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Reisebericht Andalusien II

Reisebericht Andalusien II – Sevilla, Cádiz, Tarifa und die Sierra de Grazalema

Bereits vor 4 Jahren war ich absolut geflasht von Andalusien. Die Kombination aus historischen Städten, wunderschönen Panoramastraßen und atemberaubenden Landschaften hatte mich schon damals nachhaltig begeistert. Und auch diesmal hatte meine Tour, wenn auch unter komplett anderen Voraussetzungen, wieder eine Menge zu bieten. Angefangen im unnachahmlich schönen Sevilla und dem überraschend gemütlichen Cádiz über die kleine Enklave Tarifa mit seinen spannenden Ausflugsmöglichkeiten nach Gibraltar und Bolonia bishin zur schon während der letzten Reise absolut beeindruckenden Gebirgskette Sierra de Grazalema war auch diesmal wieder alles dabei, was Andalusien so einzigartig macht.

Reisezeitraum: Dezember 2017 / 9 Tage
Geschrieben: Januar 2018
Veröffentlicht: März 2018

>> Zum Reisebericht Andalusien I (2013)
>> Zu den Impressionen aus Cádiz, Gibraltar, Tarifa und Bolonia
>> Zur Übersicht der Reiseberichte
>> Zu Übersicht meiner Unterkünfte in Spanien

Überblick Reisebericht Andalusien II

  1. Reiseplanung und Anreise
  2. Sevilla: die Schönheit Andalusiens
  3. Auf den Traumstraßen Andalusiens durch die Sierra de Grazalema
  4. Cadiz: gemütliche Perle am Atlantik
  5. Punto del Buquerón: mysteriöse Orte am Playa de Camposoto
  6. Tarifa: Co-Working und Erkundungstouren
  7. Bolonia: Geheimtipp mit Ruine und Düne
  8. Algerciras: Sendero Rio de la Miel
  9. Gibraltar: beeindruckender Zwergstaat
  10. Zum Abschluss auf den Gipfel: El Reloj und der Semancon
  11. Fazit

Reiseplanung und Anreise

Wenn man die Chance hat, nach Andalusien zu reisen, sollte man nicht lange zögern. Auch aus diesem Grund war mein Flug nach Sevilla schnell gebucht – extrem günstig mit Ryanair übrigens. Generell ist die Fluganbindung Andalusiens exzellent, Sevilla, Malaga und Jerez bieten eine Reihe von sehr günstigen Direktflügen aus Deutschland. Die Flughäfen Almeria und Granada erreicht man aus dem nahe gelegenen Ausland oder mit Umstiegen.

Von Sevilla aus sollte es in Road-Trip Manier in Richtung Süden gehen. Da ich von meiner Reise von vor 4 Jahren noch die unglaubliche Schönheit der Gebirgslandschaften Andalusiens im Kopf hatte, wollte ich diese auch in diesem Jahr wieder mitnehmen, wenn ach selbstverständlich auf anderen Routen. Als Zwischenziel auf meinem Weg nach Tarifa bot sich Cádiz an, eine Stadt, die ich bisher noch nicht kannte.

Eine knappe Woche wollte ich schließlich in Tarifa verbringen, der südlichsten Stadt von Kontinental-Europa. Grund ist dessen Bekanntheit als Hochburg der Digitalen Nomaden. Auch ich wollte dort neben ein paar Erkundungen eine Woche die Co-Working-Angebote von Tarifa nutzen, weswegen ich direkt eine Woche blieb. Abstecher in die Umgebung waren natürlich geplant, u.a. auch nach Gibraltar.

Um eine Einwegmiete und die damit verbundenen Gebühren zu sparen, buchte ich auch meinen Rückflug wieder von Sevilla. Also ging es mit dem Mietwagen einmal wieder zurück durch die Berge – übrigens ohnehin die beste Fortbewegungsform in Andalusien. Wie schon vor 4 Jahren war eine Mietwagen-Buchung spottbillig, weniger als 100 € zahlte ich für 9 Tage inklusive kompletter Versicherung mit Null-Selbstbehalt. Andalusien konnte also kommen.

