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Flugbericht Eurowings – mit der Militärmaschine von Air Tanker nach Deutschland

Eurowings ist noch recht neu am deutschen Airlines-Himmel. Erst seit 2016 hebt die Lufthansa-Tochter zu diversen Zielen weltweit ab, wobei gerade aus den Anfangsmonaten die Verspätungen von mehr als 24 Stunden durch schlechtes Flottenmanagement unvergessen sind. Mittlerweile hat sich dies zwar gebessert und Eurowings hat sich einen guten Platz in der Billigflieger-Landschaft in Deutschland gesichert, aber Probleme gibt es nach wie vor. Von einigen davon berichte ich hier, u.a. davon, warum man bei einer Buchung der Premium Economy Class dennoch in der Economy Class landen kann. 

Reisezeitraum: März 2018
Geschrieben: Mai 2018
Veröffentlicht: Juli 2018

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Überblick Flugbericht Eurowings

  1. Die Tarifklassen bei der Eurowings-Langstrecke
  2. Der Wechsel von Premium Economy Class zu Economy Class bei Eurowings
  3. Der Langstrecken-Flug mit Eurowings in der Economy Class von Punta Cana nach Köln
  4. Die Flughafen-Lounge der Lufthansa in Köln-Bonn
  5. Der Kurzstrecken-Flug von Köln nach Berlin mit Eurowings im Best-Tarif
  6. Fazit

Die Tarifklassen bei der Eurowings-Langstrecke

Bevor es mit Eurowings auf die Reise geht, muss man sich für eine der Tarifklassen entscheiden. 
Der Basic-Tarif beinhaltet lediglich den Flug von A nach B inkl. Handgepäck und zubuchbaren Extraleistungen, der Smart-Tarif bietet zudem Gepäck, Sitzplatzreservierung und gastronomischen Service an Bord während es im in der Regel relativ teuren Best-Tarif, eine Art Premium Economy Class bei Eurowings, zusätzlich Beinfreiheit, eine separate Kabine, erleseneres á-la-carte Essen, Lounge-Zugang, großzügige Meilenvergabe (wobei dies mit der Umstellung bei Miles & More auf umsatzbasierte Prämienmeilen nur noch bedingt der Fall ist) und viele weitere Leistungen inklusive gibt. Seit neuesten hat Eurowings auf einigen Langstrecken auch eine echte Business Class, die so genannte bizclass, im Angebot.

Das Tarifsystem von Eurowings für Langstreckenflüge

Wer eine Lösung zwischen dem Smart- und dem Best-Tarif sucht, kann sich auch für den Smart-Tarif entscheiden und einen Platz mit zusätzlicher Beinfreiheit buchen. 

Da zu meinem Buchungszeitpunkt der Preis für den Best-Tarif nur bei knapp 150 USD zusätzlich zum Smart-Tarif lag und ich ohnehin zusätzliche Beinfreiheit suchte, buchte ich diese Premium Economy ähnliche Klasse für den Flug von Punta Cana nach Köln und weiter nach Berlin. 

Wie auch bei anderen ähnlichen Klassen, zum Beispiel der Premium Economy Class von Condor, gilt auch hier bei Eurowings, dass es immer auf den Preisunterschied ankommt (der zum Teil stark schwankt), ob sich der Aufpreis lohnt. Je nach persönlichen Präferenzen würde ich einen Aufpreis von rund 100 bis maximal 200 Euro als angemessen empfinden, zumal rein auf dem Papier der Best-Tarif ein wenig über der Premium Economy Class von Condor einzuordnen ist. 

Der Wechsel von Premium Economy Class zu Economy Class bei Eurowings

Doch warum schreibe ich „auf dem Papier“, denn eigentlich sollte ich ja in der Lage sein, beide Tarife zu vergleichen. Daraus wurde leider nichts, denn einige Wochen vor Abreise tauschte Eurowings das Fluggerät und die ausführende Fluggesellschaft. Statt einem Airbus A330 von SunExpress sollte nun ein Airbus Voyager von AirTanker fliegen, eine für zivile Zwecke umgebaute Militärmaschine der britischen AirForce. Problem dabei: das AirTanker-Flugzeug fliegt in einer reinen Economy-Konfiguration, alle Passagiere fliegen also in der selben Klasse und den Best-Tarif bzw. die Premium Economy Class gibt es somit nicht. 

