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Mit dem Heißluftballon über den Inle Lake – Myanmar von ganz oben

Es war mein erstes Mal! Mein erstes Mal hob ich nur von Propan betrieben von der Erde ab und schwebte über den faszinierenden Inle Lake in Myanmar. Die Aussicht nach unten war umwerfend und der Blick nach oben in die große grüne Kugel bewundernd. Grund genug, Euch ein wenig mehr über meine erste Fahrt mit dem Heißluftballon zu erzählen und zu zeigen.

Reisezeitraum: November 2014
Geschrieben: Dezember 2014
Veröffentlicht: Dezember 2014

>> Zu allen Informationen und Eindrücken rund um den Inle Lake
>> Zum Praxis-Guide Myanmar mit allen Informationen zu Einreise, Visum, Währungen etc.
>> Zum umfangreichen Reisebericht Myanmar

Schon der Auftakt zu diesem einmaligen Wintermorgen in Myanmar war erinnernswert – wenngleich nicht unbedingt in positiver Form. Aufstehen um 04:30, Abholung durch Oriental Ballooning an meinem Gästehaus „Nan Da Wunn“ um 05:00 und eine anschließende Bootsfahrt über den Inle Lake bei kalten 5 Grad. Mir als verweichlichten Karibik-Indianer half da auch mein gesamtes Kaltwetter-Equipment nicht weiter – es war einfach frostig kalt. Aber, was muss, das muss.
Zum Glück lagen auf dem Boot für die rund halbstündige Fahrt zum Ballon-Startplatz wärmende Decken bereit, die Oriental Ballooning zur Verfügung gestellt hatte. Als kleine natürliche Entschädigung gab es allerdings das Morgengrauen über dem Inle Lake zu sehen, welches ich sonst sicher nie zu Gesicht bekommen hätte.

Der Inle Lake in Myanmar bei Sonnenaufgang

Nächste Wohltat für meinen eisgekühlten Körper war ein wärmender Tee. Auch auf dieses kleine Komfort-Detail inkl. dem zugehörigen Croissant hätte ich ungern verzichten wollen.

Die Vorbereitungen für die Heißluftballonfahrt

Zumal wir hiermit – wie Ihr an obigem Bild im Hintergrund bereits sehen könnt – auch bei der Hauptsache angelangt waren: am Start- und Aufbauplatz unseres Heißluftballons.

Die Vorbereitungen für die Heißluftballonfahrt

Bisher hatte ich mir noch nie Gedanken gemacht, wie solch ein Ballon eigentlich im Grundzustand aussieht und schließlich in die Lüfte kommt. Umso spannender war es hier, beim wärmenden Tee dem Treiben zuzuschauen. Dies bestand im Wesentlichen daraus, die riesige grüne Plane zunächst mit kalter Luft zu einem Ballon aufzublasen und anschließend mit warmer Luft ein wenig in die Vertikale zu bringen.

Die Vorbereitungen für die Heißluftballonfahrt

Die Vorbereitungen für die Heißluftballonfahrt

Die Vorbereitungen für die Heißluftballonfahrt

Nach kurzer Sicherheitseinweisung durch Kapitän Bill – Herr der Lüfte, ruhig wie ein Bär und erfahren wie ein Profi – ging es schließlich los, der lang erwartene Moment konnte folgen. Nach Kommando von Bill kletterten wir alle in den Korb hinein. Sobald die vielen fleißigen Helfer den Ballon losließen, hoben wir tatsächlich ab. Ganz sanft schwebten wir nach oben. Es fühlte sich alles so wahnsinnig kontrolliert und ruhig an, was ich zumindest für den Start nicht unbedingt erwartet hätte.

Mit dem Heißluftballon über den Inle Lake in Myanmar

Was nun folgte, war ganz viel Genuss. Ich bin ja ohnehin ein Fan des Fliegens (auch wenn ein Heißluftballon im Deutschen offiziell „fährt“) und der Aussicht von oben (deswegen auch meine unzähligen Flugberichte), doch die Welt unter sich vorbeiziehen zu sehen und dabei den Fahrtwind im Gesicht zu spüren, ist noch einmal ein ganz anderes Erlebnis. Wenn sich dazu dann noch der Sonnenaufgang am Inle Lake gesellt, kann es eigentlich kaum perfekter sein.

