 Nächte auf Marie Galante, 2 Nächte in St. Francois auf Grande-Terre sowie 4 Nächte auf Basse-Terre (Capesterre sowie Bouillante).

Fortbewegung auf Guadeloupe: Mietwagen und Fähren

Neben der Unterkunft muss auch die Art der Fortbewegung auf Guadeloupe geklärt werden. Während auf anderen karibischen Inseln aufgrund des Linksverkehrs, der vielen Schlaglöcher sowie der unorthodoxen Fahrweise ein Mietwagen nur für erfahrene Urlauber empfehlenswert ist, ist Guadeloupe wirklich dafür prädestiniert, mit einem Mietwagen erkundet zu werden. Exzellent ausgeschilderte Straßen, eine gute verkehrstechnische Infrastruktur sowie europäische Verkehrsregeln inkl. Rechtsverkehr laden dazu ein, die Insel mit dem Auto zu erkunden. Hinzu kommen die unglaublich niedrigen Preise für Mietwagen in Guadeloupe. Während ich als Backpacker – gerade wenn ich alleine unterwegs bin – oft (aus verschiedensten Gründen) auf den öffentlichen Personennahverkehr setze, kam ich in Guadeloupe bei Preisen von rund 14 € pro Tag inkl. aller Versicherungen sowie Null-Selbstbehalt nicht um eine Mietwagen-Buchung drum herum, vor allem wenn man bedenkt, dass die öffentlichen Busse bei weitem nicht so günstig sind wie in der Dominikanischen Republik, Thailand oder anderen vergleichbaren Ländern in der Karibik oder Asien.
Aus diesem Grund lautet meine Empfehlung ganz klar, in Guadeloupe unbedingt einen Mietwagen anzumieten.
Wenn Ihr ihn wie ich buchen wollt, könnt Ihr Euch hier bei Check24 (~) die günstigsten Tarife inkl. aller Versicherungen anzeigen lassen.

Mit dem Mietwagen über die Karibik-Insel Guadeloupe

Im Sinne der Fortbewegung sollte man bei Guadeloupe aber auch die Fähren nicht vergessen, schließlich besteht das Guadeloupe-Archipel aus mehr als 50 verschiedenen Inseln, von denen 6 bewohnt sind. Die beiden bekanntesten davon sind Les Saintes und Marie Galante, aber auch La Desirade ist per Fähre erreichbar. Die Inseln werden in der Regel mehrmals täglich angefahren und lohnen entweder Tagestrips oder sogar einen Aufenthalt von 1 oder 2 Nächten. In diesem Fall bucht man sich seinen Mietwagen (so wie ich) erst anschließend des Insel-Aufenthalts (wobei ich sogar auf Marie-Galante selbst einen Mietwagen buchte) oder man lässt die 4 Räder in der Zwischenzeit einfach auf dem Fährparkplatz stehen.

Die Hafenausfahrt von Fort-de-France mit Express des Iles

Grand-Terre: Guadeloupe für Sonnenanbeter und Wassersport-Fans

Soviel zum „Vorgeplänkel“ (aka Reiseplanung und Koordination), nun zu dem, was es in Guadeloupe eigentlich zu sehen gibt. Wie schon angedeutet, sind die beiden Inselteile – Grand-Terre im Osten und Basse-Terre im Westen komplett unterschiedlich. Grand-Terre ist sehr flach, bietet viele Anbauflächen für Zuckerrohr, ist relativ stark besiedelt (wenn auch sehr zerstreut) und kann sich mit Traumstränden und entsprechenden Wassersport-Aktivitäten die Gunst der Urlauber sichern.

Mit dem Mietwagen über die Karibik-Insel Guadeloupe

Die Strände von Grande-Terre

Letzteres steht definitiv außer Frage und wird schnell deutlich, wenn man die Südküste entlang fährt. Hier befinden sich mit Le Gosier, St. Anne und St. Francois die Haupt-Strandorte von Guadeloupe, die alle mit feinsandigen und türkisblauen Stränden punkten können, die sich im Karibik-Vergleich definitiv nicht verstecken müssen. Im ersten Foto seht Ihr den Strand von St. Anne, in zweiten den von St. Francois.