Bei kurzfristigen Änderungen im Tagesgeschäft kann das ja durchaus mal passieren (zum Beispiel wenn eine Maschine ausfällt und kurzfristig ersetzt werden muss), doch bereits bestehende Buchungen so mehrere Wochen vor Abreisen downzugraden, ist schon eine deutlich profit- und nicht kundenorientierte Maßnahme. Noch schlimmer ist es, dass Eurowings darüber nicht einmal informiert, sondern einfach den Sitzplatz rausstreicht. Hätte ich also nicht zufällig eine Woche vor Abreise meine Buchung geprüft und mir dann telefonisch zumindest einen Sitzplatz am Notausgang gesichert, hätte ich wohl erst beim Check-In von dem
Downgrade in die Economy Class erfahren und wäre vielleicht sogar noch auf einem Mittelsitz gelandet. Immerhin, den Notausgangsplatz gab es dann zumindest kostenlos und ohne Probleme. 

Blick in die Maschine von Air Tanker

Natürlich steht mir durch das Downgrade nun auch noch eine teilweise Rückerstattung zu. Laut Eurowings-Hotline sollte dies kein Problem sein, doch Airlines sind ja bekanntlich sehr kreativ, wenn es darum geht, den Kunden hinzuhalten oder nicht zu zahlen. Ich werde hier berichten und updaten, wie sich Eurowings in diesem Fall verhält. 

UPDATE (Juli 2018): Die Erstattung seitens Eurowings war in der Tat kein Problem. Nachdem ich nach dem Flug einen entsprechenden formlosen Antrag via E-Mail auf Erstattung von 75% des Flugpreises (ohne Steuern, ohne Kerosinzuschlag) gestellt habe, wurde diesem stattgegeben und mir rund 6 Wochen später rund 280 € überwiesen. Zu beachten ist, dass ich die 75% aus dem mehr oder weniger gesetzlichen Anspruch bei einem Downgrade von Business Class auf Economy Class einfach auf die Premium Economy Class angewandt habe – entsprechende Urteile oder Richtlinien für die ja immer noch relativ neue Premium Economy Class gab es nämlich so gut wie keine. Insgesamt also eine sehr faire und akzeptable Abwicklung seitens Eurowings, sodass man dem nicht gerade professionellem Handling im Vorfeld nachsehen kann.

Der Langstrecken-Flug mit Eurowings in der Economy Class von Punta Cana nach Köln

Aus diesem Grund ging es nun also für mich in der Economy Class von Eurowings über den Teich von Punta Cana nach Köln. Immerhin, die Sitze in der AirTanker-Maschine waren nicht die engsten und am Notausgang ließ es sich in der Tat relativ gut aushalten. 

Dies war es dann aber auch schon alles an positiven Dingen bei diesem Eurowings-Flug. Zwar merkte man dem Spezial-Airbus nicht unbedingt an, dass es sich um eine Militärmaschine handelte, dem Equipment aber schon. Bildschirme in den Sitzen waren Fehlanzeige, ebenso wie ein Entertainment-Programm generell. Kein Film, keine Show, kein gar nix. Das einzige Entertainment-Programm waren die britischen Flugbegleiter, die mit fiesestem UK-Dialekt versuchten, sich mit den deutschen Urlaubern zu unterhalten. Das dies zum Scheitern verurteilt ist, dürfte klar sein, vor allem da sich die recht unverständnisvolle Crew auch keinen Deut bemühte, zumindest ein halbwegs verständliches und klares Englisch zu sprechen. 

Weiter ging das Air Tanker-Eurowings-Grauen beim Essen. Anstatt des zumindest recht akzeptablen Eurowings-Bistro gab es nur ein kaum genießbares und fades Standard-Essen, was mit Economy Class schon zu viel gelobt wäre. Das Essen bestand lediglich aus einer langweiligen Pasta, Brot und Joghurt – keine Vorspeise, kein Salat und auch kein richtiger Nachtisch. Auch das Frühstück versprach keinerlei Besserung. Zwar war der Geschmack hier deutlich besser, aber den Snack der Kurzstrecke als Langstrecken-Mahlzeit zu servieren, grenzt auch schon an Beleidigung gegenüber den Kunden. 

Dürftiges Essen auf der Langstrecke bei Eurowings in der Economy Class

Dürftiges Essen auf der Langstrecke bei Eurowings in der Economy Class

Last but not least ging das Trauerspiel auch in der Flug-Organisation weiter. Eine Verspätung ist absolut kein Problem, allerdings muss diese auch kommuniziert werden. Wenn der Abflug 20:40 ist, die neue Flugzeit schließlich verspätet um 21:55 angeschrieben wird, um 22:10 aber noch nicht mal das Boarding begonnen hat und auch keiner informiert ist, dann läuft am Boden irgendetwas falsch. 