Sevilla: die Schönheit Andalusiens

Los ging es also in Sevilla. Die größte Stadt Andalusiens konnte in diesem Jahr sogar noch mehr Punkte sammeln als vor 4 Jahren. Während damals die Tapas nicht an jene aus Granada oder Cordoba herankamen, besuchte ich diesmal dank fachkundiger Begleitung (Danke nochmals!) einige richtig typische Geheimtipps der Tapas-Kultur in Sevilla – angefangen von der lokalen Eckkneipe bis hin zum chicen Tapas-Laden.

Typische Tapas in Sevilla - Wein und Oliven

Auch tagsüber war es ein Genuss, durch die Straßen von Sevilla zu laufen. Zunächst durfte natürlich der Plaza Espana nicht fehlen, für mich der schönste und prestigeträchtigste Platz der Stadt, auch wenn hier natürlich nicht das tägliche Leben stattfindet.

Der wunderschöne Plaza Espana in Sevilla

Der wunderschöne Plaza Espana in Sevilla

Anschließend ging es durch die hübsche Altstadt von Sevilla. Wie auch in anderen historischen Städten Spaniens kann man sich auch hier in den engen gassen herrlich verlieren und einfach treiben lassen. Genau dies machten wir auch in Sevilla und bekamen so einige sehr hübsche Motive vor die Linse, die dank extrem klarer Luft sich auch gut ablichten ließen.

Die hübsche Altstadt von Sevilla, der größten Stadt in Andalusien

Die hübsche Altstadt von Sevilla, der größten Stadt in Andalusien

Die hübsche Altstadt von Sevilla, der größten Stadt in Andalusien

Die hübsche Altstadt von Sevilla, der größten Stadt in Andalusien

Die hübsche Altstadt von Sevilla, der größten Stadt in Andalusien

My Travelworld Info-Box
Während Sevilla oft nur für seine bis zu über 40 Grad heißen Temperaturen im Sommer bekannt ist, kann es hier wie in ganz Andalusien auch richtig kalt werden. Im Dezember besuchte ich die Stadt bei rund 15 Grad mit einer recht frischen Brise – gefühlt also deutlich im einstelligen Bereich..

 

Auf den Traumstraßen Andalusiens durch die Sierra de Grazalema

Von Sevilla aus ging es weiter in Richtung Sierra de Grazalema, quasi dem Zentrum des südandalusischen Gebirge. Nahezu egal, wo Ihr von Sevilla aus nach Malaga, Ronda, Tarifa, Cadiz oder Jerez fahrt, an dieser tollen Gebirgsregion solltet Ihr unbedingt vorbei. Zentrale Orte sind Ubrique und Grazalema, doch auch die umliegenden Gegenden sind absolut traumhaft. Schon allein das Fahren macht hier aufgrund der fantastischen Aussichten richtig Spaß.

My Travelworld Tipp
Sowohl in der weiteren Umgebung von Sevilla als auch in Andalusien generell gibt es traumhafte Panoramastraßen, bei denen man am liebsten an jeder Ecke zum Foto machen anhalten möchte. Eine Übersicht über die schönsten Strecken findet Ihr in diesem Artikel über die 10 schönsten Straßen in Andalusien.

 

Wir steuerten zunächst das kleine Dörfchen Zahara de la Sierra an, eines der vielen weißen Dörfer in Andalusien.

Das kleine weiße Dorf Zahara de la Sierra in der Sierra de Grazalema

Die kleinen Gassen laden ein wenig zum Schlendern ein. Anhalten sollte man aber unbedingt am oberen Ausgang des Dorfes, wo es einen atemberaubenden Blick auf den Stausee Zahara-el Gastor gibt.

