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Wanderung zum Pico Duarte – der höchste Berg der Karibik

Seit rund 6 Jahren lebe ich nun schon in der Karibik und bin in dieser Zeit zum echten Wanderfreund gereift. Da ist es nur folgerichtig, dass ich nun endlich auch den höchsten Berg der Karibik in Angriff nahm, den Pico Duarte. Stattliche 3.098 Meter ragt er in die Höhe und ist daher nur in mindestens 2 Tagen zu erreichen. Eine spannende Abwechslung ist also garantiert, denn statt Strand und 30 Grad warten hier endlose Berge und ziemlich kühle Temperaturen. 

Reisezeitraum: Januar 2018
Geschrieben: Januar 2018
Veröffentlicht: Mai 2018

>> Zur Übersicht über die Dominikanische Republik
>> Zum Reisebericht über die Cordillera Central mit Jarabacoa
>> Zur Übersichtsseite, Wandern in der Dominikanischen Republik
>> Zur Wanderung zum höchsten Wasserfall der Karibik, den Salto de la Jalda

Überblick Wanderung Pico Duarte

  1. Informationen zum Pico Duarte – was, wo, wann und wie?
  2. Privattour oder Gruppentour?
  3. Organisation und Vorbereitung für eine Tour zum Pico Duarte
  4. Die Wanderung zum Pico Duarte
  5. Fazit

Informationen zum Pico Duarte – was, wo, wann und wie?

Der Pico Duarte ist mit 3.098 Metern der höchste Berg der Dominikanischen Republik und zugleich auch der gesamten Karibik. Er befindet sich ungefähr im Zentrum der Hispaniola-Halbinsel und ist über 5 verschiedene Routen erreichbar: Constanza, Padre Las Casas, San Juan, Mata Grande und La Cienaga. Die kürzeste und daher populärste Route ist jene von La Cienaga, rund 45 Minuten von Jarabacoa entfernt. Dieser Aufstieg von Osten ist 23 Kilometer lang bei gleichzeitig rund 2000 Höhenmetern, wofür hin und zurück rund 2-3 Tage benötigt werden. 
Die Hauptsaison für eine Wanderung zum Pico Duarte sind die trockeneren Monate von Januar bis April, wobei es an den beiden verlängerten Wochenenden im Januar (um den 6. Januar und um den 29. Januar) einen riesigen Andrang von bis zu 500 Personen am Tag gibt – diese beiden Wochenenden sollten also vermieden werden. 

Privattour oder Gruppentour?

Wer auf den Pico Duarte möchte, muss sich zunächst einmal entscheiden – soll es eine Privattour sein oder eine Gruppentour? Eine Besteigung auf eigene Faust ist zwar möglich, ein Guide vom Nationalpark ist aber dennoch vorgeschrieben.

Eine Gruppentour hat logischerweise den Vorteil, dass sie deutlich preisgünstiger ist, dafür muss man sich aber mit den Terminen sowie auch dem kompletten Ablauf (Lauftempo, Aufsteh- und Essenszeiten etc. ) nach der Gruppe bzw. dem Veranstalter richten. Die Gruppen bestehen meist aus überwiegend Einheimischen, denn auch Dominikaner wollen ihr Land und den höchsten Berg der Dominikanischen Republik kennenlernen. 
 
Bei einer Privattour ist man natürlich viel flexibler, muss aber bei 2 Personen mit dem rund dreifachen Preis einer Gruppentour rechnen. 

Man kann auch selbst organisiert auf den Pico Duarte laufen, sprich man organisiert sich Guide, Essen und das komplette Equipment selbst. Das erfordert aber einiges an Organisation und ist für Touristen nicht empfehlenswert. 

My Travelworld Info-Box: Anbieter
Für Touren zum Pico Duarte könnt Ihr einmal die Termine und Angebote der folgenden 3 Anbieter prüfen:
Guias de Altura (mit dieser Agentur war ich auf dem Pico Duarte)
Rancho Baiguate
EcoTurismo Constanza
Gerade rund um die langen Wochenenden gibt es noch viele weitere vor allem dominikanische Anbieter, die 3- oder 4-Tagestouren zum Pico Duarte ab/bis Santo Domingo anbieten.

