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Co-Working in Tarifa – ein Erfahrungsbericht im Winter

Es war mein erstes richtiges Co-Working-Experience. Eine Woche verbrachte ich in Tarifa, um dort gemütlich zu arbeiten und die Umgebung zu erkunden – allerdings im Winter. Während es von Erfahrungsberichten über Tarifa im Sommer in den verschiedenen einschlägigen Blogs nur so wimmelt, sieht das für die etwas kältere Jahreszeit schon ein wenig anders aus. Aus diesem Grund möchte ich hier ein wenig über meine Co-Working-Zeit im Dezember in Tarifa schreiben, um Digitalen Nomaden auch für diese Zeit einen kleinen Anhaltspunkt zu geben, ob es sich überhaupt lohnt, zu dieser Zeit nach Tarifa zu kommen.

Reisezeitraum: Dezember 2017
Geschrieben: Dezember 2017
Veröffentlicht: Januar 2018

>> Zum Reisebericht Andalusien I (2013)
>> Zum Reisebericht Anadalusien II (2017)
>> Zum Reisebericht Tarifa
>> Zum La Cocotera Boutique-Hostel & Coworking

Überblick Co-Working in Tarifa

  1. Warum Co-Working in Tarifa?
  2. Co-Working in Tarifa im Winter
  3. Co-Working Space des La Cocotera Hostel
  4. Tarifa und die Umgebung
  5. Fazit

Warum Co-Working in Tarifa?

Trotz meiner einjährigen Weltreise ist das Reisefieber bei mir nicht abgeschwächt – eher im Gegenteil, es zieht mich immer weiter in die Welt hinaus. Als derzeit Angestellter mit recht spannender Position suche ich daher nach neuen Wegen, auch über den Urlaub hinaus die verschiedenen Orte und Kulturen dieser Welt zu entdecken. In Zeiten der gefühlt immer mehr werdenden Digitalen Nomaden ist das ortsunabhängige Arbeiten auch für mich eine Option, die in Frage kommt – wenn auch mit Einschränkungen und nicht im Stile eines klassischen Selbstständigen, die sich zumeist in den Co-Working-Spaces dieser Welt tummeln.

Nachdem ich bereits in meiner Heimatstadt Dresden sowie in meiner Quasi-Zweitheimat Grenada „von unterwegs“ arbeitete – dort aber jeweils mit dem Bonus der vertrauten Umgebung und der damit wegfallenden Organisation – sollte Tarifa nun meine erste „richtige“ Co-Working-Destination werden. Die kleine Stadt im Süden von Andalusien scheint dafür wie gemacht zu sein. Dank der eben dort zahlreich verkehrenden Digitalen Nomaden gibt es verschiedene Co-Working Spaces und die entsprechende Infrastruktur, das Klima verspricht eine angenehme Mittelmeer-Luft und die Umgebung lädt zu einigen spannenden Erkundungen ein.

Blick auf die Costa de la Luz bei Tarifa im Süden von Spanien

Zudem ist es extrem praktisch, dass Mietwagen in Spanien und im speziellen in Andalusien in der Nebensaison praktisch umsonst sind. Rund 80 € zahlte ich für meinen Mietwagen für insgesamt 9 Tage, komplette Versicherung ohne Selbstbehalt bereits inklusive. Zudem gibt es in Tarifa mit dem „La Cocotera Boutique Hostel und Co-Working“ eine optimale Basis, die ich mir für meine dortige Woche auch gleich buchte.

Tarifa ist auch eine berühmte Kitesurf-Destination. Da ich diesem Sport selbst nicht nachgehe, wird dieses Thema hier im Artikel keine Rolle spielen.

Co-Working in Tarifa im Winter

Gespannt war ich also, was mich in Tarifa erwarten sollte. Die ersten Eindrücke waren schon einmal nicht schlecht: eine nette Altstadt, endloser Strand, tolle Landschaften – in dieser Kulisse lässt sich arbeiten.

Der kilometerlange Strand von Tarifa im Süden von Andalusien

Allerdings – es war ziemlich frisch. Durchschnittlich 15 bis 17 Grad kann Tarifa im Dezember und Januar in die Quecksilber-Säule zaubern. Wer dem deutschen Winter entflieht, für den mag dies durchaus gemütlich sein, doch als Temperaturen aus der Karibik gewohnter Reisender war dies schlichtweg zu kalt. Bedenken sollte man bei 15 Grad auch die beiden folgenden Punkte:
– in Tarifa und Umgebung weht oft eine sehr steife Meerbrise, die die Temperaturen auf eine gefühlte einstellige Gradzahl fallen lassen
– Tarifa ist wie auch andere spanische Städte nicht für kühlere Temperaturen ausgelegt, entsprechend gibt es selten eine Heizung.

Gerade der zweite Punkt war beim Arbeiten manchmal sehr unangenehm. Ohnehin verbrachte ich nahezu die komplette Woche mit genügend T-Shirts, Jacke und Winter-Anorak, aber selbst das war in einem unbeheizten Gebäude gelegentlich zu kalt.

Der Co-Working Space im La Cocotera Boutique Hostel in Tarifa

Die anderen winter-spezifischen Punkte waren weit weniger störend. Zum Einen ist Tarifa ziemlich leer, was angesichts (wohl) einfallender Massen im Sommer sehr angenehm ist. Zwar sind auch eine gute Anzahl an Geschäften, Restaurants und Bars im Winter geschlossen, angesichts des hohen Angebots ist dies aber nicht weiter schlimm. Dank der geringen Besucherzahl kann man so auch ganz ruhig durch die Altstadt oder den Strand schlendern und diese nahezu für sich allein genießen. Leider habe ich keinen Vergleich zum Sommer, doch mir wurde gesagt, dass im Winter rund 10.000 Touristen (monatlich?) Tarifa besuchen, während es im Sommer rund fünfmal so viele sind.