Blick auf den Stausee Zahara in der Sierra de la Grazalema

In der Nähe der Zahara de la Sierra gibt es mit dem Gargante Verde auch eine spannede Natur-Attraktion. Ein großer Canyon hat sich in die Natur gegraben und wartet darauf, von Euch bewandert zu werden. Der Eingang befindet sich auf der Straße CA-9104 in Richtung Grazalema, rund 2-3 Kilometer nach dem Ortsausgang von Zahara de la Sierra.

Der Garganta Verde in der Sierra de la Grazalema in der Nähe von Zahara de la Sierra

Die Straße CA-9104 nach Grazalema solltet Ihr ohnehin unbedingt fahren, denn hier zeigt sich die Sierra de la Grazalema in voller Blüte. Von 400 Höhenmeter in Zahara de la Sierra klettert Ihr in einer serpentinenreichen Straße in kurzer Zeit auf den Pass „Puerto de las Palomas“ hinauf, der sich auf rund 1200 Höhenmeter befindet. Spektakuläre Ausblicke sowohl auf der Strecke als auch auf dem Pass selbst sind garantiert.

Die Straße CA9104 von Zahara de la Sierra nach Grazalema

Die Straße CA9104 von Zahara de la Sierra nach Grazalema

Wer noch nicht genug hat, kann vom Puerto de la Paloma auch noch verschiedene Wandertouren unternehmen.

Auch die nachfolgenden Dörfer Grazalema und Vilaluenga del Rosario sind superhübsche (weiße) Dörfer, wo sich der eine oder andere Stopp lohnt. Hier werden auch besonders viele lokale Spezialitäten wie Käse, Oliven, Schinken etc. verkauft.

Das weiße Dorf Villaluenga del Rosario

Auch an dieser Stelle noch einmal mein Hinweis auf meinen separaten Blogpost der 10 schönsten Straßen in Andalusien, wo Ihr einige dieser Strecken wiederfindet.

Unser letzter Stopp in der Sierra de Grazalema sollte an diesem Tag Ubrique werden. Dass es sich hierbei auch um ein weißes Dorf handelt, muss ich sicher nicht noch einmal erwähnen. Hier spazierten wir auch ein wenig durch die Gassen. Auch an diesen Ansichten seht Ihr, warum ich von Andalusien und seiner Vielfalt so begeistert bin.

Auch Ubrique ist ein klassisches weißes Dorf in Andalusien

Auch Ubrique ist ein klassisches weißes Dorf in Andalusien

Cadiz: gemütliche Perle am Atlantik

Am Abend kamen wir schließlich in Cádiz an, einer mittelgroßen Stadt im Südwesten von Andalusien. Cádiz ist lediglich über einen Damm sowie Brücken mit dem Festland verbunden, entsprechend exponiert ist seine Lage. Um es vor Angriffen und Seeräubern zu schützen, wurden daher vor Jahrhunderten starke Befestigungsmauern um die Stadt herum gebaut. Diese bestimmen heute das (Alt)Stadtbild, denn das komplette Zentrum ist wie eine Art Festung von dieser Mauer geschützt, die wiederum vom Meer umgeben ist. Ein Gang entlang der Mauer gleicht also nicht nur einer kompletten Tour um die Altstadt, sondern auch einem traumhaften Spaziergang am Meer entlang.

Die wunderschöne Altstadt von Cadiz in Spanien

Blick auf die Stadtmauer und Kathedrale von Cadiz

Genau wie diese Mauer das Stadtbild der Altstadt von Cádiz prägt, ist der Strand die bestimmende Komponente in der Neustadt von Cádiz. Für einen Stadtstrand ist dieser sehr feinsanding, breit, gepflegt und lädt sehr zum Baden, Spazieren oder Entspannen ein. Genug Platz sollte hier für alle sein.