Traumhafte Strände in Sainte Anne auf Guadeloupes Inselteil Grande-Terre

Traumhafte Strände in Sainte Francois auf Guadeloupes Inselteil Grande-Terre

Weitere Strände gibt es auch im Norden von Grande-Terre (zum Beispiel Anse Betrand oder Plage du Souffleur), die ich aus Zeitgründen aber nicht besuchte.

Die Strandorte von Grande-Terre sind sehr unterschiedlicher Ausprägung. Während St. Anne zum Beispiel recht touristisch daher kommt mit sehr vielen Verkaufsständen und viel Trubel, ist es in St. Francois wesentlich ruhiger – der kleine Ortskern hat sich noch etwas Charme bewahrt, wenngleich man nicht zu viel erwarten sollte. (erstes Foto St. Anne, zweites Foto St. Francois)

Bunter Markt in St. Francois

Das kleine Städtchen St. Francois im Inselteil Grande-Terre

Rum und Zuckerrohr soweit das Auge reicht

Schaut man sich abseits der Strände um, fällt das Auge schnell auf den zweiten Schwerpunkt von Grand-Terre: Zuckerrohr und Rum-Produktion. Viele Flächen des östlichen Guadeloupes werden für den Zuckerrohranbau genutzt, was gerade während meiner Besuchszeit im Mai spannend zu sehen war, da von ca. Februar bis Juni die Ernte ansteht.

Endlose Zuckerrohrfelder auf Grande-Terre auf Guadeloupe

Viel Zuckerrohr ist gerade in der Karibik natürlich auch verbunden mit viel Rum. So gibt es auf der Hauptinsel Guadeloupe mindestens 5 wesentliche Rum-Destillerien, davon die Mehrzahl auf Grande-Terre. Das ist im Karibik-Vergleich zwar nicht allzu viel, denn das kleine Grenada zum Beispiel hat ebenfalls 4 Rum-Destillerien und selbst die kleine Nachbarinsel von Marie-Galante hat bei rund 13.000 Einwohnern gleich 3 Destillerien.
Dennoch oder gerade deswegen erlebte ich in Guadeloupe bei Besuch der Destillerie Damoiseau eine der interessantesten Einblicke in die Rumproduktion überhaupt. Bei dieser sehr empfehlenswerten Destillerie konnte man einfach selbstständig über die Anlage gehen, hautnah zu allen Maschinen, in den Zuckerrohrsaft hineinschauend und vieles mehr. Manchmal konnte ich gar nicht glauben, dass man heutzutage noch so problemlos einen Werksablauf beobachten kann.

Die Destillerie Damoiseau auf Grande-Terre in Guadeloupe

Hierbei konnte ich sogar direkt sehen, wie das soeben angelieferte frische Zuckerrohr vom Feld direkt in die dreifache Presse ging, um den Saft herauszupressen. Sehr beeindruckend! (und der Besuch war sogar kostenlos)

Die Destillerie Damoiseau auf Grande-Terre in Guadeloupe

Ein bisschen Natur im Osten von Guadeloupe

Von der Natur her hat Grande-Terre dann aber nicht allzu viel zu bieten – eben auch durch die sehr flache Ausprägung und recht starke Besiedlung. Am interessantesten ist hierbei der östlichste Punkt von Guadeloupe, der Pointe des Chateaux. Hier lässt sich nicht nur die Naturgewalt des Atlantik beim Auftreffen auf die Küste beobachten, sondern auch ein Blick bis zum sehr markanten La Desirade genießen. Ebenso gibt es kleinere Wanderwege bis hinauf zu eben jenem Pointe des Chateaux sowie mit dem Anse Tarare noch einen weiteren attraktiven Strand.

Der östlichste Punkt von Guadeloupe, der Pointe des Chateaux

Der östlichste Punkt von Guadeloupe, der Pointe des Chateaux

Wo es viele Strände und Küstenabschnitte gibt, sind in der Regel Sonnenuntergänge auch nicht weit. Auch wenn sich Grande-Terre im Osten befindet und meist die restlichen Landmassen von Guadeloupe die ungetrübte Sicht verhindert, heißt das nicht, dass man auf typische karibische Sonnenuntergänge verzichten muss.

