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Reisebericht Svaneti

Reisebericht Svaneti – Georgiens Kaukasus bis an die 5000 Höhenmeter

Wer den georgischen Kaukasus erleben möchte, muss nach Svaneti. Die Region im Nord-Nordosten der ehemaligen russischen Teilrepublik bietet die besten Voraussetzungen, um georgische Gastfreundschaft und kaukasisches Hochgebirgsflair in Kombination zu erleben. Lest hier, wie ihr am besten nach Mazeri und Mestia kommt und was es dort zu sehen und zu erleben gibt.

>> Zu unserer beeindruckenden Wanderung auf den Mount Ushba
>> Wenn Svaneti zu weit weg ist – der Kaukasus ist auch ab Tiflis in 3h zu erreichen
>> Zum Reisebericht Georgien

Reisezeitraum: August 2014 / Dauer: 5 Tage
Geschrieben: August 2014
Veröffentlicht: August 2014

Überblick Reisebericht Svaneti

  1. Anreise nach Svaneti
  2. Mestia, Mazeri und Ushguli
  3. Wanderungen von Mestia und Mazeri
  4. Fazit

Anreise nach Svaneti

Die Reise nach Svaneti funktioniert am besten mit den Minibussen, den so genannten Marshrutkas. Von Tiflis fahren diesen rund 12 Stunden, von Batumi und Kutaisi ca. 5-6 Stunden. Die Fahrt ist gerade ab Zugdidi, gewissermaßen der letzten Stadt entlang der Strecke, landschaftlich extrem reizvoll. Die Straße schlängelt sich von nahezu Meeresniveau die Berge hinauf, bis sie schließlich in Mestia auf rund 1.500 Höhenmeter ankommt. Grandiose Ausblicke sind dabei garantiert und einen Staudamm (das Jvari Enguri Reservoir) gibt es ganz nebenbei auch noch zu sehen.

Das Jvari Enguri Reservoir auf der Strecke zwischen Svaneti und Zugdidi

Vorfreude auf die Berge des Kaukasus: die Anfahrt nach Svaneti

Vorfreude auf die Berge des Kaukasus: die Anfahrt nach Svaneti

Der Mount Ushba, einer der dominierenden Gipfel in der Svaneti-Region

Fast alle Fahrten mit den Marshrutkas oder anders gearteten Shuttle-Bussen enden in Mestia. Wer nach Mazeri oder Ushguli – die beiden weitaus weniger frequentierten Hauptorte der Svaneti-Region – möchte, muss etwas kreativer werden.

Mazeri liegt rund 25 Kilometer von Mestia entfernt. Dazu zweigt ca. 18 Kilometer vor Mestia eine 7 Kilometer lange Stichstraße (Kategorie üble Schlaglochpiste) nach Mazeri ab. Wer hier her möchte, muss entweder seinen Fahrer dazu überreden oder lässt sind an der entsprechenden Kreuzung hinauswerfen. Weiter geht’s dann zu Fuß (7 Kilometer wie gesagt, also mit nicht allzu viel Gepäck machbar), per Taxi oder man bucht irgendwie sein Gästehaus vor, welches einen dann an der Kreuzung abholt.

Wer nach Ushguli möchte, muss ohnehin erst einmal nach Mestia. Von hier aus geht es dann entweder per unregelmäßigen Marshrutka weiter oder man sucht sich in irgendeiner Art und Weise einen Fahrer, der mit Jeep ausgerüstet die rund 40 Kilometer zurücklegt. Auch diese Strecke ist von europäischen Straßenverhältnissen weit entfernt.

Wer von Mestia irgendwohin zurück möchte, geht am besten morgens gegen 8 zum zentralen Marktplatz, dem Seti Square. Hier und hinter dem Durchgang fahren nahezu alle Busse ab.

Unser Marshrutka von Mestia nach Batumi

Mestia, Mazeri und Ushguli

Wie schon an der Anreise und den Verbindungen zu sehen ist, ist Mestia das uneingeschränkte Zentrum in Svaneti. Die Straße ist ordentlich gepflastert, alles sieht sehr gepflegt aus, Gästehäuser gibt es wie Sand am Meer und auch Restaurants und kleine Shops muss man nicht lange suchen. Zudem ist das Zentrum hübsch restauriert, sodass hier wirklich ein netter kleiner Touristenort entstanden ist – auch wenn es mehr an die Schweiz denn an Georgien erinnert.