Der traumhafte Stadtstrand, Playa de la Victoria, in Cadiz

Getränk Tinto de Verano am Strand von Cadiz

Genau diese Kombination aus zwei komplett verschiedenen Typen von Stadtteilen machte Cádiz so interessant für uns: die engen Gassen der historischen Altstadt und der nahezu ausschließlich von Wohnvierteln umgebene sehr attraktive Strand.

Punto del Boquerón: mysteriöse Orte am Playa de Camposoto

Unsere Erkundungstouren in Cádiz setzten wir noch ein wenig in der Umgebung fort und fuhren dafür nach Süden, wo weitere ziemlich gute Strände warten. Da wir uns im Dezember befanden hielt sich der Besucherandrang sehr in Grenzen – mit anderen Worten hatten wir den Strand für uns allein – doch auch im Sommer dürfte hier aufgrund der schieren Ausdehnung und der nicht vorhandenen Infrastruktur für jeden ausreichend Platz sein.

Der Playa de Camposoto am Punto del Boqueron in der Nähe von Cadíz

Der Playa de Camposoto am Punto del Boqueron in der Nähe von Cadíz

Wer den Playa de Camposoto vom Ende der Straße weiterläuft, kommt nach rund 2 bis 3 Kilometer zum so genannten Punto de Boqueron, wo auch ein Wasserlauf (der Caño de Sancti Petri) in das Landesinnere läuft und damit ein wichtiger Teil des Wasserstraßensystems der Region ist. Früher war dieser Teil von Cádiz strategisch extrem wichtig, weswegen hier Schutz- und Defensivanlagen errichtet wurden. Heute sind davon nur noch Überreste zu sehen – diese sind dafür aber umso eindrucksvoller. So sind in den Dünen einige zum Teil bereits überwucherte oder „übersandete“ Geschützstände zu finden und mitten am Strand befinden sich wie aus dem Nichts zwei ruinenähnliche Bunker, die diesem menschenleeren Strand eine ziemlich mysthische Atmosphäre geben.

Der Playa de Camposoto am Punto del Boqueron in der Nähe von Cadíz

Der Playa de Camposoto am Punto del Boqueron in der Nähe von Cadíz

Im Hintergrund befindet sich auch noch das Castillo Sancti Petri, welches separat auf einer Insel errichtet wurde und mittels Tour besucht werden kann.
Eine sehr spannende Gegend also …

Tarifa: Co-Working und Erkundungstouren

Von Cádiz ging es schließlich weiter in Richtung Tarifa, der südlichsten Stadt von Kontinental-Europa. Hier wollte ich mich eine Woche niederlassen – zum Arbeiten und zum Gegend erkunden.

Dass ich dafür das in Andalusien eher unbekannte Tarifa wählte, war kein Zufall. Die kleine Stadt quasi gegenüber des marokkanischen Tanger ist bekannt als Hotspot für Digitale Nomaden und bietet dementsprechend gute Co-Working-Bedingungen – auch wenn im Dezember davon gar nicht mal allzu viel zu spüren war. Mehr dazu findet Ihr aber auch in meinem Co-Working-Artikel über Tarifa – speziell für den Winter.

Ausblick auf die Stadt Tarifa vom La Cocotera Boutique Coworking Hostel

Auch im Winter ist Tarifa aber dennoch ein hübsches Städtchen, in dem es sich aushalten lässt, auch wenn gerade die steife Meerbrise, die die perfekten Kite- und Surf-Bedingungen ermöglicht, die Temperaturen in den (gefühlten) einstelligen Temperaturbereich purzeln lassen. Ein Spaziergang dick eingepackt in wärmende Sachen entschädigt aber definitiv dafür.

Der kilometerlange Strand von Tarifa im Süden von Andalusien

Auch die Altstadt ist einen Besuch wert. Sie ist nicht unbedingt mit den Größen Andalusiens wie Sevilla und Malaga vergleichbar, ist aber dennoch spannend zum Spazieren, sich darin verlieren, Gässchen erkunden und Fotomotive suchen.