Sonnenuntergang auf Guadeloupe in St. Francois

Basse-Terre: Guadeloupe für Wanderer, Abenteurer und Wasserfall-Fans

Für mich persönlich hat jedoch Basse-Terre den größeren Reiz, schon alleine aufgrund der Berge, der Natur und des viel entspannteren Tourismus. Basse-Terre besteht ähnlich den anderen Karibik-Inseln der Kleinen Antillen wie Grenada, St. Vincent oder Dominica aus einem mächtigen von Nord nach Süd durchlaufenden Gebirge, welches von der Küste innerhalb von nur 10 Kilometer Luftlinie bis auf mehr als 1.400 Meter hinaufschießt. Diese Kulisse bestimmt den kompletten Westteil Guadeloupes und sorgt für eine beeindruckende Naturszenerie.

Wanderung zum Wasserfall Cascade Paradis in der Nähe von Basse-Terre auf Guadeloupe

Aus diesem Grund sind die Berge auch die größte Attraktion von Basse-Terre. Während ich mir den höchsten Berg, den Soufriere, aufgrund der ständigen Bewölkung für den nächsten Besuch aufhob, ist das Gebirge von Guadeloupe ein Paradies für Wanderer. Mit den Chutes du Charbet, dem Morne Léger, dem Saut de Bras-du-Fort oder dem Trace des Alizés (und noch vielen mehr) gibt es zahlreiche und gut markierte Wanderwege, bei denen jeder Outdoor-Fan voll auf seine Kosten kommt.

Wanderung zum Wasserfall Cascade Paradis in der Nähe von Basse-Terre auf Guadeloupe

Wasserfälle als große Attraktion: die Chutes du Charbet

Auch ich nahm mir einige davon vor, wobei die meisten Touren eher kürzerer Natur waren – lange Wanderungen sind aber ebenfalls kein Problem.
Die bekannteste Sehenswürdigkeit auf Guadeloupes Basse-Terre und zugleich auch nur eine kleine Wanderung sind die Chutes du Charbet. Dieser Wasserfall in drei getrennten Stufen stürzt insgesamt rund 250 Meter in die Tiefe (zweimal je 110 Meter und einmal ca. 30 Meter), wobei jeder der 3 über verschiedene Wanderungen erreichbar ist. Die Chutes de Charbet 1 und 2 sind dabei die Bekanntesten, wobei seit August 2018 leider der Weg zum ersten Wasserfall gesperrt ist und somit nur ein relativ langweiliger Spaziergang auf perfekt ausgebauten Wegen bleibt.

Wanderung zu den Chutes du Charbet auf Guadeloupe

Der Wasserfall 2 der Chutes de Charbet ist dann schon interessant anzusehen, wenngleich man diesen aus Sicherheitsgründen leider nur aus mehr als 100 Meter Entfernung beobachten darf.

Wanderung zu den Chutes du Charbet auf Guadeloupe

Aufgrund dieser doch eher enttäuschenden Mini-Tour erweiterte ich meine Wanderung noch etwas und machte mich auf in Richtung Zisterne („La Citerne“), einem unterhalb des Soufriere gelegenen Berges, der auch als Einstieg zu eben jenem genutzt werden kann. Aufgrund von Regen und Schlamm war dieser Weg sehr schwierig und ich schaffte es daher auch nur bis zum Refugio am Fuße des Citerne, aber einen schönen Blick von oberhalb auf die Chutes de Charbet, der eigentlich allen Besuchern verborgen bleibt, konnte ich noch erhaschen.

Wanderung zu den Chutes du Charbet auf Guadeloupe

Auch hübsche tropische Pflanzen, viel Regenwald und einige weitere kleine Wasserfälle bekam ich zu sehen, sodass sich dieser Abstecher auf jeden Fall lohnte und in tollster Form die Natur von Guadeloupe zeigte.

