Nachdem wir insgesamt fast 2 Monate auf der Südinsel von Neuseeland verbracht haben, wird es Zeit für einen echten Highlight-Artikel, damit Ihr wisst, welche der berühmten Sehenswürdigkeiten sowie welche Geheimtipps Ihr nicht verpassen solltet. Genau dazu habe ich Euch diesen Guide mit den Top-Highlights der Südinsel erstellt, inklusive einer Karte zur einfachen Navigation. Wie immer hier im Blog bekommt Ihr zu jeder der Attraktionen eine geballte Ladung an persönlichen Empfehlungen.
Inhalt dieses Reise-Artikels
Vorwort – Einordnung
Insgesamt waren wir knapp 2 Monate auf der Südinsel Neuseelands unterwegs. Dabei haben wir uns bewusst Zeit gelassen und auch immer mal wieder Ruhetage eingelegt, um ein wenig zu entspannen oder an unseren Projekten zu arbeiten. Ihr könnt also dieselbe Distanz wie wir auch in 4 Wochen schaffen – solltet aber vermeiden, die Südinsel Neuseelands in 2 Wochen abgrasen zu wollen. Dafür sind die Distanzen einfach viel zu weit.
Wir selbst waren mit unserem Campervan unterwegs, den wir in Auckland gekauft hatten. Einen ausführlichen Guide zum Camperkauf in Neuseeland findet Ihr hier. Natürlich könnt Ihr aber auch genau so gut mit einem gemieteten Wohnmobil oder mit einem Mietwagen unterwegs sein. Habt Ihr noch keinen gemietet, würde ich Euch unbedingt einen guten Preisvergleich empfehlen, um ein Fahrzeug (Mietwagen oder Wohnmobil) anhand Eurer Anforderungen zu finden, zum Beispiel diese beiden etablierten hier:
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Wollt Ihr ebenso wie wir Euch einen Camper in Neuseeland kaufen, kann ich Euch wärmstens diesen Artikel hier mit allen Tipps & Tricks empfehlen. Hier könnt Ihr zudem mehr über die Preise von Wohnmobilen erfahren und eine Anfrage stellen (~) – für My Travelworld Leser sogar mit 25 bzw. 50 Euro Rabatt über diesen Link (~) (je nach Modell, wird nach Buchung angerechnet).
Bei den Highlights auf Neuseelands Südinsel haben wir uns vor allem auf die Natur-Sehenswürdigkeiten konzentriert. Wandern ist seit eh und je ein Hobby von uns, weswegen Ihr auch einen Blog-Artikel mit den schönsten Wanderungen hier im Blog findet. Teure Touren haben wir eher vermieden, zudem haben wir auch nicht jeden der berühmten Spots abgehakt – wenngleich man ehrlicherweise schon sagen muss, dass wir im Wesentlichen die Haupt-Reiseroute in Neuseelands Süden gefahren sind. Eine Südinsel-Karte mit den schönsten Highlights findet Ihr gleich im nächsten Abschnitt.

Eine Sache, auf die Ihr Euch bei vielen Sehenswürdigkeiten der Südinsel vorbereiten müsst: viele Menschen! Da es im Wesentlichen nur eine Haupt-Reiseroute mit einigen Abstechern gibt, steuern enorm viele Touristen die selben Highlights an – das war schon extrem auffällig. Richtig Ruhe und entspannte Natur habt Ihr auf der Südinsel demnach nur, wenn Ihr wirklich die typischen Touristenpfade verlasst – habt dann aber auch so gut wie keine Infrastruktur und müsst oft noch mehrere Stunden zusätzlich zu den ohnehin schon teils langen Distanzen auf der Südinsel fahren.
Sehenswürdigkeiten auf der Südinsel Neuseelands: Karte
Bevor es mit unseren persönlichen Top-Tipps zu Neuseeland losgeht, habe ich Euch zur besseren Übersicht noch eine Karte für die Südinsel vorbereitet, auf der Ihr die wichtigsten Highlights findet. Hier habe ich Euch alle Sehenswürdigkeiten auf der Karte eingezeichnet, die ich im folgenden Blog-Artikel gleich ausführlich bespreche und empfehle – oder eben nicht empfehle, denn zum Ende habe ich auch noch 4 Tipps zu angeblichen Highlights auf der Südinsel, an denen Ihr meines Erachtens getrost vorbeifahren könnt.

Reiseroute für eine Rundreise auf der Südinsel
Planungstechnisch ist die Südinsel relativ einfach, denn die Insel ist sehr dünn besiedelt und bietet deswegen nur eine begrenzte Auswahl an Straßen. Dies limitiert auch die Anzahl der Reiserouten auf der Südinsel Neuseelands, die sich vor allem nach Eurem Start- und Endpunkt richtet sowie Eurer verfügbaren Zeit. Das positive bei der Südinsel: Sehenswürdigkeiten liegen zum Großteil direkt an der Strecke.
Die Startpunkte einer Rundreise auf der Südinsel können in 98% aller Fälle eigentlich nur Picton und Christchurch sein:
- Picton, wenn Ihr mit der Fähre aus Wellington ankommt – die einzige Fähre von der Nordinsel
- Christchurch, wenn Ihr Eure Neuseeland-Reise hier startet oder einen Inlandsflug von der Nordinsel nehmt
Klar könnt Ihr auch von der Nordinsel Neuseelands einen Inlandsflug beispielsweise nach Dunedin, Queenstown oder Nelson nehmen, aber dies dürfte nur für die wenigsten Reisenden eine sinnvolle Option sein, sodass ich mich hier speziell auf Picton und Christchurch als Start- und Endpunkt konzentriere.