Die superhübsche Altstadt von Tarifa im Süden von Andalusien

Mein Lieblingsplatz in Tarifa befand sich ebenfalls direkt in der Altstadt, im Prinzip direkt an der Stadtverwaltung. Hier gab es mit einem 360-Grad Rundblick mit Ausnahme des Strandes alles, was Tarifa ausmacht: die historische Altstadt mit verwinkelten Gassen und hübschen Häusern, einen schönen Platz zum Verweilen, dem Ozean mit der starken Meerbrise sowie der spannende Blick auf das gegenüber liegende Marokko mit seinem majestätischen Atlasgebirge.

Traumhafte Altstadt von Tarifa mit Blick auf das Atlasgebirge in Marokko

Die superhübsche Altstadt von Tarifa im Süden von Andalusien

Bolonia: Geheimtipp mit Ruine und Düne

Tarifa eignet sich auch sehr gut als Basis, um ein wenig die Umgebung zu erkunden, schließlich bietet Andalusien auch hier einige Highlights. Ein super interessantes Fleckchen nur rund 20 Minuten Autofahrt entfernt ist dabei Bolonia, ein Ort mit gleich zwei ziemlich unbekannten Attraktionen.

Zum Einen gibt es hier die Ausgrabungsstätte Baelo Claudia, ein wie ich finde sehr interessanter Fund altrömischer Kultur. Vor 2000 Jahren lag hier eines der Blütezentren der Region und spannend sind die Ruinen vor allem deshalb, weil die Ursprungsstrukturen noch sehr gut erkennbar sind. Eine Brücke, das Dorf, der Versammlungsplatz, die Geschäfte – auch wenn es natürlich abstrakt ist, kann man sich schon ein wenig das Leben hier vor rund zwei Jahrtausenden vorstellen.

Die Ausgrabungsstätte Baelo Claudia in Bolonia im Süden von Andalusien

Die zweite überaus spannende Attraktion in Bolonia ist die Wanderdüne. Diese befindet sich direkt in der kilometerlangen Bucht und wirkt schon deshalb interessant, weil sie ein wenig so ausschaut, als wenn sie einfach mal das Meer verfehlt hat. Während das Meer eine Linkskurve nimmt, geht der Strand einfach geradeaus den Berg hoch – und bildet damit die spannende Düne, die man auch besteigen kann und von der aus man einen einen tollen Ausblick auf die Bucht hat.

Die beeindruckende Düne von Bolonia im Süden von Andalusien

Einen ausführlichen Artikel zu Bolonia findet Ihr auch hier.

Algerciras: Sendero Rio de la Miel

Ebenfalls nur 20 Minuten mit dem eigenen Mietwagen von Tarifa entfernt – einmal über den kleinen Pass „Mirador de Estrecho“ rüber – befindet sich Algeciras, eine wichtige Hafenstadt im Süden von Andalusien. Die Straße ist wie so viele in Andalusien sehr reizvoll und lohnt auf jeden Fall auch einen oder zwei Fotostopps.

Die Straße zwischen Tarifa und Algeciras

Algeciras an sich scheint laut Beschreibungen wohl eher semi-attraktiv zu sein. Mein Ziel hier war der Sendero Rio de la Miel in den Außenbezirken der Stadt, ein ca. 3 Kilometer langer Wanderweg zu einem kleinen Wasserfall. Aus der Karibik bin ich ja einiges an Wasserfällen gewöhnt, sodass hier sicher keine Wunderdinge zu erwarten waren. Im Rahmen meiner Halbtagesausflüge von Tarifa war es aber eine nette Tour am Morgen, zumal die 3 Kilometer (one-way) recht easy zu laufen waren. Es ist sicher kein spektakuläres Highlight von Andalusien, aber gerade für Familien, die eine entspannte Wanderung suchen, wo die Kids (im Sommer) auch ein bisschen im Wasser spielen können, ist der Sendero Rio de la Miel keine schlechte Option.

