Satte 14 Jahre ist es her, dass hier der erste Blog-Artikel zu unserer Fahrt mit dem Nachtzug von Deutschland nach Budapest erschien, denn im Jahre 2012 fuhr ich erstmals diese Strecke. Nun, mehr als anderthalb Jahrzehnte später, ging es erneut auf die selbe Fahrt – wieder mit dem Nachtzug. Es ist immer interessant zu beachten, was sich seitdem verändert hat – in diesem Fall ist es aber fast noch spannender, was sich NICHT verändert hat. Um Euch den direkten und unverblümten Vergleich zu lassen, wie meine Eindrücke und Erfahrungen mit dem Euronight Nachtzug jeweils waren, findet Ihr den Original-Artikel unverändert ebenfalls hier in diesem Blog-Artikel. Beginnen werde ich der Aktualität wegen aber mit unserer Fahrt aus dem Jahr 2026, die uns anschließend sogar bis nach Montenegro weiterführte.
Inhalt dieses Reise-Artikels
Mit dem Nachtzug von Dresden/Berlin nach Budapest – im Jahr 2026
Der Plan
Beginnen wir zunächst einmal kurz mit der logistischen Einordnung – warum nahmen wir überhaupt den Nachtzug?
Während wir vor 14 Jahren noch 1 Tag in Budapest einlegten, war die ungarische Hauptstadt diesmal gar nicht unser eigentliches Ziel, denn nach Ankunft in Budapest fuhren wir direkt mit dem nächsten Zug in Richtung Szeged im Süden Ungarns weiter. Immerhin hatten wir uns auch vor 2 Jahren für 2 Tage Ungarns Hauptstadt angesehen.
Doch auch Szeged war nicht unser Endziel, sondern lediglich eine Zwischenstation für 1 Nacht. Wir hatten uns das kleine Mini-Abenteuer gesetzt, mit dem Zug nach Montenegro zu fahren. Deswegen ging es von Ungarn aus zunächst weiter nach Serbien, wo wir 4 Nächte in Belgrad verbrachten und anschließend nahmen wir einen weiteren Nachtzug – die landschaftlich schöne Strecke von Belgrad nach Bar in Montenegro mit dem Lovcen-Zug.
Doch nicht nur hier planten wir eine spannende Nachtzug-Reise. Während die Tour von Dresden nach Budapest vor 14 Jahren meine nahezu erste Nachtzug-Erfahrung war, sind vor allem in den letzten 3-4 Jahren zahlreiche weitere hinzugekommen, die ich auch ausführlich hier auf dem Reiseblog beschrieben habe:
– 60 Stunden im Zug von Tansania nach Sambia
– Mit dem Nachtzug in Vietnam unterwegs
– Mit dem (Nacht-)Zug in Indien (von Kota nach Mumbai)
– Mit dem Nachtzug in Thailand (von Trang nach Bangkok)
– Mit dem European Sleeper von Brüssel nach Dresden (folgt)
Die günstigsten Nachtzug-Tickets
Nachtzüge erleben aktuell ja durchaus eine Renaissance – vor allem dank der ÖBB, der Österreichischen Bundesbahn. Diesen haben in den letzten Jahren ein mitunter beeindruckendes Netz an Nachtzug-Verbindungen aufgebaut – wie ich finde trotz einiger Promo-Angebote aber zu teils enorm hohen Preisen. Wenn man nur irgendwie die Nachtzug-Strecken gen Süden nehmen möchte, u.a. jene nach Vendig, Rom und Zagreb, ist man eigentlich fast immer mit mindestens 120 bis 150 Euro pro Person dabei, wenn man mindestens einen Liegewagen buchen will.
Doch zum Glück gibt es Alternativen, die vor allem bei unseren osteuropäischen Nachbarn und Staaten zu finden sich, allen voran bei der tschechischen Bahn (Ceske Drahy) und ungarischen Bahn (MAV). Denn Während beispielsweise unser Nachtzug von Berlin und Dresden nach Budapest im Sitzbereich bei der Deutschen Bahn gebucht 89 Euro kostete, waren es bei der ungarischen Bahn nur rund 35 Euro – für den selben Zug, der schließlich auch von der MAV betrieben wird.