Bei der Reiseplanung Eurer Südinsel-Rundreise ist es auch wichtig zu verstehen, dass es im Prinzip nur wenige Straßen gibt.
Im Wesentlichen beschränken sich die Reiserouten hier auf:
- Die Ostküste von Picton runter bis nach Dunedin (via Kaikoura und Christchurch)
- Die Westküste von Picton runter bis nach Haast bzw. Wanaka (via Nelson, Greymouth und Haast)
- Im Süden gibt es ein kleineres Netz an Straßen, rund um die Catlins sowie hinter bis zum Milford Sound (die 3 Stunden ab Te Anau sind die einzige Möglichkeit, nach Milford Sound zu kommen)
- Es gibt im Wesentlichen nur 4 Strecken, um auf der Südinsel vom Osten in den Westen zu wechseln: im Norden von Nelson bzw. Murchison nach Blenheim, „in der Mitte“ über den Lewis Pass (Hanmer Springs) sowie den Arturs Pass sowie im Süden die Bundesstraße 6 von Haast nach Wanaka.
Für Eure Rundreise auf der Südinsel, egal ob 2 Wochen, 3 Wochen oder länger, gibt es daher gar nicht mal sooooo viele Optionen – was die Reiseplanung wiederum recht einfach macht. Denn Ihr kommt im Prinzip automatisch an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei und müsst kaum Umwege fahren. Das ist aber eben auch ein Grund, warum viele der Südinsel-Highlights extrem touristisch und sehr sehr gut besucht sind.
Hier sind daher meine Vorschläge für Eure Rundreise auf der Südinsel:
Neuseeland Südinsel-Rundreise, kürzere Reisedauer (ca. 1-2 Wochen):
- Option 1, ab/bis Christchurch: Christchurch – Lake Tekapo – Wanaka – Queenstown – Haast – Franz Josef – Fox Glacier – Arturs Pass – Christchurch (für 1 Woche zu lang, eher für eine 2 Wochen-Rundreise geeignet)
- Option 2, ab/bis Picton (Fähre Wellington): Picton – Blenheim – Kaikoura – Akaroa – Arturs Pass – Greymouth – Abel Tasman/Nelson – Picton
- Option 3, ab Christchurch bis Picton: etwas tricky, kommt sehr auf die konkrete Reisedauer an – entweder gemütlich von Christchurch hoch in Richtung Picton (via Kaikoura und Blenheim) oder eine sportliche Tour über die Westküste
Neuseeland Südinsel-Rundreise, längere Reisedauer (ca. 3 Wochen oder mehr):
- Option 1, ab/bis Christchurch: Christchurch – Lake Tekapo – Mt. Cook – Dunedin – The Catlins – Milford Sound – Queenstown – Haast – Franz Josef – Fox Glacier – Hokitika – Westport – Abel Tasman National Park – Blenheim – Kaikoura – Christchurch (eher für 4 Wochen+, bei 3 Wochen-Rundreise ggf. Catlins und den äußersten Norden auslassen)
- Option 2, ab/bis Picton (Fähre Wellington): Picton – Blenheim – Kaikoura – Akaroa – Lake Tekapo – Mt. Cook – Dunedin – The Catlins – Milford Sound – Queenstown – Haast – Franz Josef – Fox Glacier – Hokitika – Westport – Abel Tasman National Park – Picton
- Option 3, ab Christchurch bis Picton: Christchurch – Lake Tekapo – Mt. Cook – Queenstown – Haast – Franz Josef – Fox Glacier – Hokitika – Arturs Pass – Kaikoura – Blenheim – Picton
Wir persönlich waren nahezu 8 Wochen auf der Südinsel unterwegs und starteten in Picton und endeten auch dort wieder – da wir jeweils mit der Bluebridge bzw. Interislander Fähre aus Wellington ankamen und auch wieder mit dieser auf die Nordinsel fuhren. Demzufolge sah unsere Rundreise-Route auf der Südinsel im Prinzip wie Option 2 aus, nur dass wir Milford Sound und Akaroa ausließen, dafür aber noch die Catlins besuchten und das Ganze in umgekehrter Reihenfolge bereisten.
Unsere Neuseeland-Route:
Picton – Nelson – Abel Tasman National Park – Westport – Greymouth – Franz Josef – Fox Glacier – Haast – Wanaka – Queenstown – Lumsden – The Catlins – Mt. Cook – Lake Tekapo – Timaru – Christchurch – Kaikoura – Blenheim – Picton