Das restaurierte Zentrum von Mestia

Einziger Nachteil: durch die Berglage (130 Kilometer bis zur nächsten größeren Stadt Zugdidi) sowie eben jene touristische Dominanz sind Supermärkte und Restaurant auch rund zwei- bis dreimal so teuer wie im übrigen Georgien. Gästehäuser sind allerdings sehr günstig – eine Übernachtung im einfachen, aber sauberen Zimmer gibt es bereits ab 20 GEL pro Person (ca. 8 Euro).

My Travelworld Übernachtungs-Tipp
In Mestia schlief ich gleich in zwei verschiedenen Unterkünften – einmal im Fadaland Guesthouse und für zwei Nächte in Nino Ratianis Guesthouse. Beide sind sehr zu empfehlen und kosten 20 GEL (für ein Einzelzimmer) pro Nacht, ggf. zzgl. Verpflegung falls gewünscht. Mehr zu den einzelnen Gästehäusern in den Unterkünften zu Georgien.

Ganz anders ist die Situation in Mazeri. Hier ist die Zeit definitiv stehen geblieben. Supermärkte sind Mangelware, online buchbare Unterkünfte gibt es nicht, eine ordentliche Straße auch nicht und auf den Höfen wohnen die Familien noch zusammen wie vor 100 Jahren.

Sosos Guesthouse in Mazeri - unser Ausgangspunkt für die Wanderung

Die 2 Nächte in Mazeri auf eben solch einem Familienhof waren dann auch ein ganz besonderes Erlebnis. Ein gemütliches Bett und ganz viel Gastfreundschaft – mehr braucht es nicht, um auch einmal nur mit kaltem Wasser, Stehklo und ohne Internet leben zu können. Hinzu kommt natürlich die magische Anziehungskraft der umliegenden Berge, die hier in Mazeri vielleicht am meisten ausgeprägtesten ist.

Beeindruckende Landschaft in der Svaneti-Region bei Mazeri

My Travelworld Übernachtungs-Tipp
Unsere Unterkunft in Mazeri hatte nicht einmal einen Namen. Wer sich aber nach „Soso“ durchfragt, sollte dieses kleine Homestay finden. Soso’s Nummer ist die +995 599 565 820. Auch hier mehr zu dieser Herberge in meiner Übersicht über die Unterkünfte in Georgien.

Ushguli – welches ich leider nicht besucht habe – als drittes Hauptdorf im Bunde dürfte rein von der Ausrichtung und Atmosphäre her irgendwo zwischen Mestia und Mazeri liegen. Touristisch dürfte es etwas weiter entwickelt als Mazeri sein, aber rein von der Landschaft sollte es dank seiner exponierten Höhenlage mehr als mithalten können. Immerhin gilt Ushguli mit seinen mehr als 2.100 Metern als höchstes besiedeltes Dorf von Europa.

Wanderungen von Mestia und Mazeri

Wer nach Svaneti kommt, will zweifelsohne wandern – ansonsten muss man die lange Reise in die Bergregion von Georgien eigentlich gar nicht erst antreten und kann sich lieber einmal im Norden von Tiflis den Kaukasus anschauen. Wanderungen gibt es dann auch in der ganzen Region um Mestia, Mazeri und Ushguli sowie deren Nachbardörfern mehr als genug.

Der Hausberg von Mestia, der Tskhakvzagari

Eine der Wanderungen, die wohl fast jeder Svaneti-Besucher macht und dank angenehmer Länge, Erweiterbarkeit mit anderen Touren, Ausgangspunkt direkt in Mestia und überragender Ausblicke vom Gipfel attraktiv ist, ist die Tour zum Hausberg von Mestia, dem Tskhakvzagari. Dieser ist rund 2.200 Meter hoch und ist zum Einen über eine bequeme Forststraße, zum Anderen über einen steilen Wanderpfad erreichbar. Nach dem rund 3 Stunden dauernden Aufstieg warten überragende Ausblicke auf die komplette Bergwelt des umliegenden Kaukasus.

Ausblick auf Mestia vom Tskhakvzagari

Ausblick vom Tskhakvzagari auf die Berge des Kaukasus

Ausblick vom Tskhakvzagari auf die Berge des Kaukasus

Einer der höchsten sichtbaren Gipfel vom Tskhakvzagari ist mit stolzen 4.858 Metern übrigens der Tetnuld – einer der höchsten Berge der gesamten Region.

Auch der Mount Ushba – quasi der Paradegipfel von Mestia und Mazeri mit 4700 Metern – ist von hier aus sichtbar, war aber während unserer Tour auf den Tskhakvzagari in Wolken gehüllt.