Wanderung zu den Chutes du Charbet auf Guadeloupe

Wanderung zu den Chutes du Charbet auf Guadeloupe

Wer viel Zeit mitbringt, kann hier in diesem Bereich auch noch viele weitere spannende Wanderungen auf markierten Wegen unternehmen.

Die Route du Traversée im Zentrum von Basse-Terre

Ebenso absolut schön für Naturliebhaber ist die Route du Traversée. Dies ist die einzige Straße, die das Gebirge von Basse-Terre komplett passiert und führt einmal komplett durch die tropische Vegetation von Guadeloupe.

Wanderung zu den Chutes du Charbet auf Guadeloupe

Auch hier gibt es verschiedene Wanderungen, Spaziergänge und Sehenswürdigkeiten, u.a. der schöne Cascade aux Ecrevisses, der über einen nur 300 Meter kurzen Weg erreichbar ist (und entsprechend von vielen Touristen besucht wird), aber wirklich sehr hübsch mit einem kleinen Pool zum Baden einlädt.

Der Wasserfall Saut de Ecrevisse auf der Route du Traverse in Basse-Terre, Guadeloupe

Auch im weiteren Verlauf der Route du Traversée bieten sich weitere Wanderungen an. Eine der tollsten von Guadeloupe soll die Trace de la Rivière Quiock sein, die entlang eines Wasserlaufs durch die unberührte Natur verläuft uns insgesamt 17 Flusskreuzungen erfordert.
Ich machte noch einen Abstecher zum Maison de la Foret, einem kleinen Nationalparkhäuschen mit einer Ausstellung zu Flora und Fauna und erkundete dort noch ein wenig die umliegenden Wege.

Wanderung nahe der Route du Traverse in Basse-Terre, Guadeloupe

Die spannende Westküste von Basse-Terre

Nicht zuletzt gibt es auch entlang der kompletten Küste von Basse-Terre immer wieder spannende Abstecher – auch bedingt durch die gebirgige Landschaft. Einen weiteren spannenden Wasserfall erkundete ich zusammen mit meinen Gastgebern in der Nähe von Vieux-Habitants, den Cascade Paradis. Ca. 30 bis 45 Minuten läuft man zu diesem wirklich schönen natürlich Swimming-Pool mit Wasserfall, wobei auch die umliegende Natur super interessant ist.

Wanderung zum Wasserfall Cascade Paradis in der Nähe von Basse-Terre auf Guadeloupe

Wanderung zum Wasserfall Cascade Paradis in der Nähe von Basse-Terre auf Guadeloupe

Auch der Süden rund um Vieux-Fort machte auf mich einen sehr schönen Eindruck. Nicht nur, dass es hier abseits der Insel umrundenden Hauptstraße sehr ruhig ist, auch der Ausblick auf die vorgelagerte Inselgruppe der Iles des Saintes ist extrem schön.

Toller Ausblick auf die Iles les Saintes von Vieux-Fort aus

Die Südküste von Guadeloupes Inselteil Basse-Terre

Ein hübscher Platz zum Entspannen und für etwas Beach Life ist auch der Plage de Malendure nördlich von Bouillante. Zwar ist der Strand hier eher dunkel, doch viele Beach Bars mit Kulturangeboten wir Salsa oder sonntäglicher Gwoka-Musik machen diesen Ort sehr attraktiv.

Sonnenuntergang an der Plage de la Malendure auf Guadeloupe

Einen ganz einzigartigen Ort gab es auch in Bouillante selbst. Hier gibt es eine Quelle (richtig) heißen Wassers, die direkt in das Meer fließt. So kommt es, dass man im Meer statt der üblichen 27 Grad auch bei 30 Grad+ bis hin zu 45 Grad oder mehr (je nachdem, wie nah man an die Mündung herangeht) baden kann – ein ungewöhnliches und spannendes Erlebnis.

