Essen stellt gemeinhin eine sehr wichtige Sachen in unserem Leben dar. Für die einen ist es zudem nicht nur eine notwendige Maßnahme, um sich zu ernähren, sondern auch ein Genuss. So auch für mich, weshalb ich hier einmal ein paar Zeilen zu den für Grenada typischen Speisen und Getränken berichten möchte, auch wenn beim Essen zunächst doch das ein oder andere etwas ungewohnt war.
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Wer in die Karibik bzw. nach Grenada zieht, sollte zunächst einmal von einigen Dingen Adieu sagen: saftige Rindersteaks, frisch gegrillte Bratwürste, leckeres Schwarzbrot oder verführerische Vollmilchschokolade gehörten nach dem einschneidenden geografischen Ortswechsel von Deutschland nach Grenada für mich der Vergangenheit an. Dafür drängten sich nun andere Nahrungsmittel in den Vordergrund. Hier daher meine persönliche Top 5 der am grenadatypischsten Lebensmittel, Gerichte und Menüs, die ich nach fast 2 Jahren doch sehr schätzen und lieben gelernt habe.
Inhalt dieses Reise-Artikels
Platz 5: Früchte (Mangos, Ananas, Cashewfrucht, Soursop & Co.)
Ich glaube, wer einmal in der Karibik regelmäßig tropische Früchte gegessen hat, sollte in Deutschland zweimal überlegen, ob er sich dieses Geschmackserlebnis mit den importierten Artgenossen wieder kaputt machen möchte. Ein Biss in eine saftige Mango oder das Aufschneiden einer frischen Ananas, die man am besten hier frisch auf dem Markt kauft, stellt das Glücksgefühl der besten Schokolade der Welt deutlich in den Schatten. Hinzu kommen eher exoktische Früchte wie die Cashewfrucht, Papaya oder Soursop, die einen Markteinkauf und den anschließenden Obstsnack sehr abwechslungsreich machen.
Platz 4: Fisch
Der Fisch schlägt gewissermaßen in die selbe Kerbe wie die Früchte. Frisch vom Markt gibt es einfach kaum etwas Besseres – wo sonst bekommt man für sehr wenig Geld schon einen Fisch, der zwischen dem letzten Lebenszeichen unter Wasser und der schwungvollen Landung in der Pfanne gerade einmal wenige Stunden alt ist? Auch an der Auswahl mangelt es nicht: neben den (karibischen) Klassikern Tunfisch, Sailfish, Delfin und Marlin gibt es auch immer wieder besonders leckere Sorten wie den Red Snapper oder Gotteslachs. Auch hier gilt: wer einmal dem grenadinischen Fisch verfallen ist, muss in Deutschland erst einmal wieder um Anschluss kämpfen. (oder sich lieber gleich dem Fleisch widmen ;-) )
Platz 3: Roti
Die vor allem in Trinidad extrem weit verbreitete Curry-Teigtasche (grob vergleichbar mit einem Dürüm in Deutschland) mit Hühnchen und Kartoffeln ist auch in Grenada ziemlich häufig zu finden. Vor allem zum Mittag hat jeder zweite Rum Shop auch irgendwo ein paar lauwarme eingepackte Rotis lagern. Die Füllung variiert von sehr mild bis feurig scharf sowie von flüssig bis musig. Wer zum ersten Mal einen Roti isst, sollte aufpassen: das Hühnchen wird mit Knochen verarbeitet, also nicht zu herzhaft reinbeißen. Zum Teil gibt es auch knochenlose Variationen sowie Fisch-, Veggie- oder Schwein-Rotis. Der Chicken Roti ist eines meiner Lieblingsessen für das schnelle Mittag zwischendurch.
My Travelworld Tipp |
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Inselweit den besten Roti (ich habe mindestend ein dutzend Shops durchprobiert) gibt es in der Sugar Mill Bakery am gleichnamigen Kreisverkehr am nordöstlichen Ende des Maurice Bishop Highway. |
Platz 2: Rice & Peas mit Provision, Hühnchen und Salat
Platz 2 geht ebenfalls an einen klassischen grenadinischen Lunch, der fast jeden Tag irgendwo zu finden ist. Ein komplettes Gericht, meist praktisch in einer Assiette gereicht, aus Hühnchenschenkeln (sowie anderen Teilen), Salat, Provision (einer Kombination mehrerer Bananensorten) und Rice & Peas oder auch Rice & Lentis. Verschiedene Variationen sind natürlich auch davon vorhanden. Ebenfalls gerne dazu gereicht und ebenfalls den Status als „typisch grenadinisch“ besitzend: Macaroni Pie, gewissermaßen (ein richtig satt machender) Nudelauflauf mit viel Käse innern drin und oben drüber.