Der Sendero Rio de la Miel in der Nähe von Algeciras

Der Sendero Rio de la Miel in der Nähe von Algeciras

Gibraltar: beeindruckender Zwergstaat

An Algeciras geht es schließlich auch auf dem Weg zu einer weiteren Attraktion vorbei, die zwar streng genommen nicht zu Andalusien gehört, aber dennoch etwas ganz Besonderes ist: Gibraltar. Der Zwergstaat im Süden von Spanien ist ein ziemlich spannendes Phänomen, sowohl historisch als auch geologisch. Schon der Anblick von außen ist ziemlich atemberaubend – auf gerade einmal 7 Quadratkilometer schraubt sich ein mehr als 400 Meter hoher Felsen in die Höhe, der im Prinzip die komplette Halbinsel dominiert und den ohnehin schon kaum vorhandenen Platz noch einmal halbiert.

Blick auf Gibraltar von der Straße nach Algeciras aus

Auf der anderen Seite ist dieser Felsen auch für die Sonderstellung von Gibraltar verantwortlich, denn er war in den letzten Jahrhunderten stets enorm wichtig, um die strategisch besonders wichtige Straße von Gibraltar zu sichern und zu kontrollieren. Aus diesem Grund gab es häufig „politische Differenzen“ (um es mal dezent auszudrücken) um Gibraltar, was wiederum in den vielen Verteidigungsanlagen resultierte, die sich in diesem Felsen befinden und heute besichtigen lassen.

Die O Hares Battery auf dem Upper Rock von Gibraltar

Aber dieser Fels ist auch das zu Hause von einem der spannendesten Wanderwege, die es in dieser Region gibt. Die Mediterranean Steps führen mit zum Teil spektakulären Ausblicken bis auf den Upper Rock hinauf, sodass man auf eine ziemlich einzigartige Weise den Felsen von Gibraltar erklimmen kann.

Blick von den Mediterranean Steps auf Gibraltar

Atemberaubende Ausblicke von den Mediterranean Steps in Gibraltar

Mehr zu diesem Sonder-Territorium findet Ihr auch im separaten und ausführlicheren Reisebericht Gibraltar.

Zum Abschluss auf den Gipfel: El Reloj und der Semancon

Neben den Mediterranean Steps absolvierte ich schließlich noch eine richtige Wanderung in Andalusien – und zwar auf meinem Weg von Tarifa nach Sevilla in der Sierra de Grazalema, welche mich schon 2013 auf unserem Road-Trip durch Andalusien sowie der Hinfahrt von Sevilla in Richtung Süden absolut begeisterte. Die Faszination der Sierra de Grazalema macht für mich unter anderem die Kombination aus spannenden Passstraßen, schroffen Felsgebilden und dem meist mediterranen Klima aus. Nun war es also an der Zeit, hier meine erste Wanderung zu starten.

Wanderung auf den Semancon und den El Reloj in der Sierra de la Grazalema im Süden von Andalusien

Wanderung auf den Semancon und den El Reloj in der Sierra de la Grazalema im Süden von Andalusien

Als Ziel suchte ich mir gleich zwei Berge aus: den Reloj und den Semancon. Beide gehören mit rund 1500 Meter Höhe schon zu den Großen in der bis zu 1654 Meter hohen Sierra de Grazalema und sind einfach zu besteigen, wenngleich die Wegführung nicht allzu klar ist. Ohne GPS und vorheriger Kartenkunde hätte ich die Wege sicher nicht gefunden, vor allem nicht beim Aufstieg auf den Semancon, sodass ich beide Gipfel nur für erfahrene Wanderer empfehlen kann.