Die Buchung bei der ungarischen Bahn ist logischerweise nicht ganz so intuitiv, wie wir es aus Deutschland gewohnt sind, dann guter englischsprachiger Seite aber wirklich einfach und schnell machbar. Dennoch solltet Ihr natürlich immer mit den anderen Seiten quervergleichen, denn manchmal können auch die anderen Anbieter günstiger sein – die Regel ist es allerdings nicht:
– Deutsche Bahn (DB)
– Tschechische Bahn (CD)
– Österreichische Bahn (ÖBB)
– Ungarische Bahn (MAV)
– Omio als Drittanbieter mit verschiedenen Kontingenten
Sitzbereich, Liegewagen oder Schlafwagen
Im vorherigen Abschnitt hatte ich gerade den Sitzbereich bzw. die Buchungsklasse angesprochen, was ein ganz wichtiger Punkt für jede Nachtzugfahrt weltweit ist.
Generell gibt es heutzutage, wie auch im Jahr 2012 und eigentlich schon seit vielen Jahrzehnten, in Nachtzügen in aller Regel die folgenden 3 Buchungskategorien:
– Sitzbereich/Schlafsessel
– Liegewagen
– Schlafwagen
Den Sitzbereich würde ich für einen Nachtzug nur seltenst empfehlen, da man in einem 6er-Abteil im Prinzip nur normale Sitze hat. Zwar kann man diese manchmal zu einer Art Liegefläche verbinden – bei 6 sich unbekannten Personen hilft dies aber eher wenig, wenngleich ich fand, dass dieser Bereich bei der MAV vom Platzangebot sehr großzügig war – ganz im Vergleich zur ÖBB, die ich im selben Zug begutachten konnte und die richtig eng waren.
Hier ein Foto des MAV-Sitzabteils im Nachtzug:

Viel bequemer ist aber natürlich der Liegewagen, für den wir uns auch im Nachtzug nach Budapest entschieden und den wir auch bei den meisten anderen der oben erwähnten Nachtzug-Erlebnisse buchten. Beim Liegewagen, egal ob beim NightJet der ÖBB oder bei anderen Anbietern wie MAV, Ceske Drahy oder European Sleeper, handelt es sich um ein Abteil, wo die Sitze zu 4 oder 6 individuellen Liegen umgeklappt werden können – jeweils 2 (4er Liegewagen) oder 3 (6er Liegewagen) übereinander. Es ist gerade im 6er Liegewagen zwar relativ eng, aber man hat sein eigenes Bett, bekommt Bettwäsche gestellt und kann in horizontaler Position gemütlich die Nacht über durchschlafen.
Da unser Nachtzug bereits in Berlin losfuhr und wir erst in Dresden zustiegen, konnte ich leider keine optimalen Fotos machen, aber hier bekommt Ihr mal einen Einblick in einen 4er-Liegewagen.

Beim Schlafwagen handelt es sich schließlich um ein minimal geräumigeres Abteil, welches in der Regel etwas breitere Betten sowie oft auch ein Waschbecken, selten eine Toilette beinhaltet. Diese können oft auch privat gebucht werden und bieten meist 1, 2 oder 3 Betten, sind dafür aber auch deutlich teurer, weshalb meines Erachtens der Liegewagen die beste Kombination aus Preis und Leistung ist.
Unsere Erfahrungen und Eindrücke der Fahrt
Um 22:10 konnte demnach der Start unserer Reise mit der Bahn in Richtung Montenegro beginnen. Erste Etappe: Dresden – Budapest.
Wie schon vor 14 Jahren fährt der Nachtzug nach wie vor in Berlin los, wir stiegen entsprechend zu. Unsere 6er-Kabine war bereits mit 4 Mitreisenden belegt, von denen einer schon schlief, weil er bereits im Morgengrauen irgendwo auf halbem Weg ausgestiegen ist. Entsprechend war auch das Abteil bereits komplett in der Schlaf-Konfiguration, wobei dies lt. den Mitreisenden wohl schon beim Start in Berlin der Fall war. Die Betten werden also nicht mehr wie früher erst während der Fahrt heruntergeklappt (siehe Reisebericht unten aus dem Jahr 2012).
Auf dem Bett lagen neben frischer Bettwäsche auch eine Wasserflasche und eine riesige ungarische Rum-Kokosnuss-Kakao-Praline – eine durchaus nette Geste.