Ausblick auf die Stadt Tarifa vom La Cocotera Boutique Coworking Hostel

Dies hat auch zur Folge, dass im Winter weitaus weniger Digitale Nomaden Tarifa besuchen. Für viele dieser ist ja ein Vorteil des Co-Working, dass man sich mit Gleichgesinnten kreativ austauschen kann – dies fällt im Winter nahezu weg. Während meiner Woche im Co-Working Space des La Cocotera Hostel besuchte kein einziger Außer-Haus-Gast den Co-Working-Bereich und auch innerhalb des Hostels war lediglich ein weiterer Deutscher, der zumindest für ein paar Stündchen arbeitete. Immerhin, durch die Ausrichtung des La Cocotera auf Co-Worker und Digitale Nomaden gab es sehr stabiles und anständiges Internet und man wurde auch nicht schief angeschaut, wenn man 10 Stunden am Tag am Laptop saß.

Schlafräume im La Cocotera BoutiqueHostel und Coworking Space in Tarifa

Co-Working Space des La Cocotera Hostel

Somit hatte ich also das La Cocotera nahezu für mich alleine – auch wenn ich meistens den Gemeinschaftsbereich des Hostels statt des Co-Working-Space nutzte. Die Ausstattung dessen ist aber sehr ordentlich mit guten Schreibtischen, sehr bequemen Bürostühlen und auch Laptop-Abstelleinrichtungen. Es gibt einen Co-Working-Bereich im Erdgeschoss sowie einen neben der Terrasse, wobei letzterer im Winter aufgrund des kalten Windes eigentlich nicht nutzbar ist.

Der Co-Working Space im La Cocotera Boutique Hostel in Tarifa

Co-Working für außer Haus Gäste kostet im La Cocotera 10 € pro Tag oder 50 € pro Woche und inkludiert bereits genanntes sehr zuverlässiges Internet sowie Kaffee und Tee während des Tages. Hostel-Gäste bezahlen nur 5 € pro Tag, wobei im Winter gar nichts verlangt wird – auch das zeigt, dass die Monate rund um den Jahreswechsel eher Beiwerk sind und zur absoluten Nebensaison gehören.

Mehr zum La Cocotera Hostel findet Ihr auch in der seperaten Bewertung über die Unterkunft.

Tarifa und die Umgebung

Immerhin, eine Sache leidet nicht unter dem Winter und das ist die überaus spannende Umgebung. Schon in meinem Reisebericht Andalusien von vor 4 Jahren könnt Ihr sehen, wie faszinierend und regelrecht spektakulär diese Gegend ist (auch wenn wir damals nicht in Tarifa waren). Gerade wer sich einen Mietwagen nimmt und in Road-Trip-Manier durch Andalusien düst, wird aus dem Staunen kaum mehr herauskommen.

Die Straße zwischen Tarifa und Algeciras

In der näheren Umgebung locken vor allem das wunderschöne Cadiz, das überaus spannende Gibraltar sowie der nahe gelegene Geheimtipp Bolonia. Auch gibt es zahlreiche nahe gelegene Optionen für Wander- und Mountainbike-Touren, wobei ich auf letzteres aufgrund des starken Windes verzichtete.

Ausblick im Parque Natural del Estrecho auf Tarifa

Nicht zuletzt bietet auch Tarifa selbst Potential für einige spannende Stunden, denn es dauert ein wenig, bis man die sehr verwinkelte Altstadt durchschaut und erkundet hat. Zudem lockt der Strand mit der Möglichkeit von nahezu ewig langen Spaziergängen und im Sommer natürlich auch mit Badevergnügen.

Der tolle und breite Strand von Tarifa an der Costa de la Luz

Mehr zu den zahlreichen Freizeit-Möglichkeiten findet Ihr auch in meinem Reisebericht Tarifa.

Übrigens lockt auch das nahe gelegene Marokko mit einem Tages- oder Mehrtagesausflug. Tanger ist nur eine Stunde mit der Fähre entfernt.

Fazit

Die Frage, ob ich Tarifa als Ziel für Co-Working und Digitale Nomaden im Winter empfehlen kann, würde ich eher verneinen. Zum Einen empfand ich die Temperaturen zum regulären Arbeiten einfach als zu kalt (stellt Euch einfach ein Büro mit 15 Grad Raum-Temperatur vor), zum Anderen entfällt der für viele wichtige Austausch mit Gleichgesinnten – sowohl im Co-Working-Space als auch im Rahmen ähnlicher Events. Somit verliert Tarifa erheblich an Attraktivität, wenngleich die Idylle und Ruhe im Winter durchaus seinen Reiz hat.
Während im Sommer Tarifa wohl relativ überlaufen sein soll, sind wohl die besten Reise- als auch Co-Working-Zeiten der Frühjahr und der Herbst. Dann bietet sich hier ein sehr spannendes Gesamtpaket, was sicher mit den Digitale Nomaden-Hotspots dieser Welt mithalten kann.

Habt Ihr Tarife bereits besucht – was war Euer Eindruck? Oder seid Ihr Digitale Nomaden und sucht einen Co-Working-Space in Tarifa? Lasst mir auf jeden Fall einen Kommentar da!

About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


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