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Reisebericht Georgien

Reisebericht Georgien: von Las Vegas, besseren Alpen und anderen Vergleichen

Mit meinen fast 3 Wochen Georgien war ich ziemlicher Spitzenreiter, was die Dauer der Reise angeht – zumindest wenn ich es im Vergleich zu vielen anderen Urlaubern sehe, die ich unterwegs traf. Dennoch hat diese Zeit kaum ausgereicht, um Georgien ausgiebig zu erkunden – so vielfältig und faszinierend war dieses Land.

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Reisezeitraum: August 2014 / Dauer: 19 Tage
Geschrieben: August 2014
Veröffentlicht: September 2014

Überblick Reisebericht Georgien

  1. Vorbereitung und Buchung
  2. Reiseplanung in Georgien
  3. Kutaisi und Zugdidi – unspektakuläre „Königsstädte“
  4. Svaneti: die Region, die die Alpen überragt
  5. Batumi: Las Vegas im russischen Miniaturformat
  6. Tiflis: kompakte Hauptstadt in attraktiver Lage
  7. Mtskheta und das Jvari-Kloster
  8. Das David Gareja Kloster an der aserbeidschanischen Grenze
  9. Kazbegi im Kaukasus
  10. Gori und Uplistsikhe
  11. Essen in Georgien
  12. Fazit

Vorbereitung und Buchung

Warum aber eigentlich Georgien, schließlich ist das Land ja nicht wirklich auf der touristischen Landkarte vertreten?

Genau das war eben auch ein Grund für meine Entscheidung für diesen höchstinteressanten Staat. Schließlich sind gerade Länder, die noch nicht von Millionen Touristen ausgetreten wurden und in denen es noch richtig etwas zu entdecken gibt, besonders reizvoll. Georgien ist genau so ein Land. Deutschsprachige Reiseinformationen finden sich so gut wie gar nicht im Netz und auch bei englischsprachigen Reiseblogs ist die Anzahl an Reiseberichten mehr als übersichtlich. In der Zwischenzeit war übrigens auch Oliver vom Weltreiseforum in Georgien und hat auf seinem Blog ebenfalls darüber berichtet und einen tollen Georgien-Guide (~) zusammengestellt.

Zweiter Grund für meine Entscheidung war (wie fast immer) ein günstiger Flug. Mit Wizz Air ging es für rund 50 € von Kiew (ursprünglich war Lviv gebucht, was jedoch gestrichen wurde) nach Kutaisi. Da bei allen Flügen von Wizz Air aus der und in die Ukraine Aufgabegepäck bereits inklusive ist, war dies also ein echtes Schnäppchen – zumal der Flug mitten in der Hochsaison (Ende Juli) statt fand.

Achja, ganz nebenbei handelte es sich damit auch um den offiziellen Start meiner Weltreise. Nach dem „Vorprogramm“ mit 2 Nächten Warschau und 1 Nacht Kiew war Georgien mit letztendlich 19 Nächten mein erster längerer Stopp.

Reiseplanung in Georgien

Für meine Reise durch Georgien machte ich im Voraus keine großartigen Buchungen. Das Einzige, was fix war, war meine Ankunft in Kutaisi, die erste Nacht dort (im Bavaria Hostel; siehe Unterkünfte in Georgien) sowie der Abflug in Tiflis, der später mit Qatar Airways erfolgen sollte. Zudem hatte ich drei Ziele / Regionen, die ich gerne besuchen wollte: die Gebirgsregion des Kaukasus, Batumi am Schwarzen Meer und den Großraum Tiflis. Auf den Kaukasus freute ich mich dabei am meisten.

Letztendlich verbrachte ich 2 Nächte in Kutaisi, 5 Nächte in der Svaneti-Kaukasus-Region, 2 Nächte in Batumi und 10 Nächte in Tiflis.

Meine Reise durch Georgien auf der Karte

Die Fortbewegung nahm ich sowohl mit dem Bus („Marshrutka“) als auch mit dem Zug vor. Über die in Georgien allgegenwärtigen Marshrutkas habe ich in einem separaten Artikel geschrieben.
Meine Zugfahrt von Batumi nach Tiflis war überraschend komfortabel: verbindliche Sitzplatzreservierung (dadurch keine Überfüllung wie z.B. in Sri Lanka), moderner Zug und hohe Pünktlichkeit. Mit rund 10 Euro (23 GEL) war die rund 6-stündige Zugfahrt dann auch sehr erschwinglich.

