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Salto de La Jalda – der höchste Wasserfall der Karibik

Wer nach dem höchsten Wasserfall der Dominikanischen Republik fragt, bekommt für gewöhnlich den Salto de Aguas Blancas als Antwort. Irgendwo auch logisch, denn in der Cordillera Central gibt es bis zu 3000 Meter hohe Berge und entsprechend hohe Felsen, an denen das Wasser hinunterstürzen kann. Doch weit gefehlt! In der Nähe der kleinen Bergkette von Miches gibt es den Wasserfall Salto de La Jalda, der völlig unberührt von jeglichen touristischen Aktivitäten des Landes sein Dasein fristet und absolut unbekannt, ja sogar nahezu unentdeckt ist. Umso spannender war es also für mich, diesen Wasserfall zu erkunden und hier quasi den ersten Reisebericht im Internet über den Salto de La Jalda überhaupt zu veröffentlichen.

Reisezeitraum: Mai 2016
Geschrieben: Juli 2016
Veröffentlicht: August 2016

>> Zur Übersicht über die Dominikanische Republik
>> Zur Wanderung vom Montaña Isabel de Torres in Cabarete
>> Zur Wanderung zum Mogote, dem Hausberg von Jarabacoa

Es ist wohl ziemlich selten in unserer globalisierten und vernetzten Welt, dass es über einen sehenswerten Ort so wenig Informationen gibt wie über den Salto de la Jalda. Bei Tripadvisor ist der höchste Wasserfall der Dominikanischen Republik nicht gelistet, Google bringt nur eine Hand voll spanischsprachige Zeitungs-Artikel aus den dominikanischen News und organisierte Ausflüge sind mit Ausnahme von Helikopter-Touren nicht existent. Kurzum, der höchste Wasserfall der Karibik ist schlichtweg nicht auf dem Tourismus-Radar. Es ist müßig darüber zu spekulieren, warum dies so ist. Die Abgelegenheit im Dschungel mit mehr als 2 Stunden Fußmarsch zum nächsten Dorf könnte ein Grund sein, die scheinbar erst kürzliche Entdeckung (oder zumindest Publizierung) dieses Juwels ein anderer.

Was? Wanderung zum Salto de la Jalda, dem höchsten Wasserfall der Karibik
Wo? Magua, Provinz Hato Mayor, Dominikanische Republik
Geöffnet? täglich bei Tageslicht
Preis? kostenlos, lokaler Guide eventuell zwischen 750 und 1000 DOP
Dauer? ab 5 Stunden
Länge? ab 14 Kilometer return (Weg-Varianten siehe unten)
Bewertung 10/10

 

Sei es drum, für mich war es ein gefundenes „Fressen“, denn nur zu sehr liebe ich die unberührte Natur. Deswegen machte ich mich an einem frühen Samstagmorgen von meiner Unterkunft in Miches auf, um den Salto de la Jalda zu erkunden. Dieser befindet sich in den nahezu unentdeckten Bergregionen zwischen den Städten Miches, Sabana de la Mar, El Seybo und Hato Mayor, wobei sich der Einstieg in das Tal des La Jalda im Örtchen Magua zwischen Sabana de la Mar und Miches befindet. Der Weg von dort, direkt am Fluss Rio Magua startend, führt zunächst rund 4 Kilometer durch das spärlich besiedelte Dorf. Wer nicht laufen möchte, kann diese Strecke auch noch mit einem Motorrad-Taxi (Motoconcho) fahren.

Das kleine Örtchen Magua zwischen Miches und Sabana de la Mar

Um den Start des unmarkierten Weges zu finden, muss man unbedingt im Dorf fragen oder gleich komplett mit Guide die Tour unternehmen, ansonsten passiert das, was mir passiert ist: eine 5 Kilometer lange und aufgrund der Steigungen anstrengende Extra-Runde, was bei einer Gesamtlänge der Wanderung von mindestens 14 Kilometern (bzw. 22 Kilometer ab/bis Hauptstraße Miches/Sabana) nicht gerade ein Zuckerschlecken ist. Immerhin, dieser kleine „Umweg“ brachte mir tolle Aussichten und viele schöne Momente in der unberührten Natur – mit Ausnahme vom Wasserfall sogar die Schönsten.

