Es war schon eine Begegnung der besonderen Art. Nahezu die ganze Woche lang sahen wir in Andalusien lediglich die typischen weißen Dörfer. Egal ob Comares, Zuheros oder Grazalema – überall war bis auf weiße Häuser (und der stets attraktiven Landschaft) kaum etwas zu sehen. Und plötzlich taucht hinter einer Kurve ein knallig türkisblaues Dorf namens Juzcar auf …
Reisezeitraum: September 2013
Geschrieben: November 2013
Veröffentlicht: November 2013
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Ok, zugegebenermaßen, eben jenes schlumpfenblaue Dorf hatten wir erwartet. Schließlich sind wir extra dafür den kleinen Bogen über Alpandeire und Faraján gefahren. Als dann aber nach fast einer Woche ausschließlich weißen Dörfern und andalusischen Großstädtchen plötzlich das beschauliche Juzcar vor unserer Linse auftauchte, war die Szenerie schon ein bisschen kitschig und unreal zugleich.

Júzcar, das Schlumpfendorf! Wer in der Nähe ist, sollte hier unbedingt einmal vorbeifahren. Es befindet sich südlich von Ronda mit Zufahrt von der A397 (Marbella – Ronda) und der A369 (Ronda – Estepona). Wer schließlich in Juzcar einfährt, sieht vor allem erst einmal eins: blau!

Doch warum eigentlich? Die Erklärung ist so simpel, wie einzigartig. Im Jahr 2011 wurde in Júzcar ein Werbefilm für den neuen Film „Die Schlümpfe“ gedreht. Zu diesem Zwecke wurden alle Häuser des Dorfes schlumpfenblau angemalt – schließlich soll es ja authentisch wirken. Nach dem Dreh wollte die Werbefirma alle Häuser wieder in ihr ursprüngliches Weiß streichen, doch die Dorfbewohner entschieden sich gegen die „Rückbemalung“ und blieben so „allseits blau“ (einige würden davon träumen … ). Seitdem haben sich angeblich die Besucherzahlen mehr als vervierzig(!)facht.
Irgendwo ist der Touristenstrom ja auch kein Wunder. Júzcar hat schon seinen ganz eigenen Charme. Egal ob die Höhle des Gargamel oder der Salon von Schlumpfine – nichts, was es im Schlumpfendorf nicht gibt.


Selbst die Kirche des Dorfes ist in tiefste Schlumpfenfarbe getaucht.

Und nicht zuletzt durfte auch der große Papa Schlumpf nicht fehlen – wahrscheinlich hier sogar in Originalgröße. :-)

Nach unserem kurzen Rundgang verließen wir dann Júzcar auch wieder. Eigentlich gibt es nicht viel zu sehen, aber die Sache an sich ist schon eine echte Einzigartigkeit, denn wo sonst sieht man schon einmal ein Dorf mit ausschließlich türkisblauen Häusern. Ein weiteres Plus ist, dass Júzcar bisher kaum in den gängigen Reiseführern erwähnt ist, sodass sich der Besucherandrang trotz „Vervierzigfachung“ noch in Grenzen hält. Auf jeden Fall ist Júzcar einen Abstecher aus Ronda wert und wer einmal vor Ort ist, darf dann auch seine alten Jugendhelden knuddeln … ;-)
Ich bin Christian, Reiseexperte, Diplom-Betriebswirt für Tourismus und Gründer des Reiseblog My Travelworld (seit 2011). Durch mehr als 10 Jahre Berufserfahrung bei Reiseveranstaltern, fast 10 Jahre Leben in der Karibik (Grenada & Dominikanische Republik) sowie über 100 bereiste Länder teile ich auf diesem Reiseblog ausschließlich persönliche Erfahrungen und unabhängige Reisetipps.
Seit 2021 reise ich als Vollzeit-Reisender und Digitaler Nomade um die Welt und berichte hier vor allem über die Schwerpunkte Karibik, Südsee, Afrika, Asien sowie Mittel- und Südamerika. Meine Reiseexpertise wurde bereits in Podcasts, Interviews und Medienbeiträgen aufgegriffen, darunter bei der weltweit bekannten "US News", bei klassischen Print-Magazin "Freundin" oder bei bekannten Off the Path Abenteuer-Podcast. My Travelworld verzeichnete seit dem Start mehr als 5 Millionen Seitenaufrufe.
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