Mit dem Heißluftballon über den Inle Lake in Myanmar

Mit dem Heißluftballon über den Inle Lake in Myanmar

Mit dem Heißluftballon über den Inle Lake in Myanmar

Aber auch mit der schließlich hell erleuchteten Sonne gab es allerlei tolle Aussichten auf die Gegend rund um den Inle Lake. Zum Einen ist dies natürlich der See selber, desses komplettes Ausmaß auch aus dem Heißluftballon kaum zu überblicken ist.

Mit dem Heißluftballon über den Inle Lake in Myanmar

Mit dem Heißluftballon über den Inle Lake in Myanmar

Eine Besonderheit am Inle Lake sind die sogenannten Floating Villages – Dörfer, die lediglich per Wasser zu erreichen sind. Die Häuser sind auf Stelzen gebaut und innerhalb des Dorfes selbst gibt es nahezu unendliche Kanäle, die die Häuser untereinander und mit den Feldern verbinden. Während wir am Vortag solch ein Floating Village per Boot besuchten und hautnahe Eindrücke mitnehmen konnten, sehen diese aus der Luft wiederum ganz anders aus.

Mit dem Heißluftballon über den Inle Lake in Myanmar

Eines der Floating Villages am Inle Lake aus der Luft

Eines der Floating Villages am Inle Lake aus der Luft

Last bot not least ist der Inle Lake eingerahmt von allerlei Bergen – mit ein Grund, warum es abends, nachts und morgens hier so kalt ist. Auch diese konnten wir aus unserem Korb bestens begutachten und bei ausreichend Höhe sogar einen Blick auf die dahinter liegenden Bergketten werfen.

Der Inle Lake und die Berge - aus dieser Perspektive nur mit Oriental Ballooning erlebbar

Der Inle Lake und die Berge - aus dieser Perspektive nur mit Oriental Ballooning erlebbar

Doch während der Fahrt gab es nicht nur spannende Ausblicke zu erleben, sondern auch jede Menge Interessantes zu lernen. So hatte ich mir bisher wie schon geschrieben noch nie Gedanken über die Funktionsweise eines Heißluftballons gemacht. Dank Kapitän Bill, der während der Fahrt immer wieder geduldig Erklärungen gab, bin ich nun ein wenig schlauer.

Captain Bill bei der Arbeit

Im Prinzip ist – zumindest die Theorie – es aber auch recht einfach. Dass der Ballon mittels des Propan und der daraus resultierenden Flamme mit warmer Luft steigt, dürfte allseits bekannt sein. Wohin der Ballon aber schließlich fliegt, ist reine Glücks- bzw. Windsache. Dieser kann bei jeder Ballonfahrt anders sein. Aus diesem Grund gingen wir zu Beginn der Fahrt zunächst auf unsere maximale Fahrhöhe von ca. 2.700 Metern (entspricht am Inle Lake rund 1.700 Meter über dem Grund), um die Windrichtungen in den verschiedenen Korridoren zu prüfen. Anschließend konnte Bill ungefähr einschätzen, wohin die Reise gehen wird.

Der Heißluftballon von Oriental Ballooning über dem Inle Lake

Sehr beeindruckend – vielleicht sogar das Beeindruckendste – war auch die Steuerbarkeit eines solchen Heißluftballons. Während wir ziemlich locker flockig auf besagte 2.700 Meter hoch gingen, ließ uns Bill auch am Gefühl teilhaben, kontrolliert (fast) den Boden zu berühren. Bis auf 1,5 Meter näherten wir uns dem See und es war aus Laiensicht eigentlich unglaublich, dass wir eben nicht im Wasser landeten, sondern im richtigen Moment wieder nach oben zogen.

Selbiges Spiel wiederholte sich auch bei der Landung. Beim Ausschau nach einem geeigneten Landeplatz navigierte uns Bill unglaublich präzise durch die reichhaltige Vegetation. Die Bäume konnten wir sogar so nahe passieren, dass ich aus dem Korb heraus hätte Äpfel pflücken können.

Vorbereiten zur Landung ...

Übrigens war während unserer Fahrt auch immer ein Rettungsboot mit dabei, welches bei sehr ungünstigem (oder gar keinem) Wind als Landungsplattform genutzt werden kann. Dieses Boot informierte unser Kapitän stets über unsere aktuelle Flugrichtung, sodass es schließlich brav folgen konnte.

