Nachhaltiges Reisen in der Dominikanischen Republik – Ökotourismus, Eco-Lodges & nachhaltiger Urlaub

Nachhaltigkeit wird in unserem Leben immer wichtiger – auch beim Urlaub. Zeit also, auch einen Blick auf nachhaltiges Reisen zu legen – und zwar in der Dominikanischen Republik. Das Land in der Karibik, welches vor allem für All-Inclusive-Resorts und Pauschalreisen bekannt ist, hat viele spannende Ökotourismus-Projekte zu bieten, ebenso wie interessante und einzigartige nachhaltige Initiativen sowie einige der spektakulärsten Eco-Lodges in der Karibik. Dank meiner mittlerweile mehr als 6 Jahre im Land möchte ich mit diesem Eco-Guide über nachhaltiges Reisen in der Dominikanischen Republik berichten, der Frage nachgehen, wie man einen Karibikurlaub verträglicher, sozialer und umweltbewusster gestalten kann und dabei einige spannende Projekte vorstellen.

Reisezeitraum: Juni 2015 – Juli 2021
Geschrieben: Juli 2021
Veröffentlicht: Juli 2021

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Nachhaltiges Reisen in die Karibik?

Während sich die Karibik und nachhaltiger Urlaub zunächst auszuschließen scheinen, geht es hierbei nicht um eine ökologisch einwandfreie, 100% klimaneutrale sowie komplett nachhaltige Reise in die Dominikanische Republik. Aufgrund der Langstreckenflüge, den nicht vorhandenen Fortbewegungsmethoden mit alternativem Antrieb im Land sowie dem Plastik- und Müllproblem in der Dominikanischen Republik ist dies schon gar nicht möglich.

Vielmehr geht es darum, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie ein Urlaub in der Dominikanischen Republik bewusster, nachhaltiger, sozialer und umweltverträglicher gestaltet werden kann, denn es gibt viele spannende Eco-Projekte und Ökotourismus-Initiativen im Land (vor allem auf Makroebene), die schlichtweg nicht bekannt sind und viel mehr Aufmerksamkeit verdienen. Auch richtig spektakuläre Eco-Lodges hat die Dominikanische Republik zu bieten. Ebenso geht es darum, den typischen Reiseformen in der Dominikanischen Republik nachhaltigere Alternativen gegenüberzustellen.

Hierbei sind vor allem zwei Aspekte zu beachten:
– wer sich bereits mit einer Individualreise in die Dominikanische Republik beschäftigt, hat bereits einen Schritt in die richtige Richtung getan und findet im hier folgenden Nachhaltigkeits-Guide spannende Anregungen, um mit einer Fernreise in die Karibik einen besseren Fußabdruck als bei einem gewöhnlichen Urlaub zu hinterlassen.
– wer einen All-Inclusive-Urlaub in der Dominikanischen Republik plant, sollte überlegen, zumindest für einige Tage das Resort zu verlassen, um so den Ökotourimus in der Dominikanischen Republik besser kennenzulernen. Wer sich nicht traut, mit einem Mietwagen zu fahren, kann sich auch einen lokalen Fahrer nehmen.

Wunderschöne Ausblicke auf dem Loma Linda in der Nähe von Punta Cana

Es geht also vor allem darum, einen Urlaub in die Dominikanische Republik nachhaltiger zu gestalten, nicht komplett grün. Es spricht nichts dagegen, 300 Kilometer mit einem SUV zu fahren oder mal einige Tage in ein größeres Hotel mit Klimaanlage zu gehen.
Vielmehr soll dieser Eco-Guide Anregungen geben, wie man seine Reise in die Karibik sozialer und ökologischer gestalten kann, eine Art sanfter Tourismus sozusagen. Was kann man tun für einen nachhaltigeren Tourismus in der Dominikanischen Republik? Wie kann ich meine Karibikreise sozialer gestalten? Wie funktioniert Ökotourismus in der Dominikanischen Republik?