Platz 1: Oildown
And the winner is: Oildown. Kein anderer hätte den Platz ganz oben auf dem Treppchen auch verdient, denn Oildown ist das offizielle Nationalgerichts Grenada. Es ist gerade im Gegensatz zum oben vorgestellten Chicken-Lunch oder dem Roti nicht ganz so häufig zu finden, was vor allem an seiner schwierigen Zubereitung liegt. Unter anderem werden die Zutaten Brotfrucht, Callaloo (eine Spinat-Art), verschiedene Bananensorten, Gewürze, Kokosnussmilch sowie nach Wahl Kürbis, Okraschoten und/oder Zwiebeln stundenlang gekocht. Hinzu kommen noch, je nach Ausrichtung des Oildowns, verschiedene Teile des Hühnchens, Schweins, Lambies oder Saltfish. Aufgrund der Menge der Zutaten ist ein Oildown auch praktisch nicht für einen 3- oder 4-Personen-Haushalt zuzubereiten, weswegen es in der Regel zu Volksfesten, Feiertagen, Familienfesten oder zum Beispiel auch beim allwöchentlichen Hash angeboten wird. Ergebnis dieser sehr interessanten und ungewohnten Kombination ist ein auf den ersten Eindruck etwas eigentümliches Gericht mit ungewohntem Geschmack, dem man (auch ich) aber spätestens beim zweiten oder dritten Oildown verfällt.
Sonderpreis: Bier und Rum
Natürlich sollen auch die Getränke nicht unerwähnt bleiben. Dazu gibt es in Grenada wirklich nur zwei Dinge zu erwähnen: Bier und Rum.
Einen Grenadiner, den man auf der Straße ohne ein Carib oder Stag (die beiden in Grenada produzierten Biere) sieht, kann eigentlich nur ein halber Grenadiner sein. Und wer nach 21:00 nicht mindestens eine der zahlreichen auf Grenada destillierten Rumsorten getrunken hat, ist erst recht keiner. Bier und Rum gibt es überall – egal ob in der Stadt, auf der Küstenstraße oder irgendwo in der Countyside. Der nächste Rum Shop, der Inbegriff für die kleinen Buden am Straßenrand, die das Notwendigste verkaufen, gibt es aller ein paar hundert Meter. Verdursten tut in Grenada also defintiv keiner. Während ich in Deutschland mehr dem Wein gefröhnt habe, hat mich diese Ausrichtung übrigens auch vollkommen in Richtung dieser beiden Getränke bewegt, wobei Carib sowie Rum & Coke eindeutig an Platz 1 stehen. Was kann man sich auch schöneres vorstellen als mit einem kühlen Bier an einem traumhaften Strand den Sonnenuntergang anzuschauen?
Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Ich habe nicht nur Tourismus studiert und mehr als 10 Jahre bei Reiseveranstaltern gearbeitet (gerne helfe ich Euch bei Eurer Reiseplanung), sondern auch knapp 10 Jahre in der Karibik gewohnt (Grenada & Dominikanische Republik) und bereits mehr als 90 Länder bereist.
Aktuell bin ich als Digitaler Nomade unterwegs und entdecke die Welt, wobei ich die Karibik weiterhin regelmäßig besuche. Mehr über mich findet Ihr hier, ebenso wie einige Links zu meinen Experten-Beiträgen auf anderen Websites oder in Podcasts.
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Mein Lieber, ich bin erstaunt!! Als Restaurantkritiker hättest Du
auch in unserem Ländle eine Zukunft. Besonders was die Früchte betrifft kann ich absolut zustimmen. Eine Ananas von
der Plantage ist einfach nicht zu überbieten. Mango kann man
bei uns vergessen! Ich habe eine „Flugmango“ für 3,- Euro ge-
kauft: Absolut mies gegenüber dem Original.
Herzliche Grüsse aus DD-Blaswitz
PS. Wir waren nach 12 Jahren ein paar Tage im ehemaligen
Weber. Man hat sich köstlich amüsiert, als ich die Ge-
schichte erzählte: „Hat nur ein Drittel gekostet und alle
sind satt“
Ja, da kann ich dir auch zustimmen. Ob ich jemals in Deutschland wieder tropische Früchte essen werden … ?
Die Geschichte aus Kirschau wirst du wohl noch Jahrzenhnte erzählen … ;-)