Das Rettungsboot für den Heißluftballon ... just in case

Nach einem rund 85-minütigen Flug setzten wir mit unserem 4-Personen-Korb (quasi die Luxus-Variante der Ballonfahrten, andere Anbieter sind zum Teil mit 16 Personen unterwegs) wieder auf festem Grund auf. Es polterte etwas unter den Füßen, doch im Prinzip war es eine ruhige Landung. Bei starkem Wind kann der Korb auch einmal umkippen, weswegen stets bei Start und Landung die Sicherheitsposition einzunehmen ist.

Eine Heißluftballonfahrt über dem Inle Lake

Da wir in der Nähe eines Dorfes landeten, waren wir anschließend die große Attraktion der Einheimischen. Gerade da am Inle Lake erst seit wenigen Wochen gefahren wird und der Landeplatz bei jeder Fahrt variiert, haben die meisten der Einwohner wahrscheinlich noch nie solch einen riesigen und fauchenden Heißluftballon gesehen.

Eine Heißluftballonfahrt über dem Inle Lake

Beim regulären Preis von 420 US$ für diese Ballonfahrt war es dann leider etwas komisch und grotesk, inmitten dieser fast hundert Kinder und Familien zu stehen, die am Tag nicht viel mehr als ein paar Dollar zur Verfügung haben. Besonders in solchen Situationen werden die (Mis-)Verhältnisse des Geldes ziemlich extrem deutlich. Bevor man nun aber solche zugegebenermaßen Luxusangebote verurteilt, sollte man auch bedenken, dass alleine das Büro und der Betrieb von Oriental Ballooning am Inle Lake rund 20-25 burmesischen Menschen einen Arbeitsplatz gibt – zumindest temporär, da nicht ganzjährig Ballonzeit ist.

Nach dieser in mehrerer Hinsicht beeindruckenden Landung, dem für Ballonfahrten obligatorischen Glas Champagner sowie einem kleinen durch Oriental Ballooning gereichten Snack ging es anschließend wieder zurück nach Nyaungshwe. Der Truck wartete bereits auf uns, schließlich wurde er während der Ballonfahrt oft von Kapitän Bill hin- und her navigiert. :-)

Damit war für mich ein sehr spannendes und neues Reise-Abenteuer zu Ende. Es war definitiv beeindruckend, den Inle Lake von oben zu sehen und höchstinteressant, den Ablauf einer Ballonfahrt mitzuerleben. Prinzipiell ist solch eine Heißluftballonfahrt also auf jeden Fall empfehlenswert, wenngleich man beim Preis von 420 US$ schon ein wenig schlucken muss. Dies gründet sich laut Aussage von Bill aber vor allem aufgrund der hohen Kosten, da nahezu alles nach Myanmar importiert werden muss sowie auf den hohen logistischen und personaltechnischen Aufwand, da es sich beim Inle Lake um ein sehr anspruchsvolles Flugggebiet handelt.

Eine Heißluftballonfahrt über den Inle Lake würde ich daher auch vor allem erfahrenen Ballonfahrern empfehlen, die nun mit Myanmar ein ganz besonderes Ziel suchen. Ebenfalls interessant ist solch eine Fahrt als Geschenk oder wer seine Myanmar-Reise mit einem höchst außergewöhnlichen Erlebnis veredeln möchte. Wer einfach nur einmal eine Tour mit einem Heißluftballon ausprobieren möchte, findet in anderen Ländern deutlich günstigere Angebote, zum Teil sogar für einen Viertel des Preises.

Übrigens war mit mir auch Bloggerkollege Thomas von Travelguide im Korb. Seinen Bericht über diese Ballonfahrt findet Ihr hier. Für ihn war es bereits seine zweite Tour in den Höhen von Myanmar, denn auch in Bagan ist er mit einem Ballon über die beeindruckenden Tempel geschwebt.

Die Heißluftballonfahrt über den Inle Lake kann direkt bei Oriental Ballooning gebucht werden. Meine Fahrt über den Inle Lake wurde von Oriental Ballooning unterstützt. Vielen Dank dafür! Der Bericht spiegelt (wie jeder Artikel hier bei My Travelworld) ausschließlich meine eigene subjektive Meinung wieder.

Ward Ihr schon einmal mit einem Heißluftballon in der Luft? Wie hat Euch die Fahrt gefallen?

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


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