Nachhaltige Anreise in die Dominikanische Republik

Schon beim ersten Punkt zeigt sich, dass eine Fernreise in die Dominikanische Republik nur schwierig mit ökologischen Gesichtspunkten vereinbar ist. Eine Anreise in die Karibik per Flugzeug von rund 7500 Kilometern pro Strecke bleibt eine sehr umweltschädliche Form des Urlaubs und auch die Kompensation der Emissionen kann dies nur zum Teil wieder gut machen. Dennoch geht es hier in diesem Artikel wie gesagt nicht darum, einen Urlaub in der Dominikanischen Republik aus Nachhaltigkeit (~) komplett zu streichen oder zu verbieten, sondern diesen im Rahmen der Möglichkeiten soweit es geht ökologischer zu machen.

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Reiseblogger Christian vom Reiseblog My Travelworld mit Schwerpunkt KaribikSeid Ihr unsicher in Bezug auf Eure Reiseplanung und habt vielleicht auch noch andere Fragen zu Eurer anstehenden Reise, dann schaut doch einmal in meiner Rubrik der Reiseberatung vorbei. Hier könnt Ihr mir als Reise-Profi alle offenen Fragen stellen und ich kann für Euch einen Plan erarbeiten, wie Ihr Eure Reisebuchung in Bezug auf Preis, Service und Angebot am besten optimieren könnt. Dies spart nicht nur Zeit und Nerven, sondern am Ende auch viel Geld.

In Bezug auf die Anreise sind daher die folgenden Punkte wichtig, die überwiegend auch für weitere Langstrecken-Destinationen gelten:
– wenn möglich einen Direktflug buchen und auf Umstiege verzichten
– Emissionen des Fluges über Atmosfair oder Klima-Kollekte (die beiden Testsieger bei Stiftung Warentest) kompensieren (wichtig ist es, auf den Gold Standard CER zu achten)
– den Urlaub in der Dominikanischen Republik möglichst lang planen (mindestens 3 Wochen), damit sich die Flugreise auch lohnt

Nachhaltige Unterkünfte in der Dominikanischen Republik

Oft sind in Bezug auf Unterkünfte in der Dominikanischen Republik nur die All-Inclusive Resorts bekannt, doch es gibt so viel mehr zu entdecken. Schon wer eine reguläre Mietwagen-Rundreise in der Dominikanischen Republik plant und sich auf Individualhotels fokussiert, kann seinen Beitrag für einen nachhaltigeren Tourismus in der Karibik leisten, doch es gibt auch ganz spezielle Unterkünfte und Eco-Lodges in der Dominikanischen Republik, die einen Urlaub der Nachhaltigkeit deutlich näherbringt, nicht nur in Sachen Umweltschutz, sondern auch in Bezug auf soziale Verträglichkeit und einen fairen Umgang mit der Bevölkerung.

Schauen wir also auf die besonders nachhaltigen Unterkünfte und Eco-Lodges in der Dominikanischen Republik.

Extreme Hotel, Cabarete:
Das Extreme Hotel ist eine der führenden Unterkünfte in Sachen Nachhaltigkeit in der Dominikanischen Republik und Vorreiter in Sachen Ökotourismus. Das Extreme Hotel bezeichnet sich selbst zu 100% als nachhaltig, sowohl ökologisch als auch ethisch und sozial. Zu den konkreten Maßnahmen gehören unter anderen eine eigene Solaranlage, 100% Solarstrom, 80% lokale Angestellte, ein nachhaltiges Hotel-Management-Konzept sowie eine eigene Permakultur-Farm, die über 90% weniger Wasser als herkömmliche Landwirtschaft verbraucht und deren Produkte Hauptbestandteil der zahlreichen Speisen im lokalen Restaurant des Extreme Hotel sind.
Auch touristisch kann das Extreme Hotel punkten und ist im Surfer-Hotspot Cabarete zu Hause, direkt am Strand gelegen und mit zahlreichen weiteren Angeboten wie Yoga, Fitness, River-Tubing oder Kite-Kursen. Auch die Cordillera Septentrional, das spannende Nordküstengebirge mit seinen zahlreichen Abenteuern, lässt sich von hier aus bestens entdecken.