Die besten Sehenswürdigkeiten auf der Südinsel Neuseelands
Kommen wir nun endlich zu den absoluten Highlights in Aotearoa, unsere persönlichen Top-Tipps in Bezug auf die Sehenswürdigkeiten in Neuseeland (Südinsel). Dies ist wie schon eingangs im Blog-Artikel erwähnt unsere persönliche Auswahl der schönsten Momente, Attraktionen und Erlebnisse und keine beliebige Top-10 Liste. Dennoch dürfte sie auch Euch enorm bei der Reiseplanung weiterhelfen.
Kleine Anmerkung: Milford Sound, eines der Top-Highlights in Neuseeland, ließen wir aus, im Wesentlichen aufgrund des unfassbar schlecht vorhergesagten Wetters während mehrerer Tage, als wir dort unten in der Gegend waren. Aus diesem Grund findet Ihr Milford Sound weder in den Highlights noch in den Sehenswürdigkeiten, die Ihr vermeiden solltet.
Ihr seht alle meine Tipps oben auf der Südinsel-Karte eingezeichnet. Ich werde sie hier ohne spezielle Rangliste erläutern, sondern chronologisch anhand unserer Reiseroute, d.h. von Nord nach Süd und gegen den Uhrzeigersinn.
1) Abel Tasman National Park
Den ersten Highlight-Dot auf der Neuseeland-Karte der Südinsel setzte der Abel Tasman National Park. Er ist nicht umsonst einer der beliebtesten Nationalparks in Neuseeland. Vor allem seine natürliche Schönheit und Unberührtheit überzeugen, die Abwechslung in Sachen Aktivitäten aber ebenso.
Im Prinzip gibt es 3 Gründe, die den Abel Tasman National Park für Besucher einzigartig machen:
- Natürliche Unberührtheit: Es gibt im gesamten Nationalpark keinerlei Infrastruktur, keine Straßen, keine Restaurants, keine Hotels. Einzig ein paar einfache Zeltplätze sowie eine Hand voll Schutzhütten für Wanderer stehen zur Verfügung, ansonsten erlebt Ihr hier 100% Natur pur!
- Aktivitäten-Reichtum: der Abel Tasman National Park ist perfekt für gemütliche Individualreisende, die den Park auf einer Halbtagestour nur kurz erkunden wollen, aber auch für Mehrtages-Wanderer (einer der Great Walks führt in 5 bis 7 Tagen durch den Park) sowie Wassersportler (zahlreiche Outdoor-Anbieter bieten Mehrtagestouren per Kajak an). Auch kombinierte Kajak-/Wander-Trips gibt es, sodass man nie den selben Weg wieder zurück muss.
- Wir sahen während unserer Tour Robben bzw. Seelöwen (erstmalig auf unserer Neuseeland-Reise, später folgten noch viele mehr). Auch Delfine gibt es wohl manchmal zu sehen, ebenso wie an Land zahlreiche kleinere Tiere.
Für uns war der Abel Tasman National Park einfach toll, weil es die perfekte Kombination aus Abenteuer, Erlebnis und Natur war. Immerhin fuhren wir mit dem Kajak rund 20 Kilometer durch den Park und zelteten (mit gestellter Ausrüstung) auf einem komplett einsamen Campground – dazu gleich mehr beim zweiten Südinsel-Highlight.
Mehr darüber, wie Ihr am besten Eure Reise in den Abel Tasman National Park plant und welche Routen-Optionen es gibt, erfahrt Ihr hier im separaten Artikel über den Park.
Weitere Informationen:
- Highlights & Routen Abel Tasman National Park
- Abel Tasman National Park – geführte Tagestour (~)
- Wander- und Kajak-Kombo durch den Park (~)
- Kajakmiete im Abel Tasman National Park (1 Tag) (~)




2) Mosquito Bay Campground
An 2. Stelle steht gleich nochmal der Abel Tasman National Park – und zwar speziell der Mosquito Bay Campground im Park. Hier übernachteten wir im Rahmen unserer 2-Tages-Tour durch den Abel Tasman Park.
Das Spezielle dabei: es war nicht irgendein Campground, sondern wir hatten diesen Zeltplatz komplett für uns allein. Und auch das ist gar nicht mal das Besondere, einzigartig hat es erst die Lage gemacht. Der Zeltplatz (einzige Ausstattung 2 Bänke und 2 Plumpsklos) befindet sich in einer einsamen Bucht, nicht zu Fuß erreichbar (lediglich per Kajak oder Boot), mit einer vorgelagerten Insel davor und mit einem weiteren Strand direkt daneben. Bei Ebbe wird der Strand riesig groß und bildet mitsamt der Insel eine fantastische Kulisse. Könnt Ihr Euch die Szenerie ungefähr vorstellen? Falls nicht, werft einen Blick auf das Foto unten.
Und genau hier übernachteten wir eine Nacht, alleine, komplett auf uns alleine gestellt.
Zwar kann ich Euch nicht garantieren, dass Ihr ebenso diese Ruhe haben werdet – die spektakuläre Kulisse wird aber auch für Euch da sein. Aus diesem Grund kann ich Euch nur empfehlen, den Mosquito Bay Campground zu wählen, wenn Ihr eine Kajaktour im Abel Tasman National Park wählt.
Weitere Informationen:

3) Pancake Rocks
Vom Abel Tasman Park ging es für uns zunächst die Westküste der Südinsel entlang – und diese ist gespickt mit tollen und abwechslungsreichen Sehenswürdigkeiten. Eine davon sind die Pancake Rocks, zwischen Westport und Greymouth gelegen, im bzw. am Paparoa National Park.
Bei den Pancake Rocks handelt es sich um eine Reihe von Felsformationen, die wie Pancakes übereinander gestapelt sind – daher der Name. Die Felsgruppen sind definitiv pittoresk anzusehen, schaffen es aber nur deswegen hier in unsere persönlichen Top-Highlights, weil auch die Umgebung enorm fotogen und vielfältig ist. Egal ob der spannende Ausblick über die Pancake Rocks hinweg auf die spektakuläre Küstenlinie, der Blick in den direkt gegenüber liegenden Canyon des Punakaiki Rivers oder die Straße, die hier entlang von hoch aufragenden Felsen verläuft und damit fast ein wenig an die Sächsische Schweiz erinnert – die Pancake Rocks und Umgebung sind wirklich ein Pflichtstopp entlang der Westküste.
Kleine Info: das Besucheraufkommen hier ist – wie auch bei vielen anderen zentralen Sehenswürdigkeiten auf der Südinsel, die sich direkt mit dem Auto ansteuern lassen – relativ hoch. Wer auf dem ca. 30 Minuten dauernden Rundweg etwas Ruhe haben möchte, sollte besonders zeitig oder tendenziell sehr spät am Tag die Pancake Rocks besuchen. Der Trail ist rund um die Uhr geöffnet, sodass man ihn problemlos auch in den Tagesrandzeiten besuchen kann.

