Wären wir in Frankreich, dürfte man bei einer Ski-Station wohl ein charakterloses Dorf aus hässlichen Zweckbauten mit perfektem Liftanschluss erwarten. Da sich Panorama aber in Kanada befindet, erfreuten wir uns an einem Skidorf im traditionellen Stil mit bestem Champagner Powder, den wir vor allem im riesigen Tayton Bowl genießen konnten. Da störte es auch nicht, dass Panorama eigentlich nur aus 4 Liften bestand, denn das Skigebiet wurde besonders in der Breite sehr gut erschlossen.
Reisezeitraum: Februar 2017
Geschrieben: Februar 2017
Veröffentlicht: Mai 2017
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Überblick Skigebiet Panorama Mountain
- Das Skigebiet
- Für Anfänger
- Für Fortgeschrittene
- Für Experten
- Das Drum und Dran
- Fazit
Inhalt dieses Reise-Artikels
Das Skigebiet
Das Skigebiet erstreckt sich rund um den Panorama Mountain und das ist gleich in zweifacher Hinsicht wortwörtlich richtig. Zum Einen wurde das Skigebiet wirklich nahezu komplett um den gesamten Berg angelegt, sodass man dessen Ost-, Nord- und Westseite befahren kann, zum Anderen bietet der Panorama-Gipfel in der Tat einen traumhaften Ausblick in alle Himmelsrichtungen.
Trotz des ausgedehnten Skigebiets erstrecken sich die Lifte eigentlich nur entlang der Nordseite. Im oberen Bereich besteht dann die Möglichkeit, die verschiedenen Bergflanken zu befahren. Um unten wieder an die Base Area zu gelangen, sind bei einigen davon allerdings längere Ziehwege notwendig. Diese sind zwar mit guten Gefälle und somit einfach und schnell zu bezwingen, für Snowboarder könnten sie jedoch ein Graus sein. Vorteil der enormen Breite des Skigebiets ist jedoch die Jungfräulichkeit vieler Abfahrten. Fast jede der Pisten hatten wir während der gesamten zwei Tage für uns. Ebenfalls positiv war, dass es sich bei zwei der drei Hauptlifte um Expresslifte handelte. Auch wenn es manchmal nervig war, auf dem Weg von der Base Area zum Gipfel zweimal umzusteigen, war man doch immer relativ schnell oben.
Für Anfänger
Wie in vielen Skigebieten sind die meisten Anfängerpisten rund um die Base Area platziert. Neben den üblichen Zauberteppichen ist hier besonders schön, dass man mit dem schnellen Mile 1 Express lange und bestens präparierte seichte Pisten hinuntergleiten kann.
Auch der Sunbird Chair bietet mit dem Outrider eine lange und seichte Piste mit angenehmen Gefälle. Wer sich dann auch auf blaue, präparierte Piste traut, hat mit dem Champagner Express zahlreiche weitere Möglichkeiten. Die Abfahrten von dessen Spitze bis hinunter zur Talstation sind fast 3 Kilometer lang und bieten perfekteste Verhältnisse.
Für Fortgeschrittene
Fortgeschrittene finden viele verschiedene Spielwiesen im Panorama Mountain Resort. Zum Einen zählen da natürlich die perfekt präpaierten Pisten hinzu, die überwiegend blaue Markierungen tragen und für die Panorama 2016 mit dem Best Grooming Award ausgezeichnet wurde. Zudem gibt es zwei Bowl-artige Gelände, auf denen man frei fahren kann ohne die Angst, gleich auf einer doppelschwarzen Piste mit Klippen und exponentiell steigendem Gefälle zu landen: die Founders Ridge und der Sunbowl. Letzteres ist schon eine echte Seltenheit, denn normalerweise sine die Bowls ja ausschließlich den Experten vorbehalten.
Ein weiterer Tipp für fortgeschrittene Skifahrer: wer den Gipfel des Panorama Mountain erleben möchte, aber sich keine schwierigen Pisten zutraut, sollte sich an die „View of 1000 Peaks“ halten. Diese Abfahrt vom Summit Quad geht entspannt und recht gut nach unten, ohne zu extrem zu werden.
Für Experten
Experten finden ihr Eldorado im Taynton Bowl und der Extreme Dream Zone. Beide Gebiete waren so abwechslungsreich und gut erschlossen, dass ich sie glatt zum besten Experten-Terrain unserer Kanada-Reise mit 3 besuchten Skigebieten (Kicking Horse, Panorama, Lake Louise) küren würde.