Ewig lange Strandspaziergänge sind möglich im Viva Wyndham Tangerine

Tubagua Plantation Eco-Lodge, nahe Puerto Plata:
Geht es um nachhaltigen Tourismus in der Dominikanischen Republik kann die Tubagua Plantation Eco-Lodge in der Nähe von Puerto Plata sehr gut mit dem Extreme Hotel mithalten. Die Eco-Lodge mit einem spektakulären Blick auf die Nordküste überzeugt mit der Verwendung natürlicher Materialien, einem enorm geringen Stromverbrauch sowie dem intensiven Einbezug der Natur in die Gestaltung der Anlage. Viel wichtiger ist hier aber die soziale Komponente, denn nahezu alle Angestellte kommen aus dem benachbarten Dorf, zudem konnten zahlreiche nachhaltige Touren unter Einbeziehung der Dörfer im Hinterland des Nordküstengebirges erstellt werden, womit den Einwohnern eine wirtschaftliche Perspektive gegeben werden kann. Die Touren sind übrigens ziemlich spannend, wie Ihr hier in meinem Reisebericht über die Cordillera Septentrional lesen könnt. Hinzu kommen für Besucher der nachhaltigen Tubagua Plantation Eco-Lodge leckere hausgemachte Speisen, die von den Einheimischen auf traditionelle Art und Weise über dem Feuer zubereitet werden.

Die Tubagua Plantation Eco-Lodge, eine spannende Unterkunft nahe Puerto Plata

Samán Boutique Hotel, Las Terrenas:
Wer es etwas komfortabler und eleganter mag und dennoch nicht auf Nachhaltigkeit in der Dominikanischen Republik verzichten möchte, kann einen genaueren Blick auf das erst 2020 eröffnete Samán Boutique-Hotel in Las Terrenas auf der Samaná-Halbinsel werfen. Die moderne Unterkunft setzt einen wichtigen Fokus auf die Traditionen von Samaná, sodass viele Elemente von der Halbinsel beim Bau verwendet wurden. Darüber hinaus wird Solarenergie erzeugt, eigene Früchte geerntet und ein Gemüsegarten gepflegt, um das hauseigene Restaurant mit frischen Produkten zu versorgen. Von Las Terrenas aus lassen sich auch perfekt die wunderschönen und menschenleeren Strände der Samaná-Halbinsel erkunden, die diese Gegend so besonders machen.

das wunderschöne Saman-Boutique-Hotel in Las Terrenas

Dominican Tree House, Samaná:
Eine weitere dem Ökotourismus verschriebene Unterkunft auf Samaná und eine der spektakulärsten Eco-Lodges in der Dominikanischen Republik ist das Dominican Tree House Village. Dieses Baumhaus-Hotel ist in die tropische Vegetation des Dschungels auf der Samaná-Halbinsel gebaut und erstreckt sich über Waldpfade und Hängebrücken, um die einzelnen Zimmer und Häuser miteinander zu verbinden. Da im Dominican Tree House Village auch Vollpension inklusive ist, eignet es sich am besten für jene, die Ihr All-Inclusive Resort in Punta Cana mal für ein paar Tage verlassen wollen, ohne jedoch auf eine organisierte und vorgebuchte Verpflegung zu verzichten.
In Bezug auf den Nachhaltigkeits-Gedanken kann das Dominican Tree House Village vor allem mit der Entwicklung einer wirtschaftlichen Perspektive für die Dorfbewohner, nachhaltigem Landwirtschaften, Baumpflanzungsprogrammen in der Umgebung sowie der Unterstützung von sozialen Projekten auf der Halbinsel punkten.

