Cousin Island, L‘Ile Curieuse, St. Pierre, St. Anne – die kleinen Inseln der Seychellen

Neben den bekannten Hauptinseln La Digue, Praslin und Mahé bestehen die Seychellen noch aus etwas mehr als 100 weiteren Inseln, die es neben den Malediven, Indonesien und den Philippinen zu einem der bekanntesten Inselstaaten weltweit machen. Während vor allem die Inseln der Outer Islands teils bis zu 1000 Kilometer entfernt sind, könnt Ihr einige der Inner Islands während Eurer Seychellen-Reise individuell, als Tagesausflug oder auch im Rahmen mehrtägiger Touren oder Kreuzfahrten erkunden. Im folgenden Artikel teile ich unsere Erfahrungen von verschiedenen Inseln mit Euch, immerhin besuchten wir noch eine ganze Reihe weiterer schöner Eilande.

Reisezeitraum: Mai 2024
Geschrieben: Mai 2024
Veröffentlicht: Juli 2024

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Cousin Island – eine Mini-Safari auf den Seychellen

Was gibt es zu sehen?

Cousin Island ist eine als Naturreservat deklarierte Insel nahe der Nordküste von Praslin, welche vor allem für ihre Schildkröten- und Vogelpopulationen bekannt ist. Die Insel darf ausschließlich mit einer geführten Tour betreten werden und führt durch Mangrovenwälder und unberührte Natur, wenngleich die Insel mit nur 0,34 Quadratkilometer ziemlich klein ist.

Highlight von Cousin Island sind definitiv die Aldabra-Riesenschildkröten, die hier ungefährdet leben können und beeindruckend zu beobachten sind. Rund ein Dutzend dieser besonderen Reptilien leben auf der Insel, sodass die Wahrscheinlichkeit, welche zu sehen, bei nahezu 100% liegt. Direkt am Eingang begrüßten uns drei prächtige Exemplare, die gemütlich die lokalen Pflanzen verspeisten.

Eine der großen Aldabra-Schildkröten auf Cousin Island

Auch in Bezug auf Vogelbeobachtungen gibt es auf Cousin Island perfekte Möglichkeiten, sodass selbst einfache Handy-Fotografen wie ich schnell und einfach zu beeindruckenden Bildern kommen. Bekannt ist die Insel u.a. für den Seychellen-Rohrsänger, aber auch den Weißschwanz-Tropikvogel oder den Braunnoddi kann man hier relativ einfach erspähen – so einfach, dass man hier sogar mit einer simplen Handy-Kamera sehr gute Bilder von den Vögeln machen kann.

Vogelbeobachtung auf Cousin Island, Seychellen

Neben den Schildkröten und Vögeln gibt es auf Cousin Island auch den Seychellen-Flughund, der jedoch auch auf vielen anderen Inseln der Seychellen einfach zu erspähen ist.

Nehmt Euch für einen Besuch auf Cousin Island unbedingt Moskitospray mit. Während auf den sonstigen Seychellen Moskitos nur bedingt ein Problem sind, sind sie hier auf Cousin Island in hoher Anzahl heimisch und berühmt berüchtigt. Mit langer und leichter Kleidung würdet Ihr Euch zusätzlich einen noch größeren Gefallen tun.

Wie kommt Ihr hin?

Cousin Island kann nur im Rahmen eines geführten Ausflugs besucht werden, entweder von Praslin aus oder im Rahmen einer Seychellen-Kreuzfahrt. Wir fuhren von Mahé aus nach Cousin Island (rund 4 Stunden Fahrt) und setzten unsere Fahrt anschließend in Richtung Praslin und der Ile Curieuse (rund 45 Minuten Fahrt) fort.

Geführte Tour mit Guide auf Cousin Island

Alternativ könnt Ihr einen Ausflug ab Praslin buchen und somit mit einem Speedboat nach Cousin Island übersetzen. Hier könnt Ihr Euch eine mögliche Option anschauen (~). Nur wegen den Schildkröten müsst Ihr aber nicht nach Cousin – die könnt Ihr auch auf der Ile Curieuse oder auf La Digue sehen. Bucht Ihr eine Tour, achtet unbedingt darauf, ob der Eintrittspreis im Tourpreis inklusive ist.

Eintritt für Cousin Island

Der Eintritt für Cousin Island beträgt 600 SCR pro Person (was relativ teuer ist – Spar-Tipps für die Seychellen findet Ihr hier), also rund 40 Euro. Dabei ist die Führung inklusive. Die Haupttour des Tages startet um 10:00, Eure Tour bzw. Eure Kreuzfahrt wird dies entsprechend berücksichtigen. Wollt Ihr Cousin Island individuell besuchen, müsstet Ihr andere Besuchszeiten vorher abklären. Die geführte Tour (in Englisch oder Französisch) dauert rund 1.5 Stunden.