Der sehr moderne Zug, der mich von Batumi nach Tiflis brachte

Wer also die Wahl zwischen Zug und Marshrutka hat, sollte den Zug auf jeden Fall vorziehen. Auf viel mehr Strecken als den Relationen Batumi-Kutaisi, Kutaisi-Tiflis und Batumi-Tiflis wird der Zug allerdings kaum Sinn machen, denn das Bahnnetz in Georgien ist doch noch recht rudimentär.

My Travelworld Info-Box: Preise
Das Preisniveau in Georgien ist noch sehr moderat und sehr budgetfreundlich. Besonders Früchte, Metrofahrten in Tiflis, kurze Busfahrten, Bäckereierzeugnisse oder Eis bewegen sich im unteren Centbereich. Auch ein Besuch im Restaurant belastet mit umgerechnet 3-4 Euro für ein Hauptgericht sowie 1 Euro für ein Bier nur mäßig die Urlaubskasse. Günstige Unterkünfte gibt es nahezu überall ab 10 Euro (Backpacker-Unterkünfte z.T. auch darunter) und auch gehobene Hotels sind deutlich günstiger zu buchen als in Mitteleuropa.

Kutaisi und Zugdidi – unspektakuläre „Königsstädte“

Kutaisi stellte nun wie bereits berichtet den Startpunkt meiner Georgien-Reise dar. Prinzipiell ist die Stadt relativ unspektakulär, doch zumindest zwei Dinge gibt es zu erwähnen.

My Travelworld Info-Box: in Georgien kostenlos mit der Kreditkarte Bargeld abheben
Schon seit Jahren nutze ich die DKB-Kreditkarte und kann damit weltweit kostenlos Bargeld abheben. Auch in Georgien funktionierte dies wieder reibungslos, sodass ich an allen Geldautomaten im Land problemlos an die lokale Währung (Georgischer Lari) kam. Für Reisen empfehle ich Euch solch eine Kreditkarte unbedingt. Aus diesem Anlass habe ich einen ausführlichen Artikel geschrieben, in dem ich auf die Vor- und Nachteile einzelner Kreditkarten-Anbieter eingehe – auch auf die DKB-Visa-Card.

Zum Einen ist Kutaisi so etwas wie die verschmähte Hauptstadt. Als zweitgrößte Stadt in Georgien war sie früher bereits Königsresidenz, musste den Titel der georgischen Hauptstadt aber letztendlich Tiflis überlassen.

Zum Anderen gibt es in der Umgebung zwei interessante Ziele, die dann doch einen Aufenthalt während einer Tour durch Georgien rechtfertigen: die Klosteranlage von Gelati sowie die Prometheus-Höhlen.

Da ich es jedoch zu Beginn ruhig angehen ließ, beschränkten sich meine Erkundungen auf einen kleinen Stadtrundgang.

Blick auf die Rioni und Kutaisi

Zugdidi – auf halbem Weg zwischen Kutaisi und der Svaneti-Region – ist ebenfalls mehr ein hektisches Handelszentrum denn ein schöner Platz zum Verweilen. Doch auch hier spiel(t)en die Mächtigsten des Staates eine Rolle, denn in Zugdidi befindet sich der Dadianipalast, der von den gleichanmigen Fürsten im 19. Jahrhundert erbaut wurde. Gemeinsam mit dem vorgelagerten Park hat das Areal inklusive dem Museum (Eintritt 2 GEL) seinen gewissen Reiz.

Der Dadianpalast in Zugdidi

Svaneti: die Region, die die Alpen überragt

Svaneti ist die vielleicht bekannteste Kaukasus-Region in Georgien. Sie befindet sich im Nord-Nordosten und ist ausschließlich (mal von Ausnahmen für Wanderer, Biker und Off-Road-Fahrer abgesehen) von Zugdidi aus zu erreichen. Die Fahrtzeit beträgt ca. 3 Stunden und ist mehr als aussichtsreich.

Vorfreude auf die Berge des Kaukasus: die Anfahrt nach Svaneti

Die Svaneti-Region selbst gliedert sich im Wesentlichen in die Orte Mestia, Mazeri und Ushguli, die ich im Svaneti-Reisebericht näher beschrieben habe.