Der Playa El Valle auf der Halbinsel Samana in der Dominikanischen Republik

Paraíso Caño Hondo, Nationalpark Los Haitises:
Das Paraíso Caño Hondo ist, gemeinsam mit seinem Schwesterhotel Altos de Caño Hondo, die einzige Unterkunft im beliebten Nationalpark Los Haitises. Es beeindruckt vor allem mit den zahlreichen Naturpools, die mittels mehrerer Wasserfälle von einem natürlichen Fluss gespeist werden, sowie der Verwendung von enorm vielen Materialien der Umgebung beim Bau und der Ausstattung der Zimmer. Selbst die Felsen wurden als natürliche Wand genutzt! Auch die Touren werden von lokalen Guides aus dem kleinen Städtchen Sabana de la Mar durchgeführt und schaffen so eine Alternative zum rund 2 Stunden entfernten Megatourismus in Punta Cana. Schon aufgrund der absolut einzigartigen Umgebung mit den Wasserfall-Pools und der Lage direkt im Nationalpark lohnt sich eine Übernachtung hier im Paraíso Caño Hondo.

Die Eco-Lodge Paraiso Cano Hondo im Nationalpark Los Haitises

Villa Pajón:
Auch die Villa Pajón ist eine Unterkunft in einem Nationalpark in der Dominikanischen Republik, dem Parque Nacional Valle Nuevo. Sie ist zudem auch die höchstgelegene Unterkunft in der Karibik, gelegen auf rund 2300 Metern Höhe. In dieser spektakulären Naturkulisse, von der Ihr in diesem Reisebericht über die Cordillera Central mehr Eindrücke sehen könnt, versteht es sich fast von selbst, dass man dem Ökotourismus in der Dominikanischen Republik sehr nahe ist. Auch wenn es bei der Villa Pajón kein konkretes Nachhaltigkeits-Programm gibt, so hilft sie vor allem den Dominikanern, die Liebe zur Natur zu finden und diese anschließend besser zu schützen. Zudem wird der Strom direkt vor Ort aus Solarenergie gewonnen.

Die Villa Pajon im Parque Nacional Valle Nuevo in der Dominikanischen Republik

Diese Liste ist keinesfalls abschließend, es gibt noch viele weitere spannende Unterkünfte in der Dominikanischen Republik, die ebenfalls einen positiven Einfluss auf Land & Leute haben.

Außer Frage steht, dass ein nachhaltiger Urlaub in einem All-Inclusive-Resort in der Dominikanischen Republik nicht möglich ist. Vor allem die ungeheure Lebensmittelverschwendung (alles vom Buffet wandert anschließend in die Tonne), der hohe Strom- und Wasserverbrauch, die schlechte Transportbilanz sowohl von Gütern als auch von Personen, die Verletzung von Umweltauflagen sowie die Auswirkungen des Massentourismus gehen mit den Prinzipien des verträglichen und ökologischen Tourismus nicht überein, auch wenn es einzelne Resorts gibt, die Wert auf Nachhaltigkeit legen – allerdings nur in jenem Rahmen, wie es für ein All-Inclusive Resort möglich ist. Damit muss man auch ehrlich sagen, dass die typische Pauschalreise in die Dominikanische Republik ebenfalls ökologisch sehr kritisch zu sehen ist.

Wer bisher begeisterter All-Inclusive-Urlauber ist und die ersten Schritte hin zu einer nachhaltigeren Reise in die Dominikanische Republik machen möchte, sollte daher zumindest damit anfangen, einen Teil des Urlaubs außerhalb des Resorts zu verbringen. Eine Idee für den Start wäre es, 3-4 Nächte in den oben genannten Eco-Lodges und nachhaltigen Unterkünften in der Dominikanischen Republik zu verbringen, um so eine Idee von dieser Reiseform zu bekommen und auch mehr vom Land kennenzulernen. Diese wenigen Nächten können dann während der nächsten Reisen in andere Länder peu à peu ausgebaut werden.

Ökologische Fortbewegung in der Dominikanischen Republik

Im Zuge der Fortbewegung sehen die nachhaltigen Alternativen nur wenig besser aus als bei der oben beschriebenen Anreise. Immerhin, die Dominikanische Republik ist klein genug, sodass keine Inlandsflüge benötigt werden und es diese, mit Ausnahme von Privatjets oder Touristen-Ausflügen, auch nicht gibt.