L’Ile Curieuse – ein bisschen Karibik-Feeling und ebenfalls Schildkröten

Was gibt es zu sehen?

Wer auf die Moskitos verzichten möchte und dennoch die riesigen Schildkröten sehen möchte, kann sich auch einen Ausflug auf die Ile Curieuse überlegen. Hierbei handelt es sich ebenfalls um ein Naturreservat, welches das Zuhause vieler Schildkröten ist.

Eine Aldabra-Riesenschildkröte auf den Seychellen

Hinzu kommt mit dem Anse St. José ein schöner (aber nicht spektakulärer) Strand, der zumindest bei mir Erinnerungen an die Saona-Insel in der Dominikanischen Republik aufkeimen ließ – auch weil der Anse St. José hier recht beliebt ist und zahlreiche Boote anlegen.

Der Anse St. Jose auf der Ile Curieuse auf den Seychellen

Neben Entspannen, Baden und Beach-BBQ ist die Hauptaktivität auf der Ile Curieuse der rund 1,5 Kilometer lange Trail, der vom Schildkröten-Reservat zum Anse St. José führt. Hier führt ein Pfad sowohl durch die Mangroven (der längste Boardwalk der Seychellen – was wahrscheinlich nicht allzu schwer ist) als auch zu einem Aussichtspunkt über den so genannten Turtle Pond. Vor allem viele kleine Meerestiere wie Krabben und Meeresschnecken lassen sich hier beobachten.

Der kleine Wanderweg auf der Ile Curieuse, der längste Boardwalk der Seychellen

Wie kommt Ihr hin?

Ein Ausflug auf die Ile Curieuse wird Euch auf Eurem Weg durch Praslin sehr häufig begegnen – oft in Kombination mit dem Anse Lazio, einem der beliebtesten Strände auf Praslin, oder mit St. Pierre, einer kleinen Felseninsel mit exzellenten Schnorchelbedingungen. Hier könnt Ihr Euch solch eine Kombinationstour aus Ile Curieuse + St. Pierre ansehen (~) – wir hatten auf St. Pierre unsere tollsten Schnorchelerlebnisse, wie Ihr gleich bei unseren Erfahrungen zur nächsten Insel nachlesen könnt.

Natürlich könnt Ihr Euch auch individuell ein Boot mieten und von Praslin zur Ile Curieuse herüberfahren, günstig ist dies aber nicht wirklich. Alternativ steuert Ihr die Ile Curieuse mit ziemlicher Sicherheit im Rahmen einer Seychellen-Kreuzfahrt an, insofern Ihr Euch für eine solche spezielle Tour entscheidet.

Eintritt für die Ile Curieuse

Der Eintritt für die Ile Curieuse beträgt 300 SCR, also rund 20 Euro. Insofern Ihr eine Tour bucht, schaut am besten in der Ausflugsbeschreibung, ob die Eintrittsgebühr inklusive ist. Die Gebühr berechtigt zum Betreten der Insel sowie der Strände und Wanderwege, wobei letzterer zum Anse Badamier aktuell gesperrt ist.

Tour zur Ile Curieuse & St. Pierre (~)

St. Pierre – Spektakuläres Schnorcheln trotz toter Korallen

Was gibt es zu sehen?

St. Pierre ist eine Miniaturinsel mit einer Größe von geschätzt 50 x 50 Meter (wahrscheinlich sogar weniger) sowie einer noch kleineren aus dem Meer ragenden Gesteinsformation direkt nebenan, die gewissermaßen als zweite Insel betrachtet werden kann. Vor allem die „größere“ Insel ist enorm pittoresk und wunderschön, auch wenn ich leider beim näheren heranfahren keine Fotos machen konnte, da wir auf Schnorchelmission waren und ich daher meine Kamera auf dem Hauptboot zurückließ.

Der fantastische Schnorchelspot St. Pierre, eine kleine Insel auf den Seychellen

Genau das Schnorcheln ist dann auch das große Highlight auf St. Pierre. Es war mit Abstand das beste Schnorcheln auf den Seychellen – die Artenvielfalt war überragend und die teils farbigen Steine trugen ihr übriges zum spektakulären Schnorchelerlebnis bei. Wahrscheinlich war es sogar die beste Schnorcheltour meiner kompletten „Reise-Karriere“ – wenngleich man ehrlicherweise auch sagen muss, dass die anderen Schnorchelspots, die wir während unserer Seychellen-Reise ansteuerten bzw. probierten (Beau Vallon, Baie Ternay, St. Anne), sonst eher durchschnittlich waren.

St. Pierre verzauberte uns jedoch und bot ein richtiges Unterwasser-Spektakel. Zu den Highlights gehörten eine riesige Meeres-Schildkröte, ein mindestens ebenso großer schwarzer Stachelrochen sowie ein durchaus beachtlicher Riffhai – nicht zu vergessen die dutzenden (oder hunderte?) weiteren Fische, die wir beim Schnorcheln rund um die zwei Mini-Inseln entdeckten.