4) Westküste-Straße Nr. 6
Weil wir gerade bei der Westküste und den Straßen sind: ein weiteres Highlight unserer Neuseeland-Reise auf der Südinsel waren besonders die Fahrten entlang der Westküste.
Die Bundesstraße Nr. 6 führt über insgesamt rund 1100 Kilometer von Blenheim via Nelson, Westport, Greymouth, Haast, Wanaka und Queenstown bis nach Invergarcill. Besonders spektakulär war der überwiegende Teil der mehr als 600 Kilometer von Murchison nach Wanaka – eine wirklich tolle Szenerie entlang der fast gesamten Strecke, die im Prinzip alles bietet, was das Naturherz begehrt und was man so aus dem Autofenster heraus beobachten kann: enge Canyons, tolle Küstenlinie, spektakuläre Ausblicke, viele Sehenswürdigkeiten, wilde unberührte Landschaften, abwechslungsreiche Wanderungen und sogar die Aussicht auf vergletscherte Berge direkt von der Straße. Auf der gesamten Route sind immer wieder zahlreiche Parkplätze und Haltebuchten für Foto-Stopps oder kürzere und längere Erkundungen vorhanden.
Besonders in Erinnerung geblieben sind uns die Abschnitte zwischen Westport und Greymouth sowie rund um Fox Glacier und Franz Josef.
Weitere Informationen:
- günstigen Mietwagen für Road-Trip in Neuseeland finden (~)
- Wohnmobil-Preisvergleich für Südinsel (~)

5) Franz Josef & Fox Glacier
Und genau da sind wir auch bei den nächsten beiden Highlights der Südinsel: Franz Josef und Fox Glacier, die beiden Orte, die nach ihren benachbarten Gletschern benannt sind. Zugegeben, beide Orte sind definitiv KEIN Geheimtipp. Ihr müsst Euch auch hier die Attraktionen mit enorm vielen anderen Besuchern teilen, werdet nicht immer günstige Unterkünfte in diesem Teil Neuseelands finden und schon gar keine kostenlosen Campingplätze. Mit anderen Worten, ja, es ist touristisch hier und selbst auf den Wanderungen in Fox und Franz Josef haben wir dann irgendwann das Grüßen eingestellt, weil es einfach zu viele Besucher sind – überraschenderweise sogar auf den Wanderungen, die 3 Stunden oder mehr dauern und somit ein Mindestmaß an Fitness erfordern.
Dennoch, traumhaft schön sind Franz Josef und Fox Glacier dennoch. Dieser Blick, wenn man zum ersten Mal um die Kurve biegt und die ohnehin schon immer wieder beeindruckende Kulisse Neuseelands sieht und sich dann im Hintergrund dieser weiß funkelnde Gletscher auftut, ist schon etwas ganz Besonderes – genau deshalb zieht diese Gegend auch so viele Touristen an und genau deswegen gehört es unserer Meinung nach auch in die Top 13 unserer Neuseeland-Highlights auf der Südinsel, zumal es vor Ort einige interessante Wanderungen zu unternehmen gibt, die ich Euch im Detail hier beschrieben habe.
Weitere Informationen:
- Unsere Wanderungen in Neuseeland (inkl. Fox Glacier & Franz Josef)
- Franz Josef Gletscher Helikopter-Wanderung (~)
- Fox Glacier Helikopterflug (~)

6) Lake Matheson – View of the View
Und noch ein ganz spezielles Highlight muss ich hier im Rahmen der Top-Sehenswürdigkeiten der Südinsel im Bereich Fox Glacier und Franz Josef herauspicken: der so genannte „View of the View“ am Lake Matheson, übersetzt also der Ausblick aller Ausblicke.
Schon alleine der Lake Matheson, nur rund 10 Fahrminuten von Fox Glacier entfernt, ist unbedingt einen Besuch wert und sollte auf Eurer To-Do-Liste der Sehenswürdigkeiten in Neuseeland nicht fehlen – auch wenn es hier wirklich extrem voll wird. Seid also wenn möglich zeitig da, idealerweise vor 09:00. Wenn Ihr das Spektakel sehen wollt, wofür der Lake Matheson so berühmt ist, nämlich die Spiegelung der kompletten Bergkette im ruhigen See, ist sogar eine Ankunft vor 08:00 besser.
Doch auch wenn Ihr dieses Naturphänomen – so wie wir – nicht seht (wir waren gegen 09:30 da und es hatte bereits eine minimale Brise eingesetzt, die den See bewegte und damit die Spiegelung aufhob), lohnt sich der Besuch am Lake Matheson unbedingt. Nicht nur, dass der top ausgebaute Weg um den See herum sehr schön zu laufen und enorm fotogen ist (ca. 5 Kilometer), auch die Aussichtspunkte sind traumhaft schön – allen voran eben der View of the View, der die Schönheit des Sees mit einer absolut spektakulären Aussicht auf die Neuseeländischen Alpen inkl. Gletscherbereiche verbindet – und damit eben eines der Top-Panoramen der kompletten Südinsel bietet.
Weitere Informationen:
- Unsere Wanderungen in Neuseeland (inkl. Lake Matheson)
- Geführte Tour rund um den Lake Matheson (~)