Elektroautos in der Dominikanischen Republik beginnen ganz langsam, sich auszubreiten, sind aber noch weit davon entfernt, massentauglich zu sein oder für eine Rundreise in Frage zu kommen. Zudem bietet derzeit kein Autovermieter in der Dominikanischen Republik E-Autos an. Von daher bleibt nur das Mieten eines normalen Mietwagens. Hier sollte man zumindest darauf achten, dass man nicht jeden Tag 200 Kilometer abreißt, sondern sich auf wenige Regionen fokussiert und diese dafür intensiver kennenlernt.

Der öffentliche Nahverkehr in der Dominikanischen Republik gehört zu den besten in der gesamten Karibik. Viele Busse sind verhältnismäßig komfortabel und fahren in hohen Frequenzen. Zwar gehört die Dominikanische Republik in Sachen Emissionen ihrer Busse sicher nicht zu den Vorreitern, aber eine mehr oder weniger ökologische Alternative ist es allemal.

Auch die Fortbewegung mit dem Fahrrad oder zu Fuß sind möglich. Besonders Wanderungen in der Dominikanischen Republik stehen hoch im Kurs, wie Ihr auch im nächsten Abschnitt sehen werdet. Auf der Samaná-Halbinsel wäre es sogar möglich, eine spannende Mehrtages-Wanderung von A nach B zu planen, auf der man die gesamte Halbinsel zu Fuß durchquert und so die Top-Sehenswürdigkeiten besucht. Natürlich sollte man hierfür mit leichtem Gepäck unterwegs sein. Eine mögliche Route hierfür wäre Las Galeras – Playa Rincón – Playa El ValleEl Limón – Las Terrenas.

Nachhaltige Aktivitäten in der Dominikanischen Republik

Wichtig für den ökologischen Fußabdruck – nicht so sehr in Bezug auf die Emissionen, aber vor allem auf die soziale und kulturelle Komponente – sind auch die Aktivitäten, die man während einer Reise begeht. Hierbei bietet die Dominikanische Republik enorm viele Highlights, Geheimtipps und Erfahrungen, die oft völlig unbekannt sind und im Schatten der typischen Hotel-Ausflüge stehen.

Wandern in der Dominikanischen Republik

Eine dieser Aktivitäten mit einem besonderen Bezug auf Nachhaltigkeit ist das Wandern in der Dominikanischen Republik. Wie Ihr in meinem Wander-Guide nachlesen könnt, gibt es hier im Land viele tolle Touren, die zu den besten Wanderungen der Karibik zählen. Generell ist Wandern eine der nachhaltigsten Aktivitäten, nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den eigenen Körper.
Hinzu kommt, dass in den letzten Jahren viele sehr interessante Projekte entstanden sind, die sich auf Wanderungen und Ökotourismus in einer ganz bestimmten lokalen Gegend spezialisieren. Die Unterstützung dieser Initiativen bietet nicht nur unvergessliche Erlebnisse für einen Urlaub in der Dominikanischen Republik, sondern auch zusätzliche Einblicke in die Kultur der Landbevölkerung sowie die Unterstützung von Familienbetrieben und lokalen Arbeitsplätzen.

Einige der spannendsten sozial nachhaltigen Wanderprojekte und Wanderungen in der Dominikanischen Republik sind:

Salto La Gritona mit Ecoturismo Lynx:
Bei Ecoturismo Lynx handelt es sich um eine Gruppe junger Guides in Bonao, die in unglaublicher Art und Weise die Berge rund um ihre Heimatstadt unsicher machen. Vor einigen Jahren gab es hier quasi ausschließlich nicht zugänglichen Dschungel, heute kann man mit den lokalen Guides eine Menge Wasserfälle, klarer Bergflüsse und spektakulärer Wanderungen erleben. Eine für (wirkliche) Abenteurer und ambitionierte Geländegänger anspruchsvolle Tour führt zum Beispiel zum Salto La Gritona, den zweithöchsten Wasserfall der Dominikanischen Republik.