Vor dem Schlafengehen drehte ich noch eine Runde durch den Zug und schaute mir auch die oben beschriebenen Sitzbereiche und Schlafwagen an. Da es sich um einen Gemeinschaftszug von ÖBB und MAV handelte, konnte ich mir auch den ÖBB Nightjet näher ansehen, der im Wesentlichen aber außer ein bisschen neuerer Farbe keine Unterschiede aufwies.
Der Zug wurde in Breclav in der Tschechischen Republik geteilt. Der ÖBB-Teil fuhr weiter in Richtung Graz (Nachtzug Berlin – Graz), der MAV-Teil weiter in Richtung Budapest (Nachtzug Berlin – Budapest). Gleichzeitig wurde unser Zugteil aber aus einem aus Warschau kommenden Nachtzug angehängt (Nachtzug Warschau – Budapest) – eine spannende Logistik.

WiFi gab es im Zug übrigens nicht.
Pro Zugabteil gab es 2 Toiletten und 2 Waschzellen mit Waschbecken. Eine Dusche war nicht vorhanden.
Die Sauberkeit hier war in Ordnung und selbst am Morgen nach 12 Stunden Fahrt (13 Stunden Berlin – Budapest, 11 Stunden Dresden – Budapest) sah es noch recht ordentlich aus.
My Travelworld Tipp: Persönlich bevorzuge ich immer Nachtzüge, die mindestens 10 Stunden dauern, sodass man wirklich gut Zeit hat, sich einzurichten und auch mindestens 8 Stunden schlafen kann.

Am Morgen wurden wir gegen 07:15 geweckt, da dann das Frühstück serviert wird. Frühstück ist hierbei definitiv übertrieben, denn es besteht lediglich aus einem Mini-Marmeladen-Teigtaschen sowie einem Getränk (Kaffee, Tee oder Saft). Hier hat sich also seit 14 Jahren auch nichts verändert.

Das Frühstück kann man also gerne auslassen uns getrost noch 1 Stündchen weiterschlafen, denn die Ankunft in Budapest war erst gegen 08:50, wobei wir sogar 15 Minuten früher als geplant ankamen. Ob es das bei der Deutschen Bahn mal geben wird?
Weiterfahrt nach Szeged, Serbien und Montenegro
In Budapest kamen wir am Bahnhof Nyugati an, von wo aus glücklicherweise direkt ein Zug nach Szeged weiterfuhr. Prüft bei Eurer Buchung bzw. Reiseplanung auf jeden Fall genau, an welchen Bahnhof Ihr in Budapest ankommt, denn es gibt mehrere große Bahnhöfe, die von internationalen Zügen angefahren werden – darunter Budapest Keleti pu, Budapest Nyugati, Budapest-Kelenföld und Budapest Déli.
Das Ticket nach Szeged kauften wir für 10 Euro direkt vor Ort am Automaten. Der Preis hierfür ist immer gleich, sodass eine Vorausbuchung nicht notwendig ist. Alternativ lässt es sich aber auch online bei der MAV buchen.
Szeged erreichten wir schließlich nach rund 2.5 Stunden in einem normalen ungarischen Regionalzug mit 6er-Sitzabteilen.
Wer über die Weiterreise mit dem Zug nach Montenegro weiterlesen möchte, findet die weiteren Artikel hier im Blog. Zunächst ging es über den Grenzübergang bei Subotica nach Serbien, anschließend blieben wir ein paar Nächte in Belgrad, ehe dann der nächste Nachtzug mit dem Lovcen von Belgrad via Podgorica nach Bar folgte. Die Artikel kann ich hoffentlich in den kommenden Wochen und Monaten veröffentlichen.


