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Express des Iles – Fähre zwischen Guadeloupe, Dominica, Martinique und St. Lucia

Wer zwischen den Kleinen Antillen in der Karibik Inselhüpfen betreiben will, muss sich die Verbindungen und Insel-Kombinationen vorher gut heraussuchen. Denn die vielen kleinen Eilande sind nur spärlich miteinander verbunden. Neben dem omni-präsenten, aber chronisch teuren und ab und an verspäteten Inselflieger Liat bleibt daher nur ein Blick auf die Fähre, die einige der Inseln der Kleinen Antillen bedient (allerdings weit weniger als oftmals angenommen). Eine mögliche Fährgesellschaft ist Express des Iles, die die Inseln Guadeloupe, Dominica, Martinique und St. Lucia miteinander verbindet (in Kooperation mit Jeans for Freedom). Im Mai diesen Jahres besuchte ich die beiden französischen Vertreter der östlichen Karibik erstmals und nutzte somit logischerweise auch die Fähre, um von und zu den Inseln zu kommen. Was Euch mit Express des Iles erwartet und was Ihr beachten solltet, lest Ihr im folgenden Artikel.

Reisezeitraum: Mai 2019 / 4 verschiedene Fahrten
Geschrieben: August 2019
Veröffentlicht: September 2019

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>> Zu den Reiseberichten St. Lucia (2012), Martinique (2019, folgt), Dominica (2012), Marie-Galante (2019, folgt) und Guadeloupe (2019, folgt)
>> Zu anderen Fährüberfahrten in der Karibik: Grenada – Carriacou, St. Vincent – Bequia, San Juan – Santo Domingo (folgt)

Überblick Express des Iles

  1. Die Verbindungen von Express des Iles in der Karibik
  2. Check-In für die Fahrten mit Express des Iles
  3. Die Fähren von Express des Iles
  4. Meine Erfahrungen mit Express des Iles
  5. Fazit

Die Verbindungen von Express des Iles in der Karibik

Wer sich zunächst einmal einen Überblick über die allgemeinen Fährverbindungen verschaffen möchte, kann einen Blick in meinen allgemeinen Karibik-Übersichtsartikel werfen – hier habe ich schon einmal kurz das Thema Fähren in der Karibik aufgegriffen.

Express des Iles fährt im Speziellen zwischen den vier benachbarten Inseln Guadeloupe, Dominica, Martinique und St. Lucia sowie zu den beiden Schwester-Inseln von Guadeloupe, Marie-Galante und Les Saintes. Die lokalen Verbindungen nach Marie-Galante und Les Saintes werden dreimal täglich angeboten, die internationalen Verbindungen zwischen Guadeloupe, Dominica, Martinique und St. Lucia je nach Saison ca. fünfmal wöchentlich.

Die Routenkarte von Express des Iles zwischen Guadeloupe, Dominica, Martinique und St. Lucia

(c) Express des Iles

Es besteht die Möglichkeit, Tickets über die Website von Express des Iles (~) zu buchen, die sich in den letzten Jahren stark verbessert hat. Wer lieber per Überweisung bzw. als Paket buchen möchte, kann bei meinen alten Kollegen von Karibikreisen (~) anfragen und sich Teile der Reise oder den kompletten Urlaub organisieren lassen.

Die Überfahrt zwischen den lokalen Inseln (Guadeloupe – Marie-Galante/Les Saintes) dauert rund 1 Stunde, zwischen den internationalen Inseln rund 2 Stunden (pro Insel). Fährt man also von Guadeloupe via Dominica und Martinique bis nach St. Lucia durch, muss man mit rund 6 Stunden Fährfahrt plus Aufenthalt in den Häfen rechnen – ein zweifelshaftes Vergnügen.

Preislich passen sich die Tickets dem allgemein höheren Preisniveau in der Karibik an. Die kurzen Überfahrten nach Marie-Galante und Les Saintes kosten um die 15 bis 20 Euro pro Strecke, die internationalen Fahrten (egal zwischen welchen Inseln – es ist der gleiche Preis ob man 2 Stunden von Guadeloupe nach Dominica fährt oder die komplette Tour und mehr als 6 Stunden von Guadeloupe nach St. Lucia) zwischen 60 und 80 € one-way. Ab und an gibt es Specials, so sind zum Beispiel die Fahrten donnerstags und samstags günstiger.