Schlammpiste von Magua zum Salto de la Jalda

Tolle Ausblicke über die Nordkette bei Miches

Tolle Ausblicke über die Nordkette bei Miches

Traumhafte Idylle oberhalb von Magua und des Saldo de la Jalda

Traumhafte Idylle oberhalb von Magua und des Saldo de la Jalda

Traumhafte Idylle oberhalb von Magua und des Saldo de la Jalda

Aufgrund dieses ungeplanten Abstechers hatte ich nicht nur 5 Kilometer mehr in den Knochen, sondern schließlich auch echte Probleme, den eigentlichen Hauptweg (wie gesagt, komplett ohne Markierungen) zu finden. Fast wollte ich schon aufgeben, ehe ich nicht nur dieses Häuschen der Naturpark-Verwaltung fand, sondern wie es der Zufall wollte auch einen Dominikaner sowie eine Deutsche traf, die aus der selben Stadt und dem selben Jahrgang wie ich war und ebenfalls den Wasserfall besuchen wollte – im übrigen die einzigen Besucher (mit Ausnahme eines weiteren Pärchens) des Wasserfalls an diesem Tag, trotz Wochenende.

Auf dem Weg zum höchsten Wasserfall der Karibik, dem Salto de la Jalda

Nachdem ich hier schon fast umkehren wollte, war das Ziel nun ganz nahe, denn von dieser Schutzhütte des „Ministerio de Medio Ambiente“ ist der Wasserfall bereits sichtbar, wenngleich noch 3 Kilometer auf einem nun allerdings einfacher zu findenden Weg zu laufen sind.

Auf dem Weg zum höchsten Wasserfall der Karibik, dem Salto de la Jalda

Doch die Mühen lohnen sich, denn nach 2,5 Stunden ab „Dorfende“ (bzw. 3,5 Stunden ab Hauptstraße oder 6 Stunden inkl. meiner „Umleitung“) ist der Wasserfall Salto de la Jalda endlich greifbar. Er stürzt tosend aus über hundert Metern hinab, ist eingebettet in der grünsten aller grünen Szenerien, bildet ein kleines natürliches Becken zum Schwimmen und ist genau das, was man von einem derart abgelegenen und unbekannten Wasserfall erwartet. Einfach traumhaft!

Der höchste Wasserfall der Dominikanischen Republik und der Karibik, der Salto de la Jalda

Der höchste Wasserfall der Dominikanischen Republik und der Karibik, der Salto de la Jalda

Der Rückweg vom höchsten Wasserfall der Dominikanischen Republik ist dann schließlich unspektakulär, wenngleich aufgrund der vielen gelaufenen Kilometer durchaus anstrengend. Belohnen kann man sich aber schließlich mit einem kühlen Presidente-Bier an einem der Colmados, um die erlebten Eindrücke gebührend zu begießen.

My Travelworld Info-Box
Je nach Variante sind die Wegstrecken unterschiedlich lang:
– Dorf Magua (Haltestelle des Guaguas, Carreterra Miches – Sabana de la Mar) – Salto de la Jalda: 11 Kilometer one-way (ca. 3 Stunden ohne Pausen)
– Dorf Magua (Ende des Dorfes und der mit einem Motorrad-Taxi fahrbaren Strecke) – Salto de la Jalda: 7 Kilometer one-way (ca. 2 Stunden ohne Pausen)
– Umweg über die Hügel mit Blick auf das Tal des Rio Magua: zusätzliche 5 Kilometer one-way (ca. 1,5 Stunden zusätzlich)

Mit der Rückkehr nach Magua und schließlich Miches hatte ich eine der spannendsten Attraktionen der Dominikanischen Republik erkundet. Spannend zum Einen, weil der Salto de la Jalda kaum bekannt, absolut unberührt und von traumhafter Natur umgeben ist. Zum Anderen ist der Wasserfall aber auch einfach beeindruckend und ein Bad im kühlen natürlichen Pool nach schweißtreibender Wanderung ein mehr als herrliches Gefühl. Zudem ist die Tour an sich sehr attraktiv und bisher eine der attraktivsten Wanderungen, die ich in der Dominikanischen Republik unternommen habe, wenngleich sie ohne Guide aufgrund der unklaren Wegführung recht schwierig war und ich sie daher eigentlich nur mit fachkundiger Begleitung weiterempfehlen kann. Gerade mit dem touristischen Ausbau der Region rund um Miches bin ich mir sicher, dass der Saldo de la Jalda in 10 oder 20 Jahren eine ganz andere Berühmtheit erlangen und die Tour in nächster Zeit deutlich bekannter werden wird. Umso glücklicher bin ich, dieses Juwel jetzt in diesem frühen Stadium entdeckt zu haben.

Wollt Ihr mehr über die Region rund um Miches wissen und sucht weitere Informationen zum Salto de la Jalda? Dann könnt Ihr auch auf Connys Reiseblog „Andarina vom Dienst“ vorbeischauen und die Wanderung aus Ihrer Perspektive lesen (~)- sie hatte ich nämlich zufällig auf dem Weg zum Salto de la Jalda getroffen.

Welche beeindruckenden Wasserfälle habt Ihr bereits in der Karibik gesehen? Teilt Eure Geheimtipps und lasst einen Kommentar da!

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


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