Da in diesem Bericht auch noch viel mehr Details über Wanderungen, die Anreise und die Möglichkeiten vor Ort beschrieben sind, möchte ich an dieser Stelle gar nicht allzu viele Worte verlieren. Fakt ist, dass Svaneti für jeden halbwegs interessierten Wander- und Naturfreund ein absolutes Muss ist, denn nicht nur die Höhe der Gipfel (bis zu 5.000 Meter) überragt die der Alpen deutlich, sondern auch die Schönheit und Unberührtheit. Es ist einfach einzigartig und faszinierend, inmitten dieser Gebirgskulisse zu stehen.

Beeindruckende Landschaft in der Svaneti-Region bei Mazeri

Beeindruckende Landschaft in der Svaneti-Region bei Mazeri

Wanderung zum Gletscher des Mount Ushba - die Natur könnte kaum beeindruckender sein

Blick vom Gletscher des Mount Ushba auf selbigem

Ausblick auf Mestia vom Tskhakvzagari

Ausblick vom Tskhakvzagari auf die Berge des Kaukasus

Noch sind in Svaneti (wie in ganz Georgien mit Ausnahme von Batumi) übrigens sehr wenige Touristen zu finden – dies wird sich aber sicher in den kommenden 20-30 Jahren ändern.

Batumi: Las Vegas im russischen Miniaturformat

Mit dem krassen Gegensatz zur Abgeschiedenheit in Svaneti ging meine Reise schließlich in Batumi weiter. Die aufstrebende und sehr kuriose Stadt befinden sich am Schwarzen Meer, jeweils rund 6 Fahrtstunden von Svaneti und Tiflis entfernt.

Kurios ist die Stadt deswegen, da hier versucht wird, einen hoch unterhaltsamen Urlaubsort aufzubauen. Aufgrund der glitzernden Neubauten sowie gerade bei Dunkelheit hochintensiven Beleuchtung macht Batumi den Eindruck eines kleinen Las Vegas’. Auch wenn dieser Vergleich seitens der „Erbauer“ vielleicht gar nicht gewollt ist, muss hier trotzdem noch viel optimiert werden. Schließlich wirkt es irgendwo grotesk, wenn neben einem hochmodernen Wolkenkratzer die Plattenbauten aus Sowjetzeiten strahlen.

Alte Sowjet-Architektur Hand in Hand mit den neuen Wolkenkratzern aus Glas

Auch sonst ist es schwierig, sich von Batumi ein klares Bild zu machen. Dafür sind die Eindrücke einfach zu unterschiedlich und das Gesamtbild zu diffus. Für mich persönlich war es interessant, die Stadt kennenzulernen – aber länger als 2-3 Tage Urlaub möchte ich hier nicht machen.

Der Hafen von Batumi, beleuchtet bei Nacht

Batumi bei Nacht, ein Anblick der in Georgien seinesgleichen sucht ...

Batumi bei Nacht, ein Anblick der in Georgien seinesgleichen sucht ...

Tiflis: kompakte Hauptstadt in attraktiver Lage

Tiflis machte mit 10 Nächten den Hauptteil meiner Georgien-Reise aus. Dies lag nicht unbedingt an der unabdingbaren Attraktivität der Hauptstadt, sondern eher an deren sehr attraktiver Lage und dem Fakt, dass ich vor meinem Weiterflug nach Dubai (mit Qatar Airways) und Sri Lanka (mit Mihin Lanka) auch noch 2-3 Ruhetage verbringen wollte.

Tiflis selbst ist sehr charakteristisch durch sein kleines und gut erlaufbares Zentrum, den umliegenden Anhöhen sowie seiner Kompaktheit im Allgemeinen. Obwohl die Stadt rund 1.000.000 Einwohner hat, ist sie flächenmäßig deutlich kleiner als zum Beispiel meine Heimatstadt Dresden. Vor allem von oben wundert man sich schon, wie in diese kleine Stadt eine ganze Million Menschen passen sollen.

Fantastische Ausblicke von den umliegenden Hügeln auf Tiflis

„Von oben“ ist auch direkt das Stichwort, denn um Tiflis herum befinden sich relativ viele Gebirgszüge, die nicht nur tolle Ausblicke ermöglichen, sondern auch ein kleines und vor allem grünes Naherholungszentrum darstellen. Mit dieser Lage erinnerte mich Tiflis stark an Sarajevo, welches ich erst zwei Monate zuvor besuchte. Aufgrund dieser Anhöhen gibt es in Tiflis auch gleich 3 Bergbahnen, wovon derzeit allerdings nur 2 in Betrieb sind.