der zweithöchte Wasserfall der dominikanischen Republik, der Salto La Gritona

Cueva de la Virgen mit Guanaventuras:
Der Südwesten der Dominikanischen Republik zählt zu den unbekanntesten, aber zugleich auch schönsten Regionen des Landes. Wer diesen näher erkunden möchte, kann mit Guanaventuras eine lokale Initiative des Dorfes La Cienaga unterstützen, welche nicht nur Touren und Wanderungen anbieten, sondern auch seine Dorfbewohner in die Wertschöpfungskette des Tourismus einbeziehen und Souvenirs aus lokalen Produkten herstellen, zum Beispiel Marmelade oder Schmuck. Für eine der unvergesslichsten Wanderungen empfiehlt sich der türkisblaue und kristallklare Fluss Rio La Plaza oder die halboffene und von Wasser durchschossene Cueva de la Virgen.

Los Cacaos mit Luna Herrera Travel:
Was Ecoturismo Lynx für die Bonao-Region und Guanaventuras für die südliche Umgebung von Barahona ist Luna Herrera Travel für Los Cacaos, ein kleines Bergdorf mit vielfältigen Wandermöglichkeiten nicht allzu weit von Santo Domingo entfernt. Auch diese Gruppierung junger motivierter Guides, die den Städtern die Natur näherbringen und die Dominikanische Republik ein Stückchen weiter in Sachen nachhaltigen Tourismus rücken wollen, ist erst vor wenigen Jahren entstanden. Zu den bekanntesten Touren gehört die Wanderung ins Valle del Dios. Wer lieber Wasserfälle erkundet, sollte unbedingt El Tabernaculo in seine Karibikreise einplanen.

das Valle del dios, ein beliebtes Wanderrevier in der dominikanischen Republik

Die genannten Wanderungen sind eher mittlerer (Rio La Plaza, El Tabernaculo) bis hoher Schwierigkeit (Salto La Gritona), doch die jeweiligen Anbieter haben auch einfache Touren im Programm – und das zu absolut günstigen Preisen. Weitere Tipps zum Wandern in der Dominikanischen Republik könnt Ihr Euch auch hier ansehen (~).

Strände und Nationalparks in der Dominikanischen Republik

Was kann nachhaltiger sein, als die wunderschöne Natur der Karibik zu erkunden – vor allem, wenn es nachhaltig und ökologisch passiert, ohne Touristenmassen, mit natürlichen Fortbewegungsmitteln (zu Fuß oder mit dem Fahrrad), ohne Müll oder Spuren zu hinterlassen? Besonders wer sich deutlich abseits von Punta Cana bewegt, hat die wunderschönen Nationalparks oder Strände in der Dominikanischen Republik oft für sich alleine. Als einige der schönsten Erlebnisse und Möglichkeiten für sanften Ökotourismus in der Dominikanischen Republik kann ich die 3 folgenden Aktivitäten empfehlen:

Für Romantiker – Spaziergänge an menschenleeren Stränden:
In der Dominikanischen Republik gibt es nicht nur belebte Strände wie jene in Punta Cana oder Puerto Plata, sondern auch eine Unmenge an absolut menschenleeren, wilden und natürlichen Stränden, die man teils entspannt, teils abenteuerlich erkunden kann. Wer solche Strände sucht, kann sich zum Beispiel den Playa Esmeralda, den Playa Lanza del Norte oder die Strände östlich und westlich von Cabarete näher anschauen.

Playa Blance und Trudillé im Südwesten der Dominikanischen Republik

Für Aktive – mit dem Kajak durch den Los Haitises National Park:
Mangroven gehören zu einem besonders fragilen Teil unseres Ökosystems – auch in der Dominikanischen Republik. Eine der ökologisch verträglichsten Formen, Mangroven zu entdecken, ist mit dem Kayak. Im Nationalpark Los Haitises ist dies möglich und eine besonders schöne Möglichkeit, einen der wichtigsten Nationalparks in der Dominikanischen Republik kennenzulernen.