Organisation und Vorbereitung für eine Tour zum Pico Duarte

Die konkreten Erfordernisse, was man im Vorfeld beachten und einpacken sollte, hängt natürlich von der jeweils gebuchten Tour und den Inklusivleistungen ab. Auf jeden Fall sollte man sich aber auf kalte Temperaturen und wechselhaftes Wetter gefasst machen. So finden die Zwischenübernachtungen zum Beispiel auf einer Höhe von 2450 Metern statt, wo es gerade nachts fast immer einstellige Temperaturen hat. Aufgrund des Windes und der Kälte sind auch leichte Handschuhe und Mütze empfehlenswert. 
Ebenso sind Regencape und Sonnenschutz unverzichtbar. Auch Snacks (vor allem Vitamine und Energie) sollte man ausreichend mitnehmen, denn das in den Touren inkludierte Essen ist meist recht einfach. 

Wer bisher wenig gewandert ist, sollte vielleicht ein oder zwei Probetouren machen. Zwar ist die Tour rein von der Wegbeschaffenheit nicht allzu schwierig, aber die andauernden Steigungen können zumindest an der Substanz zehren. 

Für Handy und Kamera kann auch eine Ersatzbatterie bzw. eine Powerbank nicht schaden. Zwar gibt es im Zwischencamp in La Comparticion Strom, doch dieser kann auch mal ausfallen bzw. können die beiden Steckdosen lange Zeit belegt sein, wenn sich gerade eine Gruppe oben befindet. 

Eine der zahlreichen Schutzhütten auf dem Weg zum Pico Duarte

Die Wanderung zum Pico Duarte

Nach den Vor-Infos kann es jetzt mit der eigentlichen Wanderung auf den Pico Duarte weitergehen. Wie schon angedeutet, ist diese technisch absolut nicht schwierig und findet ausschließlich auf Waldwegen unterschiedlichster Ausprägung mit gelegentlichen Unebenheiten wie Wurzeln oder großen Steinen sowie natürlich viel Schlamm statt. Beeindruckend ist auch die extrem gute Ausschilderung (wäre das überall im Land so wäre die Dominikanische Republik ein Wanderparadies) sowie die Schutzhütten, die alle sehr gut in Schuss sind. 

Die meisten der Touren ab La Cienaga sind in 3 Tage gestaffelt. 
Tag 1: La Cienaga – La Compartición (18 Kilometer – ca. 8-10
Stunden)
Tag 2: La Compartición – Pico Duarte – La Compartición (10 Kilometer – ca. 3-4 Stunden)
Tag 3: La Compartición – La Cienaga (18 Kilometer – ca. 6 Stunden)
Bei so genannten „Pico Express“ Touren werden die Tage 2 und 3 zusammengelegt, was mit dann 28 Kilometern und mehr als 2000 Höhenmetern absteigend und rund 1000 Höhenmetern aufsteigend aber sehr stressig ist. 

Die Strecke von La Cienaga zum Pico Duarte in der Übersicht

Die Strecke von La Cienaga zum Pico Duarte in der Übersicht

Die Tour zum Pico Duarte ist von La Cienaga aus in 8 Abschnitte unterteilt: La Cienaga – Los Tablones – Alto de La Cotorra – La Laguna – El Cruce – Aguita Fria – La Comparticion – Valle de Lilis – Pico Duarte. 
Bis auf den Abschnitt von Aguita Fria nach La Compartición sind alle Teilstücke ansteigend, wobei es bis nach Los Tablones sehr sanft bergauf geht, was perfekt zum Einlaufen geeignet ist. Der Weg ist stets einfach erkennbar und meist problemlos begehbar. 

Wanderung auf den Pico Duarte, den höchsten Berg der Dominikanischen Republik

Wanderung auf den Pico Duarte, den höchsten Berg der Dominikanischen Republik

Leider gibt es auf der Strecke relativ wenige „echte“ Aussichtspunkte, wobei dennoch ab und an der Blick auf das Tal frei ist – wenn denn das Wetter mitspielt, was bei meiner Tour auf den Pico Duarte leider nicht der Fall war. 

Einer der wenigen Ausblicke auf dem Weg zum Pico Duarte

Schön ist, dass es an zahlreichen Wegpunkten immer wieder Quellen und Frischwasser gibt, sodass stets für ausreichend Trinkwasser gesorgt ist. Eine Besonderheit stellt dabei Aguita Fria auf 2700 Metern Höhe dar, wo der Rio Yaque del Sur entspringt, der längste Fluss der Dominikanischen Republik.

Die Quelle des Rio Yaque del Sur in der Cordillera Central

Aguita Fria („kaltes Wässerchen“) besitzt zudem auch sein ganz eigenes Klima – Wolken, Nebel und eine frische feuchte Brise machen diesem Teil des Gebirges alle Ehren. 

Wanderung auf den Pico Duarte, den höchsten Berg der Dominikanischen Republik

Nach Aguita Fria geht es wieder ein Stück hinab in Richtung La
Compartición, quasi das Basis-Camp für den Aufstieg zum Pico Duarte. Hier befindet sich eine einfache Hütte mit Platz für rund 40 Personen sowie jede Menge Platz zum zelten. Von La Compartición sind es noch rund 5 Kilometer bis zum Pico Duarte. 