Fantastische Ausblicke von den umliegenden Hügeln auf Tiflis

Viele Grünflächen gibt es im Hinterland von Tiflis

Die stillgelegte Gondelbahn vom Vake Park

Die Sehenswürdigkeiten im Zentrum von Tiflis sind dem hingegen überschaubar. In wenigen Stunden sollte man Freedom Square, Rustaveli, den Rike Park oder die Sameba-Kathedrale gesehen haben.

Zentraler Platz in Tiflis - der Freedom Square

Der Rike Park - Entertainment und Architektur in Tiflis

Die Sameba-Kathedrale in Tiflis

Mehr zu Georgiens Hauptstadt auch im separaten Reisebericht Tiflis.

Weitaus spannender – und deswegen blieb ich letztendlich auch 10 Tage in Tiflis – ist allerdings die nähere und weitere Umgebung von Georgiens Hauptstadt. Im Umkreis von 200 Kilometern befinden sich hier so viele Ausflugsziele, dass man damit glatt eine ganze Woche füllen kann. Im Folgenden stelle ich einige der Highlights vor.

Mtskheta und das Jvari-Kloster

Mtskheta (deutsch: Mzcheta) war die Hauptstadt von Georgien bis zum 6. Jahrhundert. Dies ist also mal „kurze“ 1500 Jahre her. Mtskheta ist heute eine überschaubare Kleinstadt, die vor allem viele Klöster und Kirchen beheimatet. Dazu gehören auch die Swetizchoweli-Kathedrale und das Samtavro-Kloster.

Die historische Swetizchoweli-Kathedrale in Mtskheta

Das historische Samtavro-Kloster in Mtskheta

Ansonsten herrscht in Mtskheta wirklich ein richtig ruhiges Kleinstadtflair. Obwohl der Ausflug in eigentlich jedem Reiseführer und Gespräch über Tiflis empfohlen wird, empfand ich das kleine Städtchen nicht wirklich als Highlight.

Viel interessanter war da schon die kleine Wanderung von Mtskheta zum Dschwari-Kloster (Jvari-Monestary), von der uns die Touristinformation vor Ort eigentlich abhalten wollte. Es gibt zwar keinen markierten Weg, doch mit etwas Orientierungssinn ist der Pfad gut zu finden.

Das Jvari-Kloster in den Höhen von Mtskheta

Während das Dschwari-Kloster selbst eher nur mäßig spektakulär ist, ist der Ausblick auf Mtskheta definitiv den Weg wert. Wer dann doch nicht wandern möchte, kann für 10 GEL (ca. 4 Euro) auch ein Taxi nehmen.

Ausblick aus Mtskheta vom Jvari Monestary

Das David Gareja Kloster an der aserbeidschanischen Grenze

Gleich nach Mtskheta / Mzcheta führte mich mein nächster Ausflug zu einem weiteren Kloster – David Gareja (deutsch: Dawit Garedscha). Auch hier war das Kloster nicht wirklich spekatulär, sind doch einige Bereiche ohnehin nicht für Besucher zugänglich.

My Travelworld Tipp
Es gibt einen Shuttle-Bus, der täglich 11:00 (Stand: August 2014) vom Freedom Square nach David Gareja fährt und so diesen Ausflug ganz einfach ermöglicht. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Rückankunft ist gegen 20:00. Preis für Hin- und Rückfahrt sind 25 GEL.

Wahnsinnig tolle Szenerie am Kloster von David Gareja an der Grenze zu Aserbaidschan

Doch darum geht es bei David Gareja auch gar nicht. Vielmehr gibt es hier andere Besonderheiten. Am eindrucksvollsten ist sicher die karge Landschaft der Udabno-Steppe. Während nur rund 200 Kilometer nördlich in der Kaukasus-Region (Kazbegi & Co.) die Wiesen und Wälder nur so vor Grünheit strotzen, gibt es hier so ziemlich Nichts. Außer ganz viel Gestein, Geröll und ein paar unverwüstlichen Steppenpflanzen war hier nichts zu finden – und genau das machte die Faszination aus.

Wahnsinnig tolle Szenerie am Kloster von David Gareja an der Grenze zu Aserbaidschan

Wahnsinnig tolle Szenerie am Kloster von David Gareja an der Grenze zu Aserbaidschan

Wahnsinnig tolle Szenerie am Kloster von David Gareja an der Grenze zu Aserbaidschan

Weiterhin gibt es am Bergrücken sehr alte Höhlen, die früher bewohnt waren. Heute zeugen die zu besichtigenden Freskomalereien von der früheren Bedeutung der Höhlen.