Check-In für die Fahrten von Express des Iles

Auch wenn man die Tickets am Tag der Abreise direkt am Terminal kaufen kann, kann eine Vorabbuchung zumindest für die internationalen Strecken sicher nicht schaden. Zwar sind die Fähren ziemlich groß und waren bei meinen Fahrten alles andere als ausgelastet, jedoch kann es sicher an dem einen oder anderen Wochenende mal etwas voller werden.
Mit vorab gebuchten Tickets ist auch der Check-In wesentlich entspannter. Je nach Strecke (so zum Beispiel bei meiner Fahrt von Pointe-à-Pitre nach Marie-Galante) geht dies sogar am Automaten, sodass man sich einfach schnell seinen Boarding Pass zieht und an Bord geht.
Auf den internationalen Strecken muss jedoch das Gepäck abgegeben werden, sodass man sich dennoch kurz anstellen muss. Auf der Fahrt von St. Lucia und meines Wissens auch von Dominica muss zudem noch die Ausreisegebühr in Höhe von 33 XCD / 13 USD (St. Lucia) bzw. 59 XCD / 22 USD (Dominica) bezahlt werden, die nicht im Fährticket inklusive ist.

Auf den Fährtickets bzw. der Buchungsbestätigung ist eine Check-In-Zeit von 3 Stunden vor Abfahrt angegeben – ähnlich wie bei internationalen Flügen. Dies war mir dann aber doch zu viel Warterei und ich war damit erst 90 Minuten vor Abfahrt am Fährhafen. Dies reichte auch völlig, rund 60 Minuten sollte man einplanen, denn der Check-In schließt rund 45 Minuten vor Abfahrt. Wenn man 3 Stunden vorher da ist, darf man dann entsprechend genauso viel Zeit auf super unbequemen Holzbänken ohne jeden weiteren Komfort (kein WiFi, kein Essen, keine Klimaanlage) wie hier im Fährterminal von St. Lucia verbringen – vermeidet dies also.

Das Fährterminal von Express des Iles in Castries auf St. Lucia

Die Terminals in Martinique und Guadeloupe waren zwar etwas bequemer, aber auch nicht wirklich angenehm zum Warten.

Übrigens bekommt Euer Gepäck nicht zwangsweise einen Sticker und Ihr auch keinen Gepäcknachweis – ganz im Gegensatz also zum Flughafen. Macht also vorher zur Sicherheit noch ein Foto Eures aufgegebenen Gepäcks, sollte doch mal etwas schief gehen. Auf den „kurzen“ Verbindungen nach Marie-Galante und nach Les-Saintes nehmt Ihr dem hingegen Euer gesamtes Gepäck mit an Bord.

Die Fähren von Express des Iles

Einmal auf der Fähre, könnt Ihr Euch entweder im unteren klimatisierten Bereich oder auf dem oberen nicht klimatisierten Bereich einen Platz suchen. Es gibt ausreichend Sitzplätze, sodass Ihr Euch – insofern kein hochfrequentiertes langes Wochenende an steht – es auch auf mehreren Plätzen bequem machen könnt. Zudem gibt es auch einen kleinen Außenbereich am oberen Heck, auf dem es aber auch nass werden kann (sowohl von oben als auch von der Seite). Wer leicht seekrank wird, dem empfehle ich einen Platz im unteren Bereich in der Mitte.

Die Fähre von Express des Iles zwischen St. Lucia, Martinique, Dominica und Guadeloupe

Die Fähre generell ist eine normale Transport-Fähre ohne große Annehmlichkeiten, wobei die Sitze im unteren Bereich recht bequem sind und auch ein Nickerchen zulassen. Es gibt Toiletten sowie einen kleinen Snack-Shop, in dem Getränke sowie frische und wirklich gute (sowie für 3 € auch günstige) Baguettes verkauft werden.

Da die Seiten der Fähre „leider“ mit Rettungsbooten und Gepäckkränen „vollgestellt“ ist, hat man leider keinen uneingeschränkten Blick auf die vorbeifahrende Landschaft.

Die Fähre von Express des Iles zwischen St. Lucia, Martinique, Dominica und Guadeloupe

Es braucht somit etwas Geschick, einen Blick auf die (oft in weiter Entfernung) vorbei ziehende Landschaft zu erhaschen, wie hier zum Beispiel auf den Mont Pelée auf Martinique.