Mit dem Nachtzug von Dresden/Berlin nach Budapest – im Jahr 2012
Über Nachtzüge scheiden sich wohl die Geister. Auf der einen Seite steht die kleine Gruppe von Fans, die auf die Zugfahrt während der Nacht schwören, vor allem weil es die Hotelkosten spart. Die andere, wahrscheinlich größere Gruppe, würden keine 10 Pferde in solch ein Mini-Abteil bekommen. Auch wenn es nicht das Non-Plus-Ultra ist, positiv überrascht war ich dennoch nach unserer Fahrt mit dem EuroNight von Dresden nach Buadapest.
Reisezeitraum: September 2012
Geschrieben: Oktober 2012
Veröffentlicht: November 2012
>> Zur Hotelbewertung Royal Park Boutique Hotel Budapest
>> Zum Reisebericht Budapest
>> Zu meinen Impressionen aus Dresden (2018)
>> Zu den Erfahrungen mit der Deutschen Bahn in Coronazeiten (2021)
Planung und Buchung
Die Planung dieser Fahrt lief bei mir wie fast immer über 8 Ecken und Kanten. Ursprünglich wollte ich von Dortmund nach Cluj-Napoca in Rumänien fliegen und zur Anreise zum Flughafen ebenfalls einen Nachtzug nutzen. Da sich im Laufe der Recherche jedoch andere Reisezeiten ergaben, weil sich noch eine Person meinen Reiseplänen anschloss, wurde kurzerhand umgeplant und ein Flug von Budapest nach Targu-Mures rückte in den Vordergrund. Passend dazu war dann die Fahrt mit dem Euronight einen Tag vorher, die nicht nur mit 50 € für den Liegewagen sehr erschwinglich war, sondern uns auch 24 Stunden Aufenthalt für die schöne Metropole Budapest einbrachte.
Gebucht hatte ich direkt auf der Website der Deutschen Bahn. Neben dem Liegewagen, über den ich hier in diesem Artikel ausführlich berichten werde, gab es noch das Abteil mit Schlafsesseln für ca. 30 € pro Person (im Prinzip fast identische Sitze mit den aus den IC’s bekannten 6er-Abteilen) sowie das Schlafabteil mit „richtigen“ Betten für um die 80 €. Mit dem Liegewagen wählten wir also die goldene Mitte.
Etwas schade war, dass es während der Buchung keine Möglichkeit der eigenen Sitz-/Schlafplatzwahl gab. Die Betten wurden automatisch vom System zugewiesen und wir bekamen im 6er-Abteil mit 3 Betten übereinander die beiden obersten Betten zugewiesen. Zunächst war ich davon wenig begeistert (ich hasse es schon, bei Doppelstockbetten hochzuklettern) und kontaktierte sogar den Kundenservice der Deutschen Bahn, dem jedoch eine Änderung nicht möglich war. Letztendlich sollten sich die beiden oberen Betten aber als wahrer Glücksgriff erweisen.
Der Liegewagen
Sonntagabend, 21:08, Dresden Hauptbahnhof – nun sollte unser kleines Zugabenteuer endlich losgehen. Spannung war definitiv vorhanden, schließlich war es meine erste aktive Nachtzugfahrt überhaupt (eine Fahrt im Schlafwagen im Alter von 14 Jahren mal ausgenommen). Dank pünktlicher Ankunft aus Berlin stand der Euronight auch bereits am Gleis.

„Alle einsteigen, bitte“, darf ich nun einmal treffend titulieren. Auf geht’s zur kleinen Führung durch unsere „Mini-Schachtel“.
Ja, so könnte man unser 6er-Abteil durchaus treffend bezeichnen. Beim ersten Blick in den Liegewagen konnte ich noch nicht wirklich erahnen, wie hier einmal 6 Personen schlafen sollen.

Die Auflösung folgt später. :-)
Zunächst allerdings folgte eine kurze Kennenlernrunde mit den anderen Mitfahrern. 3 rustikale Berliner teilten sich mit uns das Abteil, die gemeinsam auf dem Weg zum Männer-Wanderurlaub in der Hohen Tatra waren. Deren Sixpack Bier war entsprechend schnell geleert, aber glücklicherweise konnten wir mit unseren insgesamt 4 Piccolo-Flaschen Wein entgegenhalten.
Bevor aber falsche Gerüchte aufkommen: wir haben uns alle gut vertragen und man kann es in Bezug auf die fremden Mitreisenden sicher auch schlimmer treffen.
Nun stellte sich also die spannende Frage, wie in dieses vielleicht 9 Kubikmeter große Abteil (3 Meter hoch x 2 Meter lang x 1,5 Meter breit) tatsächlich 6 Betten hineinpassen sollen. Der (nette tschechische) Schaffner beantwortete sie uns. Wir (bzw. unsere Mitfahrer) signalisierten, dass doch jetzt Bettzeit sei und er bitte die Kabine umbauen solle.

Gesagt, getan – und des Rätsels Lösung war gefunden. Nur beziehen mussten wir die Betten selber, doch anschließend zeigten sich tatsächlich sechs nutzfertige Pritschen (denn der Begriff „Bett“ wäre im Komfort dann doch etwas zu hoch gegriffen).