Wie kommt Ihr hin?

St. Pierre befindet sich in der Nähe von Praslin, kann aber per Privatboot auch von La Digue aus angefahren werden. Wir waren mit Silhouette Cruises vor Ort und verbrachten auch gleich die Nacht in der Nähe dieser spannenden Seychellen-Insel.

Alternativ könnt Ihr Euch auch auf Praslin ein Boot chartern oder einen Ausflug nach St. Pierre buchen (~).

Eintritt für St. Pierre

St. Pierre an sich kann nicht wirklich begangen werden, sodass für die Insel theoretisch kein Eintritt fällig wird – dennoch müsst Ihr 200 SCR bezahlen, in aller Regel an Euren Boots-Captain, denn St. Pierre gehört zum Marine Park-Schutzgebiet.

Sainte Anne bzw. Ste. Anne Marine Park

Was gibt es zu sehen?

Sainte Anne ist ebenso wie die Ile Curieuse oder St. Pierre ein Marine Park, das heißt die Unterwasserwelt steht unter besonderem Schutz. Aus diesem Grund ist dieses Gebiet ein beliebtes Schnorchelrevier – ideal für einen kurzen Ausflug ab Mahé, denn Ste. Anne befindet sich nur 5 Kilometer von Mahés Küste entfernt. Der Artenreichtum hier war in der Tat enorm, besonders vor der Küste der benachbarten Ile Moyenne fanden wir zwar keine klare Sicht und auch kaum intakte Korallen, dafür aber ein beeindruckendes Durcheinander von Fischen aller Couleur. Die Vielfalt an kleineren Meeresbewohnern hier dürfte noch höher als in St. Pierre gewesen sein, auch wenn wir keine „großen“ Exemplare wie Haie, Rochen oder Schildkröten sahen.

Der Ste. Anne Marine Park

Mindestens ebenso spannend geht es über dem Wasser zu, denn zum Sainte Anne Marine Park gehören neben Ste. Anne noch 5 weitere Inseln: Moyenne, Round Island, Long Island, Cerf und die Île Caché. Um die Inseln zu erkunden, bietet sich ein Kajak an, zumal das Wasser zutiefst türkisblau ist – wenn nicht gerade wie in unserem Falle ein dicker Regenschauer um die Ecke kommt. ;-)
Zum Glück sahen wir einige Tage später die Inselgruppe und den Marine Park nochmals von oben.

Blick auf Ste Anne Island von Mahe aus

Ob man Ste. Anne selbst betreten kann, kann ich Euch gar nicht genau sagen. Ein spannender Trail führt bis auf 250 Höhenmeter nach oben und dürfte eine spannende Aussicht auf die Inselgruppe erlauben. Allerdings ist die Insel zu Hause eines Luxusresorts, dem Club Med Seychelles, sodass ich nicht weiß, ob ein Zugang hier möglich ist.

Wie kommt Ihr hin?

Ste. Anne ist nur 5 Kilometer von Mahé entfernt. Halbtages- oder Tagesausflüge werden in vielen Hotels angeboten. Alternativ findet Ihr hier zwei tolle Touren in den Ste. Anne Marine Park:
Tour 1: Ste. Anne Marine Park & Moyenne Island per Katamaran (~)
Tour 2: St. Anne Marine Park Riffsafari (~)

Eintritt für den Sainte Anne Marine Park

Wie für viele andere Schutzgebiete und Inseln auf den Seychellen müsst Ihr auch für Ste. Anne eine Marine Park Fee bezahlen (mehr zu den Eintrittspreisen auf den Seychellen hier). Die Gebühr bzw. der Eintritt beträgt 200 SCR und wird in der Regel über Euer Boot abgerechnet.

Ich bin Christian und liebe das Reisen genauso, wie darüber zu berichten - deswegen dieser Reiseblog. Nachdem ich 3 Jahre im Paradies der Karibik (Insel Grenada) gelebt habe, bin ich mit dem Rucksack um die Welt gereist. Mittlerweile habe ich um die 70 Länder besucht, das Reisefieber ist aber immer noch nicht gestillt. Von 2015 bis 2019 habe ich in der Dominikanischen Republik gewohnt - die Karibik hat es mir sehr angetan - und habe das Land ausgiebig abseits von All-Inclusive und Hotelkomplex erkundet. Seit einigen Monaten bin ich nun als Digitaler (Halb-)Nomade unterwegs und entdecke die Welt, wobei sich meine Home Base weiterhin in der "DomRep" befindet. Für Fragen und Feedback freue ich mich über Eure Kontakt-Aufnahme - am besten per Kommentar unter den jeweiligen Artikel, da es hier auch gleich anderen hilft.
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