Das Base Camp La Comparticion auf dem Weg zum Pico Duarte

Das Base Camp La Comparticion auf dem Weg zum Pico Duarte

Der Schlussanstieg zum Pico Duarte ist im Vergleich zu den vorangegangenen Anstiegen verhältnismäßig human. Nach 23 Kilometern und über 2000 Höhenmetern war der Moment also gekommen, den höchsten Berg der Karibik zu erklimmen – leider ohne Aussicht, denn wie während der gesamten 3 Tage waren Wolken das alles beherrschende Klima. 

Der Gipfel, der Pico Duarte, das Dach der Karibik und höchster Berg der Dominikanischen Republik

Der Gipfel, der Pico Duarte, das Dach der Karibik und höchster Berg der Dominikanischen Republik

Aussicht vom Pico Duarte, das Dach der Karibik und höchster Berg der Dominikanischen Republik

Immerhin, die Wolken hatten auch einen Vorteil, denn so war das Laufen extrem angenehm. 2000 Höhenmeter bei karibischer Sonne hochklettern würde das ganze dann doch etwas erschweren. 

Der Rückweg auf selber Strecke war dann naturgemäß etwas langweiliger, doch immerhin hatte ich am Ende noch etwas Zeit bei Los Tablones auf Wasserfallsuche zu gehen. Dies ist ja ohnehin eines meiner Lieblingshobbies in der Dominikanischen Republik und ist in einem abgelegenen Nationalpark (der Pico Duarte und die gesamte Wegstrecke inkl. Umgebung gehören zum Parque Nacional Armando Bermudez) natürlich umso schöner. 

Hübsche Flussläufe im Parque Nacional Armando Bermudez in der Dominikanischen Republik

Hübsche Flussläufe im Parque Nacional Armando Bermudez in der Dominikanischen Republik

Fazit

Mit der Wanderung zum Pico Duarte konnte ich endlich einen lang gehegten Plan erfüllen, denn bereits seit 2 Jahren hatte ich diese Tour in Erwägung gezogen und ja auch jeweils in meinem Jahresrückblick erwähnt. Da ich mittlerweile auch bereits seit 6 Jahren in der Karibik wohne und seitdem zum Wander- und Bergfreund gereift bin, war es also eine logische Folge, dass ich den Pico Duarte besteigen wollte. Gerade als Großstadtbewohner eines chaotischen Santo Domingos ist solch eine 3-tägige Wanderung auch eine perfekte Möglichkeit, der Hektik und dem Dreck der Stadt zu entfliehen und sich „back to the basics“ in die Natur zu begeben. Die Ruhe, die Sauberkeit (keine Selbstverständlichkeit in der Dominikanischen Republik) und die Unberührtheit des Armando Bermudez Nationalparks waren einfach traumhaft. Schon alleine deswegen hat sich die Tour mehr als gelohnt. 
Auf der anderen Seite ist die Exkursion zum Pico Duarte sicher nicht die spektakulärste Mehrtageswanderung, die ich gemacht habe. Verglichen mit dem Salkantay Trek (5 Tage in Peru), dem Mount Rinjani (3 Tage in Indonesien), der Tour um den Inle Lake (2 Tage in Myanmar) oder dem Huayna Potosi (2,5 Tage in Bolivien) war es sogar die langweiligste. Aber, das war mir im Prinzip vorher bekannt und daher kein Beinbruch, auch wenn natürlich eine Aussicht vom Gipfel eine willkommene Krönung gewesen wäre. 
Aus diesem Grund kann ich die Wanderung zum Pico Duarte vor allem für Wander- und/oder Karibik-Enthusiasten empfehlen, denn der Unterschied zum sonstigen 30-Grad-Strand-und-Sonne-Leben der Dominikanischen Republik ist schon höchst interessant. Wer jedoch ohnehin nur sehr begrenzt Zeit hat und vielleicht zum ersten Mal die Karibik oder die Dominikanische Republik bereist, kann sich lieber auf die vielen anderen Highlights des Landes konzentrieren und vielleicht nur eine der spannenden Tages- oder Halbtageswanderungen unternehmen, wie zum Beispiel zum Salto de la Jalda, auf den Mogote oder zum Salto El Limón.

Ward Ihr schon einmal auf dem Pico Duarte? Oder habt Ihr eine Besteigung vor? Lasst mir all Eure Fragen und Erfahrungen zum höchsten Berg der Karibik da.

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


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