Eine Kajaktour durch den Los Haitises National Park

Für Abenteuerlustige – Canyoning in der Cordillera Septentrional:
Aber es braucht nicht immer ein Kayak, um das Wasser zu genießen – beim Canyoning ist dies ganz ohne Hilfsmittel möglich. Besonders in der Cordillera Septentrional gibt es einige tolle und abenteuerliche Touren, mit Sicherheit die besten Canyoning-Erfahrungen in der Karibik. Besonders der Magic Mushroom und der Cañon de Arroyo Frio sind einzigartig und für Adrenalinjunkies wärmstens zu empfehlen. Ähnlich den oben vorgestellten Wanderinitiativen gibt es mit Jamao Eco Tours für das Canyoning im Norden der Dominikanischen Republik ebenfalls eine von Einheimischen gegründete und geführte Organisation, die eng mit den lokalen Strukturen verwurzelt ist.

Der Canon Arroyo Frio bei Cabarete an der Nordküste der Dominikanischen Republik

Kulturell die Dominikanische Republik nachhaltig erleben

Doch nicht nur die Natur ist in der Karibik spektakulär, auch kulturell lässt sich die Dominikanische Republik nachhaltig erleben. Dies kann mit einfachen Dingen wie das Respektieren lokaler Gepflogenheiten, das Nutzen dominikanischer Angebote (zum Beispiel beim Essen anstatt internationaler Restaurants) oder dem Erlernen der spanischen Sprache beginnen und kann auf nächster Ebene mit den folgenden Aktivitäten und Touren fortgesetzt werden, die im besonderen Maße auf kulturelle Integrität, soziale Förderung und dem interkulturellen Austausch setzen.

Vertiefende Stadtführung in Santo Domingo:
Vor allem in der wunderschönen und unbedingt besuchenswerten Kolonialzone von Santo Domingo gibt es enorm viele Guides, die ihre Dienste für Stadtführungen anbieten. Während diese definitiv in Ordnung sind und einen guten ersten Überblick über die Geschichte und sehenswerte Bauwerke geben, lohnt es sich, in themenspezifischen Touren mit Einheimischen mehr über die sozialen und kulturellen Besonderheiten zu lernen, zum Beispiel in Bezug auf die Vergangenheit der einheimischen Bevölkerung als Sklaven oder auch über das Nachtleben, was ein enorm wichtiges Kulturgut in der Dominikanischen Republik darstellt.

Das Museo Casa Real in der Zona Colonial, quasi das alte Königsmuseum

Tanzstunden mit einem lokalen Guide:
Apropos Nachtleben, was in der Dominikanischen Republik ebenfalls eine enorm hohe kulturelle Bedeutung hat, ist das Tanzen. Es liegt quasi im Blut eines (fast) jeden Dominikaners. Überall wird getanzt, egal ob auf der Straße, zu Hause, im Büro, im Badezimmer, unabhängig von der Tageszeit. Wer das Tanzen versteht, versteht auch die Dominikaner und leistet so einen sehr wichtigen Beitrag zum interkulturellen Austausch. Um dieser Begeisterung näher zu kommen, empfiehlt es sich, das Tanzen zumindest ansatzweise zu lernen – am besten mit einem lokalen Tanzlehrer, der sich am besten in den großen Städten findet.

Bonye, ein Volksfest und absolutes Muss - jeden Sonntagabend in der Zona Colonial

Die lokalen Produkte der Dominikanischen Republik:
Ebenso wichtig für das Verständnis der dominikanischen Kultur, Traditionen und (nicht finanziellen, sondern materiellen) Reichtümer sind die lokalen Produkte des Landes, allen voran Kaffee, Kakao, Rum, Zigarren und Früchte. Vor allem Kaffee, Rum und Früchte sind auch bei Dominikanern sehr beliebt und gehören zum täglichen Leben. Von daher lohnt sich der Besuch einer Kaffeeplantage oder Rumfabrik. Alternativ gibt es auch den Chocolate Jungle in Salcedo, wo man in einem kleinen Lokalprojekt alles über die Kakaobohne lernen kann und zudem eine riesige Plantage mit allerlei Gemüse und Früchte zum Entdecken hat.