Heisse Quellen auf Guadeloupe im Ort Bouillante

Apropos Bouillante, hier hatte ich auch meinen spektakulärsten Sonnenuntergang, sowohl auf Basse-Terre als auch auf Guadeloupe insgesamt. Zwar gibt es in Bouillante direkt keinen richtigen Strand, doch durch die kleine Promenade am Meer, die dort befindlichen Palmen sowie die in der Bucht ankernden Yachten entstand eine wirklich unglaubliche Szenerie.

Ein spektakulärer Sonnenuntergang in Bouillante auf Basse-Terre in Guadeloupe

Ein spektakulärer Sonnenuntergang in Bouillante auf Basse-Terre in Guadeloupe

Leben, Essen und Tanzen auf Guadeloupe

Soviel zu den Sehenswürdigkeiten auf Guadeloupe, doch welchen Eindruck machte nun dieser Teil der französischen Karibik auf mich? Immerhin habe ich ja doch so einige Inseln besucht (mittlerweile nahezu alle der östlichen Karibik) …

Zunächst einmal machte Guadeloupe einen wesentlich lebendigeren Eindruck auf mich als sein rund 200 Kilometer südlich gelegenes Pendant Martinique. Während ich auf Martinique quasi die Einwohner suchen musste und sie weder an der Küste noch an den Flüssen oder in ihrem Garten fand, machte Guadeloupe einen ganz anderen Eindruck auf mich: viele Bars, ab und an sogar mal karibische Musik, ausreichende Frucht- und Obststände sowie generell ein lebhafteres Erscheinungsbild, welches einige Eindrücke vom karibischen Lebensgefühl vermittelte.

Kreolisches Essen gibt es überall auf Guadeloupe

Hinzu kam, dass Guadeloupe zumindest in einigen Dingen Gewohnheiten seiner englischsprachigen Nachbarn „importiert“. So hört man in Radios zum Beispiel den in der östlichen Karibik typischen Soca und Calypso, es gibt das in diesem Teil der Karibik beliebte und verbreitete Carib-Bier und man sieht auch mal Leute ein bisschen tanzen. Was in der nahezu gesamten Karibik zum Standard gehört, ist im französischsprachigen Teil nicht üblich, in Guadeloupe jedoch ab und an mal anzutreffen. Dazu gehörte auch ein bunter Markt, den ich in St. Francois fand, oder die sonntägliche traditionelle Gwoka-Musik, die sich am Strand von Malendure erhören lässt.

Musik und Tanz am Plage de la Malendure auf Basse-Terre

Bzgl. des Essens gibt es auf Guadeloupe jedoch wenige Unterschiede zu seinem Nachbarn Martinique. Diese lassen sich vor allem mit 4 Worten beschreiben – kreolisch, teuer, Baguettes und Restaurants.
Zum Einen sind sowohl Guadeloupe als auch Martinique ein Paradies für kreolisches Essen. Während zwar die gesamte Karibik kreolisches Essen für sich reklamiert, wird es hier wirklich gelebt – schon alleine, weil die lokale Bevölkerung (vereinfacht gesagt) auch wirklich kreolischer Abstammung ist und diese Sprache spricht. Auf anderen Inseln – inklusive der englischsprachigen Karibik wie Grenada, St. Lucia & Co., aber auch der spanischsprachigen Dominikanischen Republik – ist das kreolische Essen oft nur Mogelpackung.
Allerdings, für dieses kreolische Essen muss man etwas tiefer in die Tasche greifen, denn es gibt nahezu keine Straßenstände oder Imbisse mit warmen Essen. Wer eine richtige Mahlzeit sucht, muss ins Restaurant und findet dort selten etwas unter 15 €. Gerade dieser Fakt machte mir als riesiger Fan des Street Foods dann doch etwas zu schaffen und ließ mich nicht unbedingt viel der Küche von Guadeloupe probieren.
Auch wenn es daher etwas mühsam war, Essensmöglichkeiten zu finden (entsprechend oft kochte ich abends in meiner Unterkunft), etwas gab es immer – und das richtig lecker und günstig: Baguettes. Während die Preise von Lebensmitteln – sowohl importierte als auch lokale – nicht gerade Freudensprünge hervorriefen, fand sich wirklich in nahezu jeder Ecke von Guadeloupe immer ein günstiges, frisches und riesiges Baguette – meist belegt mit Belag nach Wahl und Salat – für 3 Euro, und das in einer Dimension, die locker als ganze Mahlzeit reichte. Bei einem Bäcker in Deutschland müsste man für solche Ausmaße sicher um die 5 bis 7 Euro bezahlen.
Auch Früchte und Gemüse waren nicht wirklich günstig und kosteten mich oft das drei- bis fünffache was ich in der Dominikanischen Republik dafür bezahle – aber sie waren äußerst lecker, wie so oft in der Karibik.