7) Rob Roy Glacier Track, Mount Aspiring National Park
Wer von Euch gerne wandert, sollte auf jeden Fall auch einen Blick auf unsere schönsten Wanderungen in Neuseeland werfen, wozu ich einen sehr ausführlichen Blog-Artikel verfasst habe. Und wer dort aufmerksam liest, wird sehen, dass der Rob Roy Glacier Track unter all den verschiedenen kurzen und langen Wanderungen unser Favorit auf der Südinsel war. Klar, dass diese Tour dann auch hier einen Platz auf der Karte der Südinsel Neuseelands (Nr. 7) in Bezug auf die besten Sehenswürdigkeiten bekommen muss.
Normalerweise lieben wir vor allem Wanderungen, die sich als Rundtour unternehmen lassen, sodass man nicht denselben Weg wieder zurück muss. Dass sich der Rob Roy Glacier Track als beste Wanderung der Südinsel durchgesetzt hat, obwohl es nur ein klassischer Hin- und Zurückweg ist, soll also etwas heißen – wenngleich Neuseelands Südinsel generell wenige Rundtouren zu bieten hat. Ein Manko, was ich auch hier im Artikel über die schönsten Wandertouren in Neuseeland angesprochen habe.
Zurück aber zum Rob Roy Glacier Track: die rund 11 Kilometer lange Wanderung (rund 5.5 pro Richtung) ist landschaftlich wirklich eine der schönsten Touren der Südinsel und bietet mit spektakulären Ausblicken sowie einer abwechslungsreichen Landschaft wirklich alles, was man von einer tollen Tour erwartet. Besonders spektakulär ist die Hängebrücke über den glasklaren Fluss zu Beginn, die von den Steilwänden herunterwehenden Wasserfälle im Laufe der Wanderung sowie natürlich der Blick auf die (Gletscher-)Gebirgswelt am Ende des Trails und im Prinzip zugleich auch am Ende des Tals.
Trotz der Abgeschiedenheit der Wanderung – zur Anreise ist eine rund 30 Kilometer lange Schotterpiste mit dem Auto zu überwinden – ist das Besucheraufkommen verhältnismäßig hoch, aber viel niedriger im Vergleich zu anderen bekannten Wanderungen in Neuseelands, zum Beispiel dem Hooker Valley Track oder den Blue Pools. Ganz einsam ist der Rob Roy Glacier Track also nicht – aber hier kommt zusätzlich zu den tollen Ausblicken endlich mal ein Naturgefühl auf, weil die Natur im Vergleich zu den Touristen die Oberhand hat.
Weitere Informationen: unsere Wanderungen in Neuseeland (inkl. Rob Roy Glacier Track)





8) Rasperry Flat Carpark, Mount Aspiring National Park
Bleiben wir gleich noch im Mount Aspiring National Park für ein weiteres Südinsel-Highlight, was vor allem für alle Neuseeland-Reisende mit Campervan und Wohnmobil enorm interessant ist, denn der Rasperry Flat Carpark war unser absoluter Favoriten-Campground auf der kompletten Südinsel – vor allem aufgrund seiner abgelegenen Lage (30km Schotterpiste) und der unglaublich beeindruckenden Bergkulisse, die den Campground komplett einrahmt. Praktischerweise ist der Rasperry Flat Carpark auch direkt der Ausgangspunkt für die oben genannte Rob Roy Glacier Track Wanderung. Direkt neben dem Parkplatz schießen im Prinzip die Berge an 3 Seiten nach oben, was zur spektakulären Kulisse beiträgt.
Stellt Euch einfach das Ende eines wunderschönen Alpentales vor (in diesem Falle die Neuseeländischen Alpen), wo die Straße in einer Sackgasse endet, quasi dem Talschluss. Hier, am Rande des Mount Aspiring National Park, seid Ihr wirklich unmittelbar umgeben von mehr als 2000 Meter hohen Bergen, teils mit Schnee bedeckt, in ein paar Kilometer Entfernung sogar von Gletschern. Das Tal ist hier enorm eng und die Berge ragen zu beiden Seiten direkt auf. Und genau hier befindet sich, malerisch an einem Fluss gelegen und ohne jegliche weitere Infrastruktur (mit Ausnahme eines Parkplatzes sowie ein paar Toiletten) – der Rasperry Flat Carpark, einer der schönsten Freedom Campgrounds in Neuseeland.
Weitere Informationen:
- unsere Campgrounds in Neuseeland (folgt)
- Freedom Camping in Neuseeland