Die Nacht
Mit dieser Umbauaktion verabschiedeten sich unsere 3 Mitreisenden zu Bett. Wir ließen ihnen soweit es ging Platz (haha) und machten es uns im Gang gemütlich (nochmal haha – beides erforderte ordentlich Gelenksport). Oder anders ausgedrückt: unsere 3 Bettgänger drehten und wendeten sich irgendwie in ihre Betten hinein während wir im Gang mit Weinchen ein Stehbankett veranstalteten – diese Version trifft es dann schon eher, denn Platz fehlte irgendwie an allen Ecken und Enden.
| My Travelworld Tipp |
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| Ein Einschlafbierchen oder ein Gute-Nacht-Wein kann im Nachtzug Gold Wert sein. :-) |
Einzig das Bett selbst, war gar nicht mal so miniaturmäßig – wenngleich auch furchtbar hart. Überraschenderweise konnte ich bei einer sehr ruhigen Zuglage während der Fahrt sogar volle acht Stunden schlafen, das hätte ich im Vorhinein niemals zu träumen gemocht. Hierbei zeigte sich auch der Vorteil unserer Betten in der 3. Etage, denn während unsere Kabinenteiler bereits nachts um 04:00 aufstehen und packen mussten, um den Zug pünktlich in Bratislava zu verlassen, hatten wir bis halb acht Zeit, da die Ankunft in Budapest erst um 08:00 geplant war. Insofern war die Bettenverteilung optimal. Wer also die Chance hat, mit seinen Mitreisenden die Bettenordnung festzulegen, sollte diese so wählen, dass die am längsten Fahrenden die oberen Liegen bekommen.
Geweckt wird übrigens vom Schaffner – man muss also keine Angst haben, dass man es verschläft.
| My Travelworld Tipp |
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| Nicht wundern, nach der Fahrkartenkontrolle sammelt der Schaffer die Tickets ein – und gibt sie erst am nächsten Morgen wieder zurück. Etwas ungewöhnlich, aber das scheint so die Regel zu sein. |
Das „Leben“ im Liegewagen: Gepäckablage, Sanitäreinrichtungen und Verpflegung
Bitte entschuldigt, wenn ich hier keine sinnvollere Zwischenüberschrift gefunden habe – aber ein wenig möchte ich natürlich auch noch um das Drumherum berichten. Dies ist vor allem wichtig, damit Ihr nicht völlig deplatziert mit Riesen-Hartschalenkoffer, Erwartungen eines 10qm-Bades und Hunger auf ein Gourmet-Menü im Nachtzug aufkreuzt.
Thema Gepäck: wir Ihr bereits an obigen Fotos gesehen habt, sind die Abteile nicht gerade riesig. Stauraum gibt es lediglich ein bisschen auf dem Fußboden unter den Betten sowie quasi im „Dach“ über den obersten Etagenbetten. Auch aus diesem Grund empfehle ich übrigens – sofern verhandelbar – die oberen Betten, da man hier deutlich bequemer seine sieben Sachen ausbreiten kann. Egal, wo das Gepäck verstaut werden soll, mit einem sperrigen Koffer seid Ihr definitiv fehl am Platze, denn auch außerhalb des Abteils gibt es im Gegensatz zu manchen ICE’s keine Abstellmöglichkeiten.
| My Travelworld Tipp |
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| Wenn möglich nur mit Rucksack oder Reisetasche Nachtzug fahren. Sperrige Hartschalenkoffer sind nahezu kaum zu verstauen. |
Thema Sanitäreinrichtungen: Zug-WC’s gehören gemeinhin nicht gerade zu den beliebtesten Räumlichkeiten des Menschen, sicher dicht gefolgt vom Bahnhofsklo. Sollte man sich hier ausgiebig vertun wollen, empfiehlt sich das am Anfang der Reise. Nach der Nacht sollte man sich hier nur noch auf das Nötigste beschränken, da die Sauberkeit des WC’s unter der häufigen Benutzung im Laufe der Fahrt doch ein wenig leidet.

Thema Verpflegung: Vornweg – das Bordbistro probierten wir nicht aus. Über Quali- und Quantität kann ich also nichts sagen, aber Gourmetmenüs sollte man sicher nicht erwarten. Wer also wählerisch ist, darf sich vor der Fahrt gerne noch einmal am nächstbesten Bahnhofsimbiss bedienen.
Was für mich jedoch etwas überraschend kam, war, dass es überhaupt eine (im Preis inkludierte) Minimalversorgung gab. Diese bestand aus einer 0,5l Flasche Wasser zu Beginn der Fahrt sowie einem Orangensaft, Croissant und Tee/Kaffee zum Frühstück. Zwar absolut nicht überragend, aber besser als nichts.