Verspätung beim Flug mit Eurowings von Punta Cana nach Köln-Bonn

Die Flughafen-Lounge der Lufthansa in Köln-Bonn

Immerhin, auf der anschließenden Kurzstrecke von Köln nach Berlin-Tegel lief es besser – schlechter konnte es ja auch nicht mehr kommen. Zunächst berechtigte der gebuchte (wenn auch sonst nicht erfüllte) Best-Tarif zum Zugang zur Lufthansa-Lounge am Flughafen Köln-Bonn. Als nur seltener Lounge-Gast bin ich sicher kein Experte auf diesem Gebiet, aber unter meinen insgesamt 5 bisher besuchten Flughafen-Lounges (Düsseldorf, Köln, Orlando, Mexico und Santo Domingo) würde sie wohl nur den vorletzten Platz einnehmen. Das Essen war mit dem berühmt berüchtigten Kartoffelsalat, einem frischen Salat, zwei verschiedenen Suppen und etwas Beiwerk für mich ganz in Ordnung. Nach dem „Fraß“ auf der Eurowings Langstrecke kam dieses deutlich schmackhaftere Lounge-Essen aber sehr gelegen. Bei den angebotenen Getränken bewegte sich das Angebot in der unteren Mittelklasse. Es gab eine reichliche Auswahl, wobei nichts wirklich leckeres dabei war, was mich unbedingt animiert hätte. 

Blick in die Business Lounge und Senator Lounge von Lufthansa am Flughafen Köln-Bonn

Blick in die Business Lounge und Senator Lounge von Lufthansa am Flughafen Köln-Bonn

Mehr schlecht als recht war aber die Atmosphäre der Flughafen-Lounge in Köln-Bonn. Trocken, ungemütlich und ohne Charme trifft es wohl am meisten. Ein Krankenhaus würde dieser VIP-Lounge sicher noch (fast) Konkurrenz machen. 

Blick in die Business Lounge und Senator Lounge von Lufthansa am Flughafen Köln-Bonn

Der Kurzstrecken-Flug von Köln nach Berlin mit Eurowings im Best-Tarif

Für das letzte Stück ging es schließlich mit Eurowings von Köln-Bonn nach Berlin-Tegel. Im Gegensatz zur vorherigen Langstrecke von Punta Cana bekam ich hier auch meinen gebuchten Best-Tarif, was einen freien Nebensitz und freie Auswahl aus der Bistrokarte erlaubt. Gerade letzteres ist doch ganz nett, gibt es hier doch immerhin leckere Sandwiches mit getrockneten Tomaten, kreative Salate oder spannende Sushiplatten. Auch getränketechnisch konnte ich mich mit einem Mango-Smoothie sowie einem neuartigen und zuckerfreien Lifestyle-Getränk nicht beschweren. 

Verpflegung im Best-Tarif bei Eurowings auf der Kurzstrecke von Köln-Bonn nach Berlin-Tegel

Somit ließ es sich an Bord definitiv aushalten – ein Traum, wenn das schon so ab Punta Cana geklappt hätte. Einen weiteren Vorteil des Best-Tarifs gibt es ebenfalls noch – eine recht gute Meilenausbeute. Der Flug von Punta Cana via Köln-Bonn nach Berlin-Tegel brachte mir so knappe 8000 Meilen ein, ein ziemlich respektabler Wert für einen Flugpreis von rund 500 Euro. Leider hat Lufthansa und somit auch Eurowings in der Zwischenzeit das System geändert, sodass es Meilen nur noch umsatzbasiert gibt. Das heißt, dass ich bei einer ähnlichen Buchung zum derzeitigen Zeitpunkt nur noch rund 2000 statt 8000 Miles&More-Meilen bekommen würde. 

Fazit

Das Fazit zu Eurowings fällt natürlich recht mäßig aus. Wenn Premium Economy mit besonderen Services versprochen wird und dann nur Economy Class geliefert wird, ist das natürlich einfach unbefriedigend. Auch die Abwicklung am Boden war eines echten Billigfliegers „würdig“, genauso wie die schon fast grotesk anmutende Militärmaschine von AirTanker inkl. Crew und ihrer „britischen Freundlichkeit“. Jegliche Anzeichen von Ironie in diesem Satz sind rein zufällig. Allerdings muss man Eurowings die sehr gute Abwicklung im Nachhinein und die unkomplizierte Erstattung zu Gute halten. 
Dabei könnte Eurowings eigentlich solch ein gutes Premium Economy-Produkt anbieten. Das Produkt und die gebotenen Leistungen sind sehr attraktiv und wenn der Preis stimmt und keine astronomischen vierstelligen Höhen für einen one-way erreicht, kann ich den Best-Tarif bei Eurowings nur empfehlen. Dies gilt allerdings nur, wenn dann auch genau jene Kabinenklasse vorhanden ist. Da dies bei Eurowings aufgrund der eingesetzten Flugzeuge von anderen Fluggesellschaften öfter nicht der Fall sein kann, sollte man sich in Bezug auf die Premium Economy Class lieber eine andere Fluggesellschaft suchen – vor allem diejenigen, die dann auch unbedingt in der gebuchten Klasse fliegen wollen … 

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


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