Wanderung auf den Semancon und den El Reloj in der Sierra de la Grazalema im Süden von Andalusien

Die Tour zum Reloj und Semancon war im Endeffekt aber recht attraktiv, auch wenn die meisten der Ausblicke von einer dichten und tiefhängenden Wolkendecke versperrt waren. Trotzdem setzten sich auch hier die tollen Eindrücke von den Straßen fort, sodass ich jederzeit hier wieder auf Erkundungstour gehen würde – die spannenden Passstraßen geben ja jeweils schon einen tollen Einblick.

Wanderung auf den Semancon und den El Reloj in der Sierra de la Grazalema im Süden von Andalusien

Fazit

Im Prinzip war diese Tour 2017 eine Bestätigung der Reise von 2013. Damals war ich absolut begeistert von Andalusien, was in diesem Jahr nicht anders war. Vor allem die Traumstraßen sind ein riesiges Plus in der Region – Andalusien ohne Mietwagen kann ich mir daher absolut nicht vorstellen. Auch von der Tapas-Kultur war ich ähnlich begeistert wie 2013, auch wenn es definitiv nur in Gemeinschaft spannend ist – das macht einen großen Teil des Spaßes aus. Erneut haben mich auch diesmal die faszinierenden Berglandschaften der Sierra de Grazalema begeistert, hinzu kam ein überraschend interessantes Cadiz sowie Tarifa mit seinen Erkundungen in der Stadt und im Umland. Ich kann Andalusien also nur weiterhin wärmstens empfehlen, egal ob mit unserer Route von vor 4 Jahren (Malaga – Granada – Cordoba – Sevilla – Ronda – Malaga) oder der diesjährigen Tour (Sevilla – Cadiz – Tarifa – Sevilla) oder natürlich einem Mix davon. Es gibt überall überaus spannende und vielfältige Dinge zu Entdecken, sowohl kulinarisch im Rahmen der Tapas, kulturell in den super hübschen Städten sowie aus natürlicher Hinsicht in den spektakulären Bergen der Sierra de Grazalema und umliegenden Gebirgsketten. Auch für Mietwagen-Rundreisen ist Andalusien dank seiner traumhaften Panoramastraßen eine der besten Regionen in Europa und daher höchst empfehlenswert.

Was haltet Ihr von Andalusien? Kommt es für Euch als Reiseziel in Frage? Oder seid Ihr genauso begeisterte Andalusien-Reisende wie ich? Lasst mir einen Kommentar da.

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About Chris

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich mehr als 60 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Seit Juli 2015 wohne ich nun - die Karibik hat es mir sehr angetan - in der Dominikanischen Republik und werde neben der Arbeit das Land abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkunden. Für Fragen und Feedback freue ich mich über jeden Kommentar. Mehr erfahrt Ihr auf der "Über Mich"-Seite. Meine Top-Empfehlungen für Eure Reisen: 1. überall auf der Welt kostenlos Geld abheben >>> 2. immer die richtige Auslands-Krankenversicherung parat >>> 3. nie wieder etwas vergessen: die Packliste mit Insider-Tipps


2 Responses to Reisebericht Andalusien II

  1. Iwona

    Hallo Chris,
    ein interessanter Bericht und tolle Bilder. In Andalusien war ich nur einmal, allerdings vor vielen Jahren in Sevilla. Die Stadt ist wunderschön, gerne würde ich auch Grenada und Malaga besuchen. Die Berge von Sierra Nevada müssen auch faszinierend sein. Von Sierra de Grazalema habe ich bisher nicht gehört. Es wäre toll, mal in der Nebensaison in der hohen Bergwelt Andalusiens zu wandern.

    Viele Grüße
    Iwona

    • Chris (My Travelworld)

      Hallo Iwona,
      in der Tat ist Andalusien faszinierend – ich kann es nur empfehlen, sowohl die Städte wie Sevilla oder Granada als auch die Gebirgsregionen wie die Sierra Nevada oder die Sierra de Grazalema.
      LG und viel Spaß bei deiner nächsten Reise nach Andalusien.
      Chris

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