Mangos aus Bani, die Mango-Hauptstadt der Dominikanischen Republik

Fazit

Was denkt Ihr, lassen sich mit diesen Vorschlägen nachhaltige Reisen in die Dominikanische Republik etwas mehr umsetzen?

Natürlich sind all diese Vorschläge und Ideen kein Freifahrtschein, anderswo kräftig die Umwelt zu belasten. Es bleibt dabei, dass die Karibik eine Fernreise-Destination ist – entsprechend emissionsintensiv bleibt die Anreise. Von daher können die hiesigen Aktivitäten und Möglichkeiten lediglich als Teilaspekt betrachtet werden. Zudem soll es als Denkanstoß dienen, wie man einen Urlaub in der Dominikanischen Republik nachhaltiger gestalten kann.

Man sollte einfach bedenken, dass jeder Schritt und jede Initiative sowohl dem Land als auch unserer Welt hilft. Keiner muss sein Leben und sein Reiseverhalten komplett umstellen, um auf einmal vollständig ökologisch zu leben, aber jeder sollte einige Dinge angehen, um uns allen auf dem Weg zu einer besseren und sauberen Welt zu begleiten. Wir als Industrie- und Wohlstandsnationen sollten dabei mit gutem Beispiel vorangehen, damit andere Staaten, vor allem Entwicklungsländer wie die Dominikanische Republik, in einigen Jahren folgen können.

FAQ

Kann man nachhaltig in die Karibik reisen?
Ein komplett nachhaltiger Urlaub ist aufgrund des Langstreckenfluges schwierig, doch im Urlaub selbst gibt es viele Möglichkeiten, einen nachhaltigen und ökologischen Tourismus zu unterstützen.

Wie sieht nachhaltiger Tourismus in der Dominikanischen Republik aus?
Es gibt vor allem auf Makroebene viele Initiativen für nachhaltigen Tourismus in der Dominikanischen Republik. Einige Beispiele hierfür sind Wanderinitiativen, Eco-Lodges oder sich auf den Ökotourismus fokussierende Projektgruppen.

Wie kann ich meinen Karibikurlaub nachhaltig gestalten?
In der Karibik, wo All-Inclusive Resorts weit verbreitet sind, sollte man versuchen, auf diese Form des Reisens zu verzichten und lieber lokale Gästehäuser sowie familiengeführte Unterkünfte bevorzugen. Dies ist in der Dominikanischen Republik problemlos möglich.

Wie funktioniert Ökotourismus in der Dominikanischen Republik?
Ökotourismus fokussiert sich vor allem darauf, die Natur kennenzulernen, ohne diese zu beeinträchtigen. In der Dominikanischen Republik ist dies vor allem in Eco-Lodges, auf geführten Wanderungen oder mit ausgewählten Nationalpark-Guides möglich.

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung des Unterwegs Outdoor Shop veröffentlicht. Vielen Dank dafür! Der Reisebericht spiegelt (wie jeder Artikel hier bei My Travelworld) ausschließlich meine eigene subjektive Meinung wieder.

Chris (My Travelworld)

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich um die 70 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Von 2015 bis 2019 habe ich in der Dominikanischen Republik gewohnt - die Karibik hat es mir sehr angetan - und habe das Land ausgiebig abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkundet. Seit einigen Monaten bin ich nun als Digitaler (Halb-)Nomade unterwegs und entdecke die Welt, wobei sich meine Home Base weiterhin in der "DomRep" befindet. Für Fragen und Feedback freue ich mich über Eure Kontakt-Aufnahme - am besten per Kommentar unter den jeweiligen Artikel, da es hier auch gleich anderen hilft.
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