Jahrhunderte alte Höhlenmalereien in David Gareja

Nicht zuletzt ist auch der geografische Gesichtspunkt ein sehr interessanter, denn die Anlage von David Gareja befindet sich an der georgisch-aserbaidschanischen Grenze. Auf dem Bergrücken kann man somit einen Fuß nach Aserbaidschan setzen und weit in das Land hineinblicken.

Wahnsinnig tolle Szenerie am Kloster von David Gareja an der Grenze zu Aserbaidschan

Kazbegi im Kaukasus

Nachdem ich bereits in der Svaneti-Region rund um Mestia und Mazeri den Kaukasus ausgiebig erkundet hatte, führte mich eine Tour nochmal zurück zu den beeindruckenden Bergen. Diesmal ging es nach Kazbegi, welches in 3 Stunden Fahrt von Tiflis zu erreichen ist.
Obwohl der offizielle Name des kleinen Bergdorfes Stepanzminda ist, wird gemeinhin nur Kazbegi bzw. das georgische Qasbegi benutzt.

Da ich über Kazbegi auch in einem separaten Artikel berichtet habe, hier nur kurz die Highlights der Tour:
– spektakuläre Anfahrt durch ein stetig ansteigendes Tal mit bis zu 4000 Meter hohen Bergen
– Wanderung zur Dreifaltigkeitskirche „Zminda Sameba“ mit faszinierenden Landschaften
– Blick auf den 5.026 Meter hohen Kasbek sowie viele umliegende Gipfel in einer einzigartigen Gebirgslandschaft

Wie gesagt, alle Eindrücke gibt es im Kazbegi-Bericht, hier nur ein paar Fotos zum Inspirieren und Reiselust schüren.

Die Zminda Sameba, die Dreifaltigkeitskirche in Kazbegi

Fahrt von Tiflis nach Kazbegi, eine absolut traumhafte Reise

Wer in Tiflis ist, sollte sich Kazbegi unbedingt auf die To-Do-Liste schreiben.

Gori und Uplistsikhe

Last but not least gab es neben alten Klöstern und überragenden Landschaften auch noch etwas jüngere Zeitgeschichte. Hierzu fuhr ich wiederum mit dem Mashrutka nach Gori, diesmal also in Richtung Westen.

Gori ist die Geburtsstadt von keinem geringeren als Josef Stalin und ist daher ebenfalls in jedem Georgien-Bericht erwähnt. Doch auch hier – wie schon bei Mtskheta – muss ich sagen, dass mir die Stadt etwas zu viel gehyped wird. Zwar gibt es ein umfangreiches Stalin-Museum, doch nach übereinstimmenden Quellen ist dieses absolut kritiklos und stalinfreundlich. Da ich für eine einseitige Betrachtung keine 10 GEL (4 Euro) ausgeben wollte, entschied ich mich dafür, dass Museum nicht zu besuchen.

Das Stalinmuseum in Gori

Direkt neben dem Museum ist auch ein weiteres Stück Zeitgeschichte zu sehen. Für 5 GEL zusätzlich zum Museumseintritt kann man hier den Zug-Wagon besuchen, mit dem Stalin zur berühmten Konferenz nach Jalta im Jahr 1945 gereist ist.

Der Wagon, mit dem Josef Stalin 1944 zur Konferenz nach Jalta fuhr

Neben der zentralen „Stalin-Avenue“ ist Gori ansonsten nur eine normale Kleinstadt in Georgien – auch hier für mich also entgegen so vieler Empfehlungen nicht unbedingt ein Highlight.

Interessanter ist dann schon die Weiterfahrt zum rund 10 Kilometer entfernten Uplistsikhe. Hierbei handelt es sich um eine alte Felsenstadt, die im Gegensatz zu David Gareja komplette Elemente einer ganzen Siedlung wie einer Versammlungshalle, Vorratskeller und Kirche aufweist.

My Travelworld Tipp
Mit dem Marshrutka ist Uplistsikhe für 1 GEL ab dem zentralen Busbahnhof von Gori zu erreichen. Der Ausstieg erfolgt im gleichnamigen Dorf, von dort ist es noch rund 1 Kilometer Fußweg bis zum Eingang. Der Eintritt kostet 3 GEL.

Die Anlage ist problemlos individuell zu besichtigen, auch wenn ein Guide hilfreich ist, da Erklärungstafeln o.ä. fehlen. Da Uplistsikhe am Hang liegt, gibt es gratis noch ein paar schöne Ausblicke auf das Tal der Kura hinzu.