Der Mont Pelee vom Meer aus gesehen, auf der Fahrt von Martinique nach Dominica

Meine Erfahrungen mit Express des Iles

Auf meiner diesjährigen Tour über die Inseln der Kleinen Antillen war ich insgesamt 4 mal mit Express des Iles bzw. deren Partnergesellschaft Jeans for Freedom unterwegs: von St. Lucia nach Martinique, von Martinique nach Guadeloupe und von Guadeloupe hin und zurück nach Marie Galante. Alle Tickets buchte ich online auf der Website von Express des Iles und konnte bei Marie-Galante auch in den Genuss des Return-Specials kommen, welches auf der Website beworben wird – generell sind bei Express des Iles eine Hin- und Rückfahrt günstiger als nur eine Hinfahrt (pro Fahrt gesehen).

Der Auftakt mit Express des Iles war jedoch nicht allzu viel versprechend. Das oben schon angesprochene sehr unbequeme Fährterminal, die nirgendwo erwähnte Ausreisesteuer sowie eine Verspätung von 90 Minuten auf dem Weg nach Martinique ließen schlimmstes für die kommenden Tage erahnen.
Doch es wurde von da an stetig besser. Alle übrigen Fähren waren pünktlich, die Gepäckabholung ging verhältnismäßig schnell (wenn auch komisch koordiniert) und auf dem Weg nach Martinique konnte ich einen schönen Sonnenuntergang von der Fähre aus bewundern.

Sonnenuntergang auf der Fahrt mit Express des Iles von St. Lucia nach Martinique

Oft liest und/oder hört man, dass die Fährpassagen zwischen Guadeloupe, Dominica, Martinique und St. Lucia recht rau sind. Dies kann ich zum Teil durchaus bestätigen. Zwar schaukelt es nicht viel mehr als zum Beispiel auf meiner Fahrt vom etwas weiter südlich gelegeneren St. Vincent nach Bequia, wo die Fähre fast eine 45-Grad-Neigung erreichte, doch das Problem bei Express des Iles ist die Länge der Fahrt. Fährt man zum Beispiel von Guadeloupe nach Martinique – eine beliebte Insel-Kombination – ist man etwas mehr als 4 Stunden auf dem rauen Wasser, lediglich unterbrochen durch einen kurzen Stopp in Dominica. Dies stellt dann schon den Magen auf eine gewisse Belastungsprobe, sodass doch die eine oder andere Tüte verteilt wurde. Selbst ich musste mich diesmal zumindest auf das untere Deck begeben und meinen Blick vom Bildschirm meines Laptops wegbewegen, um mein Inneres ein bisschen zu beruhigen – eigentlich sehr selten bei meiner sonst absoluten Unempfindlichkeit gegen Turbulenzen oder Wellen.

Die Hafenausfahrt von Fort-de-France mit Express des Iles

Doch spätestens, wenn man den nächsten Fährhafen ansteuert, beruhigt sich alles wieder und die Aussichten auf einen entspannten Karibik-Urlaub auf einer der Inseln dürften schnell alle Schwierigkeiten vergessen machen. Während die Einfahrt in den Hafen von Fort-de-France auf Martinique zum Beispiel mit dem Blick auf die Festung Saint-Louis eher geschichtlich geprägt ist …

Die Hafenausfahrt von Fort-de-France mit Express des Iles

… übermannt einen bei Einfahrt in den Fährhafen von Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe beim Anblick des türkisen Wassers sofort das Paradies-Feeling.

Die Hafeneinfahrt in Point-a-Pitre auf Guadeloupe

Fazit

Es lässt sich also durchaus aushalten auf den Fähren von Express des Iles, zumal es die beste Möglichkeit ist, sich zwischen den Inseln Guadeloupe, Dominica, Martinique und St. Lucia hin- und herzubewegen. Zwar gibt es zwischen Martinique und Guadeloupe auch bezahlbare Flüge, aber irgendwie natürlicher (und klimafreundlicher) ist die Fähre dann doch. Nach Dominica und St. Lucia wird es schon alleine eine Preisfrage sein, die Fähre zu nehmen, denn Direktflüge zum Beispiel zwischen Guadeloupe und Dominica gibt es so gut wie nicht.

Mit der halbwegs ordentlichen Zuverlässigkeit und den recht schnellen Fähren von Express des Iles kommt man zudem auch gut und sicher von A nach B. Dank des Fahrplans und der Buchungs-Möglichkeit auf der Website ist die Planung zudem einfacher denn je. Alle, die zwischen Guadeloupe, Dominica, Martinique und St. Lucia unterwegs sind, werden also an Express des Iles kaum vorbei kommen.

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


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