Was? | Panorama Mountain Resort |
Tagesticket | 92 CAD + Tax (ca. 6%), 69 CAD + Tax wenn mit Unterkunft gebucht |
Wo? | Nahe Invermere, British Columbia, (West-)Kanada |
Bewertung | 9/10 |
Die Extreme Dream Zone startet direkt am Gipfel des Panorama Mountain. Hier geben sich schwarze und doppelschwarze Pisten die Klinke in die Hand. Die Auswahl zwischen weiten Tiefschneefeldern, engen Rinnen, bestem Tree-Skiing-Gelände und freiem Gelände ist riesig. Besonders hervorzuheben sind hier die Sidewinder Glades, eine nahezu unbefahrene Tiefschneeflanke sowie Trigger, Elmo und Fat Chance, einem langen und abwechslungsreichen Wald, an dessen Ende man sich wirklich überraschen lassen kann, wo man wieder herauskommt. Die meisten der Abfahrten lassen sich am in mittlerer Höhe platzierten Champagner Express beenden, sodass man nicht den ganz weiten Weg ins Tal nehmen muss.
Zweites Experten-Terrain ist der Taynton Bowl. Zwar ist dieser nur zu Fuß zu erreichen, jedoch hält sich die Distanz im Vergleich zu ähnlichen Bowls in anderen Skigebieten in Grenzen. Innerhalb von 5 Gehminuten kann man die meisten der Abfahrten im Taynton Bowl erreichen – und diese haben es besonders nach ordentlich Schneefall in sich. In unseren rund 25 besuchten Skigebieten in Nordamerika hatten wir bisher kaum solch eine Tiefschneewonne erlebt. In den meisten Bereichen sanken wir knietief in den Schnee ein und konnten uns einfach nur durch den weißen Powder treiben lassen.
Rund ein dutzend ausschließlich doppelschwarze Abfahrten stehen im Taynton Bowl zur Auswahl. Alle münden schließlich in den Taynton Trail, ein rund 4km (!) langer Ziehweg in Richtung Base Area. Dieser ist zwar nicht unbedingt attraktiv, dank ordentlichem Gefälle aber gut und schnell befahrbar sowie aufgrund des abgelegenen Geländes des Taynton Bowls auch nicht vermeidbar (es sein denn, man würde einen Lift direkt in den Bowl bauen).
Das Drum und Dran
Panorama ist wie schon angedeutet eine klassische Skistation, dessen Dorf ausschließlich zum Zwecke des Wintersports errichtet wurde. Auch wenn die Architektur nicht ganz hässlich ist, darf man hier keine kanadische Dorf-Atmosphäre erwarten. Dafür bekommt man perfekte Rahmenbedingungen für einen ausgiebigen Skitag in Form von bester Erreichbarkeit und modernen Apartments. Der untere Teil des Dorfes ist sogar mit einer kleinen Dorf-Gondel an das Skigebiet angebunden. Wer nicht in diesem Skidorf wohnen möchte, findet mehr Kanada-Feeling in den rund 20 bzw. 35 Kilometer entfernten Kleinstädten Invermere und Radium Hot Springs.
Wer seine Unterkunft direkt in Panorama bucht, sollte auch nach ermäßigten Lifttickets fragen. So bekamen wir rund 20 Prozent Ermäßigung auf den 2-Tages-Skipass und konnten damit für rund 70 CAD (ca. 50 Euro) Skifahren.
Fazit
Panorama war für mich das Highlight unseres Skiurlaubs in Kanada. Sicher trugen dazu auch der mehr als einen halben Meter hohe Neuschnee bei, doch auch so konnte man sich hier richtig gut austoben. Wichtigste Faktoren dafür waren die schnellen Lifte, die perfekt präparierten Pisten sowie der Taynton Bowl und die Extreme Dream Zone im oberen Bereich mit bestem Tiefschneevergnügen. Auch das die Unterkünfte direkt von der Piste erreichbar und zudem noch bezahlbar sind, ist ein weiteres Plus. Da lassen sich auch die langen Ziehwege sowie die etwas künstliche Atmosphäre im Skidorf sehr gut ertragen.
Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Ich habe nicht nur Tourismus studiert und mehr als 10 Jahre bei Reiseveranstaltern gearbeitet (gerne helfe ich Euch bei Eurer Reiseplanung), sondern auch knapp 10 Jahre in der Karibik gewohnt (Grenada & Dominikanische Republik) und bereits mehr als 90 Länder bereist.
Aktuell bin ich als Digitaler Nomade unterwegs und entdecke die Welt, wobei ich die Karibik weiterhin regelmäßig besuche. Mehr über mich findet Ihr hier, ebenso wie einige Links zu meinen Experten-Beiträgen auf anderen Websites oder in Podcasts.
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