Dafür sahen wir bei einer anderen Tour den Mount Ushba viel viel besser – nämlich bei jener Wanderung von Mazeri zum Gletscher des Mount Ushba. Es war die vielleicht spektakulärste Wanderung, die ich in den letzten Jahren gemacht habe – nur zu empfehlen für jeden Wanderfreund, der Georgien besucht.

Die Tour startet in Mazeri und ist insgesamt rund 22 Kilometer lang. Machbar ist das in ca. 7-8 Stunden. Die Wanderung bietet alles, was ein Hochgebirge ausmacht: lange Täler, unendliche Weiden, gemütliche Bergbäche und wahnsinnige Ausblicke.

Beeindruckende Landschaft in der Svaneti-Region bei Mazeri

Beeindruckende Landschaft in der Svaneti-Region bei Mazeri

Wanderung zum Gletscher des Mount Ushba - die Natur könnte kaum beeindruckender sein

Während der Gletscher selbst nicht wirklich spektakulär ist, steht am Ende ein grandioser Ausblick auf den Mount Ushba – besser geht’s nicht.

Blick vom Gletscher des Mount Ushba auf selbigem

Mehr zu dieser Tour auch im separaten Artikel über die Wanderung zum Gletscher des Mount Ushba.

Wer neben diesen beiden Touren noch mehr Abwechslung benötigt, hat noch zahlreiche andere Alternativen. So geht es von Mestias Hausberg zum Beispiel weiter zu den Koruldni Lakes oder zum Guli Pass. Auch Mestia hat mit dem Chalaadi-Glacier einen Gletscher zu bieten, der erwandert werden kann. Zudem gibt es einige Touren zu verschiedenen Bergkirchen. Wer one-way-Wanderungen bevorzugt, kann von Mestia über den Guli Pass nach Mazeri gehen oder die relativ populäre Mehrtages-Wandertour von Mestia nach Ushguli laufen (empfohlene Dauer: 4 Tage).

Und wem schließlich das Wandern zu langweilig wird, der kann auch einmal ein Mountainbike ausleihen oder eine Reittour unternehmen. Weitergehende Aktivitäten halten sich dann aber in Grenzen, wenn man mal von alpinem Klettern oder professionellen Gipfelbesteigungen absieht.

Fazit

Die Svaneti-Region ist eines der Aushängeschilder für den Tourismus in Georgien. Wer das Land besucht und den Kaukasus relativ einfach und unbeschwert bereisen möchte, kommt an Svaneti nicht vorbei. Gerade Mestia ist bestens entwickelt und bietet alles, was sich der bequeme Individualtourist vorstellt. Ursprünglicher geht es in den schwerer zu erreichenden Mazeri und Ushguli zu.

Eines aber haben alle gemeinsam: die Bergwelt ist einfach fantastisch und einzigartig. Besonders der Blick auf die hohen 4000er ist mehr als beeindruckend. Im Speziellen ist hier der Mount Ushba zu nennen, der bei gutem Wetter von so vielen Stellen in der Svaneti-Region sichtbar ist.

Wer nur wenig Zeit hat, dem empfehle ich der Einfachheit halber Mestia und eine Wanderung zu den umliegenden Bergen. Wer es gemütlicher angeht, sollte unbedingt den Mount Ushba Gletscher in Angriff nehmen – es war für mich das Highlight meines Aufenthalts in Svaneti und auch der gesamten Georgien-Reise.

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


2 Responses to Reisebericht Svaneti

  1. Nina Kramm

    Hi Chris,

    für mich war Swanetien auch eines der absoluten Highlights in Georgien!
    Schade dass ich deinen informativen Artikel nicht gefunden hatte, bevor ich nach Georgien gefahren bin – das hätte mich sicher vor der Fahrt mit der Mashrutka von Mestia nach Tbilisi abgehalten. Uns wurde nämlich erzählt, die würde nur 7 Stunden dauern. Am Ende waren es zum Glück nicht 12 sondern 10, aber das war auch mehr als genug.

    Und alle Aufwände nach Mestia zu kommen lohnen sich, falls du Lust hast schau mal in meinen Wanderbericht rein:
    http://www.reiselieber.org/6358-trekking-in-swanetien

    Viele Grüße
    Nina

    • Chris (My Travelworld)

      Hallo Nina,

      haha, na das sind doch die wahren Erlebnisse. Solche Busfahrten behält man immer in Erinnerung.
      Schön, dass Euch Svanetien auch so gut gefallen hat. Tolle Fotos habt Ihr gemacht!
      Weiterhin gute Reise – und wie ich sehe, seid Ihr ja auch ganz gut in exotischen Ländern unterwegs, genau so wie ich es mag. :-)

      LG; Chris

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