9) Mount Cook National Park
Vom Mount Aspiring National Park geht es zum Mount Cook National Park – mit mindestens zwanzig mal so vielen Touristen, der deswegen wirklich das Prädikat „überlaufen“ verdient. Dennoch muss man neidlos anerkennen, dass er von der Landschaft einfach ungemein spektakulär ist – und zudem noch wesentlich einfacher erreichbar. Denn während man zum Mount Aspiring National Park 30 Kilometer Schotterpiste bewältigen muss, führt zum Mount Cook National Park eine landschaftlich traumhafte und sehr gut ausgebaute Straße entlang des Lake Pukaki zum Ende des Tals und damit zum Nationalpark.
Selbst wenn man zeitig da ist, zum Beispiel 08:00, wird man den Besuchermassen kaum entgehen können. Und Ihr werdet Sie auch schon auf der Straße sehen, denn hier wird ziemlich wild am Straßenrand geparkt. Aber, an der Straße seht Ihr auch bereits, was den Mount Cook National Park bekannt macht – den fantastischen Ausblick auf das Gletschermassiv des gleichnamigen Berges. Bei diesem Panorama kann sogar jedes Postkartenmotiv einpacken.
Natürlich kann man dann auch im Nationalpark wandern gehen – viel mehr gibt es hier trotz des riesigen Besucherandrangs eigentlich nicht zu machen. Entsprechend voll sind die Wege, richtige Wanderstimmung kommt hier nicht auf. Dennoch ist die Kulisse auf allen Wegen einfach überragend. Zur Auswahl stehen im Wesentlichen:
- Hooker Valley Track: die große Enttäuschung, da er nur zu einem Drittel geöffnet war
- Kea Point Track: eine der besten Kurz-Wanderungen in Neuseeland, ca. 4 Kilometer in einer Stunde hin und zurück mit spektakulärem Ausblick
- Sealy Tarns Track: eine längere Wanderung hoch hinauf zum kleinen Sealy Tarns Lake, hin und zurück geht es den selben Weg
- Mueller Hut Track: 2-Tages-Wanderung mit Übernachtung im Mueller Hut – Vorabbuchung Pflicht
- Blue Lakes & Tasman Glacier Hikes: 3 Wanderwege etwas abseits vom Hauptgeschehen im Mt. Cook National Park, die wir alle drei kombiniert „erledigten“ – ebenfalls tolle und spektakuläre Kulisse, lohnt sich
Nochmal, das Besucheraufkommen im Mount Cook National Park ist wirklich enorm hoch. Aber die Kulisse ist einfach auch überragend, sodass sich die Reise hierher definitiv lohnt und sich der Nationalpark seinen Platz auf der Karte der besten Südinsel-Sehenswürdigkeiten in Neuseeland redlich verdient.
Weitere Informationen:
- Unsere Wanderungen in Neuseeland (inkl. Rob Roy Glacier Track)
- preiswerter Hubschrauberrundflug im Mt. Cook National Park (~)





10) Sternenbeobachtung am Lake Tekapo
Neuseeland liegt relativ abgeschieden, das ist kein Geheimnis. Selbst Australien als nächstgelegenes Land ist von jedem Punkt Neuseelands mindestens 1500 Kilometer entfernt. Und auch Neuseeland selbst hat kaum große Städte, vor allem auf der Südinsel – und damit auch keine bedeutenden Lichtquellen. Genau aus diesem Grund ist das so genannte Aoraki Mackenzie International Dark Sky Reserve, welches die Umgebung von Twizel, Mount Cook National Park und Lake Tekapo umfasst, eines der größten Dark Sky Reserves der Welt. Hier sind demnach die Bedingungen für die Sternenbeobachtung exzellent.
Genau aus diesem Grund begaben wir uns hier auf eine geführte Sternenbeobachtungstour. Und während wir sternenmäßig vielleicht gar nicht so viel mehr sahen als auf einigen anderen dunklen Campgrounds in Neuseeland, waren vor allem drei Dinge interessant:
- vom Guide ein wenig mehr über den Nachthimmel zu erfahren
- durch das Teleskop verschiedenen besondere Formationen zu sehen
- zufällig an diesem Tag eine beeindruckende „Performance“ der Polarlichter zu sehen – das erste Mal in unserem Leben und in einer Intensität, bei der selbst unser Guide vollkommen überwältigt war.
Die meisten Sternenbeobachtungstour starten in Lake Tekapo. Hier könnt Ihr die von uns gebuchte Tour ansehen (~), die wir auch weiterempfehlen können.
Weitere Informationen: günstige und geführte Sternenbeobachtung am Lake Tekapo

11) Pinguinbeobachtung in Timaru
Bleiben wir gleich bei den Abend- und Nachtaktivitäten, denn noch eine weitere gehörte zu unseren persönlichen Highlights auf der Südinsel Neuseelands: die Pinguinbeobachtung in Timaru.
Während man einige Pinguinarten natürlich auch tagsüber sehen kann, kommen die Zwergpinguine überwiegend nur nach dem Sonnenuntergang an Land – und dieser ist im Sommer in Neuseeland eben relativ spät. Also hieß es warten am Hafen von Timaru, wo die kleine Zwergpinguin-Kolonie trotz Lärm und Menscheneinflüsse ihr Zuhause hat. Aber das Warten wurde belohnt, denn gegen 22:00 watschelten zwei kleine Zwergpinguine aus dem Meer. Einer posierte sogar für die Besucher, der andere lief langsam in Richtung Nest.
Die Pinguinbeobachtung in Timaru war jetzt nicht unbedingt das allereinschneidenste Erlebnis unserer Reise-Karriere, aber da wir zum ersten Mal Pinguine sahen und es trotz zahlreicher möglicher Orte in Neuseeland nicht ganz einfach ist, diese in freier Wildbahn zu sehen, gehört dieses Erlebnis auch hier auf die Liste & Karte der schönsten Südinsel-Highlights.