Ein typischer Imbiss und Snack auf Guadeloupe

Marie-Galante: die ruhigste und entwickeltste aller Karibik-Inseln

Guadeloupe wäre nicht Guadeloupe wenn man seine zugehörigen vorgelagerten Inseln ganz vergisst. Während La Desirade sicher nur etwas für eingefleischte Robinson Crusoe Fans ist und ich für die Iles des Saintes leider keine Zeit hatte, stattete ich Marie-Galante einen Besuch für 2 Nächte ab. Und auch dies war eine sehr interessante Erfahrung, denn es besteht schon ein gewaltiger Unterschied zum „Festland“ von Guadeloupe. Solch eine ruhige, entspannte, aber auch langweilige Insel habe ich bisher selten gesehen. Während solche „Laid-Back“ Inseln ja oft ein Surfer-, Aussteiger- oder Backpacker-Image haben, hat Marie-Galante gar nichts. Es ist einfach nur ein rund 15×15 Kilometer großes und überwiegend flaches Stück Land, welches sich anfühlt, als wenn es sich von einer vergessenen Region in Kontinental-Frankreich abgespalten hat und in die Karibik abgedriftet ist.

Der schönste Strand auf Marie-Galante, der Anse Canot

Dennoch möchte ich meinen Aufenthalt auf Marie-Galante nicht missen, denn es war spannend zu sehen, wie man in solch einer Ruhe lebt und welches die Vorzüge der Zugehörigkeit zur Europäischen Union sein können, auch wenn dadurch das typische Karibik-Flair schon stark verloren geht. Nicht zuletzt kam ich immerhin in den Genuss eines wirklich hübschen Plätzchens mitten auf dem Land sowie einer privaten Destillerie-Führung.

Gesundes Frühstück mit Ausblick auf Marie-Galante

Wer mehr über dieses Inselchen wissen möchte, auf der es die wohl höchste Dichte an Rum-Destillerien pro 1000 Einwohner gibt, schaut einfach mal in meinen Reisebericht Marie-Galante hinein.

Weitere Optionen für Eure Reise nach Guadeloupe

Das war es eigentlich auch schon von meiner Reise nach Guadeloupe – allerdings war es das noch nicht von Guadeloupe an sich, denn es gibt noch so viel mehr zu erleben, zu dem ich leider trotz 9 Tage auf der Insel keine Muße fand oder keine Zeit hatte. Dazu gehört unter anderem der Soufrière, der höchste Berg der Insel. Er ist mit knapp 1500 Meter ein aktiver Vulkan und zugleich die höchste Erhebung der Kleinen Antillen und bietet mit Kratersee und Schwefeldämpfen echtes „Vulkanleben“ live. Eigentlich hatte ich den Soufrière als Must-Do während meiner Reiseplanung für Guadeloupe vermerkt, aber nach dem Waschküchen-Erlebnis des Mount-Pelée auf Martinique mit Null-Aussicht während der kompletten Wanderung sowie Sturm und Regen hatte ich nicht wirklich noch einmal Lust auf Ähnliches beim Soufrière, denn dieser befand sich eigentlich während meiner kompletten 9 Tage vollständig in den Wolken – dies war selbst von Marie-Galante oder Grande-Terre aus zu sehen.

Ebenso hatte ich die Guadeloupe vorgelagerte Inselgruppe Les Saintes auf dem Plan, hatte jedoch nicht wirklich Zeit (da ich halbtags vom Laptop aus arbeitete), denn einen kompletten Tag von 07:00 bis 19:00 (inkl. An- und Abreise zum Fährhafen Trois-Rivieres) muss man hier mindestens einplanen, da die Fähre i.d.R. 09:00 hin- und 17:00 zurückfährt.