Die historische Felsenstadt von Uplistsikhe

Die historische Felsenstadt von Uplistsikhe

Die historische Felsenstadt von Uplistsikhe

Essen in Georgien

Natürlich darf zu einem ausführlichen Reisebericht auch der Blick auf das Kulinarische nicht fehlen. Hier muss man klar zwei Dinge unterscheiden: das, was die Georgier selbst kochen und jenes Essen, was man an Imbissen oder Schnellrestaurants auf der Straße bekommt.

Die lokale Küche ist prinzipiell sehr lecker. Obwohl sie relativ deftig ist, wird gar nicht einmal so viel Wert auf Fleisch gelegt. Vielmehr wird sehr herzhaft gewürzt und auch enorm viel Käse verwendet. Auch Kräuter werden zahlreich verwendet, da diese sich auch durch ein artenreiches Vorkommen in der Natur auszeichnen. Bei unserem Aufenthalt in Mazeri und Mestia wurde zum Beispiel immer georgisch für uns gekocht und anschließend sehr lecker aufgetafelt.

Typisch georgisches Essen in Svaneti

Das so genannte Street Food in Georgien ist dem hingegen eher langweilig. Fast alle Snacks und schnelle Speisen bestehen aus Teig und irgendetwas darin Eingebackenem. Das wird auf die Dauer schnell öde.

Eine Mischform – was es sowohl an jeder Straßenecke gibt als auch oft im georgischen Hause – ist das Khachapuri. Dies ist zugleich auch das georgische Nationalgericht und eine Art Käsepizza. Einziger Unterschied zu einer klassischen Käsepizza: Tomaten(sauce) und Oregano werden weggelassen. Dass eine Kombination aus ausschließlich Teig und Käse dann nicht so der Brüller ist, könnt Ihr Euch wohl selbst vorstellen. Dennoch essen es die Georgier ziemlich häufig.

Khachapuri, das Nationalgericht von Georgien

Fazit

Das Nationalgericht Khachapuri dürfte aber wohl so ziemlich das Einzige sein, was mir an Georgien nicht gefallen hat (mit Abstrichen vielleicht noch Batumi sowie Gori). Die Vorschusslorbeeren, die ich dem Land aufgrund seiner Unberührtheit gegeben hatte, waren auch keinen Fall ungerechtfertigt. Die Reise hat Spaß gemacht und viele spannende Entdeckungen hervorgebracht – inklusive einzigartiger Momente wie die Wanderung zum Mount Ushba oder den (wenn auch Wolken verhangenen) Blick auf den Kazbek. Das Land ist vor allem etwas für Wanderfreunde, Abenteurer, Historiker und in Anbetracht seines sehr günstigen Preisniveaus auch für Backpacker. Wer für einen entspannten Urlaub eine vollständige und reibungslose touristische Infrastruktur benötigt, sollte mit seinem Besuch aber noch ein paar Jährchen warten – dann nämlich wird Georgien sicher deutlich frequentierter, dafür aber auch der ein oder andere Geheimtipp verschwunden sein.

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


4 Responses to Reisebericht Georgien

  1. Florian

    Das ist mal eine saftige Einführung in das Land und macht Lust auf einen Besuch.

  2. Chris (My Travelworld)

    Ja, langer Reisebericht … aber es gibt eben auch viel zu erzählen.
    Wenns bei dir nach Georgien geht, sag mal Bescheid – ich bin gespannt auf deine Berichte.

  3. Nina von Reiselieber

    Ich frage mich auch, warum Georgien noch nicht auf der touristischen Landkarte vertreten ist.
    Mal sehen wie lange es noch dauert, bis mehr Menschen mitbekommen wie toll es dort ist – dein Bericht ist ja schon ein guter Anfang. Ich war im September dort und bin immer noch total begeistert.

    • Chris (My Travelworld)

      Ich habe das Gefühl, dass Georgien in den letzten Monaten schon einen kleinen Aufschwung genommen hat. Als ich im Sommer 2014 nach Georgien reiste, war Oliver vom Weltreiseforum meines Wissens der einzige deutschsprachige Blogger, der bereits dort war und darüber geschrieben hatte. Mittlerweile gibt es schon deutlich mehr Reiseberichte über Georgien, u.a. von dir und auch von Reisezeilen, wenn ich mich richtig erinnere.
      Aber dennoch, ich gebe dir absolut Recht. Georgien liegt absolut noch unter dem Touristen-Radar. Und irgendwie ist das ja auch gut so … ;-)

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