12) Campgrounds im Süden
Gerade da wir mit dem Campervan in Neuseeland unterwegs waren, gehört dieser Punkt ebenfalls zu den Top-Erfahrungen unserer Südinsel-Rundreise: die Campgrounds. Die waren nämlich gerade im Süden der Südinsel oft einzigartig und besonders schön – und das, obwohl es sich um kostenlose Freedom Campgrounds handelte.
Wer sich meine Top 5 der schönsten Campgrounds auf der Südinsel anschaut, wird feststellen, dass sich alle davon im Süden der Südinsel befinden – also südlich von Wanaka, Timaru & Co.
Warum das so ist, keine Ahnung, denn die Natur & Locations sind eigentlich auf der gesamten Südinsel enorm spannend, aber Fakt ist, dass wir hier besonders tolle Camping-Erlebnisse hatten:
- Rasperry Flat Carpark (im Mount Aspiring National Park, nahe Wanaka)
- Crown Range Summit (nahe Queenstown)
- Lumsden Information Centre Overnight Parking (in Lumsden)
- Monkey Island Campground (in Orepuki)
- Ocean View Reserve Car Park (in Brighton, nahe Dunedin)
Und auch wenn natürlich die Freedom Campgrounds am Strand wie in Orepuki oder in Brighton aufgrund des Meerblicks und der direkten Strandlage immer einen großen Vorteil haben, haben es auch 3 Campgrounds im Landesinneren auf diese Liste der besten Freedom Campgrounds auf der Südinsel geschafft. Darunter der schon oben beschriebene Rasperry Flat Carpark im Mount Aspiring National Park, der Crown Range Summit auf der höchsten asphaltierten Straße in Neuseeland mit ganz besonderem spektakulärem Ausblick sowie der spezielle Lumsden Information Centre Overnight Parking Campground an einem ehemaligen Bahnhof.
Wer im Süden unterwegs ist, erlebt also in jeder Hinsicht viel – wobei das eigentlich auch für die Nordinsel zutrifft.
Weitere Informationen:
- unsere Campgrounds in Neuseeland (folgt)
- Freedom Camping in Neuseeland


13) Walbeobachtung in Kaikoura – günstig per Flugzeug
Zuletzt darf auf dieser Liste & Karte der schönsten Südinsel-Sehenswürdigkeiten natürlich Kaikoura nicht fehlen – ein Ort, der es nahezu allen Neuseeland-Reisenden antut. Und das völlig zurecht. Schon Kaikoura alleine ist ein absolutes Südinsel-Highlight, doch ich möchte hier speziell die Walbeobachtung hervorheben.
Während ich schon zum Beispiel in der Dominikanischen Republik mehrmals auf Walbeobachtung ging, war es hier in Kaikoura das erste Mal, dass ich tatsächlich Wale aus dem Flugzeug beobachten konnte. Mit kleinen Propellermaschinen geht es dabei auf spannende Rundflüge, bei denen man nicht nur die riesigen Meerestiere beobachten kann (wir sahen zusätzlich auch mehr als 100 Delfine!), sondern auch die spektakuläre Landschaft rund um Kaikoura. Das Besondere hier: die Walbeobachtung per Flugzeug in Kaikoura kostet kaum mehr als die regulären Bootstouren, weswegen es für mich persönlich ein echter Geheimtipp ist. Denn während man Bootstouren dieser Art schon in relativ vielen Ländern dieser Welt hat, gibt es eine Walbeobachtung per Flugzeug zu einem derart günstigen Preis meines Erachtens nur extrem selten. Eine absolute Empfehlung!
Weitere Informationen:
- Unsere Erlebnisse in Kaikoura
- Günstige Walbeobachtung per Flugzeug (~)




Sehenswürdigkeiten auf der Südinsel, die Ihr auslassen könnt
Doch nicht nur Top-Sehenswürdigkeiten auf der Südinsel gab es, sondern auch einige Enttäuschungen. Klar, es können nicht alle Spots spektakulär und ein absolutes Highlight sein. Sicher ist diese Auswahl auch immer subjektiv, aber ich wollte Euch zumindest an unseren Erfahrungen diesbezüglich teilhaben lassen. Habt Ihr nur sehr wenig Zeit für Eure Südinsel-Rundreise, könnt Ihr die folgenden Orte gut und gerne auslassen, ohne etwas zu verpassen.
Queen Charlotte Drive (bei Picton)
Der Queen Charlotte Drive ist eine der bekanntesten Panoramastraßen in Neuseeland und startet direkt in Picton, wenn Ihr von der Fähre aus Wellington herunterfahrt. Genau deswegen hat man vielleicht auch das Gefühl, dass man ihn unbedingt mitnehmen muss. Er ist schön und mit einigen netten Ausblicken, keine Frage. Aber ganz ehrlich: es kommen noch so viele weitere tolle Panoramastraßen auf Neuseelands Südinsel (und auch die Nordinsel ist diesbezüglich nicht viel unattraktiver), dass Ihr Euch die zusätzliche Zeit erst einmal sparen und lieber erst mal ein paar Kilometer gen Süden macht könnt.
Daher meine Empfehlung: seid Ihr auf dem Weg in Richtung Nelson und Abel Tasman National Park, dann könnt Ihr den Queen Charlotte Drive mitnehmen, weil er ohnehin am Weg liegt. Fahrt Ihr direkt in Richtung Murchison, Westport & Westküste oder in Richtung Kaikoura, könnt Ihr ihn erst einmal auslassen und ggf. noch vor der Rückfahrt mit der Fähre auf die Nordinsel mitnehmen, falls Ihr noch Zeit habt.