Nicht zuletzt hatte ich auch noch den Meeres-Nationalpark bei Bouillante bzw. Pigeon Island auf dem Schirm. Obwohl ich genau in dieser Ecke übernachtete, war ich dann doch auf anderen Pfaden unterwegs, denn irgendwie finde ich Boots-Exkursionen alleine immer nicht so spannend – und genau dies ist hier notwendig, um zu den schönsten Tauch- und Schnorchelspots zu kommen. Es bleibt also noch genug Potential für einen kommenden Besuch auf Guadeloupe.

Übrigens, falls Ihr Point-a-Pitre in diesem Reisebericht vermisst – zu Recht. Obwohl ich für eine Nacht dort war, gibt es nicht wirklich viel über die Hauptstadt von Guadeloupe zu schreiben. Sie wirkte wesentlich attraktiver als ihr Pendant Fort-de-France auf Martinique, aber ein Aufenthalt dort lohnt sich deswegen dennoch nicht. Es gibt dort quasi nichts, was es in anderen Inselteilen Guadeloupes nicht gibt. Immerhin, die Ufer- und Altstadtzone ist relativ nett und mit dem sehr modernen und großflächigen Denkmal ACT für die indigene Bevölkerung und den Sklavenhandel hat es sogar eine richtige Attraktion – extra deswegen die Nacht in Point-a-Pitre bleiben muss man deswegen jedoch nicht. Ein kurzer Stopover auf dem Weg von Basse-Terre nach Grande-Terre oder umgekehrt reicht vollkommen aus.

Guadeloupes Hauptstadt Pointe-a-Pitre

Fazit und Weiterreise

Für mich ging es von Guadeloupe dann übrigens weiter mit einem kleinen Inselhüpfer-Flug mit Air Antilles Express via Dominica und St. Maarten nach San Juan in Puerto Rico. Dort fuhr ich nur kurz mit dem Bus vom Flughafen zum Hafen und setzte schließlich mit der Fähre „Ferries del Caribe“ in Richtung „Heimat“ Santo Domingo über. Damit war mein Trip über die Kleinen Antillen, der mich im Wesentlichen nach Trinidad, Grenada, Martinique und Guadeloupe führte, leider schon wieder zu Ende.

Mein Fazit zu Guadeloupe? Ich denke, es ist klar, dass es maximal positiv ausfällt. Auch wenn die französische Karibik etwas ruhiger und naturgemäß europäischer ausfällt als die anderen Inseln, lässt sich hier sehr viel erleben – in entspannter Karibik-Atmosphäre, optimal also für Karibik-Einsteiger. Gerade der krasse Unterschied zwischen Grande-Terre und Basse-Terre macht Guadeloupe auf den Kleinen Antillen einzigartig – maximal Trinidad kann mit dieser Vielfalt noch mithalten. Mit den vorgelagerten Inseln Marie-Galante, Iles des Saintes sowie La Desirade bietet sich nochmals mehr Abwechslung, sodass man locker einen zweiwöchigen Urlaub auf Guadeloupe füllen kann. Als Fortbewegung empfiehlt sich unbedingt ein Mietwagen, da das Fahren sehr entspannt ist (inkl. Rechtsverkehr) und die Preise extrem günstig sind. Mir als Outdoor- und Abenteuer-Fan hat natürlich Basse-Terre am besten gefallen und wie Ihr schon anhand der von mir nicht besuchten Sachen seht, hätte ich am liebsten noch eine Woche angehangen. Also, wer eine spannende Insel in der östlichen Karibik sucht, die Abwechslung, viele Erlebnisse und tolle Strände bietet, ist mit Guadeloupe bestens beraten – insofern er ein wenig auf die typische Karibik-Atmosphäre (Musik, Tanz, Beach Bars, Wildnis etc.), die Inseln wie Grenada, Barbados oder Dominica ausmachen, verzichten kann.

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


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