Ankunft in Budapest und Fazit
Nach dem oben angesprochenen Wecken durch den Schaffer und dem Mini-Frühstück sponsored by Deutsche Bahn tuckerten wir schließlich langsam aber sicher Budapest entgegen. Die 20 Minuten Verspätung störten uns nicht, schließlich lag eine überraschend geruhsame Nacht hinter uns, sodass wir ausgeschlafen einem schönen Sightseeing-Tag in der ungarischen Hauptstadt entgegen blickten. Dies war sicher auch der Hauptgrund, warum mein Fazit so positiv ausfällt: der gute Schlaf. Hinzu kamen unsere ruhige Liege im obersten Stockwerk, das nette Servicepersonal aka Schaffner und die akzeptablen Mitreisenden. Bei solch guten Voraussetzungen stört es kaum, dass man sich beim Umziehen eigentlich einen Krampf holen muss und man mit dem ausgiebigen Benutzen der sanitären Anlagen lieber bis zum Hotel wartet – welches dann in unserem Falle mit dem Royal Park Boutique Hotel auch nur 2 Gehminuten vom Bahnhof keleti pu (=Ostbahnhof) in Budapest entfernt war.
Wie sieht es bei Euch aus, seid Ihr schon einmal Nachtzug (Euronight / CityNightLine) gefahren? Wie sind Eure Erfahrungen damit? Ich freue mich auf Eure Kommentare.
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Ich bin Christian, Reiseexperte, Diplom-Betriebswirt für Tourismus und Gründer des Reiseblog My Travelworld (seit 2011). Durch mehr als 10 Jahre Berufserfahrung bei Reiseveranstaltern, fast 10 Jahre Leben in der Karibik (Grenada & Dominikanische Republik) sowie über 100 bereiste Länder teile ich auf diesem Reiseblog ausschließlich persönliche Erfahrungen und unabhängige Reisetipps.
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Hallo, der Bericht ist zwar schon alt, aber trotzdem voller Fehler:
1. Der EN Metropol von BERLIN nach BUDAPEST führt keinen Speisewagen oder Bistro…sollte man wissen.
2. Der Liegenwagen gehört der MAV und wird also von einem ungarischen Schlafwagenschaffner betreut.
3. Deine Preise sind Sparpreise gewesen, daher auch keine Auswahl der Plätze, am Schalter ist das sehr wohl möglich !
4. Die Abbildung des Zuges von Außen zeigt den Schlafwagen der CD und nicht den beschrieben Liegewagen der MAV, jetzt ja der Wagon Slovakia.
Bitte bei solchen Berichten nicht so oberflächlich !!!
Hallo Mirko,
besten Dank für deinen Kommentar.
Sollte ich hier für deine Kenntnisse oberflächlich gearbeitet haben, entschuldige ich mich dafür. Mir war nicht bewusst, dass ein Zug aus Wagen mehrerer Nationen bestehen kann.
Dennoch denke ich, dass der Bericht ein allgemeines und gutes Bild von einer Fahrt mit dem Euronight im Liegewagen gibt. Und auch wenn es an Bord kein Bistro gibt (meiner Meinung nach war eines vorhanden), so sind nach Auskunft der Website der Deutschen Bahn Imbiss und Getränke beim Schaffner erhältlich, sodass man nicht komplett verhungern muss. ;-)
Beste Grüße und allseits gute (Zug-)Fahrt
Christian
Keleti palyaudvár ist nicht der Hauptbahnhof, einen solchen hat Budapest nicht, sondern der Ostbahnhof.
Die geschilderten Eindrücke sind sehr interessant, vielen Dank. Das wiegt die sachlichen Fehler und Ungenauigkeiten auf.
Hallo Sven,
danke für deine Verständnis und die Info. Ich habe die Bezeichnung geändert und den Ostbahnhof ergänzt.
Der Artikel ist mittlerweile schon etwas angestaubt … es wird Zeit für neue Zugabenteuer in Europa. :-)
LG, Chris
Der Zug führte einige Jahre einen Speisewagen. Insofern stimmt Dein Bericht (von wann ist er eigentlich?), genauso wie aber auch der KOmmentar von Mirko. Leider wurde der Zug im Dez 2017 eingestellt. Danke trotzdem für diesen tollen Bericht!
Hallo Tobias,
danke für deinen Kommentar, schön, dass dir der Bericht gefällt. Er hat auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel, ist von 2012. ;-)
Lg, Chris