Roberts Point Track (in Franz Josef)
Der Roberts Point Track wird oft als DIE Wanderung auf Neuseelands Südinsel beschrieben. Sektakulär, spannend und eine Must-See bzw. Must Do-Sehenswürdigkeit in Neuseeland. Mit den ersten beiden Adjektiven gehe ich zumindest für die Hälfte der Wanderung noch mit, aber insgesamt gesehen empfanden wir die Roberts Point Track Wanderung in Franz Josef als deutlich zu überbewertet.
Die Hängebrücken, Ausblicke und Wegführungen in der ersten Hälfte des Roberts Point Track sind zweifelsohne spektakulär. Das Ziel ist aber eigentlich die Aussichtsplattform am Ende des rund 5 Kilometer langen Trails (one-way), die die Aussicht auf den Franz Josef-Gletscher freigibt. Überlegt man,
– wie schwierig es ist, dort hinzukommen (ewig und nimmer enden wollende rutschige Steine, die das Lauferlebnis einfach unschön und langweilig werden lassen),
– wieviele Leute sich diesen Weg nicht entgehen lassen wollen (trotz der recht anspruchsvollen Wanderung ist es überraschend, wieviele Besucher sich für diese Wanderung entscheiden) und
– dass man den kompletten Weg auch wieder zurück muss (Routen-Variationen gibt es nicht)
war das Gesamterlebnis insgesamt schon relativ mau.
Mein klarer Tipp, den ich auch so deutlich im Blog-Artikel über die schönsten Wanderungen in Neuseeland ausgesprochen habe:
Wenn Euch die letzte Aussichtsplattform nicht allzu wichtig ist, könnt Ihr die Wanderung nach rund 60% der Strecke beenden und umkehren. Ihr habt dann die schönsten Aussichten und alle Hängebrücken mitgenommen. Am besten geht Ihr hierzu bis zum Hende Hut (der einzigen kleinen Schutzhütte auf dem Robert’s Point Track), nehmt noch die anschließende coole Felstreppe mit und kehrt anschließend auf dem nächsten exponierten Sonnenplateau um – dort habt Ihr nämlich nochmal eine schöne Aussicht.
Achja, ganz vergessen, die extrem vielen Helikopter-Ausflüge machen das Natur-Erlebnis auf dem Roberts Point Track nicht gerade zum alleridyllischsten, denn die Geräuschkulisse ist nahezu immer durch Hubschrauberausflüge gestört.

Blue Pools
Gleich noch eine Wanderung in Neuseeland schafft es in die Auswahl jener Südinsel-Sehenswürdigkeiten, die Ihr getrost ignorieren könnt: die berühmten Blue Pools auf der Strecke von Haast nach Wanaka, rund 1 Stunde jeweils von beiden Orten entfernt.
Auch die Blue Pools sind eigentlich eine kleine gemütliche Wanderung, mit unter 2 Kilometer pro Strecke eher im Bereich ausführlicher Spaziergang einzuordnen. Was hier jedoch an Menschenmassen unterwegs war, überbietet fast sogar den Massentourismus an Roms Trevi-Brunnen oder Barcelonas Sagrada Familia.
Dass die eigentlichen Blue Pools dann auch gar nicht so spannend sind für jemanden der schon einmal halbwegs klares Gletscherwasser gesehen hat, passt ins Bild. Wer sich jedoch mal gemütlich im richtig kalten Wasser abkühlen möchte, findet an den großen natürlichen Pools zumindest ein kleines Highlight.

The Catlins
Bei den Catlins handelt es sich um eine Region im äußersten Süden Neuseelands, im Wesentlichen zwischen Invercargill und Balclutha entlang der erweiterten Küste mit einer Ausdehnung von rund 100 Kilometer. Sie gilt als Geheimtipp im Süden der Südinsel, weil sich hier so viele Sehenswürdigkeiten tummeln, zugleich es aber zuweit entfernt ist, als dass es die vielen Touristen, die nur die Highlights der Südinsel für 2 oder 3 Wochen per Rundreise abklappern, bis dorthin schaffen bzw. sie keine Zeit dafür haben. Entsprechend trifft man hier eher nur andere Langzeitreisende.
In der Tat gibt es in den Catlins eine schöne Route mit vielen Sehenswürdigkeiten, sodass man hier wirklich einen wunderschönen Road Trip unternehmen kann. Und auch das Touristenaufkommen ist wesentlich moderater als zum Beispiel rund um Wanaka und Queenstown.
Das Problem aber: es fehlen irgendwie die richtigen Highlights. Genau aus diesem Grund hat uns diese Region nicht wirklich abgeholt. Das heißt nicht, dass Ihr sie komplett auslassen solltet, aber es hat seinen Grund, dass jene Urlauber, die nur eine Südinsel-Rundreise für 2 Wochen planen, schnell an den Catlins vorbeifahren. Vielmehr waren dann eher noch 2 Freedom Campgrounds ein absolutes Highlight, die wir genau vor und nach den Catlins besuchten, nämlich der Monkey Island Campground westlich von Invercargill und der Brighton Beach Campground zwischen den Catlins und Dunedin.

Hooker Valley Track
Zuletzt soll noch der Hooker Valley Track erwähnt werden, ebenso eine der berühmtesten und angeblich besten Wanderungen in Neuseeland. Das Problem nur: der Hooker Valley Track war lediglich zu einem Viertel geöffnet – ohne, dass vor Ort irgendwelche Hinweise im sonst so top organisierten Neuseeland zu vernehmen gewesen wären. Und er war nicht mal nur einen Tag geschlossen, sondern aufgrund von Brückenbauarbeiten ein ganzes Jahr – und wird es auch noch bis Oktober 2026 sein, wenn nicht sogar noch länger.
Aufgrund des auch hier extrem hohen Besucheraufkommens wären zumindest einige Schilder nett gewesen – dann hätten wir uns gleich auf den wesentlich spannenderen und oben auch erwähnten Kea Point Track fokussieren können. Sobald der Hooker Valley Track wieder geöffnet ist, ist er sicher eine spannende Alternative.

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Ich bin Christian, Reiseexperte, Diplom-Betriebswirt für Tourismus und Gründer des Reiseblog My Travelworld (seit 2011). Durch mehr als 10 Jahre Berufserfahrung bei Reiseveranstaltern, fast 10 Jahre Leben in der Karibik (Grenada & Dominikanische Republik) sowie über 100 bereiste Länder teile ich auf diesem Reiseblog ausschließlich persönliche Erfahrungen und unabhängige Reisetipps.
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